Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction

Flash Gordon: Das Nest – Val McDermid

3 Kommentare


Val McDermid – Das Nest
Verlag: Argument
Übersetzerin: Judith Hüller
246 Seiten
ISBN: 978-3886195213

 

 

 

Worum geht es?
Lindsay Gordons Freudin Deborah wird des Mordes an Rupert Crabtree beschuldigt. Deborah ist Teil eines Frauenfriedenscamps, welches sich im Brownlow Common gebildet hat, um gegen die dort stationierten Kernwaffen zu demonstrieren. Rupert Crabtree hingegen ist ein Einheimischer, der Vorsitzende eines Vereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gegen das Friedenscamp anzugehen. Kurz vor Crabtrees Tod gab es eine Auseinandersetzung zwischen ihm und Deborah, so dass die allgemeine Meinung schon Deborah als Täterin im Gefängnis sieht. Lindsay übernimmt gleich mehrere Rollen und balanciert zwischen diesen: als Journalistin, Vermittlerin zwischen Polizei und Camp – und als Deborahs Verteidigerin.

Einer wie der andere?
Zwei Jahre sind seit dem letzten Fall von Lindsay Gordon vergangen und die Journalistin flüchtet des Öfteren ins Friedenscamp, nicht nur um ihre frühere Geliebte und jetzige Freundin Deborah zu sehen, sondern auch um dem wohlsituierten Leben zu entkommen, welches sie sich mit Cordelia, ihre Geliebte seit dem letzten Fall, zu entkommen. Mit festem Job beim Daily Clarion und den betuchten Freunden von Cordelia, kann sie im Camp wieder ihre feministische, links gerichtete Seite ausleben und eine Art Freiheit genießen. Bei dieser Ermittlung ist Lindsay schon wesentlich gewiefter und nicht mehr unsicher, ob ihr eine Ermittlung überhaupt liegt.

Opfer, Tat und Täter
Rupert Crabtree ist natürlich das Opfer. Die Tat geschieht des Nachts und dummerweise war Deborah natürlich in der Gegend und auch noch alleine. Doch die Ermittlung ist nicht ganz ohne, denn nach und nach kristallisiert sich eine Verbindung heraus, die ich nicht erwartet hätte.

Themen
Demonstrieren gegen Atomwaffen? Doch eigentlich eine gute Sache, oder? Das sehen die Bewohner von Brownlow Common ganz anders. Manche mehr, manche weniger. Neben friedlichem Protest seitens Crabtrees Verein, gibt es auch Anschläge auf das Camp, den „Schandfleck“ im Dorf. Nicht in jedem Laden sind die Frauen willkommen und so ist Unterstützung von außerhalb, wie von Lindsay, gerne willkommen. Doch auch innerhalb des Camps gibt es Reibereien. Das sehr demokratische Plenum geht nicht immer gut aus, auch im Friedenscamp gibt es Frauen, die gerne radikaler vorgehen möchten. Neben der Ermittlung, waren die Spannungen im Camp, aber auch zwischen Camp und Dorf eine gut ausgetüftelte Kulisse, um den Mordfall und die Ermittlungen darin zu platzieren. Gelungen finde ich auch, dass Computer und Handys gerade erst aufkommen und noch nicht alltäglich sind, fast wie eine kleine Zeitreise. So gibt Lindsay ihre Berichte in öffentlichen Telefonzellen durch, findet aber auch Computercodes auf Kassetten… ah, und das ist keine 30 Jahre her – wie sehr sich die Welt doch verändert hat.

Was war gut?
Lindsays Ermittlung war diesmal viel professioneller. Klar, sie ist Journalistin und keine Polizistin, aber sie braucht auch nicht mehr die Unterstützung von Cordelia, wie im ersten Fall, und kommt gut zurecht. Sie weiß, wann sie reizen oder umschmeicheln muss, um ihre Antworten zu bekommen, nichtsdestotrotz ist die Unterstützung des Kripo-Beamten Rigano nicht wegzudenken, denn dieser ebnet ihr einige Termine, bei denen sie den Spuren nachgeht. Der Anfang war mir ein wenig lau, da zuerst die Auseinandersetzung zwischen Deborah und Crabtree stattfand, bevor der eigentliche Mord geschieht, doch durch die Ermittlungen nimmt die Geschichte Schwung auf und als diese in ihre letztendliche Richtung geschwenkt ist, war es um mich geschehen – was ein Ende!

Was war schlecht?
Ganz ehrlich – auf das Hin und Her zwischen Lindsay und Cordelia hätte ich gut verzichten können. Schon klar, Lindsay kämpft mit ihrem mittlerweile zu bravem Leben und wünscht sich mehr „Leben“ in ihr Leben, aber es war schon ein arges Hin und Her.

FAZIT:
Nach einem zögerlichen Start konnte mich die nun professionellere Lindsay Gordon in ihrem zweiten Fall voll überzeugen. Einzig die amourösen Verflechtungen bräuchte ich jetzt nicht unbedingt.

3 Kommentare zu “Flash Gordon: Das Nest – Val McDermid

  1. Pingback: Challenges 2019 | Die dunklen Felle

  2. Eine neue Reihe! Oh, no! Also für mich, eine neue Reihe und „Oh, no!“
    Will doch erstmal die andere Reihe lesen.

    Verführ mich doch nicht immer so XD

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.