Die dunklen Felle

Krimis, Schafe – und Felle.


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Shorty | Deutscher Noir: Tiefenscharf – Roland Spranger


Roland Spranger – Tiefenscharf
Verlag: Polar Verlag
260 Seiten
ISBN: 978-3945133590
Mit einem Vorwort von Wolfgang Franßen

 

 

 

 

Warum dieses Buch?
Muss ich das erst erklären? Ist das nicht offensichtlich? Nein? Ok, dann:
– Polar Verlag
– Deutscher Noir
– Fränkischer Autor
Wie hätte ich dieses Buch denn nicht übersehen können??? Klar musste das her. Als Bonus hab ich mir das auf der Lesung dann auch signieren lassen und den Autor persönlich getroffen. Eines meiner Highlights auf bzw. nach der Messe.

Worum geht es?
Max ist in der Bredouille. Nachdem er vor einer Polizeikontrolle ein Päckchen Crystal Meth in den Wald geworfen hat, ist der Dealer auf der Suche danach. Doch Schnee und ein Obdachloser machen ihm die Suche schwer, er muss das Päckchen als Verlust verbuchen. Max muss wieder die Oberhand gewinnen und reagiert mit Kontrolle, Gewalt und Wut.
Derweil ist Sascha, der gerade seinen Job beim Sender verloren hat, auf der Suche nach einem Thema, welches er als freier Videojournalist an einen Sender verkaufen kann. Mit seinem Kumpel Carsten zieht er auf eigene Faust los und stolpert über Max.

In drei Worten
Noir, abgründig und ja: regional.

Opfer, Tat und Täter
Ein Obdachloser und zwei Polizisten, doch das ist erst der Anfang. Mord. Max, aber nicht nur.

Themen
Drogen, Nazis, der schnelle Kick – ob nun durch Drogen oder mediale Berühmtheit, Provinz.

Was war gut?
Regional und noir – lässt sich das kombinieren? Aber sowas von!
Spielt die Geschichte doch an der tschechischen Grenze, Nahe Hof, der Heimat des Autors und zeigt doch eine tiefschwarze Realität. Provinz muss eben nicht Regionalkrimi sein, sondern kann auch zwischen Meth-Dealern, Nazis, korrupten Bullen und sonstigen Losern stattfinden, ganz ohne granteligen Kommissar und Dialekt. Passend nüchtern geschrieben, zwischen kalten Schneelandschaften und verkrachten Existenzen zeigt der Autor hier, dass Noir eben auch in Deutschland funktioniert. Ein düsteres Gemälde meiner Heimat, ein genauer Blick in den Abgrund, tiefenscharf porträtiert. Ein großes Lob an Autor und auch den Verleger, fürs Finden und Herausgeben.

„Scheiß Jahreszeit. Scheiß Schnee. Scheiß Cops.“ (S. 19)

Was war schlecht?
Hier gibt es nichts zu berichten.

FAZIT:
Deutscher Noir – geht nicht? Geht doch. Und wie, dass zeigt Roland Spranger hier par excellence. Düster, abgründig und spannend. Sehr empfehlenswert!


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Grundel und Knallkrebs: Unter der Mitternachtssonne – Keigo Higashino


Keigo Higashino – Unter der Mitternachtssonne
Verlag: Tropen
Übersetzerin: Ursula Gräfe
720 Seiten
ISBN: 978-3608503487

 

 

 

 

Japan – ein Land, welches ich literarisch noch kaum bereist habe. Somit wurde es längst mal wieder Zeit, dass ich zu einem Buch von einem japanischen Autor greife. Herausgesucht habe ich mir Keigo Higashino und seinen neuesten Krimi. Über 700 Seiten hat der Krimi und ein wenig länger hat die Lektüre gedauert, als das bei den sonst für einen Krimi eher üblichen 300-400 Seiten so ist. Doch denn Seitenzahlen kann man das nicht nur zurechnen, denn der Stil des Autors ist einfach ein wenig ruhiger. Ob das nun allgemein auf japanische Autor*innen zutrifft oder nur auf Herrn Higashino – das kann ich momentan noch nicht beurteilen, allerdings kann ich sagen, dass der ruhige Schreibstil keineswegs weniger Spannung verheißt.

Inspektor Sasagaki untersucht den Mord an dem Pfandleiher Kirihara. Dieser wurde in einem halb fertig gebauten und nie beendeten Haus von spielenden Kindern tot aufgefunden. Im Verdacht stehen nicht nur seine Frau und sein Angestellter, sondern auch Fumiyo Nishimoto, eine alleinerziehende Mutter, die öfters etwas bei Kirihara verpfändet hat. Doch letztendlich kann keinem die Tat nachgewiesen werden und der Fall erkaltet.  Sasagaki lässt der Fall jedoch nicht los und tatsächlich kann er sich mit den Jahren, die vergehen, zusammen reimen, wer den Pfandleiher getötet hat. Doch den Täter zu überführen ist eine andere Sache.

Nach dem ersten Kapitel, welches Sasagaki gewidmet ist, verschwindet dieser für mehrere Kapitel und Hunderte von Seiten. Die Geschichte wendet sich Yukiho, der Tochter von Frau Nishimoto, und Ryo, dem Sohn des Pfandleihers zu und hangelt sich entlang der Lebenswege der beiden. Niemals zusammen, immer getrennt wird ihr Lebensweg beleuchtet, denn die beiden leben in verschiedenen Welten. Doch es wird meist nicht aus ihrer Sicht erzählt, sondern aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Sehr viele Personen tauche nach und nach auf – in einem Verlauf, der über zwanzig Jahre Zeit abdeckt, nicht ungewöhnlich. An die japanischen Namen muss man sich allerdings schon ein wenig gewöhnen, auch ich wusste nicht immer gleich, wer dies oder jenes nochmal war, doch man liest sich schnell ein, wenn dann der Faden der jeweiligen Lebensabschnitte vorgeführt wird.

Sasagaki ist ein ruhiger, nachdenklicher Charakter. Ich würde sagen, vergleichsweise kann man wohl skandinavische Ermittler heranziehen, allerdings ohne den ganzen depressiven Seelenmüll, den diese mit sich herumschleppen. Überhaupt erfährt man so gar nichts über das Privatleben des Inspektors, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Auch die beiden Kinder/Jugendlichen/Erwachsenen – Yukiho und Ryo – bleiben sehr unbestimmt, man weiß gar nicht viel über sie. Das liegt natürlich zum einen daran, dass man sie durch die Augen anderer Personen kennenlernt, aber auch in der Absicht des Autors, denn es gilt eben die Geheimnisse dieser beiden Charaktere so lange wie möglich verdeckt zu halten. Ganz nebenbei serviert der Autor übrigens immer wieder feine Einblicke in japanische bzw. Weltgeschichte, wie Finanzkrisen oder auch die Entwicklung der Computerindustrie, bzw. die Entwicklung der Software Piraterie.

Der Stil des Buches ist ruhig und bietet keine aufregenden Effekte. Nachdem der Inspektor erst mal verschwunden ist, weiß man auch gar nicht so richtig, wie das Leben der beiden Kinder mit dem Mordfall zu tun hat, bzw. warum der Autor sich eigentlich vom Mordfall wegbewegt. Doch nach und nach mehren sich Kleinigkeiten, Begebenheiten und Geschehnisse, die einen stutzig machen, ohne je genannt zu werden. Nicht alle Mitmenschen haben Glück, wenn sie den Lebensweg der beiden kreuzen. Doch warum? Und sind dies nur Zufälle? Dem Autor gelingt es wirklich geschickt, diese Frage lange, lange offen zu halten und somit die Spannung immer leise, aber sehr kontinuierlich mitschwingen zu lassen. Und irgendwann taucht dann doch Inspektor Sasagaki wieder auf, kurz vor der Rente, angegraut und ohne jegliche Beweise. Aber mit viel Geduld und Beharrlichkeit – und immer noch auf der Suche nach dem Mörder des Pfandleihers.

Fazit:
Ein leiser, aber sehr feiner Krimi, dessen einziges „Manko“ wohl die für uns etwas ungewöhnlichen japanischen Namen sind, wenn man nicht ganz so oft japanische Krimis liest. Ansonsten: klare Leseempfehlung!


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#DasSuBabc – Extended!

Ich war wohl nicht die einzige, die mit Feuereifer bei der Subventur-Challenge – #DasSuBabc von KeJas-BlogBuch.de dabei war und sich gewünscht hat, dass es nicht nur drei Monate sind, denn tatsächlich haben Janna und Kerstin die Challenge auf vielfachen Wunsch mehrerer Blogger- und Leserinnen die Challenge verlängert.

Das kommt mir sehr entgegen, denn ich habe zwar schon einige Buchstaben der ABC-Challenge abgearbeitet, aber da geht noch mehr! Auch sind schon wieder einige Bücher eingezogen, so dass der SUB vermutlich kaum kleiner geworden ist.

Allerdings haben die Mädels, neben der Verlängerung bis 31.07.2018, noch ein, zwei weitere Regeln sowie neue Aufgaben gestellt. Genaueres gibt es hier, aber von mir noch kurz zusammengefasst: Die erste Regel finde ich gut, denn nun zählen auch die im Januar bis März gekauften Bücher zum SUB und dürfen für die ABC-Challenge angerechnet werden. Die zweite Regel bereitet mir ein wenig Kopfzerbrechen, denn die beiden möchten tatsächlich wissen, wie groß mein SUB ist. Den hab ich noch nie gezählt, und ehrlich gesagt, will ich auch gar nicht so genau wissen, wie groß er ist. Aber gut, ich darf schätzen, also hab ich mal ein Regalbrett durchgezählt, mal die Regalbretter multipliziert plus die ebooks (die tatsächlich erstaunlich wenig sind) und komme auf 650. Hüstel… ich würde sagen: SUB Abbau macht total Sinn!

Und es gibt neue Aufgaben, die angegangen werden dürfen, sobald man mindestens 6 Buchstaben-Aufgaben aus der ABC Challenge erledigt hat. Das habe ich – und damit nicht jeder nun in meinen ursprünglichen Beitrag spickeln muss, hab ich meine Liste hier nochmal angefügt – unten anhängend befinden sich dann die neuen Aufgaben:

A – Bücher angefangen, beiseitegelegt und nie beendet, lies ein anfangenes Buch nun zu Ende
Oryx und Crake – Margaret Atwood

B – Nur was für „Babys“? Lies ein Buch aus dem Bereich Kinder- und Jugendbücher

       
C – Lies ein Buches, welches Du aufgrund seines Covers gekauft hast


D – Doppelte Freude! Du darfst bei dieser Aufgabe ZWEI Bücher DEINER Wahl lesen


E Lies ein eBook

Acht Millionen Wege zu sterben – Lawrence Block

F Ferne Länder, lies ein Buch welches nicht in Deutschland spielt
Unbescholtene Bürger – Raphael Confiant (Martinique) (gelesen, Rezension folgt)

G Lies ein Buch dessen Genre kaum bis gar nicht von Dir gelesen wird

Planung: Elefant – Martin Suter

H Hör ein Hörbuch
Da ich für ein Hörbuch kaum noch genügend Zeit aufbringen kann, habe ich mich entschlossen und mir das auch von KeJas Buchblog genehmigen lassen, dass ich ein Hörspiel höre. Bedingung war, dass es auf einem tatsächlichen Buch basiert. Nun, das tun die Gruselkabinette zwar, aber meist sind es Kurzgeschichten. Und damit ich hier also nicht „günstiger“ davon komme als andere, habe ich mich entschlossen einfach ein paar Gruselkabinette zu hören. Die Beurteilung habe ich auf Goodreads gemacht und hier sind die Links:
Das ägyptische Parfüm – Charles Webster Leadbeater (Gruselkabinett 103)
Der Leichendieb – Robert Louis Stevenson (Gruselkabinett 27)
Der Streckenwärter – Charles Dickens (Gruselkabinett 128)
Die Legende von Sleepy Hollow – Washington Irving (Gruselkabinett 68)

I – Lies ein informatives Buch (Sachbuch)

J Lies ein Buch in dem der Job eines Protagonisten eine bedeutende Rolle spielt

Gefährliche Empfehlungen – Tom Hillenbrand

K  Kaum Worte – lies ein Buch mit nur einem Wort als Titel (ohne Untertitel!)

L Liebe, lies ein Buch welches von Beziehungen handelt

M Lies ein Buch mit mehr als 500 Seiten

N  Ein Name im (Buch)Titel


O Lies ein Buch dessen Cover vorrangig orange ist
 
Der Circle – Dave Eggers

P Lass uns an einem Psychothriller teilnehmen


Q Quatsch machen, lies etwas total verrücktes bzw. fantasievolles 
 
Clockwork Orange – Anthony Burgess

R Lies ein Buch aus einer Reihe – egal welcher Band 
Brennende Kälte – Wolfgang Schorlau

S Lies ein Buch dessen Cover vorrangig schwarz ist
Die Straße – Cormac McCarthy

T Lies ein Buch in dem ein Tier die Hauptrolle spielt

U Lies ein Buch eines dir unbekannten Autors oder Verlags

Planung: Außer Kontrolle – Volker Heise

V Lies ein Buch welches in der Vergangenheit spielt (mind. 10 Jahre)

WLies ein Buch mit weniger als 500 Seiten (aber mind. 100!)
Sarajevo Disco – David Gray


X Lies ein Buch dessen Hauptcharakter ein X-Chromosom hat (weibliche Protagonistin)


YLies ein Buch dessen Hauptcharakter ein Y-Chromosom hat (männlicher Protagonist)
I Am Death – Chris Carter

Z Lies ein Buch das in der Zukunft spielt (mind. 20 Jahre)
American War – Omar El Akkad

Neue Aufgaben:
– Lies ein Buch, welches Du aufgrund des Titels gekauft hast
– Lies ein Buch, dessen Klappentext dich zum Kauf verführt hat
– Lies ein Buch aus deinem Lieblingsverlag
– Lies ein Buch, dessen Autor*in zu deinen Favoriten zählt
– Lies ein geliehenes Buch
– Lies ein Buch, welches Du geschenkt bekommen hast
– Lies ein Buch, dessen Cover deine Lieblingsfarbe hat
– Lies ein Buch das vor 2015 erschien
– Lies ein Buch das Du Dir aufgrund einer Rezension gekauft hast
(diese gerne ebenfalls verlinken)
– Lies ein Buch dessen Cover Dich überhaupt nicht anspricht
– Lies ein Buch eines Selfpublishers / einer Selfpublisherin

 


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Shorty | Sarajevo Disco – David Gray


David Gray – Sarajevo Disco
Verlag: Pendragon
494 Seiten
ISBN: 978-3865325853

 

 

 

 

Worum geht es?
Es geht rund auf dem Kiez: zuerst stirbt ein Türsteherboss, dann ein Hells Angel. Das momentane Gleichgewicht zwischen der Koscha Nostra, geführt von Teddy Amin, den Hells Angels und den Jugos, inoffiziell immer noch unter Führung von Nikolas Premuda, scheint nicht nur bedroht, sondern ein Kiezkrieg steht an. Mittendrin ermittelt Boyle, der Chef der MoKo, der nicht nur wegen seiner Hautfarbe unbeliebt ist, sondern auch (völlig zu Recht) verdächtigt wird, Dreck am Stecken zu haben.
Jale Arslan vom KDD hingegen, spürt eine Spur zu unsauberen Drogen auf, die schon einige Üderdosen bzw. Krankenhausaufenthalte verursacht haben. Doch die Oberen schweigen und wollen keine Warnung rausgeben, so dass Jale Boyle einschaltet.

Einer wie der andere?
Da dies nun erst der zweite Teil um Lewis Boyle ist, kann man das vielleicht noch nicht genau sagen, doch klar ist: hier ist mächtig was los! David Gray kleckert nicht, sondern klotzt. Schlag auf Schlag folgen die Ereignisse und spülen einen hinweg. Jale Arslan ist die neue Komponente. Eine willkommene Abwechslung und eine kluge Frau mit „Fehler“.  Ihren Charakter fand ich unheimlich klasse. Sie mischt diese Männertruppe gut auf und kann sich behaupten.

Opfer. Tat. Und Täter
Kriminelle und Junkies, zum Wochenende hin aber auch Kids und Touris, die mal einen drauf machen wollen. Riesige, kraterartige Schusswunden und die Frage nach Waffe und Munition. Soldaten, Polizisten und Kriminelle.

Themen
Der Hamburger Kiez. Drogen und Macht. Verteilung der Gebiete. Doch eigentlich Rache und Frust.

Was war gut?
Jale Arslan hat mir als neue Komponente gut gefallen. Auch Boyle konnte mich wieder gewinnen, denn auch wenn er Dreck am Stecken hat, so hat er doch die richtigen Prioritäten. Na ja, ok, solange er zumindest auf der sicheren Seite ist. Aber er ist schon ganz gut so, wie er ist. Es gab auch jede Menge Aktion, hier passiert ganz viel ganz schnell. Das Buch ist denn auch in 6 Teile aufgeteilt, während Teil 1 ein Jahr früher spielt, rast man mit Teil 2 – 5 durch insgesamt nur 30 Stunden. An Schlaf ist nicht zu denken – weder für die Ermittler, noch für den Leser.

Was war schlecht?
Ich will es nicht genau erläutern, da es theoretisch ein Spoiler ist, aber Jales „Fehler“, bzw. Problem beäuge ich noch skeptisch. Zwar hätten ein oder zwei Situationen im Buch dann so vielleicht nicht geklappt, aber ich weiß noch nicht, ob das nicht auch anders gelungen wäre.  Wie es mit Boyle und Jale dann weitergeht, das seh ich mir dann im nächsten Teil an, denn wie ich erfahren habe, wird daran schon geschrieben!

FAZIT:
Ein schneller, harter Krimi im Hamburger Kiez mit altbekanntem Ermittler, aber neuer Ermittlerin. Packend, rasant, taff. Hardboiled eben. Genauso wie ich meine Krimis mag!


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Lesetipp zum Indiebookday 2018

Heute ist Indiebookday. Und natürlich hab auch ich einen Lesetipp für Euch.
Der Indiebookday wurde vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um den Büchern aus kleinen / unabhängigen Verlagen mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Eine sehr wichtige Aktion, denn viele Leser bekommen oft gar nicht mit, welche Perlen in den kleinen und kleinsten Verlagen veröffentlicht werden, da sie in fast keinen oder nur wenigen Buchhandlungen ausgelegt werden. Die großen Verlage drängeln sich da immer in den Vordergrund. Umso wichtiger, dass der Indiebookday ins Leben gerufen wurde.

Mein Lesetipp ist Roland Sprangers „Tiefenscharf“, einen Noir-Krimi aus Deutschland, der im Polar Verlag erschienen ist. Roland Spranger durfte ich auf der Buchmesse, bzw. danach bei einer Lesung aus seinem Werk erleben und er ist mir höchst angenehm in Erinnerung. Das ist natürlich nur die Begleiterscheinung des sehr genialen Buches, dessen Kauf ich Euch heute ans Herz legen möchte.

Das Leben ist nicht immer fair zu einem. Vor allem, wenn die falschen Ent­scheidungen getroffen werden. Drogendealer Max mit Nazihintergrund wirft vor einer Polizeikontrolle die Lieferung aus dem Fenster und irrt danach auf der Suche nach dem Crystal Meth durch den Schnee. Als er einem Flaschen­sammler begegnet, glaubt er, dass der das Päckchen an sich genommen hat, und lässt seine Wut an ihm aus, wird sogar zum Mörder, um einen Zeugen zu beseitigen.
Das Leben des Video-Journalisten Sascha verläuft in ruhigeren Bahnen. Für ihn stellt sich eher die Frage, was der Journalismus im Zeitalter sozialer Medien noch wert ist, wenn ein Attentat mit einer Wasserpistole voller Urin die Schlagzeilen beherrscht. Als er einem Drogendeal auf die Spur kommt, glaubt er an seine große Chance.
Alles dreht sich um den Rausch, mit dem die innere Leere überdeckt wird. Sie trinken zu viel. Sie nehmen zu viel Crystal Meth. Sie halten schwierige Beziehungen durch, kennen sich bestens in Serien und Musik aus, und werden von der Sehnsucht nach Romantik, Lust und Leidenschaft ange­trieben, während Autos und Flüchtlingsheime in Brand gesetzt werden.
Im neuen Kriminalroman des Glauser-Preisträgers Roland Spranger tauchen wir tief in unsere Realität ein, die geprägt von stiller, offener Gewalt und Wut ist.


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Inselkrimi der anderen Art: Gordon Tyrie – Todesströmung


Gordon Tyrie – Todesströmung
Verlag: Droemer
Übersetzer: nicht vorhanden, da dies ein Pseudonym des Autors Thomas Kastura ist.
384 Seiten
ISBN: 978-3426306505

 

 

 

Glasgower Auftragskillern nur die Flucht: auf die karge und schöne Hebriden-Insel Jura, getarnt als Outdoor-Touristen. […] Eine abenteuerliche Jagd quer über die Insel beginnt…“
Da dacht ich mir, läuft –  drei Auftragskiller, Flucht, abenteuerliche Jagd und das Ganze zwischen knorkigen Einwohner auf einer kleinen Insel.  Ja, so ist das mit den Erwartungen. Manchmal kommt es eben doch ganz anders. Was ein trashiges Roadmovie mit skurrilen Charakteren und vielen Kugeln hätte werden können entpuppte sich als etwas ganz anderes.

Die Killer sind ein Team: Hynch ist derjenige, der zielt, Rick ist derjenige, der alles organisiert und Winslow ist der Fluchtwagenfahrer. Er ist auch relativ neu im Team und noch jung. Als Hynch auf Mallard einen ehrgeizigen Politiker, der seine Hände in krummen Geschäften hat, anlegt, scheint ihm die Aktion nicht passend und er bricht ab. Das Team muss fliehen und landet auf der Hebriden-Insel Jura, denn Rick hat dort Tarnidentitäten hinterlegt: Outdoor-Kleidung, einen Wagen, neue Pässe. Doch auch wenn die Insel abgelegen ist, heutzutage ist man wohl dank Smartphone und Internet niemals allein, so kommt es, dass die Drei nicht nur einigen Inselbewohnern auffallen, sondern auch andere Glasgower sich auf die Insel verirren, um nach den Dreien zu suchen.

Eine weitere Hauptfigur ist Gracie. Sie lebt erst seit Kurzem auf der Insel und überwacht dort die „Seeschlange“ – ein neuen Versuch, über Wasser Energie zu gewinnen. Sie wohnt in einem Cottage, welches zur Farm von Calum und Laoise gehört. Die Geschichte wird immer abwechselnd erzählt, folgt einmal dem Trio aus Glasgow, meist auch Hynchs Sicht, dann wieder aus Sicht der Inselbewohner, meistens Gracie. Der Rest der Charaktere ist dann auch reine Staffage und kaum der Rede wert.

Hynch ist ein abgekochter Profikiller, natürlich mit Militärerfahrung, leider auch mit Interesse an Philosophie, im Speziellen an David Hume. So wird er als nachdenklicher Mensch dargestellt und immer wieder werden Sätze aus Humes Werk eingestreut, auf die sich Hynch beruft. Gracie hat ihren Freund ans Meer verloren und verschanzt sich eigentlich auf der Insel. Ihre Passagen sind gefüllt mit Erinnerungen an ihren Freund und Landschaftsbeschreibungen. Für Schottlandliebhaber ein zauberhaftes, aber natürlich schroffes Bild der kleinen Insel. Trotzdem wirkt es oft einfach fehl am Platz, gerade in Verbindung mit Hynch und der Eskalation, die später auf der Insel stattfindet.

Natürlich treffen die Sechs bald aufeinander und so ganz kann ich die Wendung, dass die Inselbewohner die Killer so nebenbei mal engagieren um einen unbeliebten Kanadier loszuwerden, der ihre Insel vermarkten will, nicht glauben. Das erscheint mir doch sehr unrealistisch. Nichtsdestotrotz verleiht diese Wendung dem Buch endlich etwas Schwung, denn ab da zieht Hynch los und führt quasi einen Ein-Mann-Krieg, der mich in seiner Art und Weise verdächtig an John McClane aus den „Stirb Langsam“ Filmen denken ließ. Viele Kugeln, viele Tote, eine Menge Blut und auch Feuer, der Held halb tot.

Insgesamt war das Buch für mich ein gemischtes Leseerlebnis. Mal abgesehen davon, dass ich etwas anderes erwartet hatte, waren die landschaftlichen Beschreibungen zwar hübsch zu lesen, aber auch nicht sonderlich spannend. Gleiches gilt auch für die philosophischen Ausflüge des Killers mit Gewissen. Der zweite Teil hat mir dann besser gefallen – da gab es immerhin eine Menge Aktion. Trotzdem wären ein paar mehr Inselbewohner schon irgendwie gut gewesen, denn hin und wieder hat man das Gefühl, dort leben nur 5 Menschen, wenn überhaupt.

Fazit:
Durchwachsen – während es am Anfang zwar landschaftlich romantisch, aber auch ein wenig langwierig ist, ist die zweite Hälfte des Buches dann eine Eskalation und Gewaltorgie, welche die anfängliche Gemütlichkeit wieder wett macht.

 


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Messe-Impressionen | Leipziger Buchmesse 2018 #lbm2018

Heute vor 4 Jahren habe ich meinen Blog eröffnet. Deshalb hier und heute Konfetti und Tröten für das vierjährige Bestehen der dunklen Felle! Happy Birthday!

Aber eigentlich ist der Beitrag gedacht, um Euch ein wenig an meinem Impressionen von der Leipziger Buchmesse teilhaben zu lassen. Viel Spaß dabei!
(P.S.: Für die grauslige Qualität bin nur ich verantwortlich – die Autor*innen sind natürlich alle viel ansehnlicher, hübscher und schon gar nicht verwackelt oder unscharf).

 

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