Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)


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Leipziger Buchmesse 2016 – Mein Messebericht, Teil 2

So, hier nun der zweite Teil meines Messeberichts und meine Freitags-Highlights.

Am Anfang bin ich wieder durch die Stände gestromert, doch um Punkt 12 Uhr hatte ich mir die Lesung mit Dror Mishani aufgeschrieben. Ich bin schon mal kurz vorher am Stand von Israel vorbei gegangen und da war gerade eine andere Lesung und es war proppevoll. Und so bin ich zu Dror Mishanis Lesung auch ein wenig früher hin, um einen guten Platz zu bekommen, schließlich will ich ja was davon mitbekommen. Bei ihm war es aber nicht ganz so voll und da ich früh dran war, saß ich in der ersten Reihe.

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Shelly Kupferberg, die Dame rechts im Bild, hat das Gespräch geführt, ein Schauspieler, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, hat dann noch zwei Textpassagen aus seinem Buch vorgelesen. Dror Mishani war sehr angenehm und der Literaturprofessor hat noch einige interessante Details aus seiner Heimat beigesteuert, u. a. dass er wirklich schon überall Lesungen hatte, aber noch nicht in seinem Heimatdorf, in dem ja auch die Krimis spielen. Nach der Lesung hab ich mir natürlich noch eine Signatur in sein neuestes Buch “Vermisst” geben lassen.

Danach habe ich mich aufgemacht zum Bloggertreffen vom Diogenes Verlag. Nun bin ich ja noch nicht so lange Blogger und war noch nie bei einem Bloggertreffen und so hatte ich diesmal sowohl das Bloggertreffen vom Diogenes Verlag als auch dem vom Rowohlt Verlag auf dem Plan. Über das vom Rowohlt Verlag berichte ich nicht – da war ich höchstens fünf Minuten. Da ja nur wenige Blogger, bzw. eigentlich nur Melli von Lesezauber, mit denen ich in Kontakt stehe auf der Leipziger Messe zugegen waren, war das Treffen nicht sonderlich spannend. Das vom Diogenes Verlag allerdings umso mehr.
Das Treffen hat in einem Konferenzraum statt gefunden und ungefähr 20 Blogger waren da. Susanne Bühler, die das Treffen organsiert, hat dann das Herbstprogramm vorgestellt und dort lassen sich wieder einige spannende Krimis finden, z. B. von Dennis Lehane oder auch Ross MacDonald.
Und dann kam das Highlight im Highlight: Benedict Wells. Der Autor von “Das Ende der Einsamkeit” – leider kein Krimi und mir damit unbekannt, hat in unserem kleinen Kreis Fragen rund um sein Leben und Schreiben beantwortet und war dabei sehr unterhaltsam, hat aber auch äußerst interessante Einblicke gegeben.

Susanne Bühler

Susanne Bühler

Benedict Wells

Benedict Wells

 

 

 

 

 
Das Treffen war wirklich toll und falls ich nächstes Jahr wieder eingeladen werde, werde ich bestimmt zusagen. 🙂
Gleich nach dem Treffen habe ich mich mit Melli von Lesezauber getroffen, der einzigen Bloggerin, die ich kenne und die auch auf der Buchmesse weilte (soweit ich weiß).

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Melli und ich

Endlich hab ich mal jemanden getroffen, denn ich sonst nur online kenne und konnte über alles Mögliche klönen, natürlich hauptsächlich über Bücher und Blogthemen. Eine schöne, wenn auch kurze halbe Stunde, denn ich musste weiter – zur Lesung von Christine Lehmann.

Christine Lehmann

Christine Lehmann

Das Buch “Allesfresser” hatte ich vorher schon als Fahne erhalten und kannte den Inhalt schon, doch natürlich ist es immer ein Erlebnis, das Gelesene nochmal vom Autor selbst zu hören.
Christine Lehmann war so unprätentiös und geradlinig wie auf der letzten Lesung, die ich von ihr gesehen habe, aber sie hatte sichtlich diebische Freude daran, ihre Publikum mit dem doch recht taffen Start von “Allesfresser” zu schocken.
Ich habe mit ihr übrigens einen Interview Termin ausgemacht und bin schon ein wenig nervös, weil sie das gerne per Telefon führen möchte. Also lasst Euch überraschen, im April wird das ganze statt finden und dann auch veröffentlicht werden.

Abschließend möchte ich Euch noch einen Reisetipp geben, falls ihr in den Genuss kommt, auch mal nach Leipzig zu fahren, bzw. ja die Buchmesse besucht.
Im Anschluss am Samstag bin ich nämlich in Merseburg vorbei gefahren. Fast hätte ich da übernachtet, weil meine Freundin es mir empfohlen hatte, aber ich habe mich doch für mein übliches Hotel entschieden. In Merseburg ist nämlich nicht nur ein Schloß mit einem Museum, sondern auch der Dom, welcher im Kreuzgang, in einem unterirdirschen Seitenraum die Merseburger Zaubersprüche beinhaltet, die man dort im Original, aber natürlich hinter Glasscheiben besichtigen kann. Diese werden sehr stimmungsvoll präsentiert und auch in althochdeutsch vorgetragen (natürlich von Band, aber mit einer schönen Inszenierung).
Natürlich ist auch das Gelände an sich recht beschaulich und beinhaltet auch ein Rabenpärchen, einen Garten usw. Mein Highlight waren aber die Merseburger Zaubersprüche, die mir schon in meinem Studium zugesagt haben.

So, das war nun meine Leipziger Buchmesse 2016 und ich hoffe, meine Berichte haben Euch gut gefallen. Für mich waren es sehr schöne, wenn auch anstrengende Tage, nicht nur wegen meiner schmerzenden Füße, sondern auch durch die vielen Eindrücke und die unglaublich vielen lockenden Buchversuchungen. Ich kann noch nichts garantieren, aber wenn es alles klappt, dann komme ich 2017 natürlich wieder!

 


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Leipziger Buchmesse 2016 – Mein Messebericht, Teil 1

Ich weiß, es hat ein wenig gedauert, aber hier ist er nun endlich: mein Bericht von der Leipziger Buchmesse 2016.

Da mein Blog ja nun schon zwei geworden ist, konnte ich mich dort als Blogger akkreditieren (letztes Jahr hat mir doch tatsächlich eine Woche gefehlt…) und ich hab so einen schicken Presseausweis bekommen, den ich donnerstags gar nicht und Freitag hin und wieder getragen habe. Ob ich den nun wirklich gebraucht hätte oder nicht – na ja, jedenfalls habe ich die Vorteile genutzt, so dass ich ja keine Parkgebühren, keinen Eintritt und nichts für die Garderobe zahlen musste.

Nachdem ich mir für Donnerstag keine Veranstaltung rausgesucht habe, habe ich die Hallen “abgegrast” und mir die Stände, die vielen tausende Bücher und bestimmt fast genauso viele Menschen angesehen. Da mir aber nach und nach die Füsse weh taten, hab ich mich doch hin und wieder hinreissen lassen, eine oder zwei Lesungen zu hören. Die habe ich mir nicht bewusst rausgesucht, sondern einfach immer mal wieder nachgelesen, wer gerade wo liest und mich dann einfach dazu gesetzt. So bin ich zum einen auf der Lesung von John Berndt zu “Luise 1945: Erinnerungen einer deutschen Krankenschwester” gelandet und zum anderen bei Sarah Bosetti mit “Mein schönstes Ferienbegräbnis”.

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John Berndt

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Sarah Bosetti

 

 

 

 

 

 

Beide Lesungen waren interessant, wenn auch sehr unterschiedlich. Der Reiz bei Herrn Berndt waren seine persönlichen Erinnerungen, auf denen das Buch auch basiert. Seine Zeit im Kinderheim, kurz nach dem Krieg, in dem er den Krankenschwestern und ihren Geschichten gelauscht hat.
Sarah Bosetti ist dann eher in Richtung Comedian einzuordnen. Und ganz wichtig: das Cover hat einen süßen Hamster – anscheinend das Verkaufsargument schlechthin, auch wenn sie diesen wohl schon im ersten Satz ermordet. Die Lesung war witzig und unterhaltsam, sie hat nicht nur aus ihrem Buch gelesen, sondern auch aus einer Kladde mit Kurzgeschichten von ihr.

So, und nachdem ich dann durch die Hallen geschlendert bin, ist mir aufgefallen, dass ich noch gar keine Bilder von den Ständen gemacht habe. Also hab ich die, welche ich länger besucht und nette Gespräche geführt habe, nochmal besucht. Hier ein paar Impressionen:

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Die Bilder zeigen den Argument Verlag, den Pendragon Verlag, den Alexander Verlag Berlin, den Diogenes Verlag und den KBV Verlag. Natürlich hab ich noch viel mehr Stände besucht, aber ich will hier ja kein Bilderbuch veröffentlichen. 🙂

Am Argument Verlag hab ich das neue Team um Else Laudan kennen gelernt, nachdem Dörte Graul den Verlag verlassen hat, um eine neue berufliche Perspektive ins Auge zu fassen. Es war wirklich toll, die neuen Ansprechpartner Lisa Mangold und Ariane Mönche mal von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Sowohl Donnerstag als auch Freitag habe ich dort einige der Autorinnen gesehen und gesprochen. Neben Monika Geier, die ja auch auf der Langen Leipziger Kriminacht gelesen hat, war dort natürlich Christine Lehmann anzutreffen, aber auch Anne Goldmann, die ich letztes Jahr bei der Lesung hören durfte und wir haben uns kurz unterhalten. Sie hat mir einige Fragen über meinen Blog gestellt und ich habe gefragt, ob denn schon ein neues Werk von ihr geplant ist. Das wird wohl noch ein wenig dauern, auch wenn sie schon daran arbeitet. Macht aber nichts – ich habe ja noch “Triangel”, welches mir von ihr fehlt, und so kann ich mir die Wartezeit locker vertreiben. Und wer weiß, vielleicht sehe ich sie nächstes Jahr ja wieder – dann ist es ja fast schon eine Tradition.

Auch am KBV Stand waren einige Autoren anzutreffen. Auf dem Bild sind Beate Maxian (vorne, dunkles Haar), deren Sarah Pauli Reihe ich ja sehr gerne lese, Christiane Dieckerhoff (blonde Haare), die gerade mit “Spreewaldgrab” in aller Munde ist und Ralf Kramp (logischerweise der Mann rechts im Bild), den ich gefühlt immer gesehen habe, wenn ich am KBV Stand vorbei gekommen bin. Ihr wisst ja nun schon, dass ich von seinem Vorlestalent begeistert bin und so werde ich demnächst in “Totholz” reinhören, ein Buch von ihm, dass er selbst als Hörbuch eingelesen hat. Ich bin gespannt, ob er mich “aufgenommen” auch so begeistern kann, wie er das live macht.

Am Pendragon Stand hab ich dann noch ein wenig mein Leid mit James Lee Burke geklagt und nochmal die Bestätigung bekommen, im Herbst mit dem ersten Dave Robicheaux Krimi zu beginnen und nochmal mein Glück zu versuchen.

Und zum Glück hab ich Freitag noch eine halbe Stunde gewonnen, so dass ich mich durch das Programm von Dorling Kindersley wühlen konnte. Schon klar, da gibt es keine Krimis, aber ich finde deren Ratgeber toll und hab auch zwei mitgenommen: “Gärtnern im Topf” und “Die Keine-Zeit-zu-Kochen Küche”.

So, mehr möchte ich zu meinen Rundgängen durch die Hallen nicht erzählen, wobei ich natürlich noch viel gesehen habe, nette Unterhaltungen geführt habe und ein, zwei Bücher für mich sichern konnte. Aber ich habe noch vier Highlights von Freitag, von denen ich Euch berichten möchte. Dazu dann aber mehr im nächsten Teil – sonst wird der Bericht zu lang und ihr langweilt Euch womöglich. 😉

 


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10. Lange Leipziger Kriminacht – 16.03.2016

Dieses Jahr bin ich ein wenig früher nach Leipzig aufgebrochen und hatte eine entspannte Fahrt. Das Cafè Waldi ist noch genauso urig wie das letzte Mal, leider gab es aber diesmal keine leckere Kartoffelsuppe. Aber schon ok, die Karte darf ruhig mal wechseln. 😉

Nach dem frühen Abendessen hab ich mich dann in das Obergeschoss aufgemacht und diesmal gab es eine Neuerung: wer seine Karte im Internet bestellt hatte, hat eine Platznummer bekommen und sass vorne – also die Leute, die an der Abendkasse ihre Karten gekauft haben, mussten die hinteren Plätze einnehmen – konnten aber frei wählen. Ich hab anscheinend recht früh bestellt, denn ich bin in der zweiten Reihe gelandet. Leider hinter einem Mann, der mir das Blickfeld auf den Lesenden verbaut hat. War aber nicht ganz so tragisch – nach der ersten Pause ist der Mann nicht wiedergekommen. Überhaupt war ein gewisser Schwund im Publikum, umso später der Abend wurde. Vor allem in den vorderern Reihen, so dass ich im letzten Drittel mit einem Pärchen schräg vor mir die ersten drei Reihen allein füllte.

Ich finde das ein wenig unhöflich gegenüber den noch nicht aufgetretenen Autoren und frage mich, ob die Leute das Wort “lang” wohl unterschätzen. Um ungefähr 10 Autoren präsentieren zu lassen, reicht eben keine Stunde – man muss sich da schon darauf einstellen, dass die Veranstaltung bis 23 Uhr geht. Zudem haben die Veranstalter auch dieses Jahr wieder den wirklich klasse lesenden Ralf Kramp an das Ende des Programms gesetzt, so dass man die Nacht mit vom Lachen schmerzenden Wangen und Tränen in den Augen beendet.

Nun aber zu den einzelnen Titeln und wie ich die jeweilige Lesung fand. Vorab muss ich mich entschuldigen, denn im ersten Drittel war ich ein wenig müde und bin hin und wieder abgeschweift – die Fahrt ist einfach doch immer wieder lang und anstrengend, auch wenn ich diese gut plane.

9783898095419Krause & Winckelkopf – Holzmarkt
Verlag: be.bra verlag
Inhalt:
Der Student Jakub Lelek stand kurz davor ein kleines Puppentheater in den S-Bahn-Bögen am Holzmarkt zu eröffnen. Jetzt liegt er erstochen im Zimmer seines Wohnheimes. Bei seinen Ermittlungen trifft Kommissar Martaler auf rivalisierende Puppenspieler und exzentrische Professoren, auf undurchsichtige Geschäftspartner und auf die schönen Freundinnen des Toten. Es ist nicht leicht herauszufinden, wer in dem verworrenen Spiel die Fäden in der Hand hat …
Meine Meinung zur Lesung:
Ein Autorenduo, welches sich geschickterweise zum Schreiben aufteilt in Ermittler und Mörder und dies auch in der Lesung umgesetzt hat, so dass beide an verschiedenen Plätzen saßen. Ungeschickt hingegen, dass sie neben dem aktuellen Buch “Holzmarkt” auch ihre beiden anderen Krimis “Warschauer” und “Ostkreuz” vorgestellt haben, denn die Zeit war recht knapp und so war der Einblick pro Buch sehr kurz.

kein_grosses_ding_300Stefan B. Meyer – Kein grosses Ding
Verlag: fhl Verlag
Inhalt:
Der gelernte Architekt, Kleinunternehmer und Gelegenheitsdetektiv Hans Staiger erhält von einem großen süddeutschen Bauunternehmer den Auftrag, dessen Dresdner Bauleiter Frank Kühn zu beschatten.
Zu Beginn seiner Mission ahnt er noch nicht, in welchen Sumpf aus Korruption und Gewalt ihn seine Ermittlungen führen werden.
Ein Blick hinter die Kulissen einer sanierungswütigen Branche, in der tschechische Schwarzarbeiter unter fragwürdigen Bedingungen beschäftigt werden, bildet nur den vergleichsweise harmlosen Anfang einer abenteuerlichen Verfolgungsjagd, bei der nichts so ist wie es zunächst scheint.
Als er schließlich einen Toten findet, wird es auch für Staiger richtig brenzlig …
Meine Meinung zur Lesung:
Unglücklicherweise ist mir von dieser Lesung nicht so viel in Erinnerung, außer dass der Autor relativ starken sächsischen Dialekt gesprochen hat. Wer also eine genaue Meinung über das Buch sucht, dem sei die Rezension bei Wortgestalt empfohlen.

55682_01Isabella Bach – Die stille Wut der Tante
Verlag: Sutton
Inhalt: Die Chefsekretärin Valentina Bergh ist unglücklich mit ihrem Leben in Frankfurt. Da kommt das Angebot ihrer Tante, zu ihr nach Berlin zu ziehen, gerade recht. Als Valentina dort eintrifft, findet sie das Haus jedoch verlassen vor. Ihre Tante ist kurz vorher gestorben. Die Polizei geht von einem natürlichen Tod aus. Doch das kann Valentina nicht glauben und ermittelt zusammen mit ihrer besten Freundin Frederike Singer eigenmächtig.
Meine Meinung zur Lesung: Eigentlich eine schöne Lesung, doch der Krimi konnte mich trotzdem nicht so recht packen. Ich habe allerdings gesehen, dass er auf dem Programm bei Kaliber.17 steht – und da werde ich mal sehen, wie die Meinung ausfällt.

drogenhanse_300Frank Kreisler – DrogenHanse
Verlag: fhl Verlag
Inhalt: Was verbindet einen schwer bewachten Hafen, versteckt in einer Bucht an der Karibikküste, mit einem idyllischen Urlaubsort in Deutschland?
Eine Frau wird ermordet in einem Hotel an der Ostsee aufgefunden. Doch bei einem Toten bleibt es nicht.
Kommissar Heiner Trotzenburg, der vor nicht allzu langer Zeit noch Hauptkommissar in Leipzig gewesen ist, stößt bei seinen Ermittlungen schnell auf die Spur des ›Schnees‹, die von Südamerika bis nach Deutschland führt und eine Ereigniskette auslöst, die immer weitere Kreise zieht und erstaunliche Verstrickungen ans Tageslicht befördert.
Meine Meinung zur Lesung: Hat sich ganz spannend angehört, der Einblick war mir aber zu kurz für ein genaueres Urteil und ich war zu müde – aber keine Sorge, nach der Pause ändert sich das!

PAUSE – 🙂

Mississippi-Jam-Cover_300James Lee Burke – Mississippi Jam
Gelesen von David Gray, Einleitung von Günther Butkus
Verlag: Pendragon
Inhalt: Vor der Küste Louisianas sinkt ein U-Boot der Nazis. Jahrzehnte später erhält Dave Robicheaux von Hippo Bimstine den Auftrag, die Lage des Schiffes auf dem Meeresgrund zu lokalisieren. Der Geschäftsmann will das U-Boot bergen und daraus ein Casino als Touristenattraktion machen. Dave verspürt wenig Lust auf den Job, aber er braucht das Geld, um seinem Freund Batist zu helfen, der wegen Mordverdachts verhaftet wurde.
Doch Bimstine ist nicht der Einzige, der sich für das U-Boot interessiert. Ein Mann namens Buchalter will es um jeden Preis. Schnell muss Robicheaux erkennen, dass dieser nicht nur ein übler Rassist, sondern auch ein gefährlicher Psychopath ist, der vor nichts zurückschreckt. Auch nicht davor, Daves Familie zu terrorisieren. Ihr Leben gerät völlig aus den Fugen.
Meine Meinung zur Lesung: Zu dieser Lesung hatte die Kriminacht sogar hohen Besuch vom Fernsehen. Die sind reingeschneit, haben alles aufgebaut und sind danach wieder abgezogen. Vielleicht hat es ja einer von Euch im Fernsehen irgendwo gesehen? Ich weiß noch nicht mal, für welche Sendung das aufgenommen wurde.
Den Ausschnitt der Geschichte fand ich sehr interessant, aber nachdem mir “mein” erster Burke nicht ganz so zugesagt hat, werde ich nun nach mehrfacher Empfehlung auf den ersten Robicheaux Krimi warten, den der Pendragon Verlag im Herbstprogramm diesen Jahres auf den deutschen Markt bringen wird.

7820.JPG.thumb-380x550-keepratioHerbert Dutzler – Letzter Applaus
Verlag: Haymon
Inhalt: Der Gasperlmaier hat alle Hände voll zu tun: Die einheimische Bevölkerung geht mit jähem Zorn gegen eine Billigtrachten-Kette vor, die in Altaussee eine neue Filiale eröffnet hat. Ausgerechnet vor dem Narzissenfest, wo der gemütliche Dorfpolizist ohnehin rund um die Uhr im Dienst ist. Als dann die gerade gewählte Narzissenkönigin tot aufgefunden wird, stellt sich die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen ihrem Tod und der Eröffnung des Geschäfts besteht. Dass der grantige Oberst Resch die Ermittlungen übernimmt und ihm ab sofort das Leben schwer macht, hilft da wenig – der Gasperlmaier, als neuer Postenkommandant auf sich allein gestellt, kommt ins Straucheln. Die Sorge um seine Tochter Katharina, die zur neuen Narzissenkönigin gekürt wird, macht es nicht besser. Zum Glück steht ihm trotz Karenzurlaub auch diesmal Frau Dr. Kohlross helfend zur Seite …
Meine Meinung zur Lesung: Eine sehr schöne Lesung! Zugegeben, mit südlichen Dialekten kann ich mehr anfangen, die liegen mir einfach mehr. Aber auch die humorige Story und die Zwischen- bzw. Vorbemerkungen des Autors waren klasse. Ein Krimi, bei dem ich wirklich lange überlegt habe, ob ich mir den nicht noch hole… letztendlich habe ich es nicht – Mittwoch war mein Entschluss nur wenige, wenn möglich keine Bücher mitzunehmen noch wesentlich gefestigter – aber irgendwann hol ich mir den bestimmt noch.

1216xMonika Geier – Die Hex ist tot
Verlag: Argument
Inhalt: Eine Serie aufgestemmter Gullideckel, das ist doch wohl kein Fall für die Kriminalpolizei! Es sei denn, im darunterliegenden Kanalschacht steckt eine Leiche. Kommissarin Bettina Boll, in diesem Fall »ausgeliehen« an die Lautringer Kripo, stößt zunächst auf kollektives Mauern, dann auf merkwürdige Märchen-Motive. Sogar in ihrer Familie taucht eine Hexe auf. Und das Morden geht weiter.
Meine Meinung zur Lesung:
Nach einer S-Bahn Verspätung sind Monika Geier und Else Laudan gerade pünktlich zu ihren Lesungen hereingeschneit. Da ich beide Bücher schon kenne und sehr gerne mag, habe ich mich auf die beiden Lesungen gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Von Monika Geier will ich jetzt dann unbedingt noch mehr lesen und das nächste, was ich ins Auge gefasst habe, ist “Müllers Morde”.

1207xMalla Nunn – Tal des Schweigens
Gelesen von Else Laudan
Verlag: Argument
Inhalt: An einem frühen Oktobermorgen erhält Detective Emmanuel Cooper zu nachtschlafender Stunde einen Anruf: Sein Chef schickt ihn in die Drakensberge, um einen anonym gemeldeten Todesfall zu untersuchen. Zulu-Detective Shabalala soll ihn als Übersetzer und Fährtenleser begleiten. Vielleicht kann dieser Fall die beiden in Ungnade gefallenen Kriminalermittler rehabilitieren?
Wie aufgebahrt liegt ein junges Mädchen auf dem abgelegenen Felsplateau. Aber woran starb Amahle, die Tochter des Zulu-Chiefs? Wer hat Blumen über sie gestreut und ihren Leichnam vor Raubtieren beschützt? Cooper und Shabalala treffen überall auf Dünkel und Argwohn. Jeder im Tal scheint Dreck am Stecken zu haben. Und je tiefer Emmanuel bohrt, desto grimmiger wird das Schweigen, das ihm entgegenschlägt. Bis jemand erneut zu Gewalt greift.
Meine Meinung zur Lesung:
Auch “Tal des Schweigens” hat mir sehr gut gefallen, so dass auch diese Lesung für mich ein Leckerbissen war.

PAUSE – 🙂

9783839217689Patricia Holland-Moritz – Kältetod
Verlag: Gmeiner Verlag
Inhalt: Rebekka Schombergs guter Freund Freddy verschwindet spurlos. Während die Suche nach ihm auf Hochtouren läuft, wird der Kulturstaatssekretär Berlins erhängt aufgefunden – mit der Droge Crystal Meth im Blut. Bei der Durchsuchung des Hauses stößt Mark Tschirner, Ermittler bei der Berliner Kripo und Rebekkas Geliebter, auf einen Chat des Opfers mit einem jungen Mann. Der Nickname dieses Mannes »Gayromeo« weist auf einen homosexuellen Drogenkontakt hin und dieser sieht dem verschwundenen Freddy verblüffend ähnlich.
Meine Meinung zur Lesung:
Begonnen hat die Lesung mit einer Art Beschreibung der Droge Crystal Meth – das fand ich jetzt nicht ganz so spannend, auch wenn das Vorwissen bestimmt gut ist, um den Krimi besser nachzuvollziehen. Danach ging dann die Geschichte richtig los und die hat mir gut gefallen. Die Autorin kann aber auch ganz gut vorlesen.

Cover-Trauma_300Andreas M. Sturm – Trauma
Verlag: fhl Verlag
Inhalt: Schreie zerreißen die nächtliche Stille einer Parkanlage. In letzter Sekunde kann der mörderische Anschlag auf eine Frau vereitelt werden. Sie kommt mit dem Leben davon, doch durch das traumatische Ereignis verliert sie ihr Gedächtnis. Kriminalkommissarin Karin Wolf, die zum Schutz dieser Frau eingeteilt wurde, versucht Stück für Stück die Vergangenheit der Frau zu rekonstruieren, um den Täter aufzuspüren. Schon bald muss Karin feststellen, dass ihr Schützling immer noch in Lebensgefahr schwebt. Der Verfolger hat seine Jagd noch lange nicht beendet. Zeitgleich tötet ein Unbekannter mit einer Armbrust in Dresden mehrere Menschen. Die Ermittlungen in den beiden Fällen führen Karin Wolf, Sandra König und ihr Team in die Wave-Gothic-Szene, zu Kunstsammlern, die vom Zerstörungswahn des IS profitieren, bis hin zu Spitzenpolitikern des Sächsischen Landtags.
Die Täter jedoch hinterlassen keine Spuren und scheuen auch vor weiteren Morden nicht zurück. Durch ihre Ermittlungen stört Karin Wolf die Verbrecher auf und gerät so selbst ins Visier der tödlichen Armbrust.
Meine Meinung zur Lesung:
Mit dieser Lesung, bzw. eigentlich dem Buch konnte ich erst gar nichts anfangen, denn es beginnt mit einem Traum. Das liegt mir nicht so, ist mir einfach zu schwammig. Doch zum Glück ist das nur der Auftakt und dann kommt ein Ermittlerinnenduo zum Einsatz, um den Überfall auf die junge Frau, die an Gedächtnisverlust leidet und sich im übrigen vorübergehend den Namen “Ariadne” gibt, zu lösen.

indexRalf Kramp – Schuss mit lustig
Verlag: KBV
Inhalt: Herzlich willkommen in der haarsträubenden Welt der ruchlosen Seniorinnen, der musikalischen Auftragskiller und der talentlosen Kidnapper!
Ralf Kramp entführt den Leser wieder einmal in sein Panoptikum der ganz alltäglichen Verbrechertypen von nebenan. Mit absurdem Witz und sprachlicher Eleganz führt er in Reim und Prosa durch die Abgründe der Kriminalistik und sorgt dafür, dass Ihr Herz auch ja nicht für die Falschen schlägt. Bei ihm sind es nämlich wieder einmal eher die glücklosen Täter, denen unser Mitgefühl gilt.
Gemordet wird beim Boulespiel und beim Backen, im Wohnmobil und beim Museumsbesuch. Und wenn Sie nach Ralf Kramps bisherigen fünf Kurzkrimibänden zu wissen glauben, welchen Haken der Autor als Nächstes schlagen wird – er wird Sie trotzdem austricksen. Garantiert!
Und Sie werden es lieben …
Meine Meinung zur Lesung:
Göttlich – Ralf Kramp ist einfach der krönende Abschluss der Kriminacht. Es macht so viel Spaß, ihm zuzuhören, einfach genial. Auch wenn man sonst für humorvolle Krimis bzw. Kurzgeschichten nichts übrig hat, eine Lesung von Ralf Kramp sollte man sich nicht entgehen lassen. Es ist einfach ein tolles Erlebnis, inklusive schmerzenden Wangen und tränenden Augen vom vielen Lachen und Kichern.

 

Die Lange Leipziger Kriminacht ist einfach sehens- und hörenswert. Ich kann sie jedem empfehlen, allerdings muss man ein wenig Durchhaltevermögen mitbringen. Dafür sieht man viele Autorinnen und Autoren auf einen Schlag – und man kann sie theoretisch sogar anfassen. 🙂 Na ja, auf jeden Fall sind sie für Signaturen und Gespräche zu haben.
Ich freu mich schon auf das nächste Jahr!