Die dunklen Felle

Krimis, Schafe – und Felle.


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Kalt, kälter, St. Peter’s Island: Eisiges Grab – Robert Masello


Robert Masello – Eisiges Grab
Verlag: S. Fischer
Übersetzerin: Maria Poets
604 Seiten
ISBN: 978-3596197156

 

 

 

Waren nun alle anderen Inseln der Romane die ich im Rahmen des Spezials gelesen habe, sommerlich warm bis tropisch, so geht es nun mit diesem Thriller in eisige Kälte. So zeigt sich, dass Inseln, völlig wetterunabhängig, sehr gefährlich sein können, wobei ich bezweifle, dass man sich für den nächsten Urlaub St. Peter’s Island vor der Küste Alaskas aussucht, sondern eher in wärmere Gefilde fliegt. Ich persönlich mag es ja eher kühl bzw. einfach nicht zu heiß, doch auch für mich wäre St. Peter’s Island so gar nichts – wenn man Angst haben muss, dass einem die Nase abfriert, verringert das den Urlaubsgenuss doch ungemein. Aber Frank Slater macht dort ja auch keinen Urlaub, sondern erfüllt einen Auftrag.

Frank Slater ist Epidemiologe und wird mit einem Team, welches er sich selbst zusammen stellen darf, nach St. Peter’s Island geschickt. Kurz vorher hat ein Fischkutter Schiffbruch erlitten und einzig der Kapitän konnte gerettet werden, der sich an einem Sargdeckel festgehalten hat. Dieser Sargdeckel stammt vom Friedhof auf St. Peter’s Island und hat sich durch die geänderten Umweltbedingungen gelöst. Die Insel  war Anfang des 20. Jahrhunderts der Wohnort einer russischen Sekte – solange, bis die Spanische Grippe alle Einwohner dahin gerafft hat. Slater soll nun dorthin, um zu prüfen ob der Erreger, der damals Millionen von Menschen überall auf der Welt getötet hat, im ewigen Eis überlebt hat. Slater hat allerdings zwei Probleme: Nika Tinkook, die Bürgermeisterin von Port Orlov, die unbedingt mit auf die Insel will – schließlich ist es Stammesgebiet – und Harley Vane, den Kapitän, der nicht nur den Sargdeckel gefunden hat, sondern auch ein mit Edelsteinen besetztes Kreuz.

Der Autor arbeitet mit drei Erzählsträngen und webt diese nach und nach ineinander. Zum einen folgen wir Dr. Slater mit seinem Team und Nika auf die Insel, mit viel Ausrüstung und militärischer Unterstützung, zum anderen folgt man Harley Vane, der zwei Saufkumpanen zu der Schatzjagd auf die Insel überreden kann und hofft, die Gräber dem Team zu öffnen und die Schätze zu bergen. Ein weiterer Erzählstrang folgt der jungen Anastasia, der jüngsten Zarentochter Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Romanow Familie ist sehr dem Mönch Rasputin verbunden, vor allem die Mutter, welche sich Heilung für den Sohn erhofft, der an der Bluterkrankheit leidet.

Die Insel bietet natürlich wieder ein besonderes Setting – nicht nur dadurch, dass sie schwer zu erreichen ist und auch Hilfe keineswegs einfach geschickt werden kann, es dort eisig kalt ist und auch nur schwer gegraben werden kann, sondern auch durch den potentiellen tödlichen Virus, die Schatzjäger und das gruselige, halb verfallene Dorf der damaligen Inselbewohner. Zusätzlich dazu hat der Autor noch ein paar schwarze Wölfe auf der Insel angesiedelt. Alles in allem also einige Zutaten, welche die Geschehnisse auf der Insel spannend und temporeich machen. Auch die Einschübe um die Zarentochter sind sehr spannend zu lesen und stören den Lesefluss keineswegs – zumal man sich ja schon denken kann, dass dieser Strang auch etwas mit der Insel zu tun hat.

Bis man sich auf die Insel begibt dauert es allerdings eine Weile, denn tatsächlich starten wir mit Dr. Slater erst mal in Afghanistan. Es werden Vorbereitungen getroffen und man lernt Slater und seine Beweggründe gut kennen. Auch der Rest der Handlung spielt nicht nur auf der Insel, denn … ach, das verrate ich mal nicht, nur so viel: es gibt noch eine spannende Verfolgungsjagd auf eisigen Straßen, im Dunkeln, garniert mit einem Schneesturm. Der Autor zaubert also wirklich alles aus seiner Trickkiste herbei – es passt aber alles hervorragend zusammen. Am Ende wird es sogar noch ein wenig mystisch – aber das mag ich dem Autor verzeihen, denn er hat mir vergnügliche, eisige Lesestunden beschert.

Fazit:
Ein spannender Thriller auf einer eisigen Insel – mit dem Epidemiologen Slater macht man sich auf in den Kampf gegen einen tödlichen Virus, aber auch gegen idiotische Schatzjäger. Das Sahnehäubchen ist dann die eingewobene Geschichte um das Ende der Romanow Familie.

 

Und hier noch Noras Meinung aus dem Kaliber.17 Team, die den Thriller schon 2014 gut fand.

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Christian Buder | Das Gedächtnis der Insel

Und weiter geht es, bevor morgen beim gemeinsamen Insel-Spezial mit Kaliber.17 eine kurze Pause erfolgt. Heute hat sich Gunnar mit Christian Buders „Das Gedächtnis der Insel“ an die bretonische Küste gewagt – die er zwar literarisch ansprechend verpackt fand, aber der Plot kommt bei ihm leider nicht gut weg.

Kaliber.17 | Krimirezensionen

„Jacques hat sich seinen Verstand über die Jahre weggesoffen. Wenn du einen Rat von mir willst: Begrabe deinen Vater und verlasse die Insel.“
„Du weißt, warum meine Mutter rausgefahren ist.“
Rose konnte nicht ruhig stehen. Sie blieb in Bewegung, als hinge ihr Leben davon ab. „Jeder hat damals mitbekommen, was passiert ist. Die Insel ist kein guter Ort von Geheimnisse.“
„Für die Geheimnisse, die jeder begraben will, ist es der perfekte Ort.“ (Auszug Seite 182)


Der Archäologe Yann kehrt erstmals nach zwanzig Jahren zurück auf seine Heimalinsel vor der bretonischen Küste, um seinen Vater zu beerdigen. Dieser soll sich mit einem Sprung von der Fähre ins kalte Wasser selbst umgebracht haben. Doch als er auf der Insel eintrifft, begegnet ihm als erstes seine Jugendfreundin Gwenn, die inzwischen bei der Gendarmerie arbeitet und ihm gegenüber Zweifel äußert, ob es sich beim Tod seines Vaters wirklich um Selbstmord handelt.

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Wunderschön und schrecklich: Wahn – Stephen King


Stephen King – Wahn
Verlag: Heyne
Übersetzer: Wulf Bergner
893 Seiten
ISBN: 978-3453433434

 

 

Es ist ja schon eine ganze Weile her, dass ich meinen letzten King gelesen habe. Mit 12, 13 Jahren habe ich alles verschlungen, was von ihm verfügbar war (mit Ausnahme von Friedhof der Kuscheltiere, warum auch immer), doch seitdem habe ich gar nichts mehr von ihm gelesen. Doch schon seit einer Weile tummeln sich Bücher von ihm wieder in meinem Schrank, z. B. Die Arena oder auch Das Attentat. Das vorliegende Buch habe ich mir allerdings dann doch holen müssen, da es noch nicht vorhanden war. Und ich dann dachte ich: puh, fast 900 Seiten. Das ist eigentlich mein Hauptproblem mit Stephen King. Er kann sich nicht kurzfassen (selbst seine Kurzgeschichten sind ja mitunter recht lang) und das schreckt mich schon von vornherein ab. Ohne, dass ich auch nur ein Wort gelesen hätte. Doch nun hab ich ran gemusst, denn schließlich hab ich für das Special Bücher zum Thema Insel gesucht. Und wenn „Wahn“ da nicht rein passt, dann weiß ich auch nicht….

Edgar Freemantle wird in seinem Pickup durch einen Kran fast zerquetscht. Neben etlichen Verletzungen, unter anderem auch einen amputierten Arm und Schmerzen bei allen möglichen Bewegungen, hat er Schwierigkeiten sich an Wörter zu erinnern und gerät darüber in unfassbare Wut. Obwohl seine Ehe davor gut funktioniert hat, fängt seine Frau Pam an, sich vor ihm zu fürchten und verlangt letztendlich die Scheidung. Freemantles Bauunternehmen gibt er erstmal an seinen Stellvertreter weiter und mit den bisher verdienten Millionen folgt er dem Ratschlag seines Psychologen und vollführt einen Ortswechsel. Von Duma Key und dem dort zur Vermietung stehenden Haus, welches Edgar sofort Big Pink tauft, ist er fast schon magisch angezogen und zieht kurzerhand dort ein. Ein weiterer Vorschlag seines Therapeuten ist, sich ein Hobby zuzulegen. Und Edgar sucht sich das Malen aus.
Auf Duma Key angekommen erlangt er eine Routine, die es ihm täglich leichter macht und ihm wieder Sinn und Hoffnung im Leben verleihen. Seine Strandspaziergänge helfen ihm mehr zu laufen, aber mit weniger Schmerzen zu laufen, die Abgeschiedenheit erlaubt ihm, zur Ruhe zu kommen und das Haus ermöglicht ihm einen fantastischen Blick auf den Ozean, welchen Edgar in Bildern fest hält. Und siehe da, Edgar ist begabt. Seine Malarbeiten sind grandios, aber Edgar fürchtet sich auch vor ihnen, denn er fühlt nicht nur seinen fehlenden Arm und ein brennendes Jucken, welches ihn zum Malen zwingt, nein, die Bilder sind irgendwie bedrohlich.

Kaum habe ich angefangen, waren die 900 Seiten aber vergessen, denn King hat einfach das gewisse Etwas. Er braucht zwar eine ganze Weile, bis er in Fahrt kommt, bis die Handlung überhaupt auf die Insel umzieht und es ist auch noch nichts Unheimliches oder sonderlich Spannendes bis dahin geschehen, aber Kings Sprache entwickelt einfach eine Sogwirkung. Es ist wirklich unglaublich, wie gut King das hinkriegt. Man kann einfach nicht mehr aufhören.

Zum einen hat das mit Kings Charakteren zu tun. Hauptperson ist natürlich Edgar Freemantle. Ganz ehrlich, auch wenn Edgar jemand ist, mit dem man Mitleid haben müsste, ich hatte es nie. Er ist einfach kein solcher Typ. Er gibt nicht auf und kämpft. Er macht ganz sicher nicht alles richtig und verpatzt nicht nur seine Ehe, aber es ist schon beeindruckend, wie er sich anfangs jeden Tag ein paar Schritte weiter den Strand entlang schleppt. Bis er es zu seinem neuen Freund schafft, Jerome Wireman, den Betreuer von Elizabeth Eastlake. Einer alten, leider dementen Frau, der die halbe Insel gehört, auf welcher Edgar sein Haus gemietet hat. Wireman trägt natürlich auch sein Geheimnis mit sich herum, auch wenn er immer fröhlich und positiv gesinnt scheint. Und Edgar und er werden beste Freunde, Buddies, bis zum harten Ende.

Ich glaube, nur King schafft es, eine der wunderschönsten Inseln in ein grausames Paradies zu verwandeln. Wunderbare Sonnenuntergänge, Sandstrand, nur zwei Nachbarn auf der ganzen Insel, Einsamkeit, aber Erholung, Meeresrauschen und Eistee am Strand, das Rauschen von Muscheln, das wie von Knochen klingt, Dschungel, dicht und grün, wuchernd und bedrückend, ein Weg, den sich die Natur wieder geholt hat, eine verrückte alte Frau und ein Mann mit einer Kugel im Kopf, eine Geschichte in der Vergangenheit – so nah liegen Schönheit und Grauen. Doch das geschieht natürlich nicht von jetzt auf nachher, sondern langsam, es baut sich auf, wird bedrohlicher und bedrohlicher. Unterstrichen von Edgars Talent Bilder zu malen, Wunderschöne, aber auch unheimliche Bilder. Und Bilder, die ein Eigenleben zu entwickeln scheinen. Bilder, welche die Vergangenheit zeigen, die Zukunft, aber auch einfach jemanden, den er noch nie gesehen hat, der aber dann genau so aussieht, wenn er ihn zum ersten Mal trifft.

Ich weiß es ehrlich nicht. Ich kann Euch einfach nicht sagen, warum ich schon so lange keinen Roman von King mehr gelesen habe. Der Kerl hat es einfach drauf, eine richtig gute Geschichte zu erzählen. Dass er dafür immer massenhaft Seiten braucht, die mich erst mal abschrecken, lasse ich ab sofort nicht mehr gelten. Denn letztendlich habe ich das Buch in der gleichen Zeit gelesen, wie ich so manch 400 Seiten Krimi/Thriller gelesen habe. Und das will was heißen.

Fazit:
„Wahn“ ist eine richtig gute Stephen King Story. Leise schleicht sie sich an einen ran, bis sie einen ganz fest im Griff hat und lässt einen nicht mehr los, auch nicht, wenn alle Haare im Nacken sich aufrichten und man sich überlegt, nicht vielleicht doch alle Lichter im Haus anzuschalten. Unbedingt lesen!


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C. R. Neilson | Das Walmesser

Heute geht es weiter mit dem Insel-Spezial. Der Beitrag kommt heute von Andy aus dem Kaliber.17 Team und es auf die Färöer-Inseln. Ruhig aber naturgewaltig zeigen sich die rauen Inseln.

Kaliber.17 | Krimirezensionen

Ich starrte auf das Messer und wünschte, es würde einfach wieder verschwinden. Ich wünschte, ich könnte mich erinnern, woher ich es hatte. Wozu es gebraucht worden war.
Auf dem Dalavegur – der Straße, die ich gerade entlangging- fühlte ich mich plötzlich viel zu exponiert. Das blutbesudelte Messer in der Hand, stand ich auf dem Gehsteig und konnte nur erahnen, an wie vielen Gardinen bereits gezupft wurde, da meine Schritte durch die Nacht hallten. (Auszug Seite 13)

Böses Erwachen

Der Krimi Das Walmesser des schottischen Schriftstellers C.R. Neilson entführt uns auf die Färöer, ein zu Dänemark gehörendes Archipel von 18 Inseln im Nordatlantik. Hier in der Hauptstadt Tórshavn wacht der Ich-Erzähler John Callum nach einer durchzechten Nacht im Freien auf. Er liegt in einem desolaten Zustand auf einem der Steinklötze am Hafen und ist nicht in der Lage, sich vollständig an den vorherigen Abend zu erinnern. Das blutverschmierte Messer in seiner…

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Gewinnerbekanntgabe von „Der Blutchor“ von Gary Victor

Ich hatte ja schon vermutet, dass das Feedback zu meinem Gewinnspiel von Gary Victors „Der Blutchor“ verhalten sein würde. Ja, weil er ein bisschen speziell ist, aber auch weil es ja gerade Gewinnspiele en masse gibt.

Nichtsdestotrotz haben sich drei Mutige beworben – im Übrigen quasi sowas wie die heilige Dreifaltigkeit des Lesens: ein Leser, eine Bloggerin und ein Autor – und irgendwie finde ich es schade, nun zwei auszulosen und einen zu enttäuschen. Und außerdem bin ich gerade in herrlicher Vorweihnachtsstimmung, da ich schon Urlaub habe und gerade meine viele Lesezeit genieße. Aus dem Grund habe ich noch ein Exemplar bestellt und nun dürfen sich alle drei Bewerber über ein Exemplar freuen.

Herzlichen Glückwunsch also an:

Dunkelfalke
Wortgestalt
Martin Krist

Ihr drei bekommt nun eine Mail von mir, denn natürlich müsst Ihr mir noch Eure Adressdaten verraten, damit die Bücher auch zu Euch gelangen. Ich wünsche Euch viel Spaß bei der Lektüre!

So, Gewinnspiel zu Ende.


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Hell Island – Matthew Reilly


Matthew Reilly – Hell Island
Verlag: Ullstein
Übersetzer: Hellmuth Hartmann
111 Seiten
ISBN: 978-354828688
Da dieser Titel auf der Verlagsseite nicht mehr verfügbar ist, hier der Link zur Scarecrow Reihe auf der Verlagsseite (die allerdings auch ein wenig schmächtig ist, zugegebenermaßen)

 

 

Mir ist es ein wenig schwer gefallen, passende Bücher für das diesjährige Special mit dem Thema „Inseln“ zu finden, aber letztendlich bin ich sehr glücklich mit meiner Auswahl. Auch wenn ich bei „Hell Island“ total übersehen habe, dass es sich nur um 100 Seiten handelt und demnach um ein kurzes Vergnügen, macht das gar nichts, denn seien wir mal ehrlich – wen es ein Thrillerautor nicht schafft, in den hundert Seiten Spannung einzubauen, wird das auch auf der 200. oder 300. Seite nichts. Von dem Autor hatte ich bisher nur „Showdown“ gelesen – anderes Thema, aber doch ein ähnliches Schema, nichtsdestotrotz lesen sich seine Thriller wie „geschnitten Brot“, vor allem, wenn sie auf 100 Seiten komprimiert sind.

Captain Shane Schofield, genannt „Scarecrow“ wird mit seinem Team sowie wie 3 weiteren Teams von verschiedenen Spezialeinheiten auf der Insel „Hell Island“ abgesetzt. Ihre Aufgabe ist es, herauszufinden, was mit der Besatzung der USS George Washington passiert ist und mit deren Ladung: 600 Marines. Der Funkkontakt ist abgebrochen, kein Lebenszeichen wurde registriert. Als Scarecrows Team landet, finden Sie Zerstörung und viel Blut, doch keine Menschen, weder lebend noch tot. Was ist hier passiert?

„Die Insel hatte früher den Namen Grant Island getragen und war im Zweiten Weltkrieg von den Japanern als Stützpunkt benutzt worden. Sie besaß sogar einen Flugplatz, der mittlerweile jedoch völlig überwuchert war. Merkwürdigerweise war sie auf keiner einzigen Seekarte mehr verzeichnet.
Im Jahr 1943 war die Insel in blutigen Kämpfen von amerikanischen Marines besetzt worden. Weil die Kämpfe so unglaublich grausam waren und weil es auf beiden Seiten schwere Verluste gab, hatten die Marines der Insel einen neuen Namen verliehen.
Sie tauften sie ‚Hell Island‘, die Hölleninsel.“ (S. 7)

Ha – es gibt doch kaum einen aussagekräftigeren Namen für eine Insel, der Spannung, Action und Grusel verspricht, als Hell Island. Und so ist es auch. Man ist direkt im Geschehen, stößt in die Geschichte kurz bevor Scarecrows Team über der Insel abspringt. Hier wird definitiv keine Zeit verloren, ein Fakt, der bei der Kürze der Geschichte schon wichtig ist.

Zwar werden alle in Scarecrows Team vorgestellt, doch nur kurz und auch nur wenige kommen etwas mehr zur Geltung. Manche enden gar sehr schnell als Kanonenfutter, hier wäre die Arbeit der Charakterzeichnung also auch verlorene Liebesmüh.  Anders sollte es mit Scarecrow sein, denn „Hell Island“ ist schon der vierte Teil um den ausgefuchsten Helden des Thrillers, der zwar auch ein Haudrauf ist, aber immerhin auch sein Hirn benutzen kann. Und ja, am meisten Einblick erhält man von Scarecrow, nichtsdestotrotz ist Charakterentwicklung nun nicht die Stärke des Buches – hier geht es um Action und Spannung. Das Buch muss in einem Flutsch gelesen werden, alle paar Seiten präsentiert das Buch eine neue Wendung.

Zugegeben – die Auflösung des Rätsels um die Insel ist jetzt nicht sehr überraschend, doch das tut dem Lesevergnügen nun keinen Abbruch. Der Thriller bietet genau das, wofür er vorgesehen ist: eine hervorragende Fast Food Mahlzeit, die man sich ab und an schon gönnen kann, ganz ohne es sich von seinem Gewissen schlecht reden zu lassen.

Fazit:
Spannung, Action und ein wenig Grusel mit Scarecrow, einem smarten Marine, der so nicht nur sich sondern auch sein Team (na gut, einen Teil davon) in den nächsten Teil der Serie bugsiert.


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Tim Erzberg | Hell-Go-Land

Heute gibt es die nächste Meinung über Inselkrimis, heute aber bei Kaliber.17 – es geht nach Hell-Go-Land und zwar mit drei mal Spannung!

Kaliber.17 | Krimirezensionen

„Es ist verrückt: Dieses Stück Land liegt mitten im Meer und alles ist unendlich weit, das habe ich so vermisst. Aber kaum geht man ein paar Schritte, kommt man schon an ein Ende der Insel. Klaustrophobie und Grenzenlosigkeit in einem, man macht sich das nicht vor, wenn man nicht hier ist.“ (Auszug Seite 163)

Anna Krüger nimmt die Stelle als stellvertretende Dienstellenleiterin der Polizei auf Helgoland an. An ihrem ersten Arbeitstag erhält sie ein Päckchen mit einem abgetrennten Daumen. Was hat das zu bedeuten? An den folgenden Tagen bekommt Anna weitere makabere Botschaften. Da Helgoland wegen einem schweren Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten ist, können sie und ihre beiden Kollegen keine Hilfe vom Festland erwarten und ermitteln mit den eingeschränkten Mitteln der Insel auf eigene Faust. Alles deutet darauf hin, dass bald ein Mord geschehen wird und dass dieser Fall mit Annas Vergangenheit zu tun hat.

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