Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)


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Unknown: Und dann gab’s keines mehr – Agatha Christie


Agatha Christie – Und dann gab’s keines mehr
Verlag: Atlantik
Übersetzerin: Sabine Deitmer
223 Seiten
ISBN: 978-3455650716

 

 

 

 

War ja klar, oder? Egal nach welchem Thema man sich umsieht, Agatha Christie kann hierzu auf jeden Fall etwas bieten. Die Queen of Crime war eben vielfältig. Und so konnte sie natürlich auch nicht umhin einen Krimi auf einer Insel spielen zu lassen. Nicht unerheblich für die Krimihandlung ist der Kinderreim „Zehn kleine Negerlein“, doch ganz überzeugt bin ich nicht, dass der Name der Insel nicht hätte verändert werden können, wie der Verlag in einem kleinen Vorwort darlegt. Aber sei es drum – viel wichtiger ist die Handlung, die auf dieser kleinen Insel vor Devon stattfindet.

10 Personen aus den unterschiedlichsten Schichten – mit dabei ein Richter, ein ehemaliger Polizist, ein Butlerehepaar und eine Sekretärin – werden von U. N. Owen für eine Woche auf eine kleine Insel eingeladen. Als die Gäste auf der Insel eintreffen, müssen sie feststellen, dass ihr Gastgeber nicht da ist und sich verspätet, doch nach dem Dinner ertönt plötzlich eine Stimme, die jeden der Gäste des Mordes anklagt.  Nach aufgeregtem Geplapper und entrüstetem Verneinen der Vorwürfe stirbt der erste Gast an einem vergifteten Drink, die zweite Leiche wird am nächsten Morgen gefunden. Die Insel wird abgesucht, doch die Gäste sind allein – noch sind es acht. Doch einer von ihnen muss ein Mörder sein.

Es soll ja tatsächlich viele Menschen geben, die verbringen ihren Urlaub gerne mal auf einer abgeschiedenen Insel. Ruhe, Entspannung und Einsamkeit, höchstens noch unterbrochen durch lautlos herum wieselnde Hotelangestellte, damit man sich ja nicht mit dem Zubereiten von Speisen oder ähnlich Anstrengendem beschäftigen muss. Die haben alle dieses Buch noch nicht gelesen! Sollten die aber dringend! Nicht, dass die auf SO einer Insel landen. So einer Insel, wie Christie sie sich erdacht hat. Einsam, ja. Ruhig, na ja, nur kurzfristig. Entspannung schon gar nicht. Und der Service lässt mit der Zeit auch zu wünschen übrig. [hier bitte diabolisch lachen]

Der Täter, der die 10 Gäste auf die Insel lotst, macht das natürlich aus einem bestimmten Grund. Und er hat es lange geplant. Sehr gut geplant. Er macht die Insel zu einem angenehmen Ort, aber einem einsamen Ort, einem vom Festland abgeschnittenen Ort. Und startet dann sein Spiel mit den Gästen. Das perfide daran ist nicht, dass Leute sterben – gut, das ist natürlich schon auch böse – aber viel trickreicher ist, dass es dem Täter gelingt, unter den Verbliebenen mehr und mehr Misstrauen zu säen.

Zugegebenermaßen viel es mir anfangs ein wenig schwer bei den Figuren die richtigen Namen zuzuordnen, denn diese lernt man alle auf der Reise kennen, auf welcher sie darüber resümieren, wie sie zur Insel eingeladen worden sind. Auf der Insel dezimiert sich der Personenkreis ja dann nach und nach (ich denke damit verrate ich nicht zu viel – oder hat jemand erwartet, dass auch 10 Personen die Insel wieder verlassen????), so dass man sich zum einen nicht mehr so viele Namen merken musste und zum anderen es ja, hüstel, weniger werden.

Aufgebaut hat der Täter seine Morde an dem Kinderreim „Zehn kleine Negerlein“, der sich auch in jedem Zimmer der Gäste abgedruckt an der Wand befindet. Das erlaubt es nicht nur dem Leser, sich nach und nach zu überlegen und zu grübeln, wie der Täter den jeweiligen Reim auf das nächste Opfer anwenden will, sondern auch den Opfern. Dies sorgt mitunter dafür dass die Opfer sich hie und da sicher wiegen – ob der Unwahrscheinlichkeit, die Mordmethoden in den Versen zu erkennen –  andererseits aber an immer größer werdende Panik, vor allem bei jungen Damen.

Ein Paradestück ist Agatha Christie hier gelungen. Man mag es von der „Queen of Crime“ nicht anders erwarten, doch zusätzlich zur gewohnten Finesse des Kriminalfalls bietet die abgelegene und abgeschottete Insel den besonderen Reiz dieses Krimis, der dann auch mit einem überraschenden und ausgeklügelten Ende aufwarten kann.

Fazit:
Die „Queen of Crime“ in Bestform: ein gewohnt ausgefeilter Kriminalfall, der durch das Setting auf der Insel das Besondere verliehen bekommt. Hervorragend!

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Vielfältig meisterlich: Der Blutchor – Gary Victor


Gary Victor – Der Blutchor
Verlag: Litradukt
Übersetzer: Peter Trier
116 Seiten
ISBN: 978-3940435231

 

 

Wenn die Rheinzeitung zur Erstauflage von „Blutchor“ vor zehn Jahren schrieb: „Blutig (…), vom Wahnsinn beleckt und zugleich ungeheuer komisch – ein grausiges Vergnügen eben.“, dann, ja dann ist doch klar, dass das Buch unbedingt zu den dunklen Fellen gehört, oder? Zusätzlich ist die Neuauflage der Kurzgeschichtensammlung (welche jahrelang vergriffen war) ein Grund zu feiern, denn dieses Büchlein war das erste, welches der Litradukt-Verlag vor zehn Jahren nach seiner Gründung verlegt hat. Bevor ich also zu meiner ersten Rezension einer Kurzgeschichtensammlung komme, möchte ich dies zum Anlass nehmen und dem Litradukt-Verlag herzliche Glückwünsche übermitteln und natürlich weiterhin tolle Romane und Krimis von schon verlegten, aber auch neuen haitianischen Autorinnen und Autoren wünschen – auf die nächsten zehn Jahre! Gäbe es solches Engagement in kleinen und kleinsten Verlagen – und die Menschen, die hinter diesen Verlagen stehen – nicht, wäre die Literaturlandschaft in Deutschland viel flacher und eintöniger – deshalb meine eindringliche Bitte an alle meine Leser: schaut Euch auch immer bei diesen kleinen, wertvollen Verlagen um, wenn ihr neue Lektüre sucht. Es lohnt sich nicht nur, es bereichert, belebt und begeistert.

Nun aber zur Kurzgeschichtensammlung. Auf den 110 Seiten befinden sich die folgenden 8 Kurzgeschichten, die ich nun in wenigen Wörtern umreißen möchte, um nicht zu viel zu verraten:

Die Kokosnüsse – Wenn Geschichten wahr werden…
Kleinkriminalität – Der Koffer, den (k)einer will
Opfer – Ein Huhn wird ermordet
Die Hand – Nachbarschaftshilfe der anderen Art
Sainsous Pfeife – Rache auf Haitianisch
Der Blutchor –Die Nöte eines Jungen formen den Erwachsenen
Corneille Soissons Schwanz – Tail is money
Elias und der Mann mit den großen Händen – Träume werden wahr
Der Programmierer – Realität…. oder?

Die neun Erzählungen sind sehr unterschiedlich und doch streckt sich Gary Victors Stil durch alle hindurch. Von rabenschwarz-skurril bis beklemmend, von Voodoo bis haitianischer Geschichte, von makaber bis komisch – aber immer Gary Victor. Der Autor überrascht in jeder Geschichte von Neuem mit einer ganz anderen Entwicklung als man sie zu Beginn jemals absehen konnte.

Viel zu schnell ist die Sammlung durchgelesen, doch die Geschichten bleiben in Erinnerung. Und obwohl ich kein Leser bin, der eine Geschichte zweimal oder gar mehrmals liest, ist es mir hier passiert, dass ich einige der kleinen Geschichten nochmal gelesen habe. Bei zwei Geschichten sogar direkt danach nochmal, denn der Autor bringt den Twist so kurz vor dem Ende, dass man ihn fast schon verpasst und einfach nochmal wirken lassen muss.

Auch wenn ich Gary Victor als kritischen Krimiautoren kennen gelernt habe, so sind die Kurzgeschichten keine Krimis. Das Krimiherz kommt meines Erachtens aber trotzdem auf seine Kosten, da die Geschichten einfach spannend, skurril und sehr makaber sind – und durch „Die Hand“. Natürlich spielen alle Geschichten auf Haiti, doch nicht alle sind regierungskritisch, befassen sich auch mit menschlichen Verfehlungen, spielen mit der Realität und Implikationen.

Gary Victor wäre aber nicht er, wenn er nicht hin und wieder sein Haiti aufleuchten lassen würde, auch mal Voodoo auftauchen würde oder die schwere Vergangenheit der Insel zur Sprache käme. Er ist unverrückbar mit Haiti verbunden und die Insel mit ihm – und doch ist er eine der kritischsten Stimmen des Landes, wenn nicht gar die Kritischste. So legt sich ein Besatzer mit einem Boko an und bekommt eine späte Rache zu spüren, aber auch die Kritik an der Korruption der Regierung trotzt aus den Seiten von „Corneille Soissons Schwanz“ nur so heraus. Am längsten in Erinnerung ist mir die titelgebende – und längste – Geschichte „Der Blutchor“  geblieben. Vermutlich da es die beklemmendste Geschichte ist, geht es doch in ihr um Missbrauch.

Fazit:
Skurril, makaber, beklemmend, spannend, kritisch, rabenschwarz – ach, mir gehen gerade die Adjektive aus, um zu beschreiben, wie toll diese Kurzgeschichtensammlung ist. Das ist keine bunte Mischung aus gut, mittelmäßig und so lala – hier sind alle Geschichten kleine Meisterwerke. Eine absolute Kaufempfehlung!

 

Gewinnspiel

Und wer nun betreten und ratlos in seinen schon schwer gebeutelten Geldbeutel blickt und aufgrund massenweise vorhandenen Geschenken den Weg aus der Wohnung und zum Buchladen nicht mehr findet, der hat nun die Möglichkeit das Buch „Der Blutchor“ bei mir zu gewinnen. Die Buchhandlung Schäufele hat mir heute die zwei bestellten Exemplare ausgehändigt und diese suchen nun ein neues Zuhause. Wer also Lust hat, eines der Exemplare zu gewinnen, der schreibt bitte einen Kommentar unter diesen Beitrag – über einen Kommentar mit mehr Inhalt als „Ja, ich will gewinnen“ freut sich mein Bloggerherz, es hat aber keinerlei Auswirkungen auf die Gewinnchancen. Jeder Kommentar erhält ein Los. Das Gewinnspiel endet am 10.12.2017 um 23:59 Uhr. Die Auslosung erfolgt dann ein paar Tage später.


Das Kleingedruckte
Der Gewinner wird aus allen Teilnehmern ausgelost. Der Name/ Nickname des Gewinners wird nach der Auslosung auf meinem Blog veröffentlicht und der Gewinner außerdem per Email benachrichtigt (bitte denkt also daran, beim Kommentieren eine tatsächlich von euch genutzte Emailadresse zu benutzen). Die Adressdaten des Gewinners werden nur für den Versand benötigt und werden nicht an Dritte weitergegeben. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit diesen Bedingungen einverstanden.


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Ein Schuss nach hinten: Kommando Abstellgleis – Sophie Hénaff


Sophie Hénaff – Kommando Abstellgleis
Verlag: carl’s books
Übersetzerin: Katrin Segerer
345 Seiten
ISBN: 978-3570585610

 

 

 

 

Manchmal verengt sich der Blick, wenn man zu viel liest. Dann sortiert man Bücher schon allein wegen ihres Covers oder Titels aus oder fliegt darüber hinweg ohne es überhaupt wahrzunehmen. Doch dann, entdeckt man das Buch bei einem Blog (so geschehen bei Wortgestalt) und liest die Rezension dazu und denkt sich, hey, das hört sich doch gar nicht schlecht an. Und just beim nächsten Besuch im Buchladen steht das Buch dann auch noch abwartend im Regal. Na klar, dass sich das Schmuckstück dann mit mir auf den Weg nach Hause gemacht hat. Von wegen Abstellgleis!

Und doch ist der Name des Buches gut gewählt. Denn dort landet Anne Capestan mit einigen anderen Polizisten, die nicht den Erwartungen der Chefs entsprechen. Da trifft sich der Säufer neben dem übereifrigen IT-Idioten, die Spielerin mit dem Pechvogel, der Überkorrekte mit dem Plappermaul – und allen voran steht Anne Capestan, einstiger Star der Truppe, die nach einem Schuss zu viel die Karriereleiter herunter purzelt und nun die Leitung dieser 40 Aussortierten übernehmen soll. Naaaa, keine Sorge. 40 Leute tauchen nie auf – nur so nach und nach tröpfeln ein paar Versprengte auf und wühlen sich durch die aussortierten Fälle der Abteilungen. Zwar aussortiert und weggestellt, aber durchaus motiviert macht sich die Brigade an die zwei Mordfälle, die sich in den aussortierten Akten finden lassen und rütteln einiges durcheinander.

Ganz klar sind die Charaktere das A und O des Krimis. Anne Capestan akzeptiert ihren neuen Job, aber stellt sich den ganz anders vor als die Chefs. Sie setzt sich ganz sicher nicht auf ihr Altenteil und akzeptiert ihre Mitarbeiter so wie sie sind. Sie weiß die Nachteile der Kollegen in Vorteile zu wandeln und wenn der direkte Weg nicht geht, wird eben improvisiert. Ihr Partner wird der Pechvogel José Torrez, der erst so gar keine Lust hat, sich aus dem Büro raus zu trauen, denn dies hat ihn schon mehr als einen Partner gekostet. Aber das interessiert Capestan nicht. Eva Rosière, die nach Erfolgen als Autorin und Drehbuchautorin wieder aktiv in der Truppe ist, kombiniert sie mit dem schweigsamen Lebreton, dem ehemaligen Ermittler der Internen. Dann gibt es noch Évrard, die noch einen Euro übrig hat, den sie nicht verspielt hat, ansonsten aber eine kluge junge Frau ist, ganz anders als Dax, der zwar jegliche Informationen aus dem Internet herausbekommen kann, doch man muss schon genau definieren, welche man benötigt. Capitaine Merlot (ja, genau, der Säufer) sorgt für Ablenkung und Orsini für den guten Kontakt zur Presse, Levitz für rasante Verfolgungsfahrten in ungewöhnlichen Fahrzeugen.

Mit all ihren Fehlern ist die Truppe höchst charmant und ganz gewiss nicht fehlerfrei, aber höchst sympathisch. Klar, ein paar Überzeichnungen lassen sich finden, doch die Truppe arbeitet erstaunlich gut zusammen, nachdem Capestan klar gemacht hat, dass das für sie keinesfalls ein Abstellgleis ist und jeder bei den Ermittlungen beteiligt sein soll. Sie weiß die Kollegen geschickt einzusetzen und zu lenken, so dass ihre Nachteile gar nicht weiter auffallen oder zumindest abgemildert werden.

Die beiden Mordfälle, sowie ein Drogendelikt, welche sich die Truppe heraussuchen erweisen sich als trickreich. Nicht anders zu erwarten bei abgelegten und nicht gelösten Fällen. Alle sind Cold Cases, doch die Jahre Abstand zur eigentlichen Ermittlung bringt auch Vorteile. Abstand, einen anderen Blick und veränderte Zeugenaussagen – Dinge, die man vorher nicht für wichtig gehalten hat, für nicht erwähnenswert. Und natürlich spielt der Kampfgeist der Truppe hier auch mit – die Aussortierten verbeißen sich in die Fälle. Und müssen feststellen, dass nicht nur fehlende Spuren die Fälle zu den ungelösten Fällen haben wandern lassen.

Fazit:
Alle aussortierten und ungewollten Polizisten in einer Abteilung? Ein Schuss nach hinten – zumindest für die Chefs. Für alle anderen ein Gewinn, denn Anne Capestan kann mit ihrer Truppe voll überzeugen. Ein witziger, charmanter Kriminalfall mit den Verlierern der Polizei. Was ein Vergnügen!


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Heißes Pflaster: Sommerfrische – Harald Schodl


Harald Schodl – Sommerfrische
Verlag: Text/Rahmen
368 Seiten
ISBN: 978-3950434361

 

 

 

 

Zugegebenermaßen war mir der Verlag Text/Rahmen bisher unbekannt. Ok, den Verlag gibt es noch nicht so lange, aber immerhin hat er schon einige Bücher rausgebracht – darunter einige Krimis. Sehr gelungen finde ich übrigens die grafische Gestaltung der Bücher, die – nomen est omen – aus Text und Rahmen besteht. Wunderbarerweise hab ich nun in einen Krimi hinein schnuppern dürfen, denn die Beschreibung von Harald Schodls „Sommerfrische“ hat mich sehr angesprochen.

Carl Sandtner erhält einen kryptischen Anruf von seinem alten Freund Benny, den er aber eine Weile nicht mehr gesehen hat. Doch zu einem klärenden Treffen kommt es nicht, da Benny verschwindet. Einzig seine Ex macht sich Sorgen und stellt eine Vermisstenanzeige – wegen den Unterhaltszahlungen. Die Polizei zeigt auch wenig Interesse an der Aufklärung, denn der frühere Journalist könnte ja aus freien Stücken verschwunden sein, Anzeichen für eine Straftat lassen sich jedenfalls nicht finden. Nichtsdestotrotz gibt ihm der ermittelnde Beamte den Tipp in Bennys letztem Job nach dem Rechten zu sehen. Als Kaufhausdetektiv hat Benny zwar ständig Straftaten gesehen, die keine waren, aber vielleicht ist er ja per Zufall tatsächlich einer richtigen Straftat auf die Schliche gekommen? Und so heuert Carl im Kaufhaus an und begibt sich auf Bennys Spuren.

Im Klappentext wird nun noch von einem Serienbrandstifter gesprochen, der Jagd auf Sozialdemokraten macht – politische Morde also. Spannend, doch ein wenig irreführend, denn dieser spielt tatsächlich nur eine Nebenrolle und hat mit der Handlung um Carl und Benny nur am Rande zu tun. Der Fokus liegt tatsächlich auf den Ganoven – den kleinen, wie die beiden Kaufhausdetektive Manfred Racz und Stefan Kalhammer, sowie den großen, dem Gangsterboss Johannes Hofmann, seinen zwei Handlanger Satin-Schorsch und Zucker-Pauli sowie seiner Freundin Annette, die zufälliger Weise die Schwester von Manfred ist. Am Anfang geht Carl mit seiner verdeckten Ermittlung im Kaufhaus ein wenig unter, da mehrere Erzählstränge begonnen und weiter geführt werden, doch das ändert sich dann nach einer Weile und Carl rückt mehr in den Fokus.  Danach hat das Buch auch einiges an Highlights zu bieten – über Verfolgungsfahrten, Folter bis hin zu Angriffen auf Sandtner – und auch das Ende hatte einen spannenden Showdown im Gepäck. Positiv aufgefallen ist mir der Beginn des Buches, der mit zwei Dingen überzeugen konnte: einem Zitat von Gramsci, das sehr geschickt gewählt wurde, und dem ersten Kennenlernen von Carl, der mit dem Bus durch Wien fährt, die Straßen und die Stadt betrachtet und an der drückenden Sommerhitze leidet. Diese aufgeheizte, knisternde Atmosphäre schimmert im Laufe des Buches immer wieder durch und verleiht ein gewisses Extra.

Carl Sandtner ist für mich die einzige Figur, der ich Sympathie entgegen gebracht habe – abgesehen vom Brandstifter, der aber ja eben nur eine Nebenrolle hat. Alle anderen Charaktere sind mir schlichtweg sehr unsympathisch gewesen und hatten auch wenig andere interessante Aspekte, die mich reizen konnten. Zudem haben die Kriminellen – ob nun klein oder groß – eine recht derbe Sprache bzw. einen recht derben Umgang miteinander bzw. mit anderen. Das verdeutlicht zwar den harten Umgang in der Branche, war mir aber ein wenig zu viel.
Bei Carl Sandtner sah das ganz anders aus – und die Figur hat auch sehr viel Potential. Als Journalist ist er ja prädestiniert dafür, seine Nase in Angelegenheiten zu stecken, die ihn nichts angehen. Und das macht er auch fröhlich und munter in dem Kaufhaus – mit Wanzen im Büro des Chefs und natürlich unauffällig-auffälligen Fragen im Kollegenkreis. Im nächsten Fall darf er also wirklich gerne seine Nase in die politischen Morde stecken oder größere Herausforderungen suchen – auch wenn dann vielleicht das Gangster-Feeling dafür in den Hintergrund tritt. Er ist auf jeden Fall eine Figur, die man nicht über den Haufen werfen sollte – und für seinen ersten Fall war das ja nur die Aufwärmphase, nicht? So dass er sich dann hoffentlich bald im nächsten Fall ein Sahnestückchen schnappt.

So ganz bin ich mir nun nicht sicher, ob ich bisher eine deutliche Meinung transportieren konnte, deshalb nochmal kurz zusammengefasst: Der Krimi ist ein gutes Erstlingswerk mit ein paar kleinen Defiziten, aber mit einer Figur die Potential für weitere – und komplexere – Fälle hat, ob nun im „richtigen“, kriminellen Milieu oder eben mit politischen oder wirtschaftlichem Hintergrund , ich kann man hier vieles gut vorstellen. Der Klappentext hat leider, leider falsche Erwartungen in mir geweckt, was ich leider nicht ganz aus meiner Meinung raushalten konnte, ich aber dem Buch eigentlich nicht anlasten möchte.

Fazit:
Ein guter Einstieg des Autors ins Krimigenre mit aufgeheizter Atmosphäre und kleinen Defiziten, aber einer Hauptfigur mit Potential für mehr!


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Boomtown: Gewaltkette – Anita Nair

Anita Nair – Gewaltkette
Verlag: Argument
Übersetzerin: Karen Witthuhn
333 Seiten
ISBN: 978-3867542265

 

 

 

 

Deutschland, Skandinavien, England, Frankreich, USA… das sind so die Länder aus denen 90% der Krimis in unserer Krimilandschaft hierzulande stammen (ja, die Zahl ist nur meine Schätzung, doch ich denke, damit liege ich gar nicht so fern). So ist es immer wieder ein Erlebnis in die Krimikulturen anderer Länder reinzuschnuppern. Ferne Länder, andere Kulturen, Länder, die ich persönlich vielleicht nicht besuchen werde – na, seien wir ehrlich, vermutlich werde ich die meisten davon niemals sehen. Umso spannender ist es, diese Länder literarisch zu besuchen – und für die Krimi-Nerds unter Euch ist ja klar, dass es für mich auch immer ein Krimi sein muss, der diesen Besuch einleitet. So wie Anita Nairs Krimi um Inspector Borei Gowda aus Indien.

2 Ermittlungen
Inspector Gowda hat zwei Probleme: der Mord an dem angesehenen Anwalt, Dr. Rathore, bereitet ihm und seinem Team Kopfzerbrechen und auch im privaten Umfeld sind seine Fähigkeiten gefragt, da Nandita, die Tochter seiner Haushälterin, verschwunden ist. Derweil es im Fall des Anwaltes erst mal keine Spur gibt und die Ermittlungen sich schwer gestalten, finden sie immerhin Anhaltspunkte im anderen Fall: Nandita wurde entführt.

Der Moloch
Bangalore – für mich eine Stadt, die ich mit Entwicklern und der IT-Branche verbinde. So ganz unrichtig ist das auch gar nicht, denn Bangalore stellt sich im Krimi als arbeitsame Stadt dar. Viele, vor allem Männer, strömen in die Stadt, um Arbeit zu suchen. Doch auch das ist nicht genügend, für die boomende Stadt. Arbeitskräfte werden gebraucht, aber auch Vergnügen, für die vielen Männer, die in die Stadt strömen. Was liegt da näher, als Kinder zu requirieren? Als Arbeitskräfte, als Huren. Je nach Bedarf werden die Kinder von den Straßen gelockt, fast schon gepflückt wie reife Äpfel. Menschenhandel, eigentlich Kinderhandel. Eine grausige Realität, die mich fragen lässt, wie indische Eltern sich überhaupt trauen, ihre Kinder aus dem Haus zu lassen. Die Gefahren sind allgegenwärtig und grausam. Die Polizei ist oft machtlos oder gar korrupt, die Verstrickungen reichen auch in wirtschaftliche und politische Kreise und sind umso schwerer an der Wurzel auszurupfen.

„Überall in Bangalore wurden Bäume abgeholzt, Häuser schienen über Nacht aus dem Boden zu schießen wie Pilze nach einem Gewitter, auch das trug dazu bei. Klimaveränderung. Und nicht nur das Wetter änderte sich, auch das Verhalten der Menschen. In Bangalore tummelten sich über fünfhunderttausend Wanderarbeiter, die meisten davon Männer. Sie waren zu allem bereit, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ein Gefühl von Macht zu spüren, statt nur als bedeutungslose Spielfiguren der Gesellschaft dahinzuvegetieren.“ (S. 309)

Type mit Bauchansatz
Ein Kämpfer gegen diesen Moloch ist Inspector Gowda. Er ist schon eine Type, mit seiner Geliebten Urmila, die er relativ frei treffen kann, da seine Frau wegen dem Sohn in einer anderen Stadt weilt. Frau und Sohn sind ihm fremd, doch eben Familie. Seine Untergebenen sind ihm treu ergeben, auch wenn er bei den Ranghöheren nicht gerade beliebt ist. Seine unorthodoxen Methoden und seine Unbestechlichkeit machen ihn suspekt, doch auch wenn er es selbst mit der Moral nicht ganz so genau nimmt, so nimmt er doch die Gerechtigkeit sehr ernst. Und so brummt er mit seiner Royal Enfield durch Bangalores Straßen, durchstreift sein Netzwerk aus Informanten und müht sich Schritt für Schritt durch den Sumpf der Stadt. Ja, das mag für einen Ermittler nicht ungewöhnlich klingen, doch in Bangalore und mit vielen verschiedenen indischen Gerichten untermalt ist es doch wieder etwas Anderes, etwas Neues und Spannendes.

Fazit:
Indische Kultur ganz und gar nicht bezaubernd, sondern als Nährboden für Menschenhandel und Kinderprostitution zeigt der Krimi an Inspector Gowdas Ermittlungen in der Boomtown Bangalore, zwischen Tradition und Moderne. Sehr empfehlenswert!


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Lady Bag is back! | Krokodile und edle Ziele – Liza Cody


Liza Cody – Krokodile und edle Ziele
Verlag: Argument
Übersetzerin: Else Laudan
431 Seiten
ISBN: 978-3867542272

 

 

 

 

Die Bag Lady ist wieder da!
Ja, ich gebe es zu, in bin mittlerweile ein Fan von Liza Cody geworden. Nicht nur „Lady Bag“ konnte mich überzeugen, sondern auch die Trilogie um Catcherin Eva Wylie sowie „Miss Terry“. Nun ist aber die Bag Lady zurück! Jeder der sie im ersten Teil kennen gelernt hat, wird auch diesen Teil nicht missen wollen – und wer sie noch nicht kennt, der muss sowieso diesen Teil lesen. Die Bag Lady begibt sich auf einen weiteren Kreuzzug gegen den Teufel, diesmal in Gestalt einer Frau, mit dem süßlichen Namen Cherry.

Die Lady Bag, mit eigentlichem Namen Angela May Sutherland, sitzt gerade ihre letzten Tage im Knast ab. Doch bevor sie in die Freiheit, zu Elektra, ihrem Windhund, und den Fläschchen Roten zurückkommt, zwingt ihr eine Mitgefangene mit dem hübschen Namen Kerrilla Cropper auf, mal nach ihrem Sohn Connor zu sehen, den diese in der Obhut ihrer Mutter zurückgelassen hat. Draußen landet die Bag Lady bei ihren alten Freunden Pierre und Schmister, die mittlerweile bei Cherry, Pierres Freundin wohnen und auf Elektra aufgepasst haben. Ohne ihr Wissen wollen diese sie vom Alkohol befreien, doch nur damit versteht sie ja Elektras Antworten. Und irgendwann kommt ihr der Gedanke an Kerrilla und Connor wieder in den Kopf. Sie bekommt es nur kurz zu Gesicht, doch das halb verhungerte Kind mit den Zigarettennarben auf dem Arm weckt ihr Mitleid. Kein Wunder also, dass sie sich mit Pierre und Schmister zu dessen Rettung auf macht. Ob nun die Kostümierung als Nonnen dabei eher hilft oder nicht, ist egal, denn schließlich zählt nur der gute Gedanke. Oder?

Schon bevor ich das Buch in Händen gehalten habe, habe ich mir danach die Finger geleckt. Die Lady Bag hat mich im ersten Buch völlig überzeugen können. Es war einfach grandios! Und auch dieses Buch enttäuscht nicht, wieder ist der Autorin ein abgefahrener Roadtrip durch die Straßen Londons gelungen. Denn obwohl die Bag Lady eigentlich nichts weiter will, als sich ihrem Roten zu widmen und mit Elektra zu klönen, kommen ihr zwei Dinge in die Quere: ihr Gewissen und leider auch immer wieder der Teufel. Mit dem sie allerdings lebhafte Unterhaltungen führt. Er wird es nicht müde, sie immer wieder in Versuchung zu führen, ihr ihre Fehler vorzuhalten und hämisch zu grinsen, wenn einer seiner Schergen ihre Bemühungen vernichtet. Deshalb muss sie ganz dringend mit Elektra sprechen. Denn sie ist eine gute Seele, eine weise Ratgeberin. Aber das ist gar nicht so einfach, wenn einem die besten Freunde Medikamente unterschieben, die einem den Alkoholgenuss verleiden…

Und dann ist da ja noch Connor. Ein wirklich schreckliches Kind. Aber eben ein armes, vernachlässigtes, missbrauchtes Kind. Und ob die Bag Lady nun will oder nicht, der Kleine landet immer bei ihr. Und so tingeln sie durch London und treffen die skurrilsten Gestalten. Eine fürsorgliche Familie (allerdings nur mit Bezahlung), den dicksten Mann der Straße, die Nachbarn von Nebenan, Polizisten und Engel, aber auch des Teufels Tochter. Und auch wenn die Bag Lady ein gutes Herz hat, so möchte sie Connor doch loswerden. Im Krankenhaus, bei der Fürsorge, doch nichts klappt.

Eine irrwitzige Achterbahnfahrt durch London bietet Ms Cody diesmal. Mittendrin eine halbnüchterne, nörgelnde Pennerin, ein Transvestit und einer, der sich nicht entscheiden kann. Es macht so viel Spaß mit diesem ungleichen Trio durch London zu gondeln, den Teufel zu bekämpfen und Connor zu retten. Und doch geht es noch um so viel mehr, um elementare Dinge im Leben: Verantwortung und Gewissen, Freundschaft und Vertrauen, wahre Liebe und den Tod. Und wie es schon beim letzten Mal war, so zeigt die Lady Bag ein London, welches man nicht so oft in den Büchern sieht. Das Leben auf der Straße, im Winter, im Obdachlosenasyl. Als einzige Frau zwischen Unmengen von Männern, die alle ihr Essen wollen. Eingekapselt und warm, aber nur solange man sich an die Regeln hält. Und wenn nicht, sitzt man wieder auf der Straße, im Schnee, bei Minusgraden. Aber die Lady Bag darf diesmal auch die Arbeiterschicht auskundschaften, mit eigenen, kleinen Häuschen, aber ganz sicher nicht ohne Probleme, nur weil sie ein Dach über dem Kopf haben. Und die in den Sozialwohnungen, Junkies und Dealer. Das Spektrum der Lady Bag ist diesmal weit gefasst und gibt einen tiefen Einblick. Und doch haben wir bestimmt noch nicht alles von London gesehen. Zumindest nicht mit der Lady Bag. Ms. Cody – wie wäre es denn mit einer Trilogie?

Fazit:
Abgefahren und skurril – die Lady Bag ist wieder da und begibt sich auf einen weiteren genialen Roadtrip durch London. Durchgeknallt und störrisch versucht sie auf ihr Gewissen zu hören und nicht auf den Teufel, gerät aber natürlich trotzdem von einer Misere in die nächste. Der Wahnsinn – absolut zu empfehlen!


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Zweiklassengesellschaft: Memory Game – Felicia Yap


Felicia Yap – Memory Game, Erinnern ist tödlich
Verlag: Penhaligon
Übersetzerin: Bettina Spangler
442 Seiten
ISBN: 978-3464531829

 

 

 

 

Wer mir schon eine Weile folgt, wird wissen, dass ich neben dem Krimigenre gerne immer wieder Blicke in die Zukunft werfe, aber auch Alternativwelten mich hin und wieder reizen können. Bei beiden – den Zukunftsromanen sowie den Alternativwelten – reizt mich aber nicht eine komplette Veränderung, mir ist wichtig, immer noch eine Verbindung zu meiner Realität zu finden, d. h. die Zukunftsvision sollte nicht zu weit in der Zukunft oder zu weit entfernt sein, aber auch die Alternativwelt sollte nicht komplett verändert sein. Es sind ja meist nur Kleinigkeiten, eine Entscheidung oder eine Sache, welche die Veränderung unserer Realität zu einer alternativen Realität machen. Genauso wie Autorin Felicia Gap dies gemacht hat, indem sie in ihrer Welt den Menschen nur noch die Erinnerung an den letzten oder letzten und vorletzten Tag lässt.

Eines Morgens klingelt die Polizei an Claire Evans Tür. Im nahegelegenen Fluss wurde die Leiche einer Frau gefunden. Die Polizei, genauer gesagt, DCI Hans Richardson, behauptet, sie wäre die Geliebte ihres Mannes Mark. Doch ist das die Wahrheit? Verschweigt Mark etwas? Und woran kann sie sich nicht mehr erinnern? Gar keine einfache Frage, denn Claire ist eine Mono und kann sich nur noch an die gestrigen Ereignisse erinnern. Und Mark ist ein Duo – er kann sich an zwei vergangene Tage erinnern.

Diese alternative Welt ist gar nicht so anders als unsere und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied. Die Welt spaltet sich in zwei Bevölkerungsgruppen: Monos und Duos. Monos erinnern sich nur an den letzten Tag, Duos an die letzten zwei Tage. Aus diesem Grund sind Duos diejenigen, die erfolgreich, reich, berühmt und angesehen sind, Monos sind die anderen, die Arbeiterklasse, diejenigen, die nicht genug „Grips“ für mehr haben, die dümmer sind. Eine waghalsige Theorie, welche die Autorin hier ihrer Welt zugrunde legt, aber gar nicht so abwegig, denn so sind wir Menschen. Wir stecken ganz leicht andere Menschen in Schubladen.
Beide Bevölkerungsgruppen erleben eine ganz normale Kindheit und Jugend – auch mit einem Vollgedächtnis, wie es im Buch so schön heißt. Ob man ein Mono oder Duo ist, stellt sich dann mit Erreichen des Erwachsenenalters heraus. Monos vergessen ab 18 Jahren, Duos ab 23. Allen wird eingebleut, ihre Erinnerungen in Tagebüchern festzuhalten und auswendig zu lernen, früher natürlich handschriftlich, heute mit dem iDiary (ja, Steve Jobs lässt grüßen – Smartphones sind zwar da, aber neben dem essentiell wichtigen iDiary sind sie unwichtig).

In dieses Setting setzt die Autorin nun einen Kriminalfall, der mich streckenweise stark an „Girl on the train“ erinnerte, denn die dortige Protagonistin hat Blackouts durch zu starken Alkoholgenuss. Doch ein bisschen anders ist die Situation schon, denn schließlich kann sich keiner weiter als zwei Tage erinnern und ständig wird das iDiary konsultiert, um Stichwörtersuchen durchzuführen. Eine Ermittlung, die länger als zwei Tage dauert – Kriminalkommissare sind verständlicherweise alle Duos – hätte in dieser Welt also durchaus seinen Charme, doch  die Autorin hat sich dazu entschlossen, die Ereignisse in einem Tag abspielen zu lassen und nimmt sich damit leider diese Herausforderung.

Insgesamt zeigt mir die Alternativwelt zu wenig von den gesellschaftlichen Änderungen, welche die fehlende Erinnerung inne haben könnte. Einzig die Tatsache, dass jegliche Vorurteile und Ressentiments bezüglich Hautfarbe, Religion o. ä. wegfallen und dafür ein ausgeprägtes Zweiklassensystem herrscht, zeigt Änderungen. Ein paar wenige Zeitungsartikel gibt es auch, diese fokussieren allerdings auf die Mono-Duo-Ehe, die in dem Buch ja durch Claire und Mark schon eine Rolle spielt.

Auch wenn mich das Buch im Gesamten nicht überzeugen konnte, waren gerade die ersten hundert Seiten äußerst spannend, um in diese Alternativwelt hinein zu schnuppern. Danach gab es leider nicht viel neues, bis dann zum Ende hin mich das Buch doch wieder in den Bann ziehen konnte. Nicht allerdings der Epilog – der war von der Autorin sicherlich als die Überraschung schlechthin gedacht, doch er wirkte zu aufgesetzt, als ob man das Ende nochmal toppen müsste. Für mich also ein durchwachsenes Leseerlebnis.

Fazit:
Eine durchaus interessante Alternativwelt, die allerdings nicht sehr tief blicken ließ. Der dort eingebettete Kriminalfall basiert aber trotzdem auf den üblichen Zutaten: ein Ereignis in der Vergangenheit, lange gehegte Rachepläne und Menschen, die nicht ehrlich zueinander sind. Ein gutes Buch, welches mehr aus sich hätte machen können.