Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction


10 Kommentare

Privatschnüfflerin: Abgeblasen – Val McDermid

Den meisten ist Val McDermid bestimmt durch ihre Reihe um Tony Hill und Carol Jordan bekannt, doch die schottische Autorin hat vor dieser Reihe schon zwei weitere Reihen hervorgebracht bzw. angefangen. Die erste dreht sich um die Journalistin Lindsay Gordon, die zweite um Privatdetektivin Kate Brannigan. Beide Reihen erschienen in Deutschland auch im Argument Verlag, welcher, wie meine Leser wissen, immer mein Interesse weckt, die Kate Brannigan Reihe ist dort jedoch nicht mehr erhältlich, da die Reihe später nochmal vom Knaur Verlag veröffentlicht wurde, dessen Ausgabe ich nun gelesen habe.

Kate Brannigan ist Junior-Partner in der Privatdetektei Mortensen & Brannigan, spezialisiert auf Wirtschaftsverbrechen. Gerade ist sie auf der Spur von Fälschern von Markenuhren, als Jett, ein Star der Musikszene in Manchester, sie bittet, seine Seelenverwandte Moira auszuspüren. Gemeinsam mit Moira hat Jett seine ersten beiden Alben produziert, sie schrieb die Texte, er die Melodien. Doch dann gab es Streit und seitdem ist Moira untergetaucht. Obwohl Vermisstenfälle nicht Kates Spezialtät sind, macht sie sich auf die Suche und ist erfolgreich. Sie bringt Moira zurück zu Jett. Doch dann klingelt des Nachts Kates Telefon, sechs Wochen später. Moira ist tot.

Der Krimi ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil macht sich Kate auf die Suche nach Moira. Doch schon hier ist klar, dass nicht jeder in Jetts Umfeld begeistert davon ist, wenn Moira wieder gefunden wird. Seine neue Flamme, Tamar, ist aus vorstellbaren Gründen nicht begeistert, aber auch Kevin sein Manager hält die Rückkehr von Moira für keine gute Idee. Nichtsdestotrotz macht sich Kate auf, um die Verschollene zu finden. Das Musikbusiness hat Moira in die Drogen getrieben, so dass sie sich von Zuhälter zu Zuhälter hangelte und über eine Entzugsklinik letztendlich bei Maggie landet, die Moira nicht nur aufgenommen hat, sondern auch eine Beziehung mit ihr unterhält.

Im zweiten Teil ist nun Moira tot, aufgefunden im Tonstudio in Jetts Haus. Verdächtig: alle, die sich im Haus befunden haben, allen voran Jett. Doch den nimmt Kate erst mal raus aus ihrer Untersuchung, die natürlich auch bei der Polizei aneckt. Da wären dann also Tamar und Kevin, aber auch der angestellte Biograph Neil Webster, der Tontechniker Micky und die Sekretärin Gloria. Nicht zu vergessen Maggie, die Kate nachts fast vor den Wagen läuft, als sie von Jetts Anwesen wegfährt. Da hätten wir sie also – den genau abgesteckten Kreis von Verdächtigen. Mit Jetts Auftrag macht sich Kate also an die Arbeit aus dem Kreis der Verdächtigen schlau zu werden.

Zwar ist nun die Suche nach Vermissten oder die Mordermittlung nicht Kates Hauptbetätigungsfeld – was sie sich im Übrigen nicht scheut hin und wieder einzuwerfen, ob nun aus dem Bedürfnis heraus der Wahrheit Genüge zu tun, oder aus taktischen Gründen, das vermag ich nicht zu sagen – aber nicht undankbar nimmt sie diese Aufgabe an und führt Gespräche mit allen Verdächtigen, anstatt langwierige Observationen der Markenfälscher durchsitzen zu müssen. Schlagfertig und gewitzt führt sie ihre Dialoge und nähert sich nach und nach dem Täter an. Nach einem gut ausgeklügelten Showdown ist denn auch die Polizei überzeugt und Kate Brannigan kann sich demnächst dem nächsten Fall widmen.

Nun ist die taffe Privatdetektivin nicht die Erfindung der Autorin, doch mit Kate Brannigan ist ihr eine weitere wirklich vorzeigbare Privatschnüfflerin gelungen. Warum nun im ersten Fall keine Wirtschaftsfall geklärt wird, welcher zu Detektei der beiden Partner Mortensen & Brannigan ja durchaus  besser gepasst hätte, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht wurde vermutet, dass man mit Wirtschaftsverbrechen keine Leser gewinnt, dabei ist das mitnichten so. Aber sei es drum, denn die Autorin verbindet hier ja geschickt einen Vermisstenfall mit einem Mordfall und zeigt damit die volle Bandbreite von Kate Brannigans Können. Wenn ich das denn richtig gesehen habe, geht es denn dann auch im nächsten Fall „Luftgärten“ um einen Hypothekenschwindel und Brannigan kann zu ihrem Kerngeschäft zurückkehren. Ich persönlich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil um die Privatschnüfflerin und werde die Serie sehr gerne weiterverfolgen.

Fazit:
Es sollte viel mehr Krimis mit Privatdetektivinnen geben, denn unerhörter weise gibt es hier noch einen deutlichen Männerüberhang. Dabei stehen die Schnüfflerinnen ihren männlichen Kollegen in nichts nach, genau wie Kate Brannigan. Gekonnt findet sie sich auch im fachfremden Vermissten- bzw. Mordfall zurecht und bietet eine spannende Ermittlung. Ein gelungener Auftakt der Serie, die sich gerne im nächsten Teil einem Wirtschaftsverbrechen widmen darf!

 



Val McDermid – Abgeblasen
Verlag: Knaur
Übersetzerin: Renate Orth-Guttmann
304 Seiten
ISBN: 978-3-426416754

 


 


11 Kommentare

Blogkooperative Adventsspezial: Privatdetektive – gemeinsam mit Kaliber.17

Und wieder ist es mir eine große Freude, Euch heute die traditionelle Blogkooperative mit dem Team von Kaliber.17 anzukündigen. In den nächsten Tagen, bis kurz vor Weihnachten werden wir Euch mit Rezensionen zu Krimis mit Privatdetektiven beglücken. Los geht es am Samstag, den 08.12.2018.

Ich liebe PIs – Private Investigators, PrivatdetektivInnen. Es ist bestimmt schon aufgefallen, dass ich doch einige Krimireihen rund um Privatdetektive lese. Neben den klassischen Privatdetektiven Spade und Marlow bevölkern wirklich viele Privatdetektive die Krimilandschaft. Privatdetektive ermitteln anders als Polizisten. Sie haben offiziell weniger Möglichkeiten, doch inoffiziell viel mehr Möglichkeiten. Ihre Ansicht von Recht und Ordnung mag nicht mit dem von Polizisten übereinstimmen, doch ihre Moral und ihr Gerechtigkeitssinn sind immer einwandfrei. Oft sind es ehemalige PolizistInnen, die mit dem starren Regelwerk der Polizei nicht zurecht kommen oder durch andere Erlebnisse aus dem Polizeidienst ausgeschieden sind, aber nicht immer. Für mich sind Krimis um PrivatdetektivInnen meist immer spannender als „traditionelle“ Krimis um KommissarInnen.

Wolfgang Schorlau mit seinem Georg Dengler, Christine Lehmann mit ihrer Lisa Nerz, Lawrence Block mit seinem Matthew Scudder, Robert B. Parker mit seinem Spenser, Sara Gran mit ihrer Claire DeWitt und viele mehr – das sind alles Reihen um Privatdetektivinnen und -detektive, denen ich folge. Um das Spezial nun ein wenig spannender für mich und auch für Euch, meine lieben Leser, zu machen, habe ich mich entschlossen, neue Reihen auszuprobieren, abgesehen von einer Ausnahme. Das war tatsächlich eine Herausforderung, denn welche Reihen kenne ich noch nicht? Welche Reihen möchte ich gerne lesen? Und gibt es auch Standalones, die mir zusagen?

Was es denn nun für Krimis geworden sind? Seht selbst, denn hier ist die Liste der von uns gelesenen Bücher, in der Reihenfolge, in welcher wir die Rezensionen veröffentlichen werden:

08.12.18 Val McDermid – Abgeblasen (Kate Brannigan) (Die dunklen Felle)
09.12.18 Dorothy L. Sayers – Starkes Gift (Lord Peter Wimsey) (Kaliber.17)
10.12.18 Leo Malet – Makabre Machenschaften am Boul’Mich‘ (Leo Malet) (Die dunklen Felle)
12.12.18 Jakob Arjouni – Ein Mann ein Mord (Kemal Kayankaya) (Kaliber.17)
13.12.18 Deon Meyer – Tod vor Morgengrauen (Zatopek van Heerden) (Die dunklen Felle)
14.12.18 Jobst Schlennstedt – Lübeck im Visier (Simon Winter) (Kaliber.17)
16.12.18 Sara Paretsky – Kritische Masse (V.I. Warshawski) (Die dunklen Felle)
17.12.18 Dashiell Hammett – Der Malteser Falke (Sam Spade) (Kaliber.17)
18.12.18 Matti Rönkä – Der Grenzgänger (Viktor Kärppä) (Die dunklen Felle)
20.12.18 Dennis Lehane – Ein letzter Drink (Patrick Kenzie & Angela Gennaro) (Kaliber.17)
21.12.18 Mitra Devi – Das Kainszeichen (Nora Tabani) (Die dunklen Felle)
22.12.18 Arthur Conan Doyle – Eine Studie in Scharlachrot (Sherlock Holmes) (Kaliber.17)

So, und dann bleibt mir nur noch übrig, Euch viel Spaß mit unserem Spezial rund um Privatdetektivinnen und -detektive zu wünschen!


14 Kommentare

30 Jahre Krimigeschichte: D. B. Blettenberg und seine Farang-Reihe

1988 – 2003 – 2018
Das sind die Jahreszahlen der drei Teile der Krimireihe um Farang, eigentlicher Name Surasak Meier, geschrieben von dem Autor D. B. Blettenberg. Nun war der Autor zwischen diesen Jahren nicht untätig, doch die Reihe um den thailändischen Ermittler mit deutsch-thailändischen Wurzeln umfasst trotz Ihrer 30 Jahre (bisher) nur drei Teile. Spontan fällt mir keine weitere Krimireihe ein, die mit so großem Abstand und nur drei Teilen aufwarten kann, schon gar nicht mit Schauplatz Thailand oder einem Eurasier als Protagonist. Ungewöhnlich, ja vielleicht sogar einzigartig.

Tatsächlich macht es mir der Autor nicht ganz einfach, einen Überblick der Reihe zu geben, darzustellen, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert hat. Bevor ich mit der Lektüre begonnen habe, war ganz klar Thailand in meinem Kopf. Wie sah Thailand Ende der 80er aus? Wie zu Beginn des neuen Jahrtausends? Was hat sich seitdem geändert und führte zum heutigen Thailand?
Ich bezeichne den Autor nun mal ganz frech als Weltenbummler – das kann man auch auf seiner Homepage gut nachlesen – denn auch wenn sein Figurenensemble konsistent bleibt, begibt er sich im zweiten Teil der Reihe „Berlin Fidschitown“ nach Deutschland und im dritten Teil der Reihe „Falken jagen“ nach Griechenland, da in beiden Teilen nur der Beginn der Geschichte in Thailand stattfindet. Doch „Farang“ hingegen spielt von der ersten bis zur letzten Seite in Thailand. Der Fokus des ersten Teils liegt auf der Einführung und Vorstellung der Protagonisten: Farang und Thailand.

Farang  […] ist der in Thailand übliche Begriff für Ausländer mit weißer Hautfarbe, d. h. Europäer sowie europäisch stämmige Amerikaner, Australier, Südafrikaner usw.“ (Quelle: Wikipedia)

(c) pixabay, AdenArdenrich

Im Laufe der Zeit verändert sich Farang. Während Farang im ersten Krimi noch jugendliche 28 Jahre ist, ist er im letzten erschienen Teil nun eben 30 Jahre älter. Farang ist Eurasier, sein Vater ein Westdeutscher, der seine thailändische Mutter auf einer Urlaubsreise schwängert. Natürlich bleibt sie allein zurück und erzieht ihren Sohn, bis sie durch ihren schlechten Lebenswandel, Prostitution und Drogen, stirbt. Farang fühlt sich als Thai, auch wenn er klar als Mischung aus Thai und Westeuropäer zu erkennen ist, so dass er den Namen Farang als seinen akzeptiert. Eigentlich heißt er Surasak Otrakul, das „Meier“ seines Vaters hat er mit etwas Geld kaufen müssen. Aber er kennt seinen Vater immerhin und er hat Deutsch gelernt.

„Ein kosmopolitischer Durchschnittstyp. […] So gesehen, war er ein hübsches Kerlchen.“ (Farang, S. 28)

In einem anderen Land würde man Farang vielleicht als Privatdetektiv beschreiben, doch in Thailand war er „Beschützer, Wachmann, Schnüffler und gehobener Schläger in Sonderfällen“ (Farang, S. 30), jedoch ohne Lizenz. Dafür hat er den General. General Watana ist Vaterfigur und Mentor in einem, zugleich oft ein Auftraggeber. Er hat Kontakte und vermittelt Farang Arbeit. Trotzdem ist der General sonderlich, akzeptiert er doch den Tod seiner Hauptfrau nicht und spricht von ihr als hätte sie sich nur kurz für ein Schläfchen hingelegt und desweiteren lebt er abgeschieden, umgeben von Papageien, Karpfen, einem Affen und seinem Bodyguard/Diener/Fahrer. Farang ist gut etabliert und führt einen gehobenen Lebensstil, Apartment und Mercedes inklusive. Dem General ist er dankbar, er gab ihm damals den ersten Auftrag und ermöglicht sein jetziges Leben. Und dann gibt es da noch Nit Apisuk, Farangs Freundin, Geliebte, große Liebe. Eine GoGo-Tänzerin, die Nummer eins im Super Star, ihrem Arbeitsplatz. Doch nur Tanzen, denn der Sex ist für Farang reserviert,  in ihrer „kleinen Patpong-Ehe“ (Farang, S. 57).

(c) pixabay, dariasophia

Und dann sind da ja noch seine zwei Freunde: Tony Rojana, ein Journalist, der sich trotz Familie, in waghalsige Ermittlungen stürzt und immer auf der Suche nach der Wahrheit ist. In einem Land, welches vor korrupten Polizisten nur so strotzt und in dem Schmiergeld zur Tagesordnung gehört, ist das nicht so einfach. Doch das Waffenlager in seinem Kofferraum macht es ihm leichter. Und dann ist da noch Bobby Quinn, ein Vietnam-Veteran. Eine Tunnelratte, einer, der damals von der Army dazu ausgebildet wurde, in den Tunneln den Vietcong aufzuspüren. Von Erfolg gekrönt war das nicht, doch Alpträume davon hat er heute noch.

Obwohl man im zweiten Teil „Berlin Fidschitown“ keine großen Änderungen aufgrund der vergangenen 15 Jahre findet, hat sich eine entscheidende Tatsache verändert: Nit ist gestorben. Sie ist aus dem GoGo-Geschäft ausgestiegen und hat eine kleine, aber gut gehende Suppenküche eröffnet, doch letztendlich starb sie kurz darauf an einem Virus. Dies geht Farang sehr nahe und er denkt sehr oft an Nit. Es macht ihn nachdenklich und melancholisch. Zwar scherzen seine Freunde, dass er eine neue Frau in seinem Leben braucht, aber er bleibt Nit treu. Das heißt nicht, dass er keinen Sex hat, aber eine Verbindung wie zu Nit findet er wohl nicht wieder.

Im bisher letzten und dritten Teil „Falken jagen“ ist Farang nicht mehr nur ein paar Jahre älter, sondern 30 Jahre älter

(c) pixabay, martojano

als im ersten Teil, dem ersten Fall, den der Leser miterleben darf und der eben auch vor 30 Jahren erschienen ist. Farangs Körperbau gehört nun nicht mehr ins Mittelgewicht, sondern hat an Umfang zugelegt, auch wenn er noch gut trainiert ist. Sein Haar ist noch vollständig, wenn auch mittlerweile angegraut. Farang ist nun zwar auch immer wieder noch in Bangkok zu finden, doch mittlerweile schätzt er die Ruhe des Dorflebens und hat sich in einem kleinen Dorf nahe von Satun eingerichtet. Hierher hat er sich zurückgezogen und einen lange gehegten Wunsch erfüllt: das Restaurant Zur fetten Ratte. Sein Lokal, in welchem eine Thai nicht nur, aber auch Gerichte aus Ratte kocht. „Ratten-Kebap. Geschnetzelte Ratte mit Frühlingszwiebeln und Ingwer. Gedünstetes Rattenfilet in Limonensoße mit grünem Spargel…“ (Berlin Fidschitown, S. 59).

Und Farang denkt viel an früher, immer noch an Nit, aber auch an seine Aufträge. Er kann es sich aber auch nicht aussuchen, denn nach und nach erlebt er in seinen Träumen seine früheren Aufträge. Einen nach dem anderen. So ganz weiß er nicht, was er davon halten soll, doch eins ist gewiss: er nähert sich dem Ende der Träume, denn viele Aufträge sind nicht mehr übrig. In dieser Situation befindet er sich, als Imelda, die Tochter von General Watana, der mittlerweile gestorben ist, ihn um Aufklärung des aktuellen Falles bittet, nun ja, eigentlich befiehlt. Zwar ist sie bei weitem nicht so weise und besonnen wie ihr Vater, doch sie hat seinen Platz eingenommen. Leider ohne die tierischen Begleiter im Garten und leider auch mit wenig Liebenswürdigkeit. Nichtsdestotrotz fühlt Farang sich dem General immer noch tief verbunden und ist ihm dankbar, so dass er auch der Tochter nichts abschlagen kann.

(c) pixabay, lukasmilan

Auch seine beiden „Kampfgefährten“ sind älter geworden. Tony Rojana schreibt noch immer für die Zeitung, doch mit weniger Zähnen. Aus Rücksicht auf seine Familie. So jagt er eben trotzdem immer noch den interessanten und gefährlichen Stories hinterher, doch mit mehr Bedacht und weniger Waffen. Bobby Quinn, der schon im zweiten Teil als Bodyguard von General Yod, einem Charakter aus dem ersten Teil, fungiert, beginnt den dritten Teil mit einem Urlaub in Vietnam. So makaber es ist, so wahr ist es: der Vietnamkrieg dient auch als Touristenattraktion. Bobby, damals involviert und beteiligt, begibt sich auf eine Reise in seine Vergangenheit, um die Albträume loszuwerden, die ihn seit damals heimsuchen. Er will Frieden schließen. Mit sich, mit Vietnam, mit den USA, mit der Vergangenheit. Doch eines vergisst er sicher nie: wie man sich in einem dunklen Tunnel zu Recht findet. Und das ist auch gut so, denn Farang setzt auf Bobby, wenn er eine Tunnelratte braucht.

Die drei Freunde treffen sich meistens und am liebsten in der Darling Bar in der Patpong Road. Das Bangkoker Nachtleben ist berühmt berüchtigt, die Darling Bar nimmt sich da nicht raus. Geführt von Ted Thatcher, genannt „Hitchcock“ gibt es dort Sportübertragungen, GoGo-Girls und Alkohol. Damit findet es sich auf der Patpong Road in guter Gesellschaft, zumindest zu Beginn der Krimireihe. Als der Eigentümer stirbt, übernehmen Tony Rojana und Bobby Quinn die Darling Bar, wobei Bobby eher als stiller Teilhaber fungiert. Doch seit der Übernahme sind die Girls abgeschafft, aber die Bar bietet immer noch sportliche Unterhaltung. Damit fügt sie sich auch in die Patpong Road, die heute nicht mehr das Zentrum des Bangkoker Nachtlebens ist.

(c) pixabay, quinntheislander

Und so wie sich die Darling Bar und die Patpong Road verändert hat, hat sich ganz Bangkok in den letzten 30 Jahren verändert. Während Farang es im ersten Teil der Reihe noch genießt, am Puls der Zeit zu leben, in einem Apartment, von welchem er einen Blick auf die Stadt hat, sich mit seinem Benz durch die Straßen bewegt, gelegentlich die Wasserstraßen nutzt, vor allem wenn er den General besucht, und die Annehmlichkeiten der Fülle an vorhandenen Essensständen und anderen Vergnüglichkeiten genießt, sehnt er sich im letzten Teil sein ruhiges Dorfleben zurück, als er Bangkok einen Besuch abstattet. Zu hektisch, zu voll, zu viele Änderungen. Offene, aber auch subtile Änderungen, doch keine davon gefällt Farang.

„Sie hatten jetzt sogar eine Hochbahn, die sie Skytrain nannten. Vermutlich, um dem himmlichen Image der Stadt der Engel gerecht zu werden. Und zu allem Überfluss gab es nun auch noch eine Untergrundbahn, die besser Unterwasserbahn als Metro geheißen hätte. Irgewann mussten sich die Tunnelbohrer gegen die Dammbauer durchgesetzt haben. Die schon immer hartnäckig verdrängte Furcht vor den alljährlichen Überschwemmungen, schien sich jedenfalls in Luft aufgelöst zu haben,…“ (Falken jagen, S. 24).

Und auch wenn Farang die Änderung, die Bangkok durchläuft, widerstrebt, ist es der normale Lauf der Dinge. Städte verändern sich im Laufe der Zeit, Menschen auch. Doch auch wenn Farang älter geworden ist, ist er noch keinesfalls alt. Und auch wenn er sich aufs Land zurückgezogen hat, gehört er keinesfalls zum alten Eisen. Er ist bedacht, aber das war er schon als junger Kerl. Ein Heißsporn war er noch nie und löst seine Aufträge lieber mit Köpfchen als mit Waffen, auch wenn er sich in seinen jungen Jahren als Boxer versucht hat und mit Waffen sehr gut umgehen kann. Es fühlt sich so an, als wäre er sesshaft geworden, auch wenn er vorher ja auch schon in Bangkok heimisch gewesen war, doch das heißt noch lange nicht, dass er nicht mehr im Geschäft ist. Da es Imelda, der Tochter von General Watana, jetzt gelungen ist, Farang nicht nur nach Bangkok, sondern sogar nach Griechenland zu locken, wird ihr das auch ein weiteres Mal gelingen, wenn… ja, wenn der Autor das möchte. Wann, bzw. ob überhaupt die Serie um Farang Meier fortgesetzt wird, steht vielleicht nicht in den Sternen, aber verbirgt sich noch in den Gedanken des Autors.

 


Die Farang-Reihe:


Die Beiträge der anderen Teilnehmer der Blogtour:
KeJas-Blogbuch – Rezension zu „Falken jagen“
Life4Books – Was reizt den Falken zu jagen?
Wortgestalt-Buchblog – Im Gespräch mit D. B. Blettenberg
LeckereKekse – Lesetagebuch


Verlosung:
Im Rahmen der Blogtour verlost der Pendragon Verlag drei Mal ein Exemplar von D. B. Blettenbergs „Falken jagen“. Um an der Verlosung teilzunehmen, müssen die TeilnehmerInnen ein Lösungswort bilden. Das Lösungswort findet sich in den fünf Blogbeiträgen zu der Tour. In jedem Beitrag findet sich ein fett gedruckter Buchstabe – das Lösungswort besteht also aus fünf Buchstaben.
Zur Teilnahme an der Verlosung muss das Lösungswort an presse@pendragon.de gesendet werden.

Die drei Gewinner werde aus allen Teilnehmern ausgelost. Nach der Auslosung werden die Gewinner per Mail benachrichtigt und um ihre Adressdaten gebeten. Die Adressdaten der Gewinner werden nur für den Versand benötigt und werden nicht an Dritte weitergegeben. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt Ihr euch mit diesen Bedingungen einverstanden.


 


16 Kommentare

Planung ist alles: The Big O – Declan Burke

Da ich in meiner letzten Rezension zu Olivia Kiernans „Zu nah“ daran rumgemäkelt habe, dass der Handlungsort in dem Krimi völlig austauschbar war, muss ich hier nun klar stellen, dass er das nicht ist. Es wird in keiner Zeile angegeben, wo die Geschichte sich abspielt, aber ganz gewiss nicht in Europa, schon gar nicht in Irland. Der Krimi – oder fast schon die Krimikomödie – liest sich so verdammt amerikanisch, dass ich nochmal nachlesen musste, aber ja, der Autor wohnt tatsächlich noch in Irland und ist nicht in die USA ausgewandert. Nichtsdestotrotz ist das die einzige Gemeinsamkeit, die Burkes Krimi mit Kiernans Thriller gemein hat, denn diese Geschichte hier, ja genau diese hier, ist eine der abgefahrensten Stories, die ich je gelesen habe.

Figurenkarussell

Dabei passiert erst mal so gar nicht viel. Der Schönheitschirurg Frank darf nicht mehr praktizieren, nur noch beraten und lässt sich gerade von seiner Frau Madge scheiden. Das kostet beides fürchterlich viel Geld und so sucht er nach einem Lösungsweg. Da kommt ihm die Versicherung ganz recht, die eine halbe Millionen locker macht, wenn Madge –  noch seine Frau – entführt wird und Lösegeld verlangt wird. Deshalb engagiert er jemanden, der seine Frau entführt. Dieser jemand beauftragt Ray, der wiederum Karen in einer Bar aufgabelt und mit ihr eine Beziehung anfängt. Was Ray nicht weiß ist, dass Karen nicht nur Franks Sprechstundenhilfe ist, sondern auch Madges beste Freundin. Und dann gibt es da noch Rossi, Karens Ex, der seine Ducati, seine Waffe und sein Geld zurückfordert, welche Karen aber mittlerweile benutzt, um Läden zu überfallen, damit sie Anna durchfüttern kann. Komplettiert wird das Ensemble durch die Polizistin Doyle, die Straftaten wittert, als Frank den Diebstahl seines Smartphones meldet, aber dabei den Diebstahl seiner Aktentasche unterschlägt. Die wiederum wurde von Rossi geklaut….

Viel los! Nichts los?

Zugegeben, es ist eine Menge los bei Declan Burke. Zumindest im Figurenensemble geizt er nicht. Mit der Geschichte allerdings schon, denn ständig passiert etwas, aber die Entführung selbst findet dann auch erst in den letzten Seiten statt. So muss man sich also für das Buch öffnen und nicht gleich Mord und Totschlag, oder eben Entführung erwarten, sondern sich auf die Charaktere einlassen. Genüsslich diese Figuren kennen lernen, die alle ihre Eigenarten haben und von denen es keiner so genau mit dem Gesetz nimmt, abgesehen von Doyle vielleicht. So ist es auch ein wenig schwierig am Anfang den Überblick zu behalten, denn alle genannten bekommen ihre eigenen Kapitel, doch nach einigen Seiten hat man sich eingelesen und springt fröhlich auf das Figurenkarussell auf.

Heimlicher Star

Die heimliche Hauptfigur des Krimis ist definitiv Karen. Sie steht in der Mitte, verbindet alle losen Enden miteinander und ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Karen piesackt gerne Frank, lästert mit Madge über ihn und hat zwei, drei größere Geheimnisse. Als sie Ray kennenlernt geht sie eigentlich davon aus, dass das nur was Kurzes wird, aber irgendwie scheinen die beiden füreinander geschaffen. Offiziell streicht Ray Wände, doch nach einigen zufälligen Auffälligkeiten weiht er Karen ein und der Plan ändert sich. Schließlich will jeder ein Stückchen vom Kuchen.

„Karen hatte einen schiefen verwachsenen Kiefer, nachdem sie ihr Kinn wiederholt auf den Rand des Waschbeckens im Badezimmer geschlagen hatte, während ihr Vater unten in der Küche auf dem Boden lag, mit einer Gabel im Brustkorb knapp über dem Herzen.“ (S. 21)

Der arme Schlucker

Die wohl tragischste Figur im Ensemble ist Frank. Unglaublich, aber wahr. Sollte man doch meinen, Frank ist ein Ekel – schließlich will er seine Frau entführen lassen. Aber eigentlich ist er ein armer Tropf. Seine Fast-Ex-Frau und ihr Anwalt wringen ihn aus, seine neue Geliebte ist ein Dummchen, natürlich wunderschön, aber nur auf sein Geld aus und  schnappt sich die Reste und für Frank bleibt eigentlich nichts übrig. Nachdem noch zwei Klagen im Anzug sind, ist er völlig am Ende. Aber wir wissen ja, schlimmer geht es immer!

„Frank war der festen Überzeugung, dass dies der beste Morgen seines ganzen Lebens war.
…..
Er drehte sich um, bevor ihm dämmerte, dass er genau das nicht hätte tun sollen, aber jetzt war es ja schon zu spät. Sie hatte seinen Namen nur ausgesprochen, um ihn durcheinanderzubringen. Und als er sich jetzt umdrehte, spürte er auch noch etwas Kaltes und Hartes an seinem Handgelenk, das mit einem metallischen Klicken einschnappte und sich eng darumlegte.“ (S. 288)

Die Falle schnappt zu

Und so treibt man durch und mit den Figuren durch die Geschichte, plant die Entführung, ändert die Pläne. Leidet, aber vor allem lacht und schmunzelt mit den Figuren, die alle ihre Eigenheiten haben und auf ihre Vorteile bedacht sind. Einer schlimmer wie der andere, aber doch irgendwie liebenswürdig genial. Und man könnte meinen, es passiert doch gar nichts, doch man muss eben auch einfach mal die Herrlichkeiten von grotesk guter Charakterzeichnung genießen, wenn die Ganoven und Ganövchen hier einen exzellenten Tanz aufführen, rein mit der Planung bedacht, die dann in den letzten Seiten reinknallt und das Buch abschließt.

Fazit:
Eine Krimikomödie par excellence, mit hervorragend gezeichneten Charakteren, aber zugegebenermaßen einer schleichenden Handlung, die erst am Ende explodiert.

 

 

 

 



Declan Burke – The Big O
Verlag: Edition Nautilus
Übersetzer: Robert Brack
316 Seiten
ISBN: 978-3960540021

 

Weitere Titel von Declan Burke:
Absolute Zero Cool
Eight Ball Boogie

 


Weitere Stimmen:
Krimileser meint: „Das Buch überzeugt (mit dem würdevollen Ende und) auch deshalb, weil es schlichtweg eigenständig ist. Hier riskiert jemand was … und gewinnt. “
Krimikritik meint: „Aus dieser arg verwickelten Situation strickte Declan Burke einen ebenso witzigen wie wüsten und komplett moralfreien Krimiklamauk. Ziemlich unterhaltsam.“


 


2 Kommentare

Reblogged: Tana French – Grabesgrün — WortGestalt-BuchBlog

Tana French ist noch ein blinder Fleck auf meiner Leselandkarte – selber schuld, denn ich hätte die Chance gehabt, dies jetzt zu ändern. Nun hat sich aber Philly auf Wortgestalt-Buchblog in unserem gemeinsamen Blogspezial zu irischer und nordirischer Kriminalliteratur dem ersten Krimi von Tana French nochmal gewidmet. Ja, genau, ein Re-Read. Wie Philly es diesmal fand und ob der Krimi immer noch gut bei ihr ankam, seht Ihr hier:

Zehn Jahre hat die deutsche Erstausgabe von »Grabesgrün« mittlerweile auf dem Buckel, zahlreiche Preise hat der Roman eingeheimst, Tana French ist inzwischen Bestseller-Autorin und ihr Name weithin bekannt. Auch wenn ich sonst oftmals zu den Spätentdeckern gehöre, hatte ich hier Der Beitrag Tana French – Grabesgrün erschien zuerst auf WortGestalt-BuchBlog.

über Tana French – Grabesgrün — WortGestalt-BuchBlog


10 Kommentare

Police Procedural: Zu nah – Olivia Kiernan

Das Irische

Irgendwie hatte ich schon im Sinn, wenn ich irische/nordirische Krimis lese, dass diese dann irgendwie irisch sind. Also, so genau kann ich das gar nicht definieren, was eigentlich irisch ist, aber ein wenig mehr als ein paar Straßennamen oder irische Vor- und Nachnamen hatte ich dann schon im Sinn. Leider vermittelt Olivia Kiernans Debüt aber nicht mehr irisches Feeling als das: hin und wieder wird die Grafton Street erwähnt, da die Protagonistin dort wohnt, oder auch die Liffey, aber abgesehen davon hätte dieser Thriller auch gut in jeder anderen anglo-sächsischen Stadt spielen können. London zum Beispiel. Aber auch Edinburgh, Belfast, Manchester. Na ja, eben fast überall, solange das Prädikat Großstadt auf den britischen Inseln drauf steht. Und dieser Umstand ist wirklich schade, denn Individualität hätte diesem Thriller einiges Futter gegeben, das dieser auch dringend benötigt hätte, doch so bleibt er herrlich gleichförmig und austauschbar. Und leider auch ein wenig spannungsarm.

Die Opfer

Frankie Sheehans erster Fall, nachdem sie beim letzten schwer von einem Täter verletzt wurde und noch an den psychischen Narben knabbern muss, hat es gleich in sich. Eleanor Costello wird erhängt in ihrem Haus gefunden. Doch schon bald stellt sich heraus, dass sie erhängt wurde. Ihr Mann, Peter Costello, ist verschwunden und gilt als verdächtig, doch schon bevor die Ermittlungen richtig loslaufen, wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Amy Keegan, eine junge Studentin, deren Leiche der Täter in einem Halloweenfeuer versteckt hat. Die Verbindung zwischen den beiden Frauen ist gleich offensichtlich: der Täter hat einen seltenen Farbton bei den Opfern hinterlassen, Preußischblau. Die Ermittlungen laufen heiß, denn nur noch ein Opfer mehr und ein Serienmörder muss gejagt werden.

Frankie goes to…

Frankie Sheehan ist dickköpfig, unbequem und lässt sich nur selten von ihrem Weg abbringen. Eine unbequeme Person. Tendenziell ein Pluspunkt als Ermittler – schließlich soll man sich weder von Vorgesetzten verbiegen noch von Tätern an der Nase herumführen lassen. Und so unangepasste Ermittler machen einen Krimi ja auch immer individuell, und ein wenig aufregender. Wenn das allerdings heißt, dass man elementare Fehler in der Ermittlung macht und dann so tut als wäre das in Ordnung, muss ich schon an der Kompetenz zweifeln. Der Kompetenz ihrer Vorgesetzten, die sie kräftig unterstützen und darüber hinwegsehen, aber auch ihrer Kollegen, allen voran ihrem Partner Baz Harwood. Frankie versteift sich schon früh auf einen Verdächtigen – ob er nun der Täter ist oder nicht, ist irrelevant – aber dieses Einschießen auf einen Menschen, macht sie blind gegenüber anderen Spuren. Unverzeihlich auch, dass sie einen Zeugen, der sich verdächtig macht, schont, weil sie ihn schon aus ihrer Kindheit kennt.

Realität

Und ich will auch gar nicht davon reden, dass sie aus Fehlern nicht lernt, und auch zum zweiten Mal alleine und ohne Verstärkung in ein Haus läuft, in dem der Täter ist. Unverständlich ist mir auch, wie ihr Vorgesetzter sie weiterhin schützen kann und sie für DIE Wahnsinnspolizistin hält, bei den offensichtlichen Fehlern, die sie sich leistet. Die einzige Blockade, die er ihr setzt, ist der Geldhahn, der sich langsam schließt – und das kommt ja auch noch von weiter oben. Darum dreht es sich übrigens hauptsächlich im letzten Drittel des Buches: Geld. Und das muss ich der Autorin zu Gute halten – hier hat sie bestimmt recht und sonst erwähnt es kaum jemand. Ermittlungen verschlingen wahnsinnig viel Geld.

„Letzten Endes läuft Gerechtigkeit darauf hinaus, wer das Geld hat, die richtigen Tests in Auftrag zu geben, und wer genug Personal, um einen Tatort zu untersuchen. Gerechtigkeit ist teuer.“ (S. 287)

Der Clou?

Nun mag ich aber dem Thriller einen guten Lesefluss und ein gesundes Maß an Spannung nicht abreden – das war definitiv vorhanden, auch wenn sich die Ermittlungen über mehrere Monate ziehen und immer wieder vor sich hin dümpeln. Das bekommt man nämlich gar nicht so direkt mit, die frustrierenden Zeiten, in denen nichts voran geht, werden übersprungen. Der Clou, das sich der alte Fall mit dem neuen Fall überschneidet, ist denn auch nicht fürchterlich überraschend für den geübten Krimileser, sondern sehr vorhersehbar – warum sonst hätte die Autorin denn sonst den ersten Fall nicht erst niedergeschrieben, bevor sie sich an den zweiten macht.

Not my cup of tea

Zusammenfassend muss ich wohl sagen, dass dieser Thriller außer eine gute Spannung, was ich eigentlich als Grundvorrausetzung für einen Thriller betrachte, nicht viel zu bieten hatte, was mich unterhalten hätte. Frankie Sheehan hätte eine taffe eloquente Ermittlerin sein können, hat aber leider einen Schnitzer nach dem anderen produziert und sich darüber noch nicht mal Gedanken gemacht. Unsympathisch finde ich sie im Übrigen auch noch – aber Sympathie ist für mich nun kein Muss bei der Hauptfigur. Auffällige Fehler sollte sie allerdings nicht machen – ich bin kein Experte und kann locker über viele Fehler, die ich gar nicht erkenne hinweg gehen, aber wenn ich diese entdecke sind sie dann schon elementar. Einzigartigkeit konnte ich leider auch nicht erkennen, der Thriller ist ein 08/15 Werk, welches man massenweise in den Regalen findet. Schade – hier wäre viel mehr Potenzial gewesen.

Fazit:
Austauschbar und Mainstream, gepaart mit einer unfähigen Ermittlern. Dieser Thriller verdient leider keine Lorbeeren für „nur“ Spannung. Da muss schon mehr kommen.

 



Olivia Kiernan – Zu Nah
Verlag: HarperCollins
Übersetzer: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
368 Seiten
ISBN: 978-3959671835

 

 

 

 


Weitere Stimmen:
Mikkaliest meint: „Die Spannung baut sich schnell auf, die Autorin verwebt die verschiedenen Handlungsstränge und Ermittlungsansätze gekonnt. Die Geschichte ist originell und unverbraucht, und Frankie kann als Protagonistin mit starker Persönlichkeit punkten.“


 


Hinterlasse einen Kommentar

Reblogged: Seamus Smyth – Spielarten der Rache — WortGestalt-BuchBlog

Heute widmet sich Philly vom Wortgestalt-Buchblog in unserem gemeinsamen Blogspezial zu irischer und nordirischer Kriminalliteratur einem Krimi aus dem Pulp Master Verlag. Ein kleiner, aber feiner und leider oft übersehener Verlag, der aber eigentlich immer Knaller verlegt. Ist das hier auch so? Ich sag mal so – Phillys Lobgesang säuselt mir jetzt noch in den Ohren. Und warum das so ist, könnt ihr hier lesen:

 

»Spielarten der Rache« kann man nach dem Lesen erst einmal eine ganze Weile anstarren und darüber nachdenken, was für eine grandios kalkulierte Rachegeschichte man hier gerade gelesen hat. Meine Bewunderung galt zunächst leicht fehlgeleitet der Hauptfigur des Romans, Red Dock, Der Beitrag Seamus Smyth – Spielarten der Rache erschien zuerst auf WortGestalt-BuchBlog.

über Seamus Smyth – Spielarten der Rache — WortGestalt-BuchBlog