Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)


7 Comments

Die Stunde der Entführer – Robert Wilson


Robert Wilson – Die Stunde der Entführer
Verlag: Goldmann
Übersetzer: Kristian Lutze
479 Seiten
ISBN: 978-3442314287

 

 

 

 

Immer wieder stellt sich die Frage, ob es Sinn macht, in der Mitte einer Serie einzusteigen oder eben beim Anfang zu beginnen. Ich habe schon verschiedene Erfahrungen gemacht. Manchmal klappt es gut, wenn man mittendrin einsteigt, manchmal weniger gut. Und ich hatte sogar schon ein oder zwei, bei denen es gar nicht geklappt hat. Nichtsdestotrotz muss man es manchmal probieren, denn seien wir mal ehrlich, man kann nicht jeder Serie von Anfang an folgen oder wenn man sie eben erst spät entdeckt, noch alle vorigen Teile aufholen. Hier habe ich mir nun also den dritten Teil um Charles Boxer geschnappt, einen Spezialisten für Entführungsfälle, der sich auch nicht scheut, härtere Maßnahmen zu ergreifen. Der Einstieg bei Teil drei war kein Problem, doch zufrieden bin ich dennoch nicht.

In London werden innerhalb von wenigen Stunden die Kinder von 6 Milliardären entführt. Die Altersspanne der Entführungsopfer geht vom Kind bis zum jungen Erwachsenen und zieht sich durch mehrere Nationalitäten: mit dabei sind die USA, Russland, China und Indien. Die Eltern sind nicht nur sehr reich, sondern durch ihre Geschäfte zumeist auch in der Politik verbandelt, was die Sache äußerst kompliziert macht. Die Ermittlung führt Mercy Danquah, Charles Boxers Ex-Freundin. Doch nicht nur diese Verbindung zieht Boxer in den Entführungsfall, sondern auch eine neue Klientin. Siobhan sucht ihren Vater Conrad Jensen, der vor einigen Tagen spurlos verschwunden ist. Der Anwalt der Familie hat Siobhan zu Boxer geschickt, um zur Not auch von Boxer speziellen Fähigkeiten Gebrauch zu machen. Boxer ist nahe dran, den Fall abzulehnen, gibt sich aber doch geschlagen. Auch Amy, seine Tochter, die mittlerweile bei seiner Organisation LOST mithilft, um lange zurückliegende Verschwundene wieder aufzuspüren, wird mit in die Ermittlung gezogen. Doch auch wenn es anfänglich nach zwei verschiedenen Ermittlungen aussieht, gibt es eine Verbindung.

Die Entführung reicher und so unterschiedlicher Kinder zieht ganz verschiedene Organisationen an. Die Ermittlung liegt vielleicht bei der Londoner Polizei, doch im Hintergrund mischen die verschiedensten Geheimdienste fröhlich die Karten, ohne sich dabei hineinsehen zu lassen. Die Milliardäre sind nun auch nicht die einfachsten Menschen, so dass jeder einen eigenen Unterhändler hat und das Chaos perfekt ist. Die Entführer allerdings, sind durchaus gut strukturiert und überlegt. Das zeigen nicht nur die sechs kurz nacheinander ausgeführten Entführungen, sondern auch die Verhandlungen. Es wird kein Lösegeld verlangt, sondern eine Aufwandsentschädigung für den Aufenthalt der Geiseln und es wird auch nicht einzeln verhandelt – ein Unterhändler wird bestimmt.
Man mag es kaum glauben, aber den Entführern geht es tatsächlich nicht um Geld, es werden politische Forderungen gestellt – aber genau da ist der Haken: die genaue Motivation kommt erst ganz zum Schluss heraus und ist dann auch nicht mehr wichtig, denn es ist ja schon vorbei.

Die Hauptfiguren – Boxer, Mercy und Amy – fand ich alle ganz gut, wenn auch mit Klischees nicht gegeizt wird. Charles Boxer vertritt dabei den stereotypischen Helden: für Recht und Gerechtigkeit verkloppt er auch gerne mal die Bösen und findet letztendlich die Entführten quasi im Alleingang. Und natürlich sieht er rot, wenn es um die Familie geht. Bei den Nebenfiguren sticht vor allem Siobhan als etwas andere Femme Fatale heraus. Schade ist, dass die Entführten oder gar die Entführer nicht zu Wort kommen, hier hätte man dann zwar noch ein, zwei weitere Ebene eröffnet, aber eben andere Perspektiven eröffnet. Dies hätte für Abwechslung gesorgt und man hätte auch die Motivation der Entführer besser verstanden. Doch sowohl Entführte als auch Entführer sind quasi nur schmückendes Beiwerk. Insgesamt hätten andere Perspektiven spannende Einblicke eröffnen können, z. B. auch bei einem der Geheimagenten stelle ich mir das interessant vor.

Ein komplexes Szenario, viele Mitspieler und Parteien, viele Heimlichkeiten und doch irgendwie unrund. Es passiert so viel und doch irgendwie nicht. Der Fokus liegt auf Charles Boxer, ab und an auch bei Mercy. Beide haben zusätzlich noch mit privaten Problemen kämpfen müssen. Die Geschichte nimmt kurz Fahrt auf, aber tuckert dann irgendwie vor sich hin, so bis zur Hälfte, bis sie dann endlich in Schwung kommt. Das Ende wird relativ kurz abgehandelt, die Beweggründe der Entführer zwar dargestellt, doch warum Boxer nun mit im Spiel sein musste ist für mich unzureichend erklärt worden. Aber vielleicht passt das ganz gut, denn irgendwie, auch wenn der Fall an sich geschlossen ist, gibt es einen hintergründigen Handlungsstrang, der weitergeht. Allerdings ohne mich – das Buch konnte mich jetzt nicht so überzeugen, dass ich mir den nächsten Teil holen würde.

Fazit:
Durchschnittlich – der Fall nimmt ab der Mitte Fahrt auf, doch irgendwie ist das Ganze unrund. Ein komplexes Szenario mit vielen Parteien, aber keinen anderen Perspektiven. Schade.


5 Comments

Hü und hott: Schwesterherz – Felix Francis

schwesterherz-9783257243499
Felix Francis – Schwesterherz
Verlag: Diogenes
Übersetzer: Malte Krutzsch
398 Seiten
ISBN: 978-3257243499

 

 

 

 

Pferderennen – ein Thema, mit dem ich wenig bis wirklich gar nichts anfangen kann. Gibt’s sowas überhaupt in Deutschland? Mir fällt da spontan nur Ascot ein…  Aber tatsächlich gibt es in Deutschland doch einige Trab- oder Galopprennbahnen, wie ich nach ein wenig Recherche herausgefunden habe. Für mich ziemlich überraschend, wobei ich eine Entschuldigung vorbringen kann. Die Zeit hat sich hier die Mühe gemacht und eine Deutschlandkarte mit den vorhandenen Pferderennbahnen versehen und in meinen Heimaten Franken & Baden-Württemberg ist anscheinend Pferderennen nicht so beliebt – es ist quasi der„grüne“ Fleck auf der Karte. Bezüglich Englands fallen mir aber weiterhin nur Ascot und viele hässliche Hüte ein. Damit war es das aber auch. Das hat sich nun aber gehörig geändert.

Mark Shillingford ist Kommentator von Pferderennen, sowohl direkt beim Rennen als auch im Fernsehen vertreten. Als er seine Schwester Clare, eine Jockey, beim letzten Rennen absichtlich langsam reiten sieht, spricht er sie beim gemeinsamen Abendessen an und verdirbt beiden den Abend. Ein Rennbetrug kann das Ende ihrer Karriere bedeuten, doch selbst Mark hat das Rennen mehrmals sehen müssen, um sich Clares Betrugs sicher zu sein. Einige Stunden später ist Clare tot – Selbstmord vom Balkon eines Hotels. Ist er schuld am Tod seiner Schwester? Hat er mit seiner Anschuldigung Clare in den Tod getrieben? Mark macht sich schwere Vorwürfe, doch so richtig kann er an die Selbstmordtheorie nicht glauben. Steckt etwa mehr dahinter und es war ein Mord?

Beide Shillingfords, im Übrigen Zwillinge, träumten schon als Kind vom Pferderennsport und einer Karriere als Jockey. Mark wurde allerdings zu groß und kräftig, so dass es nur Clare möglich war, diese Laufbahn einzuschlagen. Doch Mark bleibt in der Nähe – der Sport hat es ihm angetan. Der Vater der beiden ist nicht einfach, ihre Geschwister mehr als 10 Jahre älter, so dass die beiden Zwillinge noch näher zusammen rücken. Doch in letzter Zeit haben die beiden sich auseinander gelebt. Marks Entdeckung von Clares Rennmanipulation treibt einen Keil zwischen die beiden, da helfen auch die Nachrichten nicht, dass Clare seit Kurzem glücklich in einer neuen Beziehung ist. Nach dem Essen versucht Clare hin anzurufen und er geht nicht ran – dann stürzt sie vom Balkon. Oder wird gestoßen. Mark macht sich schwere Vorwürfe, aber auch sein Vater kämpft mit Schuldgefühlen.  Marks Zwiespalt zwischen seinen Schuldgefühlen und dem Wunsch, den Tod seiner Schwester aufzuklären ist deutlich zu sehen. Immer wieder wird er von seiner Trauer eingeholt, auch wenn ihn seine vertraute Umgebung, die Rennbahnen, an seinem Plan festhalten lassen.

Eigentlich ist sofort klar, dass wenn der Selbstmord keiner war, dann kann das Mordmotiv nur im Pferderennsport zu suchen sein. Und wer ist da besser geeignet, den Täter zu finden, als ein Beteiligter des Trubels? Die Polizei ist mit der Selbstmordtheorie sowieso ganz zufrieden (und der Inspektor gleich mal in Urlaub gefahren) und mehr Kenntnis im Rennsport als Mark Shillingford kann sie auch nicht aufweisen. Und so verbringt der Leser mit Mark seine Stunden auf den verschiedenen Pferderennbahnen, bzw. immer darüber, denn dort sitzen die Moderatoren und Kommentatoren. Man geht mit ihm zu Trainern, Jockeys und in Ställe, trinkt ein Gläschen mit den Pferdebesitzern und versucht auch nur ansatzweise die Pferdenamen und Jockey-Farben auseinander zu halten – natürlich vergeblich. Das überlässt man dann lieber den Profis, Mark zum Beispiel.

Ich persönlich lerne immer gerne etwas aus Büchern und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Der Pferderennsport ist mir so fern wie der Mond von der Erde und nach dem ersten Kapitel habe ich befürchtet, es bleibt so. Doch man kommt rein in die Welt der Pferderennen. Pferderennsport – ein Sport der Reichen? Auch. Klar sind die Besitzer oft sehr reich, doch es ist ein ganzer Tross, der daran beteiligt ist, ganz zu schweigen von denen, die auf die Pferde wetten. Ein spannender Einblick in eine ganz andere, mir unbekannte Welt: den Pferderennsport.

Natürlich fällt Mark mit seinen Fragen auf. Er stochert in verschiedenen Wunden, mehr nebenbei, aber doch penetrant. Er stöbert im Hotel und besorgt sich das Band der Überwachungskamera, tritt einigen Leuten dabei auf den Schlips und muss auch einige Anschläge auf sein Leben überstehen. Doch auch wenn dies aufregende Momente für Mark und den Leser sind, ist „Schwesterherz“ eher ein ruhiger, aber packender Krimi. Die Kombination des Kennenlernens und Austarieren einer für mich vorher fremden Umgebung gepaart mit einem Krimifall und dem bedächtigen, aber hartnäckigen Mark Shillingford haben mir tolle Lesestunden beschert.

Bitte aber nicht – wie ich – Felix Francis mit seinem Vater Dick verwechseln, einem Veteran im Krimi-Genre. Ob der Sohn in die Fußstapfen des Vaters passt, kann ich nicht beurteilen, da dies mein erster „Francis“ ist, allerdings widmen sich beide wohl ihrem Lieblingsthema: dem Pferderennsport.

Fazit:
Zwischen Pferden und Geld sucht Mark Shillingford den Mörder seiner Schwester – ein packender Kriminalfall im Pferderennsport, der es schafft, einem den Sport näher zu bringen. Fesselnd!


6 Comments

Opfergaben: Miss Terry – Liza Cody

1219x
Liza Cody – Miss Terry
Verlag: Argument Verlag
Übersetzerinnen: Grundmann & Laudan
286 Seiten
ISBN: 978-3867542197

 

,

 

Sie hat es wieder geschafft. Liza Cody hat mich restlos begeistert. Mit „Miss Terry“ hat sie mich durch alle Gefühlswelten geschickt. Ich habe gefiebert, gelitten und gelacht, ich habe mit Miss Terry gekocht, gefroren und Mosaiksteinchen verlegt.  Ich war entsetzt, ob der Schnelligkeit, wie jemand in eine Schublade gesteckt wurde. Ich war wütend, wie dämlich die Polizei sein kann. Ich war fassungslos, wie rasant aus Freunden und Nachbarn Gegner werden. Ich war verzweifelt, als ich mit Miss Terry durch die nächtlichen Straßen von London gestreift bin. Ich war glücklich, als es einen kleinen Lichtblick gab. Ich war stolz, als Miss Terry ihr Leben endlich in die Hand nahm und am Ende war somit nicht nur Miss Terry zufrieden, sondern auch ich.

Nita Tehri wohnt in der Guscott Road. Sie versteht sich mit Ihren Nachbarn, hat aber keinen näheren Kontakt. Man sieht sich halt. Sie ist Lehrerin an einer Grundschule und ihr Leben läuft tagtäglich die gleiche Bahn entlang. Doch dann wird das Haus, welches ihrem gegenübersteht, verkauft und saniert. Und da taucht er auf, der rote Container, in dem die Handwerker ihren Bauschutt werfen. Aber nicht nur die entsorgen dort Müll. Neben unendlich vielen, vergammelten Weihnachtsbäumen, Türen, Kühlschränken und Mülltüten wird dem „Altar der roten Containergöttin“ eines Nachts auch ein totes Baby dargebracht. Das Baby ist „braun“ – und wer hat noch diese Hautfarbe in der Guscott Street? Plötzlich zeigen alle Finger auf Nita, jeder scheint irgendetwas Belastendes über sie zu wissen und auch die Polizei sieht in Nita eine sehr wahrscheinliche Kindsmörderin. Doch Nita hat weder ein Baby geboren, noch eins umgebracht. Wer also war es? Und wie bekommt Nita ihr langweiliges Leben wieder zurück?

Nita hat sich von ihrer Familie losgesagt, als ihre Eltern versucht haben, sie mit dem Mann zu verheiraten, der sie vergewaltigt hat. Somit lebt Nita ein zurückgezogenes und einfaches Leben. Ständig ist ihre Familie in ihren Gedanken, ob nun im Guten wie ihre Geschwister, zu denen sie ab und an heimlich Kontakt hat oder im Schlechten wie ihre Eltern, besonders ihr Vater, der als Bedrohung ständig über ihr zu schweben scheint. Freude bereitet ihr eigentlich nur das Zubereiten von kulinarischen Köstlichkeiten, das Unterrichten, welches sie sich durch ihr Studium ermöglicht hat, ist eben ein Job. Sie ist unscheinbar und taucht in der Hektik Londons unter, einzig an ihrem Arbeitsplatz oder in ihrer Wohnstraße hat sie ein wenig Kontakt zu ihren Mitmenschen.

„Warum sah sie eigentlich nie jemanden hineinwerfen? Es war, als würde der Container seinen Inhalt von aus hervorbringen, ein riesiges rotes Eisenschwein, das unendlich abferkelte. Nitas müder Schädel produzierte das Bild einer monströsen modernen Fruchtbarkeitsgöttin, die unablässig Weihnachtsbäume, Türen und Öfen gebar.“ (S. 8)

Doch als die „rote Metallgöttin“ auftaucht, gerät Nitas Leben aus den Fugen und das völlig ohne ihr Zutun. Plötzlich sind ihre Nachbarn misstrauisch ihr gegenüber, die Kollegen vorsichtig, die Polizei zudringlich. Zuerst ohne ersichtlichen Grund meiden die Leute sie, plötzlich ist ihre Hautfarbe wichtig sowie die Tatsache, dass sie in letzter Zeit abgenommen hat. Wie geschickt die Leute es machen, fast niemand spricht direkt mit Nita oder beschimpft sie. Alles passiert heimlich oder hinter vorgehaltenen Händen. Flüstern, Blicke, die Gehsteigseite wird gewechselt – das sind nur die kleinen Übel, bis es dann zu Schmierereien und Übergriffen kommt.
Nita ist machtlos. Sie hat gelernt Obrigkeiten nicht zu widersprechen. Sie kennt kaum jemanden näher und hat keine Unterstützung. Einen Anwalt hat sie nie gebraucht, also woher einen guten Rechtsverdreher bekommen?

Es schleicht sich ganz leise ein und zerrt die Vorurteile, die alle immer so schön zu verstecken suchen, hervor. Es zeigt, wie Kleinigkeiten sich hochschaukeln können, denn in der Masse fühlen wir uns sicher – wenn alle Nachbarn Nita meiden ist es doch ok, wenn wir sie auch meiden oder? Und es können ja nicht alle unrecht haben – sie hat bestimmt was getan. Man sieht es ihr doch schon an. Ganz ohne in die Köpfe der Personen im Buch zu gucken, weiß man, was diese denken, wie sie sich rechtfertigen. Wie sie damit leben können, ein Leben im Namen des guten Rechts, als besorgter Bürgers, zu vernichten.

Argh – schreien hätte ich können, ob der Ungerechtigkeiten, die Nita in dem Buch geschehen.  Ein Buch, welches mir ein beständiges Grummeln im Magen und ein Brüllen im Kopf verursacht hat. Dabei ist Nita so ein zartes, vorsichtiges Persönchen, niemanden will sie zur Last fallen. Sie möchte nach den Regeln leben und sich anpassen. Und natürlich muss Nita erst nochmal richtig auf die Nase fallen, bevor sie sich aufrafft und endlich für sich eintritt. Und herausfindet, dass sie jemand ist und wer sie sein möchte. Und dass sie, überraschenderweise, gar nicht allein ist.

Und ganz nebenbei gibt es natürlich auch einen Kriminalfall, das tote Baby, im roten Ungetüm gefunden. Und natürlich findet Nita heraus, wer das Baby dort entsorgt hat. Aber ja, ein typischer Krimi ist auch dieses Buch von Liza Cody nicht, aber ein Leseerlebnis, ein Monument, welches uns einen Spiegel vor Augen hält.

Fazit:
Liza Cody zählt mittlerweile zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen und auch mit „Miss Terry“ hat sie meine Erwartungen wieder übertroffen. Sozialkritisch, aktuell und aufwühlend – mit einem Kriminalfall garniert. Absolut lesenswert – wer noch kein Weihnachtsgeschenk für einen Bücher-/Kirmiliebhaber hat, sofort zugreifen!


1 Comment

Kopie oder Hommage?: Mord in der Mangle Street – M.R.C. Kasasian

51HwKMZxFQL
M.R.C. Kasasian – Mord in der Mangle Street
Verlag: Atlantik
Übersetzer: Johannes Sabinski und Alexander Weber
397 Seiten
ISBN: 978-3455600513

 

 

 

 

Wenn man sich auf einen viktorianischen Krimi einlässt, dann lässt sich ein Vergleich zu Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes einfach nicht vermeiden. Zu gut kennen wir Krimileser die Zeit, die Gesellschaft, die Umstände in London zu Zeiten Königin Victorias. Wenn man nun also einen Krimi schreibt, der in dieser Zeit spielt, einen Detektiv einsetzt, der logisch schlussfolgert und mit einer gewissen Arroganz in Fällen stöbert, und diesem eine medizinisch nicht unwissende Begleiterin an die Seite stellt, fragt man sich schon: Kopie oder Hommage? Der Autor geht mit diesem Konflikt recht offen um und versucht erst gar nicht, den Vergleich abzuwenden, sondern spielt bewusst mit diesem Kniff. Ein Pluspunkt in diesem viktorianischen Krimi, der mich mit einem mittelmäßig bis gutem Eindruck zurück lässt.

William Ashby wurde wegen des Mordes an seiner Frau verhaftet und bittet Sidney Grice, den besten Privatdetektiv von London, per Brief und durch seine Schwiegermutter, Mrs. Dillinger, um Hilfe. Doch erst die finanziellen Mittel, welche March Middleton, die erst kürzlich zu Mr. Grice als Mündel gestoßen ist, anbietet, können ihn dazu überreden, den Fall anzunehmen. Doch Marchs Hilfe ist an eine Bedingung gebunden: sie möchte bei den Ermittlungen dabei sein. Grice ist von Anfang an von Ashbys Schuld überzeugt, derweil March für Ashbys Unschuld plädiert. Also macht sich das ungleiche Paar auf – zum Tatort, zum Leichenschauhaus, zum Gefangenen. Und da March nun eben nicht das zartbesaitete Wesen ist, welches Männer immer gern haben möchten, gibt sie dem eingebildeten, kaltherzigen Ermittler mit dem Glasauge, immer wieder fleißig Kontra und trägt so ihren Soll zu den Ermittlungen bei. Doch letztendlich bleibt die Frage: ist Ashby schuldig oder unschuldig?

Sidney Grice erinnert sehr stark an Sherlock Holmes, doch ein paar Unterschiede gibt es schon. Er ist wesentlich arroganter und selbstgefälliger, ein eitler Fatzke, der sich immer im Recht glaubt oder es zur Not auch so auslegt, dass er Recht hat. Warum er March als Mündel aufgenommen hat, ist höchst fraglich, wobei er durch den ersten Fall natürlich finanzielle Vorteile hat. Sein Kopf tüftelt nebenbei immer an Ideen für Erfindungen und so ist es kein Wunder, dass er bald wohl einen Vorgänger der Thermoskanne mit sich herumträgt. Schließlich ist das einzig anständige Getränk, welches den Namen verdient, Tee, und dieser hat gefälligst niemals lau zu sein oder gar mit Milch versetzt. Vegetarier ist Grice im Übrigen auch noch.
Im Gegensatz hierzu stellt der Autor March Middleton in den Ring. Die junge Frau zieht nach dem Tod ihres Vaters, einem Arzt, zu Sidney Grice in die Großstadt. March mag zwar eine Landpflanze sein, doch mit ihrem Vater war sie auch im Krieg und hat Verwundete versorgt, so dass sie der Besuch im Leichenschauhaus nun nicht schrecken kann. Als Frau  muss sie sich natürlich Bemerkungen – von beleidigend bis arrogant – anhören, was eine Frau so zu tun und zu lassen hat. Und dazu gehört natürlich keinesfalls Gin zu trinken oder zu rauchen – und so macht sie das mehr oder minder heimlich. Natürlich ist es ungewöhnlich, eine Frau in dieser Zeit so selbstbewusst auftreten zu sehen. Doch meines Erachtens bleibt der Geschichte gar nichts anderes übrig – eine zurückhaltendere Frau würde neben dem extrovertierten und bestimmenden Mr. Grice völlig untergehen.
Dieses absonderliche Paar macht zwar auf der einen Seite Spaß, auf der anderen Seite ist es aber auch an manchen Stellen sehr anstrengend, da beide eben Stereotype bedienen. Zu überzogen ist Grice, zu liberal March, auch wenn die dadurch wie Zahnräder ineinander greifen. Aber eben das ist das Problem: es gibt keine Überraschung in ihrem Verhalten – man weiß von Anfang an, worauf man sich einlässt.

Der Kriminalfall, der von Anfang an eine Frage aufwirft, die einen geübten Krimileser schon auf die Lösung bringen kann, war aufgrund dessen zwar nicht sonderlich spektakulär, aber durch das Setting und das Flair der verdreckten Großstadt London äußerst vergnüglich. Wenn March und Grice durch den Kanal hinter dem Tatort waten, die verzogenen Türen weder auf noch zu gehen und es eben keinen kümmert, dass das Zündholzmädchen, welches vor dem Eingang sitzt, dort immer noch sitzt, weil es verstorben ist – so ist das London dort, wo keiner hinsehen will. Ein paar bessere Gegenden gibt es natürlich auch (als ob der beste Detektiv von London in einem Dreckloch hausen würde), aber genau diese Gegensätze der Metropole zeigen ein authentisches Bild.

Zum einen ist es die Atmosphäre, die das viktorianische Zeitalter so spannend macht, aber eben auch die Art der Ermittlung. Die Forensik steckt in den Kinderschuhen, ach was, in den Babysöckchen, Befragungen sind das A und O, die Polizisten sind gespickt von Vorurteilen und oft ist nur durch Beobachtungsgabe der Täter zu ermitteln. Da kommt ein Ermittler mit der herausragenden Fähigkeit zur Beobachtung natürlich recht, vor allem, wenn er noch ein Faible für Erfindungen hat und auch ein Pülverchen bieten kann, um Blutspuren nachzuweisen. Ob das Blut dann tatsächlich von der Tat stammt, ist natürlich wieder eine andere Sache. Wie sehr sich die Ermittler doch heutzutage auf die Forensik verlassen, wie wenig die Ermittler damals hatten und nur über Vermutungen drauf gekommen sind, wie es sich abgespielt haben könnte. Denn letztendlich ist damit dann oft ein Geständnis heraus gekitzelt worden und nur so konnten die Vermutungen bestehen.

Eigentlich bin ich nicht dafür Bücher oder auch Serien zu vergleichen, doch hier springt einem der Vergleich quasi ins Gesicht, so dass man sich dem nicht erwehren kann. Und da muss man leider sagen: an das Original kommt einfach keiner ran. Wenn man sich allerdings von diesem Vergleich löst, bleibt eine vergnügliche Ermittlung in der viktorianischen Zeit übrig, die mit einem sonderbaren und sich gegenseitig triezenden Paar aufwarten kann. Für mich war der Ausflug ins viktorianische Zeitalter eine erfrischende Abwechslung.

Fazit:
Im Vergleich zum Vorbild muss das Buch leider Federn lassen, doch wenn man sich nicht darauf versteift, bleibt ein vergnüglicher Ausflug in die viktorianische Zeit mit natürlich dem (fast) besten Ermittler Londons.


4 Comments

Mit vielen Augen: Zeit zum Sterben – Mark Billingham

351_41951_171885_xxl
Mark Billingham – Zeit zum Sterben
Verlag: Heyne
Übersetzerin: Irene Eisenhut
556 Seiten (inkl. der Kurzgeschichte “Schlag des Glücks”)
ISBN: 978-3453419513

 

 

 

 

Ach, Krimiserien. Es ist eine ewige Krux damit. Ständig werden neue Krimireihen begonnen und es gibt schon andere, die jährlich, manchmal sogar halbjährlich weitere Teile auf den Markt werfen. Fängt man Serien von vorne an? Bei einem Krimi ist es ja mitunter nicht so tragisch, wenn man mal einen Teil herauszieht und noch keinen der Vorgänger kennt. Manchmal aber schon. Diese Überlegungen entfallen allerdings völlig, wenn man total uninformiert zu einem Buch greift, es liest und dann erst am Ende, in der Kurzbeschreibung über den Autor, feststellt, dass es sich um eine Serie handelt. Und man gerade Band 13 gelesen hat – auch wenn nicht alle ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht wurden. Bei „Zeit zum Sterben“ ist mir das überhaupt nicht aufgefallen. Ja, es gab Stellen, in denen ein Bezug zu vorigen Fällen hergestellt wurde – jedenfalls vermute ich das – doch die waren für die Krimihandlung in diesem Teil unerheblich. Also warum nicht einfach manchmal den Sprung ins kalte Wasser wagen und mittendrin in einer Reihe anfangen?

Tom Thorne, Ermittler bei der Polizei in London, ist mit Helen Weeks, auch Polizistin, in Urlaub. Das Leben kann schön sein – allerdings bloß nicht zu viel wandern. Als dann die Nachrichten berichten, dass ein Verdächtiger im Fall der beiden kurz nacheinander verschwundenen Teenagermädchen Jessica Toms und Poppy Johnston verhaftet wurden, ist Helen erschüttert. Die Frau des Verhafteten, Stephen Bates, ist ihre frühere beste Freundin Linda. Sofort entschließt sich Helen, zu Linda zu fahren und ihr beizustehen – ob mit Tom oder ohne. Doch Tom kommt mit und kann seine Spürnase auch nicht ganz raushalten, natürlich zum Missfallen der ortsansässigen Polizei.

Die alles entscheidende Frage ist, ob Stephen Bates der Täter ist. Das erste Mädchen wird kurze Zeit später notdürftig im Wald verscharrt gefunden, doch wo ist Poppy? Bates hüllt sich in Schweigen – schweigt er, weil er der Täter ist oder eben weil er es nicht ist und somit einfach nicht weiß? Diese Frage garantiert eine kontinuierliche, leise Spannung, ganz ohne reißerische Action und weitere Entführungen oder Leichen. Die Ermittlung bzw. die Suche nach dem bzw. die Bestätigung des Täters ist nicht neu oder aufregend, entführte Mädchen gibt es in Kriminalromanen ja leider zuhauf. Interessant wird das Buch durch die Sichtweisen der verschiedenen Personen im Umkreis der Ermittlungen und des Verhafteten.

Durch Helen Weeks ist man dabei, wenn Linda Bates ihren Mann vehement verteidigt und von seiner Unschuld überzeugt ist. Aber auch, wenn sie ihre pubertierende Tochter Charli fragt, ob Stephen wohl jemals Hand an sie gelegt hat. Auch die beiden Kinder, Charli und Danny, machen sich die unterschiedlichsten Gedanken, meiden Facebook, nörgeln über den Verlust ihrer elektronischen Geräte und fragen sich, welche Freunde wohl hinter ihnen stehen. Tom Thorne schnüffelt ja nun in dem Fall und so ist er zumindest hin und wieder bei den Ermittlungen dabei, auch wenn er dafür ständig Rüffel kassiert. Auch das Dorf macht er unsicher, lauscht auf Gerüchte und stößt auf die Geschichte eines vermissten Ferkels. Auch die Presse, die wie die Aasgeier, das Bates Haus, aber auch das Dorf umkreisen, ist Segen und Fluch zugleich.

Diese Betrachtung des Falles und des Verhafteten von allen Seiten erzeugt einen Sog, dem man gerne weiter folgt und sich in die Tiefen des Krimis ziehen lässt. Auch wenn der Krimi mit über 500 Seiten äußerst dick ist, war er mir an keiner Stelle zu viel und ich habe ihn immer mit Spannung gelesen, auch wenn der Entführungsfall nur alte Muster wiederholt. Das Kaleidoskop der Figuren sowie die Frage, ob Stephen Bates nun der Täter ist oder nicht, halten den Leser, also zumindest mich, in Bann. Und es war schön, mal wieder in England zu weilen – da war ich literarisch schon länger nicht mehr.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi, der sich weniger durch den Kriminalfall trägt, als durch die verschiedenen Perspektiven um die Ermittlung und den Verhafteten herum.


Leave a comment

Tote Bräute: Mord in Weiß – Jean G. Goodhind

image_1_13065
Jean G. Goodhind – Mord in Weiß
Verlag: Aufbau
Übersetzerin: Ulrike Seeberger
325 Seiten
ISBN: 978-3746630793

 

 

Ah, da ist sie wieder – Honey Driver, Hotelbesitzerin in Bath und Kontaktperson des Hotelverbandes zur Polizei in ihrem tatsächlich schon 11. Fall. Und jetzt will sie endlich Chief Detective Inspector Steve Doherty heiraten. Eigentlich soll es ja nur eine kleine Feier werden, aber ein paar Vorbereitungen müssen doch gemacht werden. Als die beiden eine kleine schnuckelige Kirche im Dorf Wainswicke besichtigen, die sie für die Trauung in Betracht ziehen, findet sich am nächsten Tag eine tote Braut in den Bänken der Kirche. Die “Braut” ist zwar schon um die 80 und somit nicht mehr die Jüngste, aber nichtsdestotrotz war es ein Mord. Als Honey und Doherty auch noch seltsame Drohungen erhalten, muss Honey sich fragen, ob wohl jemand ernsthafte Einwände hat, dass sie Doherty heiraten will. Doch wer sollte das sein?

Ich folge der Serie um Honey Driver nun schon recht lange und ja, ich mag sie immer noch. Natürlich ist es durch und durch ein Cozy Crime, doch dass der Verlag das Buch auf dem Rückcover in einem Zitat mit Rosamunde Pilcher verglichen hat, hat mich dann doch tief erschüttert. Verkaufsargument? Abschreckung? Also bitte!

Meistens bin ich ja mittlerweile in anderen Subgenres unterwegs, aber ich mag auch gerne mal eine locker-leichte Krimiermittlung für Zwischendurch. Das Buch lässt sich in einem Flutsch weg lesen und man muss nicht darüber nachdenken oder besonders aufmerksam sein. Es ist einfach ein Vergnügen und eine tolle Lektüre für einen Sonntagnachmittag. Ob es nun den Vergleich mit Frau Pilcher verdient weiß ich nicht, da ich von ihr keine Bücher kenne, sondern nur das Genre mir nicht liegt – aber ich sträube mich immer noch gegen den Vergleich.

Das hintergründige Mordmotiv ist dann übrigens gar nicht so Cozy wie man denkt, aber die Ermittlung dann schon eher, da diese mittlerweile fast schon gemeinsam von Doherty und Honey durchgeführt wird und damit ja nicht unbedingt vor Realitätsnähe tropft. Das Privatleben spielt natürlich auch eine Rolle und so ist die Handlung eine Mischung aus recht spannender Ermittlung, dem Alltag einer Hotelbesitzerin mit viel Humor und englischem Charme.

Fazit:
Locker-leichte Unterhaltung für einen Sonntagnachmittag. Ich mag die Serie einfach.

 

Wer in die Serie einsteigen will, findet hier alle Bände, die bisher erschienen sind, sowie den bald erscheinenden 13. Teil “Mord unter Brüdern”.
Meine Rezension zum letzten Teil “Mord zu Halloween” findet ihr hier.

 


Leave a comment

Schräg: Old School – John Niven

146_26945_163921_xxl
John Niven – Old School
Verlag: Heyne
Übersetzer: Stephan Glietsch
400 Seiten
ISBN: 978-3453269453

 

 

 

 

Schon Mist, wenn sich herausstellt, dass man 40 Jahre seines Lebens mit einem Lügner verschwendet hat. So passiert es Susan Frobisher, deren Mann stirbt, als er gerade seinem geheimen zweiten Leben fröhnt: in einer kleinen Wohnung, vollgeklebt mit pornographischen Bildern, auf den Knien und mit Maske, an die Decke gebunden und einem 60cm langen Dildo im Arsch – der auch der Todesgrund ist.
Da Barry seiner Frau nicht nur einen unrühmlichen Tod sondern auch mengenweise Schulden hinterlassen hat, muss Susan nun befürchten ihr Haus zu verlieren.

Kurzerhand plant sie mit ihrer ältesten Freundin Julie, der christlichen Jill, der verrückten Ethel und dem senilen Nails einen Bankraub. Blöd ist nur, dass ausgerechnet der senile Nails den Fluchtwagen fahren soll und dieser zwischendrin vergisst warum er im Auto wartet und sich lieber eine Eistüte holt. So gipfelt der ansonsten vorzüglich geplante Bankraub für die vier Mädels älteren Kalibers in einer Flucht quer durch Europa, immer verfolgt von dem hartnäckigen, aber verstopften und vom Pech verfolgten Detective Boscombe und seinem Seargant.

„‘OGOTTOGOTTOGOTT!‘, skandierte Julie.
‚AHHHHRGHHH!‘, stöhnte Susan.
‚Hilf mir, o Herr!‘, kreischte Jill.
‚FUCK!‘, brüllte Ethel.“ (S. 147)

Schräg, rasant und irrwitzig gestaltet John Niven den Roadtrip der Ladies. Er geht gar nicht so ins Detail, der Plan für den Bankraub ist nach einem Nachmittagstee mit Tanzstündchen schnell erledigt und wird durchgezogen. Die Flucht ist das Hauptaugenmerk und als Leser begleitet man die Damen, nun nicht quer durch Europa, ein schon durch ein paar Länder bis der Absprung über den Ozean geschafft ist. Unterwegs gabeln die vier noch eine Anhalterin/Ausreisserin auf, die in einigen Situationen ganz nützlich ist und den Altersdurchschnitt erheblich senkt.

Und dann gibt es da noch die andere Seite. Die Polizei. Boscombe und seinen Seargant, der seinen Chef machen lässt und sich vieles nur denkt, der meistens nicht der gleichen Meinung ist und so ganz anders als er. Boscombe ist hartnäckig wie ein Pitbull, uneinsichtig und ganz allgemein ein sehr unangenehmer Zeitgenosse – nciht nur wegen seiner Verdauungsstörungen. Und hier schrappt der Roman haarscharf am Slapstick, denn die Situationen, die Boscombe verursacht, die Missgeschicke, die ihm passieren, die sind nun schon sehr hart an der Grenze ins Absurde. Aber wäre der Polizist, der die Mädels verfolgt ein anderer, dann die Geschichte nur halb so schräg und vermutlich fürchterlich langweilig. Die Kombination der ahnungslosen und doch irgendwie geschickt agierenden alten Damen mit dem müffelnden, hartnäckigen Bullen macht sich einfach irre gut. Wer hier Ernsthaftigkeit sucht, ist völlig falsch – dieses Buch soll Spaß machen. Und verdammt nochmal, das macht es!

Fazit:
Ein schräger Roadtrip, der einfach Spaß zum Lesen macht, auch wenn Boscombe, der Polizist, fast einen Ticken zuviel war. Tolle Unterhaltung für einen Sonntagnachmittag!