Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction


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Bitterböse: Die Alte – Hannelore Cayre


Hannelore Cayre – Die Alte
Verlag: Argument
Übersetzerin: Iris Konopik
203 Seiten
ISBN: 978-3867542401

 

 

 

 

Gerade wollte ich schreiben, dass wohl viele Menschen wie Madame Portefeux sind, doch das muss ich revidieren, denn ihre Vergangenheit, ihre Familie ist doch zu außergewöhnlich dazu. Nichtsdestotrotz kann wohl jeder ihren Wunsch nachvollziehen: mehr im Leben. Mehr von allem:  finanzielle Sicherheit, Geld um ihre Töchter zu unterstützen, die Rechnungen des Pflegeheims ihrer kranken Mutter zu zahlen, aber auch Aufregung, Nervenkitzel und ein wenig Abenteuer im Leben. So ist es wohl kein Wunder, dass die pragmatische Madame zugreift, wenn sich die Chance ergibt.

„Was sollte aus mir werden, die ich weder Rente noch Sozialversicherung hatte? Ich besaß nichts außer meinen nachlassenden Kräften. Nicht ein einziger Cent auf der Seite, meine mageren Ersparnisse verdunstet im Todeskampf meiner Mutter im Haus Windspiel.“ (S. 68)

Patience Portefeux ist im mittleren Alter. Die Töchter ausgezogen, der Vater und der Mann tot, die Mutter im Pflegeheim. Halblegal arbeitet sie für die Polizei als Übersetzerin für Arabisch und kann sich grad so über Wasser halten; Geld zurücklegen oder gar ansparen ist kaum drin. Eines Tages, gelangweilt vom ewigen Alltagsallerlei, dem lausigen Arabisch der Jungs aus der Banlieue und vielleicht ein wenig aus Aufsässigkeit, verrät sie einem Dealer, dass ein Zugriff stattfinden soll. Der Dealer kann das Zeug noch verstecken, bevor er geschnappt wird, stirbt bald und Madame Portefeux macht sich auf die Suche nach den Drogen. Nicht auf den Kopf gefallen, ist sie schon bald im Besitz von 1,2 Tonnen Cannabis, in Topqualität zu 5000 Euro je Kilo, verstaut in luftdichten Containern und gestapelt in ihrem Kellerraum.

Mit trockenem Humor, Pragmatismus und einer bitterbösen Note steigt Madame Portefeux also in das Drogengeschäft ein. Wäre es nicht so trocken und ernsthaft serviert, könnte der Krimi ins klamaukige abrutschen, doch der Französin gelingt der Balanceakt und so schreibt sie mit bösartigem Humor von einer ganz normalen Frau, die ihre Chance zu nutzen weiß. Gut, so ganz normal ist Madame Portefeux nicht aufgewachsen, schon ihre Eltern waren Betrüger, die das Geld im Alltag aber zusammen gehalten haben, während sie in den Ferien die Grandhotels abklapperten und in Saus und Braus lebten. Dafür führt Madame nun aber ein eher langweiliges Leben, wenn man mal davon absieht, dass sie als Kind Audrey Hepburn in einem der Hotels getroffen hat.

Nun ist sie also „Die Alte“, verhandelt vermummt mit Kopftuch und Sonnenbrille mit den kleinen Drogendealern, trägt Koffer durch die Stadt und tauscht sie gegen Kohle auch mal auf dem Gefängnisparkplatz. Was komisch anmutet, bietet ihr Sicherheit, denn nicht nur einmal versuchen die Drogendealer sie übers Ohr zu hauen. Doch Madame Portefeux ist hier eiskalt, sie lässt sich nicht verarschen und macht ganz klare Ansagen. Schließlich muss sie vorsichtig sein. Auch wenn sie die Abhörprotokolle am nächsten Tag fälschen kann, immerhin ist ihr Freund auch Polizist und bei der Drogenfahndung. Sie nutzt ihre Insiderinformationen unerbittlich, um sich ihr Stück vom Kuchen zu sichern, endlich. Und so macht es ungeheuren Spaß Madame Portefeux dabei zuzusehen, wie sie aus ihrem brav-bürgerlichen Leben ausbricht, ihre  kriminellen Aktivitäten plant und ihre dabei hart verdienten Geldscheine hortet. Vorsicht, hier kommt die Alte!

Fazit:
Eine bitterböse, französische Krimikomödie, über eine normale Frau, die ihre Chance ergreift. Die Alte ist ein ungeheures Lesevergnügen und nur zu empfehlen!


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Glimpses | Damals

Der Mann, der nicht mitspielt – Christof Weigold

Worum geht es?
Hardy Engel, Schauspieler und Privatdetektiv, wird im Hollywood der 20er Jahre damit beauftragt, die verschwundene Virginia Rappe zu finden. Er findet sie auch: zugedröhnt, nackt und über Schmerzen murmelnd auf einer Party von Starkomiker Fatty Arbuckle. Zwei Tage später ist sie tot und Fatty Arbuckle soll daran schuld sein. Wahr oder nicht wahr?

Wie hat es mir gefallen?
Die schillernde Welt von Hollywood – das war damals schon so. Aber wie auch heute, ist es eben nur vordergründig schillernd und lebt mit Skandalen und Intrigen. Hardy Engel bekommt es mit Studiobossen und Stars zu tun, mit Regisseuren und Sicherheitschefs – doch keiner sagt die Wahrheit. Hardy muss sich ganz schön durchbeißen, um nicht vom Glanz, Glamour und Geld der Glitzerwelt überzeugt zu werden, den Mund zu halten. Nebenbei erfährt man so viel über das Hollywood jener Zeit, der Wahnsinn. 20er Jahre Hollywood, ein hartgesottener, standhafter Privatdetektiv, ein Touch Noir – so mag ich kriminelle Ausflüge in die Vergangenheit.

Die Drei
Schillernd, abgründig, erstklassig recherchiert


Schüssler und die verschwundenen Mädchen – Viktor Glass

Worum geht es?
Augsburg, 1890. Wenn Dienstmädchen ihre Anstellung verlieren bleibt ihnen, nachdem die Fabrikarbeiten mehr und mehr von Maschinen übernommen wurden, nur die Wahl zwischen Heirat und Freitod. Als Ludwig Schüssler vom Verlobten beauftragt wird, Luise zu finden, die vormals als Dienstmädchen gearbeitet hat, denkt er zuerst auch daran. Doch gemeinsam mit Caroline Geiger, die er zufällig trifft, tauchen plötzlich Spuren auf, die ganz andere Aufenthaltsorte der verschwundenen Mädchen andeuten.

Wie hat es mir gefallen?
Überraschend großartig – bin ich doch kein Fan von historischen Krimis, hat mir dieser ausgenommen gut gefallen. Vielleicht untypisch für die Zeit, aber von mir durchaus mit Wohlwollen betrachtet ist Schüsslers aufgeklärte Art und Carolines Selbstständigkeit, die nicht nur das Ermitteln erleichtern, sondern auch einen Hoffnungsschimmer in der damals doch recht trüben Zeit – zumindest für diejenigen ohne Geld bzw. für Frauen – aufglimmen lassen. Privatpolizist Schüssler und seine neu gewonnene Assistentin Caroline Geiger konnten mich vollauf überzeugen!

Die Drei
Authentisch, gut konstruiert, klasse Ermittlerpärchen


Die Maske des Dimitrios – Eric Ambler

Worum geht es?
Die 30er Jahre. Charles Latimer ist Kriminalschriftsteller und stolpert per Zufall in Istanbul über den Fall Dimitrios. Dimitrios wurde tot an der Küste  angespült und damit wurde eine lebhafte Verbrecherkarriere beendet. Latimers Interesse ist geweckt und er reist auf Dimitrios Spuren nach Rumänien und Frankreich, trifft dubiose Männer und auch eine geheimnisvolle Frau, er gerät immer tiefer in den Fall und muss schon bald um seine eigene Haut fürchten.

Wie hat es mir gefallen?
Die ersten hundert Seiten haben mir gefallen, doch dann muss ich zugeben, dass das Buch zäh wurde. Ich war ein wenig enttäuscht, dass Dimitrios dann doch nichts weiter als ein Verbrecher war, so geheimnisvoll wie Latimer und viele der anderen Charaktere ihn schildern, fand ich ihn nicht. Trotzdem wird das Flair der Zeit gut transportiert, auf Bahnreisen, in Aktenbergen, und durch den falnierenden Schriftstelle. Sehr gut gefallen hat mir die Einarbeitung zeitgeschichtlicher und politischer Ereignisse. Vielleicht kam es auch daher, dass ich ständig Vergleiche zu Ross Thomas gezogen habe und ich muss sagen, Thomas gelingt es besser, mir diese trockenen Ereignisse mit Sarkasmus und Kurzweile einzuflößen.  Nichtsdestotrotz ist das Buch ein Krimiklassiker und es wird auch nicht mein letzter Ambler sein.

Die Drei
Zeitgeschichtlich hervorragend, irgendwie zäh, aber ein Klassiker


 


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Somebody got murdered: Die Gewissenlosen – Caryl Férey


Caryl Férey – Die Gewissenlosen
Verlag: Limes
Übersetzer: Michaela Meßner
236 Seiten
ISBN: 978-3809026969

 

 

 

Schon als ich damals „Jähzorn“ gelesen habe, wusste ich, dass, sollte ein weiteres Buch des Autors erscheinen, ich auch dieses gerne lesen würde. Mit „Die Gewissenlosen“ knüpft der Autor allerdings nicht an sein voriges Buch an, sondern erfindet sich neu. Natürlich nicht völlig, denn man erkennt den Autor schon in seinem neuesten Werk, doch es ist entschieden anders als sein voriges. Allerdings muss man noch erwähnen, dass im Original „Die Gewissenlosen“ zeitlich vor „Jähzorn“ erschienen ist. War „Jähzorn“ ein recht dickes, fast schon monumentales Werk, welches die letzten Jahrzehnte der Geschichte Brasiliens aufwühlend und spannend in einen Krimi verarbeitete, ist das jetzige Werk eine schnelle, harte Geschichte, die zwar über 200 Seiten fasst, aber auch nur wegen einer größeren Schriftgröße und sich zügig liest.

Der Vater
Passend zur Form der Geschichte ist Mc Cash die längste Zeit seines Lebens Polizist gewesen, lernt man ihn doch kennen, als er sich das Licht ausblasen will. Lange würde es nicht mehr dauern, bis er erblindete, also warum es nicht selbst in die Hand nehmen? Der Ire, der nach IRA-Mitgliedschaft, Unruhen, dem Verlust eines Auges, eines Prozess ausgewiesen wird und in Frankreich gelandet ist, wird nach einem Jurastudium Polizist. Doch bevor er abdrücken kann, klingelt es an der Tür, ein Einschreiben. Carole, eine flüchtige Geliebte, schreibt ihm aus dem Grab – er hat eine Tochter, Alice. Unwillig und knurrig kündigt er seinen Job und fährt in das kleine Dorf, in dem Alice lebt, und landet mitten in einem Sumpf des Verbrechens. Ein kleines Mädchen wurde tot aus dem Fluss gezogen und seine Tochter ist die einzige Zeugin. Kurz darauf explodiert eine Orgie von Gewalt.

Anti-Held
Ein Charakterzug des „Einäugigen“ machte ihn mir unsympathisch, mit Misshandlung von Tieren bin ich nicht einverstanden, denn auch wenn der Hund nur ein Streuner ist, muss man ihn nicht mit dem Fuß treten. Doch so einen Helden muss man ja auch nicht unbedingt sympathisch finden, und so passt der Begriff hardboiled auf ihn wie die Faust aufs Auge. Abgeratzt, eigenwillig, wortkarg, missmutig … kurz gesagt: ein Arsch. Nichtsdestotrotz fahren die Frauen natürlich auf ihn ab, einsamer Wolf und so. Und er hat sowohl sein Vaterherz als auch sein Rechtsempfinden am rechten Fleck. Ein „Held“, wie wir Noir-Liebhaber ihn lieben. Eben kein Held. Ein Raubein, ein Ausgestoßener, ein Sonderling, das ist Mc Cash. Und ein Vater.

Ohne Worte
Atmosphärisch hat der Autor hier auch viel richtig gemacht. Es scheint ständig schlechtes Wetter zu herrschen, kalt und ungemütlich, von Regen bis Schnee, doch der Autor gibt sich nicht mit ausufernden Beschreibungen ab. Das Dorf ist eine Ödnis, Tristesse und Grau gehen Hand in Hand. Manches ist eingeflochten, manchmal nur mit einem Wort, vieles auch ungesagt, doch deutlich spürbar. Atmosphäre eben. Überhaupt ist das eines der Dinge, die ich an französischen Krimis sehr liebe – diese Nichtvorhandensein von langen Erklärungen oder Ausschweifungen. Mitunter hat man ja manchmal das Gefühl, Autor*innen erklären einem alle zwanzig Seiten von Neuem, wer in dem Buch alles eine Rolle spielt, doch hier ist das ganz bestimmt nicht so. Wer nicht aufpasst hat verloren, aber wer sich das Buch einverleibt, aufgrund seiner kurzen Seitenzahl kann das auch mal an einem Nachmittag geschehen, der braucht nicht nochmal auf etwas hingewiesen werden. Der Leser weiß worum es geht, folgt Mc Cash, auch ohne viele Worte, und pflügt rasend durch das Buch.

„Somebody got murdered
Somebody’s dead forever”
(The Clash, Somebody got murdered)

Punk
Und dann ist da ja noch Joe Strummer. Wer ihn nicht kennt, dem möchte ich jetzt ein „na na na!“ hinwerfen, doch ich weiß ja nun, dass nicht jeder sich im Punk zu Hause fühlt, allerdings muss man doch ein wenig vorwurfsvoll gucken, wenn jemand The Clash nicht kennt. Joe Strummer ist der Held von Mc Cashs Jugend, auf ihn wird immer wieder verwiesen – im Original Titel kommt denn auch sein Name vor: „La jambe gauche de Joe Strummer“ – aber noch viel cooler ist, dass jedes Kapitel den Titel eines The Clash Songs trägt und natürlich gar wunderbar zum Inhalt des jeweiligen Kapitels passt. Ich wusste das ja vorher nicht, aber bin davon restlos begeistert. Wie abgefahren ist das denn? Gekrönt wird das Ganze am Anfang von einem Zitat von Thom Yorke… na, muss ich das etwa auch erklären? Na ok, Thom Yorke halt, der Sänger von Radiohead, der zwar sein Auge noch hat, aber das meiste seiner Sehkraft eingebüßt hat und damit schließt sich wunderbar der Kreis zu Mc Cash, unserem Einäugigen hier. Ich bin begeistert davon, dass Zitate und Kapitelüberschriften auch ihren Sinn haben können, denn meistens erschließt sich mir dieser nicht und bin deshalb ein Verfechter davon, dass Autor*innen sich diese doch sparen könnten. Wahrscheinlich war es aber wohl meist einfach nur die falsche Musikrichtung für mich.

Fazit:
Ein Buch wie ein Ritt, stampfend und pulsierend. Ein kurzes Buch, kurze Kapitel, aber genau richtig, kurz eben. So wie Punk. Ein Gaumenschmaus an düsterem, hartem Lesestoff. Und: nicht nur für Fans von Joe Strummer ein Muss, sondern eben auch für Fans des harten, rauen Krimis.

 

 

Link: https://www.youtube.com/watch?v=mvA_ipa-8DM (eingestellt von Jimmy Jonas, Liveaufnahme Us Festival 05-28-83 Glen Helen Regional Park Bernadino CA)


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Französisch: Makabre Machenschaften am Boul‘ Mich‘ – Léo Malet

Nestor Burma ist einer der großen Namen im Kreise der Privatdetektive, der mir auf meiner Leseliste noch gefehlt hat, deshalb wurde es nun langsam Zeit, dass ich in Léo Malets Reihe um den französischen Privatschnüffler mal hinein lese.  Seine Krimis werden im Kleinverlag DistelLiteraturVerlag in der Série Noire verlegt, doch auch der Verlag Edition Nautilus hat in den letzten Jahren zwei seiner Krimis neu aufgelegt. Zugleich gibt es von einigen Titeln eine Graphic Novel Version im Schreiber&Leser Verlag, doch dazu später mehr. Widmen wir uns nun also meinem ersten Nestor Burma, aber nicht dem ersten Nestor Burma der rund 30 Krimis, die Malet mit Nestor Burma geschrieben hat. Der vorliegende Titel gehört zu jenen 15 Krimis um Nestor Burma, in denen sich der Autor ganz speziell Paris gewidmet hat und so spielt jeder Teil in einem anderen Pariser Viertel. In diesem Teil widmet er sich dem Quartier Latin, dem 5. Arrondissement.

Nestor Burma harrt der Dinge in seinem Büro. Seine Assistentin Hélène glänzt durch Abwesenheit aufgrund einer Grippe, Fälle sind gerade auch nicht in Sicht, als er einen Anruf von Jacqueline Carrier erhält. Ihr Verlobter Paul Leverrier wurde tot in seinem Auto aufgefunden – Selbstmord. Mademoiselle Carrier will das aber nicht glauben und engagiert Burma, um herauszufinden was wirklich mit Paul geschehen ist. Nach einem Gespräch mit seinem Kumpel, Kommissar Faroux, und dem ermittelnden Inspektor Masoultre, ist er aber definitiv davon überzeugt, dass Paul sich selbst umgebracht hat. Um der jungen Frau die Leiden zu erleichtern, stürzt er sich dennoch in die Ermittlungen, auch wenn er höchstens hofft, die Gründe für den Selbstmord auszugraben. Doch dann stolpert er über einen Erpresser, mehrere Leichen und ein Familiengeheimnis.

Auch wenn Nestor Burma die deutlichen Anspielungen auf seine amerikanischen Vettern wie Philip Marlow und Sam Spade anzumerken sind – schon allein die Tatsache, dass eine junge, wunderhübsche Frau dem Privatdetektiv einen Auftrag erteilt – ist der Krimi so durch und durch französisch, dass es nicht verwunderlich ist, wenn einem nach der Lektüre bei nächstgelegentlicher Begegnung anderer Menschen ein Monsieur oder Mademoiselle heraus rutscht. Dazu trägt natürlich ganz immens die Beschreibung der Umgebung bei, denn Burma begibt sich in seinem Auftrag von Straße durch Straße und durchstreift das Quartier Latin ausgiebig. Man kann jetzt darauf hinweisen – so wie der angefügte Nachgang von Peter Stephan, der die Wege in Paris wohl abgeschritten ist – dass sich nicht alle Örtlichkeiten des Romans dort einfinden, wo der Autor sie in seiner Geschichte hingesetzt hat. Das mag Franzosen oder gar Pariser stören, mir ist es noch nicht mal aufgefallen und für mich war das Flair der Stadt greifbar. Zumal man sich ja auch nicht an den heutigen Begebenheiten stören darf, spielt die Geschichte ja in den späten Fünfzigern des vorigen Jahrhunderts. Lokalitäten, ein Kabarett, Wohnhäuser und Bars, gemeinsam mit seinen Streifzügen über Places und durch Rues geben den perfekten Hintergrund für die Geschichte und verleihen ihm die nötige französische Ausstrahlung.

Den kann allerdings auch Nestor Burma beisteuern. Er ist nicht ganz so wortkarg wie seine amerikanischen Vettern, weiß aber ein Schweigen gekonnt einzusetzen. Mit dem Gesetz nimmt er es auch nicht so genau, seine Ermittlungsergebnisse teilt er auch nur mit der Polizei, wenn er gezwungen wird, so dass man wohl von einer Hassliebe sprechen kann. Und auch wenn er um die junge Dame immer wieder höchst besorgt ist, kann er nicht ganz verheimlichen, dass der Fall ihn irgendwann packt, da einfach zu viele Ungereimtheiten auftauchen. So klappert er nach und nach Leverriers Freunde, seinen Vater und Van Straten, einen Magier und Scharlatan, der mit Leverrier bekannt war, ab und findet nach und nach nicht nur den Grund für Leverriers Selbstmord, sondern noch einige weitere Verbrechen. Dabei stellt er sich immer so geschickt an, dass er Minuten vor den Flics (= den Polizisten) den Ort des Geschehens betritt und diese bedröppelt da stehen lässt. Noch nicht mal die asiatische Grippe haut den Schnüffler aus den Socken, nach einer Rosskur begibt er sich wieder fleißig ins Quartier Latin, doch auch er muss Gott – oder an wen auch immer er glaubt – für einiges an Glück danken, zumindest einer brenzligen Situation entkommen zu sein.

Einige Anmerkungen finden sich im Buch, für mich, der noch nie in Frankreich war und auch bisher wenig Interesse daran gezeigt hat, könnten es sogar ein paar mehr sein, dafür findet sich im Anhang ein Straßenverzeichnis und der Rundgang von Peter Stephan. Am passendsten ist aber der Kartenausschnitt, der sowohl das Innencover vorne und hinten ziert und auf dem man alle Wege Burmas selbst nachvollziehen kann. Wie so viele Klassiker liest sich auch dieser Krimi ein wenig ungelenk, heutzutage schreibt man Krimis mehr auf den Leser zugeschnitten. Und damit meine ich nicht die Anspielungen auf französische Namen oder ähnliches, sondern einfach eine etwas angestaubte Sprache. Das hindert natürlich nicht am Lesegenuss, soll aber doch erwähnt werden. Und auch wenn das Französische auf jeder Seite des Krimis spürbar ist, kann man den Hardboiled Einschlag der amerikanischen Vorbilder nicht wegdiskutieren. Doch genau diese Kombination macht diesen Krimi zu etwas Besonderem.

Abschließend habe ich mich noch der Lektüre der Graphic Novel „Bambule am Boul‘ Mich‘“ gewidmet. Die Geschichte ist natürlich die gleiche, doch mit weniger Worten dafür eben den aussagekräftigen Zeichnungen von Nicolas Barral versehen. Passend zu einem Krimi sind die vorherrschenden Farben eher düster, die Zeichnungen aber klar und prägnant. Nicht aufdringlich aber deutlich tritt das Paris der früheren Jahre auf, manchmal nur schemenhaft im Hintergrund angedeutet, aber trotzdem gut zu erkennen. Wer sich also ein wenig schwer tun sollte mit der sperrigen Sprache des geschriebenen Krimis und mit Graphic Novels etwas anfangen kann, der sollte unbedingt zu dieser Ausgabe von Leo Malets Krimi rund um den Boulevard St. Michel greifen.

Fazit:
In perfekt inszenierter Atmosphäre im Pariser Quartier Latin rettet der Privatdetektiv Nestor Burma eine junge Frau vor ihrem Herzschmerz und stößt dabei auf Leichen und Verbrechen. Hardboiled par excellence – auf französische Art!

 



Léo Malet – Makabre Machenschaften am Boul‘ Mich‘
Verlag: DistelLiteraturVerlag
Übersetzer: Katarina Grän
216 Seiten
ISBN: 978-3923208869


Léo Malet – Bambule am Boul‘ Mich‘
Verlag: Schreiber&Leser
Übersetzung: Resel Rebiersch
Zeichnungen: Nicolas Barral
92 Seiten
ISBN: 978-3943808674


 


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Englischer Besuch: Mein Freund Maigret – Georges Simenon

Georges Simenon – Mein Freund Maigret
Verlag: Diogenes
Übersetzerin: Annerose Melter
203 Seiten
ISBN: 978-3257205060

Der Link führt zur maigret.de Webseite – ein direkter Link zum Buch auf der Verlagswebseite war leider nicht möglich, da das Buch momentan nur antiquarisch erhältlich ist.

 

Wenn man Proquerolles, welche Simenon genutzt hat, um dort seinen Krimi anzusiedeln, mal mit Google sucht erhält man wunderschöne Bilder von einer Ferieninsel an der Mittelmeerküste Frankreichs. Ein kleines Paradies, welches dazu einlädt eine Auszeit zu nehmen und die wunderschöne Landschaft zu genießen. Der Krimi ist allerdings zu einer Jahreszeit angesiedelt, als noch kaum Urlaubsgäste auf der Insel weilen, so dass der Kreis der Verdächtigen klein und überschaubar ist und zumeist aus Einheimischen besteht. Eine andere Funktion lässt Simenon der Insel nicht angedeihen, denn er tut einfach das, was er so wunderbar kann: er zeigt die Menschen.

Maigret ist genervt. Ein Engländer – Inspektor Pyke – wurde ihm an die Seite gestellt. Der soll die hoch gelobte Methode Maigrets studieren und diese mit nach England nehmen. Und eigentlich hält sich der Engländer vornehm zurück, doch auch das stört Maigret. Wer weiß schon, was der Insulaner so denkt? Zudem passiert gerade wenig, was es sich lohnt dem Engländer zu zeigen. Doch dann wird Maigret nach Proquerolles gerufen. Ein Mann, Marcel Pacaud, wurde ermordet – nachdem er in höchsten Tönen von seinem Freund Maigret geschwärmt hat. Dabei ist Pacaud ein Taugenichts, der denn auch hin und wieder im Gefängnis landete. Maigret hat sich allerdings um seine Freundin Ginette, eine Prostituierte, die an Tuberkulose erkrankt ist, gekümmert. Maigret macht sich, gemeinsam mit Pyke, auf nach Porquerolles, um den Mord zu lösen.

In Porquerolles trifft Maigret auf den eifrigen Polizisten Lechat, der ihm die Einheimischen, aber auch Zugreiste, die dauerhaft auf der Insel leben, bzw. auf Schiffen vor der Insel ankern, zum Verhör anreicht. Dieses Völkchen trifft sich abends in der Arche und hat Pacauds Lobeshymnen vernommen. Hier treffen sich die Ansässigen und die Aussteiger zum Abendessen und Trinken. Lechat führt Maigret alle zur Befragung vor und Maigret lässt es geschehen, um gut vor Pyke auszusehen, doch letztendlich kann er sich dann doch dazu durchringen, seinen Weg zu gehen. Er wandert über die Insel, unterhält sich hier und dort, manchmal mit Pyke als Anhang, aber auch mal ohne.

Die nebenbei geführten Gespräche bringen viel mehr als die Verhöre, die ja einen gezwungenen Charakter haben und schon per se von einigen mit Widerstand belohnt werden. Die Gespräche offenbaren Maigret nicht nur nach und nach das Motiv und den Mörder, sondern zeigen auch das gesellschaftliche Geflecht der Inselbewohner, ihre Gewohnheiten und Geheimnisse. Er zeigt die Menschen wie sie sind, ganz unterschiedlich, nie unfehlbar, immer eigen und einzigartig, selbst die Bedienung im Gasthaus. Und so bleibt Simenon seinem Stil treu und weiß damit doch zu bezaubern.

Ein Maigret Krimi ist wie ein Glas guter Wein – es spricht alle Sinne an und man muss es genießen, um das volle Aroma zu riechen und zu schmecken, man kann den Wein nicht einfach hinunter schütten. Es braucht Zeit, um sich zu entfalten, aber dann überzeugt es auf ganzer Linie.
So ist Simenons Stil und so ist auch Maigret. Auch er braucht eine Weile, doch dann ist er doch tatsächlich auch mit Pyke im Einklang und ganz in seinem Wesen wieder angekommen. Fragt er sich am Anfang ständig, was Pyke wohl denken mag, verliert sich das und er findet sich wieder, zeigt Pyke ganz unbewusst seine viel gerühmte Methode. Und überführt natürlich den Übeltäter. Bravo!

Fazit:
Ein Maigret, wie wir ihn kennen. Zwar bringt ihn der englische Besuch ein wenig aus dem Tritt, doch Maigret findet seine Methode wieder und weiß den Täter zu überführen. Ein wunderbares Buch – in einer traumhaften Kulisse, auch wenn diese nur im Hintergrund auftritt.

 


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Ein Schuss nach hinten: Kommando Abstellgleis – Sophie Hénaff


Sophie Hénaff – Kommando Abstellgleis
Verlag: carl’s books
Übersetzerin: Katrin Segerer
345 Seiten
ISBN: 978-3570585610

 

 

 

 

Manchmal verengt sich der Blick, wenn man zu viel liest. Dann sortiert man Bücher schon allein wegen ihres Covers oder Titels aus oder fliegt darüber hinweg ohne es überhaupt wahrzunehmen. Doch dann, entdeckt man das Buch bei einem Blog (so geschehen bei Wortgestalt) und liest die Rezension dazu und denkt sich, hey, das hört sich doch gar nicht schlecht an. Und just beim nächsten Besuch im Buchladen steht das Buch dann auch noch abwartend im Regal. Na klar, dass sich das Schmuckstück dann mit mir auf den Weg nach Hause gemacht hat. Von wegen Abstellgleis!

Und doch ist der Name des Buches gut gewählt. Denn dort landet Anne Capestan mit einigen anderen Polizisten, die nicht den Erwartungen der Chefs entsprechen. Da trifft sich der Säufer neben dem übereifrigen IT-Idioten, die Spielerin mit dem Pechvogel, der Überkorrekte mit dem Plappermaul – und allen voran steht Anne Capestan, einstiger Star der Truppe, die nach einem Schuss zu viel die Karriereleiter herunter purzelt und nun die Leitung dieser 40 Aussortierten übernehmen soll. Naaaa, keine Sorge. 40 Leute tauchen nie auf – nur so nach und nach tröpfeln ein paar Versprengte auf und wühlen sich durch die aussortierten Fälle der Abteilungen. Zwar aussortiert und weggestellt, aber durchaus motiviert macht sich die Brigade an die zwei Mordfälle, die sich in den aussortierten Akten finden lassen und rütteln einiges durcheinander.

Ganz klar sind die Charaktere das A und O des Krimis. Anne Capestan akzeptiert ihren neuen Job, aber stellt sich den ganz anders vor als die Chefs. Sie setzt sich ganz sicher nicht auf ihr Altenteil und akzeptiert ihre Mitarbeiter so wie sie sind. Sie weiß die Nachteile der Kollegen in Vorteile zu wandeln und wenn der direkte Weg nicht geht, wird eben improvisiert. Ihr Partner wird der Pechvogel José Torrez, der erst so gar keine Lust hat, sich aus dem Büro raus zu trauen, denn dies hat ihn schon mehr als einen Partner gekostet. Aber das interessiert Capestan nicht. Eva Rosière, die nach Erfolgen als Autorin und Drehbuchautorin wieder aktiv in der Truppe ist, kombiniert sie mit dem schweigsamen Lebreton, dem ehemaligen Ermittler der Internen. Dann gibt es noch Évrard, die noch einen Euro übrig hat, den sie nicht verspielt hat, ansonsten aber eine kluge junge Frau ist, ganz anders als Dax, der zwar jegliche Informationen aus dem Internet herausbekommen kann, doch man muss schon genau definieren, welche man benötigt. Capitaine Merlot (ja, genau, der Säufer) sorgt für Ablenkung und Orsini für den guten Kontakt zur Presse, Levitz für rasante Verfolgungsfahrten in ungewöhnlichen Fahrzeugen.

Mit all ihren Fehlern ist die Truppe höchst charmant und ganz gewiss nicht fehlerfrei, aber höchst sympathisch. Klar, ein paar Überzeichnungen lassen sich finden, doch die Truppe arbeitet erstaunlich gut zusammen, nachdem Capestan klar gemacht hat, dass das für sie keinesfalls ein Abstellgleis ist und jeder bei den Ermittlungen beteiligt sein soll. Sie weiß die Kollegen geschickt einzusetzen und zu lenken, so dass ihre Nachteile gar nicht weiter auffallen oder zumindest abgemildert werden.

Die beiden Mordfälle, sowie ein Drogendelikt, welche sich die Truppe heraussuchen erweisen sich als trickreich. Nicht anders zu erwarten bei abgelegten und nicht gelösten Fällen. Alle sind Cold Cases, doch die Jahre Abstand zur eigentlichen Ermittlung bringt auch Vorteile. Abstand, einen anderen Blick und veränderte Zeugenaussagen – Dinge, die man vorher nicht für wichtig gehalten hat, für nicht erwähnenswert. Und natürlich spielt der Kampfgeist der Truppe hier auch mit – die Aussortierten verbeißen sich in die Fälle. Und müssen feststellen, dass nicht nur fehlende Spuren die Fälle zu den ungelösten Fällen haben wandern lassen.

Fazit:
Alle aussortierten und ungewollten Polizisten in einer Abteilung? Ein Schuss nach hinten – zumindest für die Chefs. Für alle anderen ein Gewinn, denn Anne Capestan kann mit ihrer Truppe voll überzeugen. Ein witziger, charmanter Kriminalfall mit den Verlierern der Polizei. Was ein Vergnügen!


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15 Tage: Schwarzes Gold – Dominique Manotti

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Dominique Manotti – Schwarzes Gold
Verlag: Argument
Übersetzerin: Iris Konopik
384 Seiten
ISBN: 978-3867542135

 

 

 

„Die Enkelin eines südafrikanischen Milliardärs spielt mit einem alten Waffenschmuggler im Casino, vergewaltigt ihren Cousin, der ein Krieger ist und sich zu verteidigen wissen sollte, und verkauft einen zerrissenen Bettüberwurf für dreitausend Dollar an einen Freund der Familie. Ich komme da nicht mit.“ (S. 229)

Ich komme da auch nicht mit.
Dominique Manotti habe ich zum ersten Mal in „Ausbruch“ erlebt und fand das Buch grandios, als nächstes lief mir „Abpfiff“ über den Weg und trotz des für mich überhaupt nicht interessanten Themas Fussball, konnte mich die Grande Dame des Roman noir wieder für sich gewinnen. Nun also „Schwarzes Gold“, ein Krimi über Erdöl. Naaa, auch das Thema lockt mich jetzt nicht hinter dem Berg hervor, aber es ist eben ein Manotti. Da muss man schon mal vorab Freudensprünge machen, die man dann während und nach der Lektüre fortsetzt. Denn Manotti hat es wieder geschafft. Sie hat mir ein für mich völlig uninteressantes Thema in ihrem prägnant knappen Stil und mit einem jungen Daquin nicht nur näher gebracht, sondern so komplex und durchdringend erzählt, dass es mich jetzt noch erfreut zittern lässt.
Ich komme da nicht mit. Wie schafft sie das nur?

Commissaire Daquin ermittelt in seinem ersten Mordfall im Marseille: in Nizza wurde der bekannte Marseiller Geschäftsmann Maxim Pieri vor dem Casinoeingang mit zehn Kugeln niedergestreckt. In der Vergangenheit sagte man Pieri Kontakte zur Unterwelt nach und so vermutet die Staatsanwaltschaft eine Abrechnung. Doch zwei Tage später wird Pieris Stellvertreter erschossen und auch der Kapitän eines Frachters der Somar, Pieris Frachtunternehmen, stirbt kurz darauf. Daquin glaubt nicht an eine alte Abrechnung und beginnt in Pieris Privatleben, aber besonders in seinem Geschäftsleben zu schnüffeln. Doch Daquin, gemeinsam mit zwei ortsansässigen Ermittlern, bleiben nur 15 Tage Zeit, um das Rätsel zu lösen, da die Staatsanwaltschaft den Fall zu den Akten schieben will und ein Schnellverfahren eröffnet hat.

Commissaire Daquin ist mir schon aus „Abpfiff“ bekannt, auch zwei weitere Krimis mit ihm sind schon erschienen. Die Besonderheit diesmal ist, dass wir uns Anfang der 70er Jahre befinden und Daquin in Marseille seinen ersten Posten, nach Studium, Polizeihochschule und einem Jahr in Beirut, antritt. Die Stadt ist ihm fremd, nicht nur unter den Kollegen ist es ein Geklüngel, es scheint, als Fremder ist es ihm nicht möglich, in die Strukturen der Stadt einzutauchen. Grimbert und Delmas, die beiden ihm zugeordneten Marseiller Polizisten, beäugen ihn kritisch und er sie, doch letztendlich knobeln sie alle an dem Fall und keiner glaubt an die einfache Lösung des Staatsanwalts. Daquins Scharfsinn ist auch in jungen Jahren schon vorhanden, nur die Unkenntnis der Staat, der Verbrecher, die hier leben, die Art der Leute, behindern ihn solange, bis er Grimbert und Delmas vertrauen kann.

1973 – die French Connection wurde gerade zerschlagen, die erste Ölkrise kündigt sich an. Noch haben die „Sieben Schwestern“ die Macht über den Ölpreis, doch OPEC positioniert sich. Natürlich gibt es auch Klüngeleien nebenbei, jeder versucht ein Stückchen vom „Schwarzen Gold“ für sich zu sichern. Ein Firmengeflecht, welches ein amerikanischer Geschäftsmann aufgebaut hat, scheint undurchdringlich. Er jongliert mit Ländern und Geldern, die er nicht hat, er spekuliert und schachert. Wenn da mal der ein oder andere nicht hineinpasst, wird sich um das Problem schon gekümmert. Beim Geschäft mit dem Öl winken Millionen, ach was, Milliarden.
Ausgeklügelt und verschlungen sind die Pfade, die Manotti hier einbaut, mit Wissen und Geschichte der Wirtschaft und des Verbrechens der 70er gefüllt. Ein Verwirrspiel über südafrikanische Minen, Schweizer Banken und iranische Scheichs, im Zentrum Marseille und eine schöne Frau. Wissen und Geschichte, noir verpackt. Bitte mehr davon!

Fazit:
Ein komplexes Lesevergnügen, wirtschaftspolitisch brisant, literarisch kurz und prägnant. Ein Manotti eben. Unbedingt lesen!