Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction


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Maigret und der gelbe Hund – Georges Simenon

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Georges Simenon – Maigret und der gelbe Hund
Verlag: Diogenes
Übersetzer: Raymond Regh
176 Seiten
ISBN: 978-3257238068

 

 

 

 

Bei Georges Simenon fiel es mir schwer, den Klassiker zu bestimmen. Und letztlich habe ich das auch nicht getan, da ich denke, dass es hier nicht einen Klassiker gibt, sondern Maigret an sich der Klassiker ist. Aktuell erschienen sind seine „Reisebücher“ und so machte ich mich mit Maigret auf in die Bretagne, genauer gesagt nach Concarneau, auf die Spuren des gelben Hundes.

Eines Abends macht sich der allseits beliebte Weinhändler Mostaguen auf den Heimweg von der üblichen Stammtischrunde – Le Pommeret, Dr. Michoux und Servieres, ein Journalist – im Hotel de l’Admiral und wird aus dem Briefkastenschlitz eines Nachbarhauses angeschossen. Als am nächsten Tag Maigret gemeinsam mit Inspektor Leroy zur Ermittlung erscheint geschieht schon das nächste Verbrechen: Strychnin im Pernod. Und so häufen sich die Verbrechen nach und nach – sogar ein Mord geschieht. Doch wer war es – und warum so viele verschiedene Verbrechen?

Um ganz ehrlich zu sein, war ich mit Maigret eine ganze Weile unzufrieden. Fast schon wie der Bürgermeister, der ihn ständig triezt, Ergebnisse zu liefern und nachzufragen, was er eigentlich den lieben langen Tag so macht. Warum tut der denn nichts? Er sieht sich alles an und schickt seinen Inspektor los, um hier und da Spuren einzusammeln (die er nie wieder anschaut), aber irgendwie passiert nicht viel. Also, es passiert schon einiges, nur Maigret rührt sich nur selten in Richtung Ermittlung.

„Sie werden entschuldigen, Herr Bügermeister, dass ich Sie bei meinen Ermittlungen nicht auf dem Laufenden gehalten habe. Aber als ich hier eintraf, wurde mir klar, dass das Drama erst am Anfang stand. Um seine Fäden zu entwirren, musste man ihm erst ermöglichen, sich zu entwickeln, und man musste dabei Schäden möglichst zu vermeiden suchen“ (S.171)

Da ist Kommissar Maigret schon sehr eigen. Lieber mal erst ansehen, etwas Essen oder ein Pfeifchen genießen und abwarten, was so geschieht. Es könnte ja nicht nur wichtig sein, es ist wichtig. Und so folgt der Leser Maigrets Auge, ohne seine Gedanken zu kennen. Er führt auch keine Befragungen durch, er unterhält sich einfach ein wenig, wenn er angesprochen wird, eher selten geht die Initiative von ihm aus. Er beobachtet und denkt. Ja, schon klar, in unserer heutigen Kriminalliteratur ist das nicht mehr oft gefordert, man darf doch recht häufig den Gedankenergüssen des Ermittlers folgen. Doch hier heißt es ruhig Blut (übrigens so ganz ohne Blut) und fesselt den Leser ganz einfach mit einer liebevollen Atmosphäre, genau ausgearbeiteten Figuren und der Frage: was denkt Maigret jetzt wohl, wer der Täter ist.

Zusätzlich ist das Buch durchzogen mit einer leichten, aber deutlichen Kritik an der oberen Schicht der Gesellschaft und einer sympathisierenden Darstellung der Arbeiter, kleinen Leute und Vagabunden. Für wen Simenons Herz schlägt ist glasklar und er hält der Gesellschaft der 30er Jahre einen Spiegel vor.

Derweil also Maigret grübelt, ist das ganze Dorf in heller Aufregung, die Verbrechen sich häufen und der Bürgermeister rot anläuft. Und es wird tatsächlich ein Verdächtiger gefunden – den Maigret mit einem müden Lächeln abtut. Der kann es nicht gewesen sein. Ach, und warum nicht? Nun, diese Erklärung bleibt uns Maigret schuldig, bis er am Ende des Buches in traditioneller Manier alle Beteiligten (und ja, auch den Bürgermeister) an einen Ort holt und die Geschichte entwirren lässt und selbst entwirrt.

Fazit:
Wer nur spannende Pageturner liest, der mag hier falsch sein. Wer aber feine Krimikost in traditioneller Art mit vielen versteckten Feinheiten schätzt, der wird an Maigret und seinen Fällen seine wahre Freude haben.

 

 

Dies und Das über Georges Simenon
Georges Simenon kam aus ärmlichen Verhältnissen, doch seine Berufswünsche waren vielfältig: vom Priester zum Minister, vom Offizier zum Mitglied der Académie Française. Letztendlich wurde er Gehilfe in einem Buchladen. Und dann Konditor. Privatsekretär und Reisebegleiter. Bevor er zur Schriftstellerei fand. Zuerst bei einer Zeitung, danach als Autor von Groschenromanen; frivolen Erzählungen en masse. Erst 1931 erblickte der erste Maigret Roman das Licht der Welt. Simenon ist ein Vielschreiber und ein Schnellschreiber. Er veröffentlichte weit über 200 Bücher, mehr als 80 Maigret Krimis – von der Menge der Erzählungen aus seiner Anfangszeit ganz zu schweigen. Meistens brauchte er für ein Buchmanuskript nur 8-10 Tage und Korrektur lesen wollte er nicht. Entweder sei der Text etwas geworden oder nicht – herum feilen wollte er nicht mehr. Wenn sich das jemand erlauben konnte, dann er, denn ein Maigret ist hohe Kunst – und das ganz ohne Korrektur.


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Kein einmaliges Phänomen: Tochter der Angst – Alex Berg

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Alex Berg – Tochter der Angst
Verlag: Droemer Knaur
344 Seiten
ISBN: 978-3426513194
9,99 €

 

 

 

Mit Alex Bergs neustem Werk habe ich mal wieder in den Randgebieten des Genres gewildert, denn sowohl die Autorin als auch ich würden das Buch als Spannungsroman bezeichnen. Das Thema hätte sich durchaus auch für einen waschechten Krimi/Thriller geeignet, doch die vorliegende Umsetzung kann da durchaus sehr gut mithalten und bietet auch noch ein brandaktuelles Thema: Flüchtlinge.

Marion, eine Ärztin in der Mitte ihres Lebens, in einer festgefahrenen Ehe und mit einem Job, der keine Herausforderungen mehr bringt, beschließt einen Einsatz mit „Ärzte ohne Grenzen“ zu wagen. Ein Jahr in einem Krisengebiet, ohne Mann, ohne Kinder, ohne sicheren Job, aber mit jeder Menge Herausforderungen. Als sie zur Vorbereitung nach Paris fährt und dort bei alten Freunden übernachtet, trifft sie auf das Flüchtlingskind Zahra. Zahra spricht nicht, doch nach und nach öffnet sie sich Marion. Gleichzeitig sind noch zwei Ermittler, ein Menschenschmuggler, einige Unbekannte, eine herrisch-freundliche Dame und ein Mann mit Beziehungen beteiligt, die sich gegenüberstehen und Marion und Zahra in Bedrängnis bringen…

Im Gegensatz zu meiner sonstigen Lektüre wird hier nicht gleich mit der Tür ins Haus gefallen und der Fokus liegt auf den Charakteren, allen voran natürlich Marion. Sie ist hin und her gerissen zwischen ihrem alten und neuen Leben, versucht ihre Ehe zu kitten und gleichzeitig den Verlockungen zu widerstehen, die Pariser Freundschaften so mit sich bringen. Mitunter wirkt sie unsicher und überhaupt ist sie eher eine vorsichtige Person, der eine solche Entscheidung fast nicht zuzutrauen ist. Ihr Vater ist ihre einzige Stütze und ab und an blitzt auf, dass ihre Töchter wohl nicht sehr viel von ihr halten – wobei das auch meine Spekulation sein könnte, doch so wirkte es auf mich. Als Zahra immer mehr auftaut und die beiden Ermittler Baptiste und Leroux in Marions Leben auftauchen, gerät der neue Job ein wenig ins Hintertreffen und wird von den aktuellen Ereignissen verdrängt. Hierzu zählt auch ein altes Foto, welches Marion in einer Ausstellung im Museum zum Thema Flüchtlinge findet, dass eine Frau zeigt, welche ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Die Nachforschungen schiebt sie ein wenig vor sich her, doch letztendlich kann sie dem Sog dieses Geheimnisses nicht widerstehen.

Der aktuelle Bezug um das Thema Flüchtlinge und auch der Verweis, dass Flüchtlinge an sich nicht plötzlich aufgetaucht sind, sondern es ständig und immer wieder Flüchtlinge gibt, gab und geben wird ist geschickt in die Geschichte eingewoben und erinnert einen daran, dass die Flüchtlinge, die im Moment da sind, kein einzigartiges Phänomen sind. Erst wenn die Geschichte der Menschheit keine Kriege, keine Gewalt und keine unterdrückendenden Staatsformen mehr hervorbringt, wird es keine Flüchtlinge mehr geben. Bis dahin sind Flüchtlinge ein Teil unserer Gesellschaft – und waren es auch immer.

Nun wird die Geschichte ja aus Marions Sicht beschrieben, doch da hätten wir ja noch die beiden Ermittler und den Menschenschmuggler Jean, der auch Zahra nach Frankreich gebracht hat. Als Krimi-Fan hätte ich mir den Fokus mehr auf diesen beiden Erzählsträngen gewünscht, doch fand ich es erfrischend auch mal von der anderen Seite hinein zu sehen, von einer unbeteiligt reinrutschenden und gar nicht ermittelnden Seite. Wobei natürlich auch die Perspektiven von Jean und den Ermittlern Baptiste und Leroux nicht zu kurz kommen und die Geschichte in einem brisanten und brenzligen Finale enden lässt.

Fazit:
Ein Roman, der mit einer ruhigen, aber beständigen Spannung und einer hin und hergerissenen Hauptfigur punkten kann. Der aktuelle Bezug macht die Sache noch interessanter und komplettiert das Leseerlebnis. Für mich ein gelungener Ausflug aus meiner Komfortzone.


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Fußball Noir: Abpfiff – Dominique Manotti

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Dominique Manotti – Abpfiff
Verlag: Argument
230 Seiten
ISBN: 978-3867541978
17 €

 

 

 

Fußball also. Darum geht es in dem neuen Manotti. Hmm, da mag sich der ein oder andere denken, lieber nicht, manche stürzen sich vermutlich begeistert drauf. Ich gehöre eher zur ersten Kategorie, wobei der Name Manotti mich einfach überzeugt hat. Manotti schreibt über Fußball? Egal – ein Manotti ist ein Manotti und überhaupt wollte ich da schon lange mal wieder einen lesen – warum also nicht den neusten auf Deutsch erschienenen Titel „Abpfiff“, der dritte übersetzte Teil um Comissaire Daquin?

Vor einer Einkaufsmeile werden zwei Personen erschossen, von zwei Tätern auf einem Motorrad. Die eine ist Nadine Speck und die andere ist Romero, Drogenfahnder in Daquins Abteilung. Doch keiner wusste von seinem Treffen mit Speck – und wer ist überhaupt Nadine Speck? Die Täter sind schnell gefasst, doch sie wurden für den Mord beauftragt. Speck ist die Schwester des Stadionwartes des FC Lisle-sur-Seine und die Verbindung zum Verein macht Daquin stutzig. Der Verein steht kurz vor dem Aufstieg zum französischen Meister und Vereinspräsident Reynaud, gleichzeitig Bauunternehmer und Bürgermeister, versucht mit allen Mitteln die Ermittlung in eine andere Richtung zu drehen. Doch nicht mit Daquin.

Nach der Lektüre kann ich zum Thema Fußball zumindest mal das folgende sagen: alles halb so schlimm. Es geht nämlich nicht um das Fußball spielen an sich, sondern um die Hintergründe. Gut, man liest sich auch mal durch ein Spiel, doch der Fokus liegt auf dem Dickicht hinter einem Verein, einem 1. Liga Verein, einer Geldmaschine par excellence. Fußball ist zwar das Stichwort, doch es geht um weit mehr. Ein bunter Strauß an Verbrechen lässt sich hinter der Fassade eines Fußballvereins finden – zumindest in „Abpfiff“, von Doping bis zum Drogenhandel, von Geldwäsche bis Korruption, untermauert mit Intrigen, Mauscheleien und Betrügereien. Ein Facettenreichtum, der nun mit zwei Morden garniert wurde. Der Mord an Romero ist der Stein des Anstoßes. Daquin, eigentlich in der Drogenfahndung, dreht es so, dass er und seine Kollegen ermitteln können. Nicht immer einwandfrei oder sagen wir mal, frei ausgelegt, aber mit viel Raffinesse und Gerissenheit.

Doch das alles ist – fast – nebensächlich, ein Mittel zum Zweck. Das Thema Fußball, die Verbrechen, die Charaktere… Der Stil, die Sprache, das ist es, worauf es ankommt. Wenn mal wieder jemand einen Artikel veröffentlicht und behauptet, Krimi sei keine Literatur, dann hat der wohl noch nie etwas von Dominique Manotti gelesen. Minimalistisch verknappt, aufs Wesentliche konzentriert, hart und unnachgiebig, ins Gesicht gespuckt. Schon in „Ausbruch“ ist der Stil unverkenntlich, doch hier scheint es mir noch ausgeprägter, noch knapper, noch klarer.

Und dieser Stil, diese Sprache ist es, die die Geschichte bilden, die Charaktere festigen und den Leser mit fortspülen. Man saust durchs Buch, die Spannung ist förmlich greifbar, der Druck, unter dem die Polizisten stehen, die Zeit, die den Ermittlern davon fliegt. Ach, und irgendwie hat es doch das Thema Fußball sein müssen. Ein Thema, dem man die Maske abreißen kann, um das faulige Innere zu zeigen. Ob jeder /alle /viele Fußballvereine so ein marodes Inneres zeigen? Ich weiß es nicht, aber vorstellen kann ich es mir jetzt durchaus. Und wenn dann ein Fußballverein seziert wird, dann doch bitte von Dominique Manotti – denn nur so hat man ganz nebenbei noch einen literarischen Leckerbissen.

Fazit:
Ihr interessiert Euch für Fußball? Lest das Buch. Ihr interessiert Euch nicht für Fußball? Lest das Buch.
Ihr wollt nicht? Dann verpasst Ihr ein Meisterstück. Lesen, lesen, lesen, lesen Punkt


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Fütterung des SUBs / 11.08.2014

Und schon wieder neue Schätze in meinem Buchregal. Zum Glück hab ich im September noch ein paar Tage frei und kann den SUB dann wieder mal verkleinern statt vergrößern.

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Ben Winters – Der letzte Polizist
Verlag: Heyne
349 Seiten
ISBN: 978-3453534513
8,99 €

Inhalt:

Ein Asteroid rast auf die Erde zu. In sechs Monaten wird er einschlagen. Und nichts kann ihn aufhalten. Im Angesicht der Apokalypse tun die meisten Menschen das, was sie schon immer tun wollten, sich aber nie getraut haben. Andere wenden sich dem Glauben zu. Wieder andere begehen Selbstmord. Aber niemand tut mehr seine Pflicht – bis auf Detective Hank Palace. Als sich ein vermeintlicher Suizid als Mord entpuppt, ist Hanks Neugierde geweckt: Wer macht sich kurz vor dem Ende der Welt noch die Mühe, jemanden umzubringen?

Marlene Faro – Kalter Weihrauch
Verlag: Gmeiner
315 Seiten
ISBN: 978-3839214534
11,99 €

Inhalt:
Chefinspektor Artur Pestallozzi wird zu seinem zweiten Fall an den Wolfgangsee gerufen. Eine tote junge Frau ist neben dem Adventmarkt gefunden worden, offenbar eine Novizin aus dem nahen Kloster. Ihr Körper weist Spuren von Mißhandlungen auf und ein Merkmal, das nicht nur Gerichtsmedizinerin Lisa Kleinschmidt zutiefst verstört. In die Ermittlungen platzt ein zweiter Mord, Angst vor einem Serienkiller macht sich breit. Da gibt eine Nonne einen Hinweis, der zunächst völlig unglaublich klingt.

Liliane Skalecki / Biggi Rist – Mordsgrimm
Verlag: Gmeiner
405 Seiten
ISBN: 978-3839216156
11,99 €

Inhalt:
Während einer Märchenforschertagung in Bremen wird ein Wissenschaftler erschlagen aufgefunden. Wenige Tage später gibt es dort ein weiteres Opfer. Als kurz darauf der Manager einer Castingshow tot in seinem Hotelzimmer entdeckt wird und ein Mord in Bremerhaven geschieht, deutet alles auf einen Serienmörder hin, denn bei drei Leichen wurden »märchenhafte« Zeichen hinterlassen: Esel, Hund und Katze. Doch der Hahn der Bremer Stadtmusikanten fehlt. Kommissar Heiner Hölzle jagt mehr als einen Mörder …

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Micha Krämer – Krähenblut

Verlag: CW Niemeyer
297 Seiten
ISBN: 978-3827195210
9,95 €

Inhalt:

Der scheinbar natürliche Tod eines Betzdorfer Rentners wirft Fragen auf. Was hat die tote Krähe an der Volierentür im Garten des Mannes zu bedeuten? Ist es doch Mord? Nur Stunden später verschwindet ein Freund des Toten aus einem Altenheim. Eine Entführung? Als Angler am nächsten Morgen die Leiche eines jungen Mannes in einem Weiher im Westerwald finden, wird der Fall für Kommissarin Nina Moretti immer suspekter. Welches dunkle Geheimnis hüteten die beiden alten Männer? Und was hat ein zwielichtiger Siegener Kunsthändler mit all dem zu tun?


Mary L. Longworth – Tod auf Schloss Bremont

Verlag: atb
336 Seiten
ISBN: 978-3746628202
9,99 €

Inhalt:
Etienne de Bremont, ein bekannter Dokumentarfilmer, stürzt nachts aus dem Dachfenster des unbewohnten Familienschlosses in der Nähe von Aix-en-Provence in den Tod. War es ein Unfall, ein Selbstmord oder gar Mord? Schnell gerät François de Bremont, der tief verschuldete Bruder des Toten, in Verdacht. Der junge und charismatische Untersuchungsrichter Antoine Verlaque, der in dem Fall ermittelt, bittet seine Ex-Geliebte, die Juraprofessorin Marine, um ihre Unterstützung, denn sie kennt die Familie Bremont seit ihrer Kindheit. Marine hilft Antoine jedoch nur ungern, denn noch immer hat sie Schmetterlinge im Bauch, wenn sie ihm begegnet.

Klara Nordin – Totenleuchten
Verlag: KiWi
328 Seiten
ISBN: 978-3462046939
9,99 €

Inhalt:

Jokkmokk am Polarkreis, die Zweige der Kiefern biegen sich unter dem Neuschnee, auf dem zugefrorenen Talvatis-See finden Husky-Rennen statt, und die Einheimischen bereiten den alljährlichen samischen Wintermarkt vor, als ein junger Mann aus ihren Reihen ermordet wird. Grausam geschlachtet wie ein Rentier. Linda Lundin hat gerade ihren neuen Job als Hauptkommissarin in Nordschweden angetreten, einen solch schrecklichen Mord hat auch sie selten gesehen. Wer tötet einen Jungen, der im Dorf rundum beliebt war? Gemeinsam mit ihren Kollegen Bengt und Margareta nimmt sie die Ermittlungen auf und stößt im kleinen Jokkmokk auf kuriose Bewohner, samische Geschichten und alte Geheimnisse. War der tragische Unfall des besten Freundes des Mordopfers, der vor einigen Monaten im See ertrank, etwa gar kein Unfall? Und müssen sie mit weiteren Morden rechnen? Bislang erzählen nur die Nordlichter von den Toten … Atmosphärisch so bestechend, dass man sofort in den hohen Norden reisen möchte, und ein hochspannender Fall, der die Ermittler an ihre Grenzen bringt: Jokkmokk wird einen Platz auf der Krimilandkarte erobern.

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Marcus Sakey – Die Abnormen
Verlag: Amazon Crossing
508 Seiten
ISBN: 978-1477822630
9,99 €

Inhalt:

In Wyoming kann ein kleines Mädchen in der Art, wie jemand seine Arme verschränkt, seine dunkelsten Geheimnisse lesen. In New York erkennt ein Mann Muster im Auf und Ab der Börse und rafft 300 Milliarden Dollar zusammen.
Man nennt sie »Abnorme« oder »Geniale«, Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Seit 1980 kommt ein Prozent aller Neugeborenen »abnorm« zur Welt – und seitdem ist alles anders.
Einer von ihnen ist der Agent Nick Cooper. Seine Gabe macht ihn zum erfolgreichen Terroristenjäger.
Er wird auf den vielleicht gefährlichsten Mann der Welt angesetzt, einen Genialen mit dem Blut vieler Menschen an den Händen. Um an ihn heranzukommen, muss Cooper gegen all seine Grundsätze verstoßen … und andere seinesgleichen hintergehen.

Emma Goodwyn – Tod im Schatten der Tower Bridge
Verlag: CreateSpace
232 Seiten
ISBN: 978-1500374198
9,95 €

Inhalt:
Lahmgelegt durch einen Kreuzbandriss versinkt Beefeater John Mackenzie in Langeweile. Aus dieser wird er jedoch jäh herausgerissen, als eine junge Frau in Sichtweite des Towers auf einem Themseschiff stirbt. War es ein Unfall oder Mord? Die Ermittlungen führen John und seine Nichte Renie tief in die Welt von Shakespeare und zu den Geheimnissen der Lebensader Londons – der Themse


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Ausbruch – Dominique Manotti

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Dominique Manotti – Ausbruch
Verlag: Argument
244 Seiten
ISBN: 978-3867542180
17 €

 

 

 

 

Inhalt:
Filippo Zuliani sitzt im Gefängnis. Dort ist er eingeteilt nach der Müllabfuhr den Müllraum zu reinigen. Eines Tages geschieht etwas Unerwartetes: er findet den Müllraum noch mit Müll vor. Filippo wundert sich, doch dann rumpelt es im Müllschacht und herausschießt sein Zellengenosse, Carlo Fedeli, ein Widerstandskämpfer und Mitglied der Roten Brigaden, und versteckt sich in den noch vollen Müllcontainern. Filippo überlegt kurz und springt dann kurzentschlossen zu Carlo in den Container, gerade noch rechtzeitig, um von der Müllabfuhr mitgenommen zu werden. Doch der Ausbruch verläuft nicht so wie geplant. Carlo schickt Filippo weg und gibt ihm nur einen Zettel für den Notfall mit. Dieser Zettel führt Filippo nach einigen Wochen nach Frankreich, genauer gesagt nach Paris, zu Lisa Biaggi, der früheren Geliebten von Carlo, die dort im Exil lebt. Für Filippo beginnt eine Reise ins Unbekannte, die er zwischen Naivität und Gerissenheit zu meistern versucht.

Vorab:
Dieses Buch habe ich freundlicherweise direkt vom Argument Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, der unter ariadne Kriminalroman „spannende[n] Lesestoff mit literarischem und aufrührerischem Anspruch“ veröffentlicht. Diese Aussage trifft voll und ganz zu und ich bin froh, dem Verlag zugesagt zu haben, als sie mich gefragt haben, ob ich rein lesen möchte. Hiermit bedanke ich mich herzlich für das Exemplar von „Ausbruch“ von Dominique Manotti.

Meine Meinung:
„Ausbruch“ ist ein politischer Krimi. Politische Krimis können spannend sein, sind es mitunter aber oft nicht. Meist sind sie anstrengend – zumindest für mich und ich habe diese fast ganz von meiner literarischen Speisekarte gestrichen. Doch nun muss ich meine Karte wohl umschreiben, denn Frau Manotti zeigt mir, dass politischer Krimi nicht nur unglaublich spannend sondern auch literarisch beeindruckend geschrieben werden kann. Nie hätte ich gedacht, dass ein Krimi, der seinen Hintergrund in den linksradikalen Gruppierungen in Italien der 60er/70er Jahre hat, mich so begeistern kann. Und doch hat „Ausbruch“ genau dies getan.

Krimis / Thriller, die auf realen Geschehnissen basieren finde ich immer gut. In Deutschland landet man dann nicht immer, aber sehr oft im Dritten Reich. Auch spannend, aber es gibt doch noch so viele andere spannende Perioden in der Zeit. So ist es ein Erlebnis, nicht nur ein anderes Land – Italien und Frankreich – sondern auch eine andere Zeitspanne – 80er Jahre mit Bezug auf 60er/70er – in einer spannenden Geschichte präsentiert zu bekommen. Man könnte befürchten, dass das Buch vielleicht trocken und mit Details überladen ist, dass es zu politisch ist, mit langweiligen Details vollgestopft, doch Manotti gelingt es, das Thema gleichzeitig im Hintergrund und doch immer präsent und vor allem klar darzustellen.

Es geht um Filippo, den Kleinkriminellen aus Rom, der eigentlich nicht mehr zu seiner Gang zurück will, der mehr in seinem Leben will, der sich zu besseren, höheren Kreisen berufen fühlt. Er ist naiv und doch gerissen. Er kann sich kaum zu etwas motivieren und es ist fast ein Wunder, dass er doch letztendlich seinen Weg macht. Er ‚schlachtet‘ Carlos Geschichte aus und löst damit ein politisches Chaos aus ohne es zu wollen oder zu wissen.
Lisa Biaggi, auch eine Widerstandskämpferin wie Carlo, lebt schon lange im Exil in Frankreich. Sie ist Carlo treu ergeben, in der Liebe wie auch in der Politik. Doch als dieses Bild ins Wanken kommt, setzt sie alles daran, dies wieder gerade zu biegen. Letztendlich muss sie aber einsehen, dass ihr im Exil die Hände gebunden sind und sie einfach nicht alles erreichen kann, was sie möchte.

Filippo taucht bei Lisa Biaggi unter, die gar nicht begeistert ist und ihn abschiebt. Er findet einen Job als Nachtwächter und da er kein Wort Französisch kann, langweilt ihn dieser schnell. Da beginnt er zu schreiben. Über seine Flucht, über Carlo, über sich, über … nun, das verrate ich jetzt nicht alles. Doch es ist ein Buch im Buch, eine Geschichte in der Geschichte, ein Kriminalfall im Krimi – Filippo benutzt die richtigen Namen, doch ansonsten benutzt er die Tatsachen nur als Grundgerüst für seine fiktionale Geschichte. Nicht nur mir als Leser, sondern auch den Lesern im Buch ist es so ergangen, dass man mitunter gar nicht unterscheiden kann, ist etwas erfunden oder ist es real. Das Buch wird veröffentlicht und schlägt damit große Wellen. Wellen, die von Frankreich nach Italien schwappen und da Empörungsstürme auslösen.

Literarisch gesehen erstaunt mich „Ausbruch“. Selten trifft man im Kriminal/Thrillergenre eine so ausgefeilte Sprache wie die von Dominique Manotti. Sie zeichnet zielgerichtet Bilder des Geschehens, die den Leser in eine andere Welt entführen, in eine andere Zeit. Ihre Sprache ist schlicht, aber wortgewaltig. Und trotz allem ist es spannend dies zu lesen und keineswegs anstrengend oder schwierig. Die Besonderheit des Romans im (Kriminal)Roman ist ein wahrhaft genialer literarischer Schachzug und die politischen Hintergründe sind packend erzählt. Es geht um Macht, Machtmissbrauch, Geheimdienste, Gewalt und Korruption. Und das Ende? Das ist dann ein Entweichen der Luft, ein abruptes Ende der Spannung und die Frage: Wie jetzt? Schon zu Ende? Wo ist der nächste Manotti???? Der steht bei mir schon in den Startlöchern…

Fazit:
Ein Politkrimi, der mich restlos begeistern konnte. „Ausbruch“ sind zwei Geschichten, ein politisch brisantes Gemisch und Kunst in einem. Das Buch hat mich in mehreren Aspekten positiv überrascht und ist mit ein, zwei anderen Krimis/Thrillern mit in meiner Top 5 für dieses Jahr. Von mir bekommt „Ausbruch“ ganz klar 5 Schafe.

5 Schafe


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Fütterung des SUBs – 25.07.2014

Leider war ich letzte Woche in bisschen faul und deshalb ist dieser Beitrag jetzt doch größer als ich eigentlich wollte. Ganze 9 Bücher sind bei mir eingetroffen und warten auf ihre Vorstellung. Gehen wir zuerst nach Schweden:

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Carin Gerhardsen – Nur der Mann im Mond schaut zu
Verlag: Bastei Lübbe (bei mir hier ist die Club Ausgabe abgebildet)
396 Seiten
ISBN: 978-3404165346
Inhalt:
Als die dreijährige Hanna aufwacht, befindet sie sich ganz allein in einer abgeschlossenen Wohnung. Sie weiß, dass ihr Vater in Japan ist – aber wo sind ihre Mutter und ihr kleiner Bruder? Warum kommen sie nicht wieder? Dem kleinen Mädchen gelingt es, jemanden anzurufen, kann aber nicht erklären, wo sie wohnt. Eine verzweifelte Suche nach dem eingesperrten Kind nimmt ihren Anfang …
Kommissar Conny Sjöberg beschäftigt jedoch noch ein anderer Fall. Seine Kollegin stößt in einem Gebüsch vor der Polizeiwache auf einen fast erfrorenen Säugling. Kurz darauf wird in der Nähe des Fundortes eine tote Frau entdeckt …

Carin Gerhardsen – Pfefferkuchenhaus

Verlag: Bastei Lübbe (bei mir hier ist die Club Ausgabe abgebildet)
380 Seiten
ISBN: 978-3838719658
Inhalt:
Stockholm, im November. Es ist vier Uhr nachmittags, nasser Schnee fällt vom Himmel und Dunkelheit senkt sich über Schwedens Metropole. Ein Mann steigt in die U-Bahn und lässt sich auf einen freien Platz nieder. Er betrachtet die grauen, erschöpften Gesichter um sich herum. Ist er hier der Einzige, der mit seinem Leben zufrieden ist? Ein angenehmer Arbeitstag liegt hinter ihm, und nun freut er sich auf zu Hause. Warum aber starrt ihn der Typ, der sich im Fenster spiegelt, unverwandt an? Stört es ihn, dass es ihm gut geht? Nicht mein Problem, denkt er, und vertieft sich in die Zeitung. Als er an der nächsten Station aussteigt, merkt er nicht, dass der Mann ihm folgt…
In den folgenden Wochen erschüttert eine Reihe von Morden das Land. Kommissar Conny Sjöberg, glücklich verheirateter Familienvater, muss einen Serienmörder jagen …

Kristina Ohlsson – Aschenputtel
Verlag: Blanvalet (bei mir wieder die Club Ausgabe)
496 Seiten
ISBN: 978-3442375806
Inhalt:
Hochsommer in Schweden. Es regnet Bindfäden. Der voll besetzte Schnellzug nach Stockholm muss außerplanmäßig halten. Eine junge Frau tritt hinaus aufs Bahngleis, um ungestört zu telefonieren – und wird von ihrer Tochter getrennt, als der Zug ohne Vorwarnung weiterfährt. Der Schaffner wird alarmiert, doch als er das kleine Mädchen abholen will, ist es spurlos verschwunden. Das Ermittlerteam um Kommissar Alex Recht und Fahndungsspezialistin Fredrika Bergman wird auf den Fall angesetzt. Als wenig später ein zweites Kind verschleppt wird, wird der Fall zu einem Albtraum…

Kristina Ohlsson – Tausendschön
Verlag: Limes (und auch hier die Club Ausgabe)
464 Seiten
ISBN: 978-3809025924
Inhalt:
Ein junges Mädchen wird am Mittsommerabend überfallen und vergewaltigt. Fünfzehn Jahre später stirbt ein Mann bei einem Unfall mit Fahrerflucht, doch niemand scheint ihn zu vermissen. Zeitgleich begehen ein Pfarrer und seine Frau Selbstmord. Oder hat es nur den Anschein?
Das Ermittlerteam um Alex Recht und Fredrika Bergman wird auf die Fälle angesetzt. Die augenscheinlichen Einzeltaten entpuppen sich als ein Geflecht der Abhängigkeiten, in dessen Zentrum eine Kirchengemeinde steht…

Und nun gehts erstmal wieder raus aus Schweden:

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Sabine Kornbichler – Das Verstummen der Krähe
Verlag: Piper
429 Seiten
ISBN: 978-3492302036
Inhalt:
Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen ihren fünf besten Freunden, jedoch unter der Bedingung, dass es gelingt, den Mord aufzuklären, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand…

Elizabeth Heiter – Kalte Gräber
Verlag: Mira
315 Seiten
ISBN: 978-3956490002
Inhalt:
Jeder Fundort erzählt eine Geschichte. Und diese lässt FBI-Profilerin Evelyn Baine das Blut in den Adern gefrieren. Die Leichen zweier entsetzlich misshandelter junger Frauen, senkrecht bis zum Hals im feuchten Waldboden eingegraben. Die Gesichter zerstört durch Witterung und wilde Tiere.
Das Werk des „Totengräbers von Bakersville“.
Scheinbar willkürlich macht er Jagd auf junge Frauen und hortet ihre Leichen. Evelyn weiß, um den Totengräber zu erwischen, muss sie ihm geben, was er will – und das ist sie selbst.

Saskia Berwein – Herzenskälte
Verlag: Egmont Lyx
414 Seiten
ISBN: 978-3802589829
Inhalt:
Die Leiche einer jungen Frau wird im Schaufenster einer Partnervermittlung ausgestellt gefunden. Der Täter hat ihr das Herz entfernt. Jennifer Leitner und Oliver Grohmann vermuten ein Verbrechen aus Leidenschaft. Doch dann wird eine zweite Leiche gefunden, grausam verstümmelt und ebenfalls mit fehlendem Herzen…

Marit Reiersgård – Immer wenn der Schnee fällt
Verlag: Egmont Lyx
442 Seiten
ISBN: 978-3802593925
Inhalt:
In einem kleinen norwegischen Ort verschwindet ein fünfjähriges Mädchen und wird tot in einer Schneewehe aufgefunden. Zur gleichen Zeit wird eine Malerin in der Nachbarschaft ermordet. Der Vater der Kleinen und die Malerin waren in zwielichtige Geschäfte verwickelt. Gibt es zwischen den beiden Fällen tatsächlich einen Zusammenhang? Die Kriminalpolizisten Bitte Røed und Verner Jacobsen beginnen zu ermitteln und stoßen dabei auf ein Netz aus Verrat und Lügen…


Dominique Manotti – Einschlägig bekannt

Verlag: Argument
250 Seiten
ISBN: 978-3867541985
Inhalt:
Ein Kommissariat in der Pariser Vorstadt Panteuil. Neulinge werden eingearbeitet, blutjunge Leute ohne Erfahrung. In der Chefetage stellt Kommissariatschefin Le Muir die Weichen für den neuen politischen Kurs: Eine »Säuberung mit Hochdruck« soll die Verbrechensrate senken und die Vorstadt fit für die Zukunft machen. Klar, dass es dabei Gewinner und Verlierer geben muss. Aber da ist noch eine Ermittlerin aus Paris, die Le Muir und ihre Vasallen schon im Visier hat. Und Noria Ghozali hatte noch nie Sinn für taktische Kompromisse…


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SUB-Fütterung / 27.06.2014

In dieser Woche war mein Briefkasten gut gefüllt und mit viel Vorfreude, darf ich Euch die neuen Schätze in meinem Regal vorstellen. Wenn ich meinen Blick so über die Bücher schweifen lasse, fällt mir auf, dass ich diesmal eine Ländervielfalt zu bieten habe. Da ist also auf jeden Fall Abwechslung drin!
Ganz besonders freue ich mich, über zwei Ariadne Kriminalromane, die ich vom Argument Verlag zur Rezension bekommen habe. Dafür möchte ich mich hier nochmal bedanken – natürlich werde ich mich nach meiner Skandinavienwoche sofort darauf stürzen.

So, hier sind aber nun meine Neuen:
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Dominique Manotti – Ausbruch
Verlag: Argument
244 Seiten
ISBN: 978-3867542180
17 €

Inhalt:
Filippo hat mit Politik nichts am Hut, bis er im Knast auf den älteren Carlo trifft, einen politischen Gefangenen der extremen Linken. Carlos Erzählungen von den Kämpfen der 1970er ­befeuern Filippos Phantasie. Als Carlo flieht, springt er spontan mit auf, wird dann aber sitzengelassen. Während der junge Ausbrecher noch zu Fuß durch Italien pilgert, kommt Carlo in Mailand bei einem Banküberfall ums Leben.
Filippo flüchtet nach Paris, sucht Kontakt zu Exil-Italienern, doch der Empfang ist nicht gerade herzlich. Entwurzelt, isoliert und ohne Perspektive muss er seinem Leben eine Wendung geben: Er beginnt zu schreiben. Auf Nachtwachen im Büroturm in La Défense schmückt er aus, was er erlebt hat, erschafft einen Mythos, in dem er die Rolle des Helden spielt, mit Carlo an seiner Seite. Ein Roman entsteht. Doch das Buch bringt Filippo zwischen die Fronten aus italie­nischen Polit-Exilanten, italienischer Polizei und Geheimdiensten. Es ist die ­Sorte Geschichte, die einen umbringen kann…

Clementine Skorpil – Gefallene Blüten
Verlag: Argument
339 Seiten
ISBN: 978-3867542128
12 €

Inhalt:
Die europäischen Kolonialherren haben die Stadt in Verwaltungszonen aufgeteilt. Fabriken schießen aus dem Boden, Triaden beherrschen die Straßen, der Opiumhandel blüht. Da trifft eine ehrwürdige alte Frau vom Lande ein, um nach ihrer verschollenen Enkelin zu suchen. Die Spur führt zu den Kurtisanenhäusern, ins Reich der »wilden Hennen« von Shanghai, doch dann verliert sie sich plötzlich. Hängt das Verschwinden der schönen Pflaumenblüte mit dem ermordeten Komprador Liu Er zusammen? Die starrköpfige Großmutter lässt nicht locker. Sie betraut einen aufmüpfigen Studenten mit Nachforschungen und legt sich dabei arglos mit mächtigen Widersachern an …

Linda Castillo – Teuflisches Spiel
Verlag: Fischer
349 Seiten
ISBN: 978-3596196135
9,99 €

Inhalt:

Als das gleißende Scheinwerferlicht des entgegenkommenden Fahrzeugs sie blendet, bleibt ihnen nicht einmal mehr die Zeit, um zu schreien. Auf der regennassen Straße im ländlichen Ohio sterben in dieser Nacht drei Menschen. Ein amischer Vater und zwei seiner Kinder. Als Polizeichefin Kate Burkholder die Unfallstelle genauer untersucht, kommen ihr erste Zweifel: War das wirklich ein Unfall, oder steckt noch etwas anderes dahinter?

Richard Dübell – Allerheiligen
Verlag: Ullstein
410 Seiten
ISBN: 978-3548284866
9,99 €

Inhalt:
Da legst dich nieder! Peter Bernward, Polizeihauptkommissar in Landshut, hat gleich mehrere Probleme auf einmal: Sein Vater nervt ihn mit dem Familienstammbaum, seine Angebetete, Kommissarin Flora Sander, hält ihn auf Abstand und ein gefährlicher Geiselnehmer hat sich ausgerechnet seine niederbayrische Heimatstadt ausgesucht, um unterzutauchen. Seitdem ist es mit der Ruhe in Landshut vorbei. Während der Kollege von der Münchner Polizei – ein arroganter „Städter“ – die Ermittlungen mehr behindert als voranbringt, unternimmt Bernward alles, um den Schwerverbrecher so schnell wie möglich zu fassen.

Sam Eastland – Der rote Sarg
Verlag: Knaur
367 Seiten
ISBN: 978-3426513101
9,99 €

Inhalt:
Moskau 1939: Oberst Nagorski ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Der Ingenieur war für Stalins wichtigstes Projekt verantwortlich – den neuen, hochgeheimen Panzer T-34, von Spöttern auch »der rote Sarg« genannt. Der Diktator glaubt an Sabotage und vermutet, dass die »Weiße Gilde« Nagorski ermordet hat. Sonderermittler Pekkala erhält den Auftrag, die Verschwörer aufzuspüren – eine lebensgefährliche Mission. Denn niemand weiß, ob es die Gruppe überhaupt gibt.