Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction


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Kälteschlaf – Arnaldur Indriðason

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Arnaldur Indriðason – Kälteschlaf
Verlag: Bastei Lübbe
381 Seiten
ISBN: 978-3404165469
8,99 €

 

 

 

 

Inhalt:
In einem Haus am Ufer des Sees þingvellir findet Karen ihre Freundin María erhängt vor. Es gibt keine Einbruchsspuren, keine Zeichen von Fremdeinwirkung, doch so richtig kann Kommissar Erlendur nicht an einen Selbstmord glauben. Vor allem als Karen ihm eine Aufzeichnung einer Séance gibt, an der María teilgenommen hat. Erlendur ist skeptisch und glaubt schon gar nicht an Kontakt mit den Toten oder ein Leben nach dem Tod. Doch kann die Suche Marías einen Hinweis auf ihr Ableben geben? Erlendur fängt an zu graben, ohne eine offizielle Ermittlung zu haben, und fördert ein altes Familiengeheimnis zu Tage…

Meine Meinung:
Wie so oft bei nordischen/skandinavischen Krimis macht „Kälteschlaf“ einen melancholischen Eindruck auf mich. Der Krimi kommt entspannt daher, ohne große Spannungsspitzen, aber mit einem ständig nagenden Gefühl, das da etwas an dem Selbstmord nicht richtig ist. Und diesem Gefühl folgt man zusammen mit Erlendur. Man muss einfach wissen – war es wirklich Selbstmord und wenn ja, warum? Oder war es doch Mord?
Hin und wieder sind Abschnitte zu finden, die Marías Sicht zeigen – natürlich vor dem Selbstmord. So hat der Leser mitunter einen kleinen Wissensvorsprung, doch natürlich wohl dosiert und man darf trotzdem miträtseln, ob und wer es war und vor allem, wie es geschehen ist.

Erlendur ist ein hartnäckiger, aber besonnener Ermittler. Er traut dem Selbstmord nicht und beginnt eine Ermittlung, ohne dass seine Kollegen oder gar der Chef davon wissen. Es ist nicht viel los und er hat Zeit dafür. Natürlich muss er das nicht nur vor seinen Kollegen geheim halten, sondern auch die Personen, die er befragt sind misstrauisch und er „borgt“ sich eine Studie vom Sozialamt um seine Ermittlungen zu begründen.
Auch privat erfährt man einiges von Erlendur. Er ist geschieden und hat nur noch Kontakt zu seinen beiden Kindern Sindri und Eva Lind. Seine Tochter hat sich in den Kopf gesetzt, dass ein normales Verhältnis zwischen ihren Eltern möglich sein muss, obwohl das Erlendur und seine Exfrau abstreiten, doch sie schafft es, dass die beiden sich treffen. Beide machen es wohl, um ihrer Tochter zu helfen, die mitunter Drogenprobleme hat.

Doch zurück zu dem Fall. Weder die Gerichtsmedizin noch die Spurenermittlung kann viel herausfinden oder weiß mitunter gar nicht, wonach sie suchen soll. So marschiert Erlendur von einem Zeugen, Bekannten, Freund, Verwandten zum anderen und man folgt einer klassischen Ermittlung. Nebenbei gräbt er zwei alte Vermisstenfälle aus, zwei junge Erwachsene, die vor fast 30 Jahren verschwunden sind. Beide Fälle wurden nicht miteinander in Verbindung gebracht, sind aber fast zeitgleich geschehen. Der Vater des einen Verschwundenen sucht Erlendur regelmäßig auf und das regt den Kommissar an, sich die Fälle nochmal anzusehen.

Das Finale kommt langsam angeschlichen, doch hat es dann eine gewisse Brisanz und Dringlichkeit. Beide Ermittlungen gelangen zu einem Durchbruch und Erlendur kann sich gar nicht entscheiden, wo er zuerst hin soll. Der/Die Täter/in hat sich m. E. schon durch das Buch langsam herauskristallisiert, doch das Wie war im Falle von Marías Selbstmord das eigentlich Spannende. Das Ermittlungsergebnis der beiden Vermisstenfälle hat mich dann aber doch noch überrascht.

Fazit:
Eine Mordermittlung ohne Mord, „nur“ mit einem Selbstmord und ohne offizielle Ermittlung? Geht nicht? Doch geht! Erlendur zeigt, wie es geht! Von mir gibt es 4 Schafe.

4 Schafe


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Abschluss der Skandinavische(n) Woche(n)

So, nun sind auch die zwei skandinavischen Wochen beendet. Wie auch das letzte Mal, heißt das nun nicht, dass ich vorerst keine skandinavischen Autoren mehr lese, sondern einfach jetzt wieder nach Lust und Laune in meinen Sub greifen kann.

Hier nochmal zur Erinnerung, welche Bücher ich mir vorgenommen hatte:
Skandinavien 1Skandinavien 2

 

 

 

Dieses Mal bin ich leider nicht ganz so erfolgreich gewesen, wie in meiner amerikanischen Woche. Anfangs dachte ich, dass ich das locker schaffe – das war an Fronleichnam und ich hatte an diesem Tag „Kälteschlaf“ durchgelesen – doch dann kam der Quartalsabschluss und meine Kollegin wurde krank. Da wars dann natürlich Essig mit schon pünktlich heim gehen und gemütlich auf dem Balkon lesen. Aus diesem Grund habe ich nur drei meiner vorgestellten Bücher geschafft. Natürlich gibt es logischerweise zu diesen dann auch nur Rezensionen. Folgende Bücher habe ich gelesen:

Erwartung – Jussi Adler-Olsen
Verlag: dtv
565 Seiten
ISBN: 978-3423280204
19,90 €

Das Nostradamus Testament – Tom Egeland
Verlag: Goldmann
555 Seiten
ISBN: 978-3442479825
9,99 €

Kälteschlaf – Arnaldur Indriðason
Verlag: Bastei Lübbe
381 Seiten
ISBN: 978-3404165469
8,99 €

Die Rezensionen folgen alsbald – die erste am Wochenende.
Alles in allem macht das immerhin 1501 Seiten – da hab ich in meiner amerikanischen Woche sogar ein wenig mehr geschafft… *schäm*
Aber egal – auf zu neuen Ufern. Ab Mitte nächster Woche habe ich Urlaub und da werden es dann ja hoffentlich ganz viele Bücher… :-D


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Skandinavische Woche(n)

Ich habe ja schon erwähnt, dass mir meine amerikanische Woche vor einiger Zeit sehr gut gefallen hat und ich mit einer skandinavischen Woche liebäugle. Und jetzt ist es soweit!

Da ich mir diesmal nicht nur drei sondern sogar fünf Bücher ausgesucht habe – um jedem skandinavischem Land gerecht zu werden – und vier davon auch noch ausgesprochen dick sind, ist es diesmal ein zweiwöchiges Wochenmotto. Und hier sind meine Auserwählten:

Skandinavien 1

 

 

 

 

 


Erwartung – Jussi Adler-Olsen

Verlag: dtv
565 Seiten
ISBN: 978-3423280204
19,90 €
Inhalt:
Marco ist fünfzehn und hasst sein Leben in einem Clan,dessen Mitglieder von ihrem gewalttätigen und zynischen Anführer Zola in die Kriminalität gezwungen werden. Als er sein Sklavendasein nicht mehr aushält und flieht, stößt er ganz in der Nähe von Zolas Wohnsitz auf eine Männerleiche…
Die Suche nach dem Mörder führt Carl, Assad, Rose und Gordon, den Neuen im Sonderdezernat Q, tief hinein in das Netzwerk der Kopenhagener Unterwelt, in den Sumpf von Korruption und schweren Verbrechen in Politik und Finanzwelt- und sie zieht Kreise bis in den afrikanischen Dschungel.
Dänemark – Carl MØrck darf einfach nicht fehlen – auf den fünften Teil habe ich schon lange sehnsüchtig gewartet und vor Kurzem ertauscht.


Ilkka Remes – Das Erbe des Bösen

Verlag: dtv
523 Seiten
ISBN: 978-3423246668
14,90 €
Inhalt:
Als der finnische Physiker Rolf Narva in hohem Alter überraschend eine Reise nach Berlin antritt und spurlos verschwindet, beginnt für seinen Sohn Erik und dessen Frau Katja ein Alptraum. Vieles deutet darauf hin, dass ein dunkles Geheimnis die Vergangenheit des Vaters umgibt. Einst hatten Rolf und seine Frau, eine Biologin, als Wissenschaftler in den USA Karriere gemacht. Was führt den alten Mann jetzt nach Berlin? Und was hat das Deutschland der Nazizeit mit Rolfs Verschwinden zu tun? Erik – selbst Wissenschaftler – hat eine erfolgreiche Gentechnik-Firma in London gegründet. Doch plötzlich erhält das Thema Genetik für ihn eine ganz neue Dimension. Während Erik und Katja einem entsetzlichen Familiengeheimnis auf die Spur kommen, ahnen sie nichts von der Gefahr, die sie selbst und das Leben ihrer Kinder bedroht …
Finnland – von Ilkka Remes wollte ich schon lang etwas lesen und da ich spontan auch keinen anderen finnischen Autor auf meinem SUB gefunden habe (obwohl ich mir sicher bin, dass es da noch welche gibt), hab ich ihn mir einfach geschnappt!

Skandinavien 2

 

 

 

 

 

Das Nostradamus Testament – Tom Egeland
Verlag: Goldmann
555 Seiten
ISBN: 978-3442479825
9,99 €
Inhalt:
Ein bisher unbekanntes Manuskript des französischen Visionärs Nostradamus wird gefunden. Es ist eine kleine Sensation, als es auf einer Konferenz in Florenz präsentiert wird, an der auch der Archäologe Bjørn Beltø teilnimmt. Doch dann wird das Dokument vor den Augen der Konferenzteilnehmer gestohlen und der Forscher, der es entdeckt hat, auf dramatische Weise entführt. Nostradamus’ Manuskript beinhaltet nämlich eine Reihe von Codes – die Beltø nun lösen muss, bevor die Kidnapper dies tun. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, ein Kampf um Leben und Tod.
Norwegen – ich liebe BjØrn BeltØ! Wer kann dem Albino-Archäologen schon wiederstehen? ;-)


Der Mann, der kein Mörder war – Hjorth & Rosenfeldt

Verlag: rororo
588 Seiten
ISBN: 978-3499256707
9,99 €
Inhalt:
In einem Waldstück bei Västerås entdecken Kinder die Leiche eines Jungen –brutal ermordet, mit herausgerissenem Herzen. Der Tote ist schnell identifiziert: Roger war Schüler eines Elitegymnasiums und seit Tagen vermisst.
Die Polizei vor Ort ist überfordert, und so reist der Stockholmer Kommissar Höglund mit seinem Team in die Provinz. Dort trifft er überraschend einen alten Bekannten: Sebastian Bergman, ein brillanter Kriminalpsychologe und berüchtigter Kotzbrocken. Seit Bergman Frau und Tochter bei einem Unglück verlor, hat man kaum noch von ihm gehört. Nun bietet er Höglund seine Hilfe an. Das Team zeigt sich wenig begeistert. Doch schon bald ist der hochintelligente Bergman unverzichtbar. Denn in dem kleinen Städtchen Västerås gibt es mehr als eine zerstörte Seele …
Schweden – hier habe ich zu Weihnachten von meiner Kollegin den zweiten Teil geschenkt bekommen und musste beschämt feststellen, dass ich Teil 1 noch gar nicht gelesen habe. Das muss natürlich geändert werden.

Kälteschlaf – Arnaldur Indriðason
Verlag: Bastei Lübbe
381 Seiten
ISBN: 978-3404165469
8,99 €
Inhalt:
An einem kalten Herbstabend wird an Islands geschichtsträchtigem See von Þingvellir die Leiche einer jungen Frau gefunden. Auf den ersten Blick ein Selbstmord, doch Kommissar Erlendur wird misstrauisch, als ihm der Mitschnitt einer Séance zugespielt wird: Kurz vor ihrem Tod hatte sich die Frau an ein Medium gewandt. Trotz seiner tiefen Skepsis gegenüber spiritistischen Praktiken geht Erlendur den Hinweisen nach und rührt dabei an ein gut gehütetes Familiengeheimnis, das die Jugend dieser Frau überschattet hat…
Island – Von Kommissar Erlendur hab ich schon das eine oder andere Hörbuch gehört, aber nie die Reihe richtig verfolgt – macht nichts, ich will trotzdem „Kälteschlaf“ jetzt lesen.

Alles in allem macht das 2612 Seiten… puh….


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Kein Opfer ist vergessen – Michael Harvey

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Michael Harvey – Kein Opfer ist vergessen

Verlag: Piper
384 Seiten
ISBN: 978-3492302654
9,99 €

 

 

 

 

Inhalt:
Jake Havens erhält kurz vor Beginn eines Sommerkurses mit dem Thema „Cold Cases“ an der Medill School of Journalism eine merkwürdige Botschaft: „98-2425 … Ich hab den Jungn gekilt“. Jake nimmt diesen Fall mit in den Kurs und überredet nicht nur die Dozentin, Judy „Z“ Zombrowski sondern auch seine zwei Kommilitonen Sarah Gold und Ian Joyce dazu, diesen Fall im Kurs zu untersuchen. Die Fallakte 98-2425 weist auf den Tod eines Jungen, der erst entführt und dann ermordet, genauer gesagt, ertränkt wurde. Ein Täter wurde gefasst und kurze Zeit später im Gefängnis getötet. Als die drei sich aufmachen, um den ehemaligen Tatort zu besichtigen, stolpern sie auf eine ‚neue‘ Leiche eines Jungen, die der von damals ähnelt. Doch wie kann das sein – der Täter ist doch verurteilt worden. Oder ist der wahre Täter noch gar nicht gefasst?

Meine Meinung:

Dieser Thriller hat mich gleich angesprochen. Ich bin nicht nur ein großer Serienfan, sondern auch ein Fan der Serie „Cold Cases“. Klasse, dass es die nun im Buchformat gibt und sogar von einem Autor, der Drehbücher für die Serie verfasst hat.

Meist kurze Kapitel, viel wörtliche Rede und wenige Beschreibungen ergeben einen rasanten Schreibstil, der sich nicht in Stilblüten ergeht, sondern direkt und spannend auf den Punkt kommt. Das Buch habe ich an einem Tag und in einem Rutsch durchgelesen – für mich ein „Pageturner“. Die Geschichte wird aus Ians Sicht erzählt und sowohl der Prolog als auch Andeutungen in einem Kapitel am Anfang zeigen dem Leser, dass er noch ein dunkles Geheimnis hat. Diese Stellen hat der Autor wirklich gut geschrieben, denn ich hatte so gar keine Idee, was das wohl sein könnte. Außerdem kommt er darauf erst echt spät wieder zurück – da hatte ich das schon fast wieder vergessen. Der Sprachstil gefiel mir also außerordentlich gut.

Der Sommerkurs, den „Z“ gibt, existiert schon seit 10 Jahren, doch schon von Anfang an merkt man, dass es dieses Jahr anders ist und wird. Die drei Protagonisten finden sofort Interesse an dem Fall, den Jake mit in den Kurs bringt, auch wenn die Dozentin skeptisch ist. Alle drei sind für dieses Seminar ausgewählt worden und fragen sich, ob sie dort richtig sind. Alle drei zählen zu den besten – Ian und Sarah auf der Medill, wohingegen Jake von einer juristischen Fakultät an die Medill gewechselt ist. Sarah ist der Puffer zwischen den beiden Jungs, allerdings auch Anlass zu Unmut. Ian ist schon lange verliebt in Sarah, doch bisher hat sie ihn nicht bemerkt. Ian ist dementsprechend eifersüchtig, wenn Jake und Sarah miteinander sprechen oder etwas recherchieren. Jake und Ian haben aber sowieso eine andere Wellenlänge und würden ohne den Kurs wohl nicht miteinander reden. Ian ist eher wohlerzogen, strebt nach einem guten Abschluss und leid geprüft nach der langen Krankheit und dem darauffolgenden Tod seiner Mutter. Jake ist eher der Draufgänger, verschlossen aber hartnäckig. Er ermittelt am verbissensten, auch wenn Ian mehr im Mittelpunkt steht. Die Recherchen und die fast schon überschlagenden Ereignisse der Recherche schweißen die drei aber zusammen und jeder von ihnen kann sich auf den anderen verlassen.

Zugegebenermaßen fand ich den neuen Leichenfund am alten Tatort ein bisschen unglaubwürdig. Das verleiht der Recherche der drei zwar eine gewisse Brisanz, doch war mir das zu inszeniert. Sehr gelungen hingegen fand ich, dass es neben dem Mord an dem Jungen und Ians Geheimnis noch etwas Drittes aufzudecken gibt. Ich will hier nicht zu viel verraten, deshalb bleibe ich mal unbestimmt, aber dieses Verschlungene von mehreren Fällen bzw. Geheimnissen, das zudem noch Jahre zurückliegt, macht den Reiz dieses Thrillers für mich aus. Man versucht Tatsachen aufzuklären, die schon so weit zurück liegen. Dokumente fehlen oder sind kaum leserlich, Beteiligte sind vielleicht schon gestorben oder nicht mehr vernehmbar, altes Spuren können neu mit heutigen Mitteln untersucht werden. So ein „Cold Case“ hat einfach einen ganz anderen Hintergrund, den ich echt faszinierend finde. Die Untersuchung von Aspekten kann sich schwieriger als damals aber eben auch leichter als damals herausstellen.
Die Auflösung war in dem Sinne für mich überraschend, dass sich eben eines aufgeklärt hat und ich war dann eigentlich schon glücklich, bis mir die Frage: „Halt mal, da war doch noch dieser Mord…“ durch den Kopf gehuscht ist. Positiv finde ich es auch, dass der Autor die Figuren ‚hart‘ rannimmt. Es ist eben kein Cozy Crime sondern ein Thriller – hier darf den Protagonisten durchaus auch mal etwas schlimmes passieren und damit der Auflösung des Falles einen negativen Beigeschmack geben – das ist in dem Fall etwas Gutes, was mir gefällt und ich in Thrillern gerne öfters hätte.

Fazit:
Ein absolut gelungener Thriller – rasant, spannend, verschlungen und verzwickt. Ein ‚Pageturner‘, den ich nicht aus der Hand legen konnte und nur empfehlen kann. Von mir gibt es 5 Schafe!

5 Schafe


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Sterbensschön – Chelsea Cain

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Chelsea Cain – Sterbensschön
Verlag: Blanvalet
414 Seiten
ISBN: 978-3442381517
9,99 €

 

 

 

 

Inhalt:
Archie Sheridan und sein Team haben einen neuen Fall: Im Park wird ein erhängter Mann gefunden, geknebelt, gefesselt und gehäutet, unter ihm eine weiße Lilie. Das Team ermittelt fieberhaft, doch sie finden kein Motiv. Kurz darauf wird bei einem Brand eine weitere Leiche entdeckt. Auch hier findet das Team die Reste einer Lilie. Dann erhält Archie einen Anruf – Gretchen Lowell, die schöne Serienmörderin, der Archie seine Narben, seine gescheiterte Ehe, seine Abhängigkeit verdankt, behauptet, den Mörder zu kennen. Um den Mörder zu entlarven muss Archie seine Dämonen überwinden und Gretchen treffen, doch spielt sie nur ein Spiel mit ihm oder hat sie tatsächlich Informationen, die zum Täter führen?

Meine Meinung:
Der Thriller war spannend und gut ausgearbeitet und doch hab ich so meine Probleme damit….
Dies ist der fünfte Teil um den Ermittler Archie Sheridan und die Serienmörderin Gretchen Lowell. Im vierten Teil gab es eine Auszeit – hier war Gretchen tatsächlich nur eine Randerscheinung und Archie und sein Team, gemeinsam mit Susan Ward, der Journalistin, konnten ermitteln. Dieser Band hat mir sehr gut gefallen.
Leider ist Ms. Cain wieder zu Gretchen Lowell zurückgekehrt. Versteht mich nicht falsch – Gretchen Lowell ist interessant, böse und unglaublich einfallsreich, doch ehrlich gesagt, habe ich langsam genug von ihr. Es kommt mir vor, als würde das Thema immer wieder von neuem aufgegossen werden – und wie das bei einem Aufguss so ist – verliert er an Stärke.
Ich mag Archie, sein Team und Susan, auch den Schreibstil von Chelsea Cain, doch ich brauche jetzt eine Pause von Gretchen Lowell. Wenn mir die Autorin keine gönnt, werde ich da wohl selbst tätig werden und demnächst erstmal keines ihrer Bücher mehr erwerben. Vor allem, da in der Kurzbeschreibung ihres nächsten Thrillers ‚Totengabe‘ schon wieder Gretchens Name auftaucht….

Fazit:
Wer Gretchen Lowell mag, wird auch diesmal auf seine Kosten kommen und sich auf den nächsten Teil freuen. Wer Archie und den Rest gerne wieder in einem anderen Ambiente erleben möchte, der muss sich wohl – so wie ich – gedulden.

3 Schafe


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Der Teufel in Dir – Richard Montanari

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Richard Monatanari – Der Teufel in Dir
Verlag: Bastei Lübbe
446 Seiten
ISBN: 978-3404169313
9,99 €

 

 

 

Inhalt:
Jessica Balzano, Detective beim Philadelphia Police Department, erhält einen anonymen Anruf. Der Anrufer beginnt mit den Worten „Ein Gott – sieben Kirchen“ und berichtet dann von der ersten Leiche in einem Keller. Balzano und ihr Partner, Kevin Byrne, machen sich auf zum Tatort. Als sie dort eintreffen, finden sie einen Mann im Keller. Er ist blutüberströmt mit Stacheldraht an einen Stuhl gefesselt. Und er lebt noch. Doch nicht mehr lange. Seine letzten Worte sind „Er lebt“. Balzano und Byrne beginnen fieberhaft mit ihren Ermittlungen, denn der Anrufer war nicht nur mysteriös, sondern hat von der ersten Leiche gesprochen. Doch bevor sie es verhindern können, wird eine weitere Leiche gefunden, die auf noch viel erschreckendere Weise getötet wurde.

Meine Meinung:
Mit diesem Thriller habe ich meine amerikanische Woche begonnen und es nicht bereut. Richard Montanaris Ermittlerteam Jessica Balzano und Kevin Byrne geben eine gute Mischung ab. Dies ist nun schon der sechste Teil der Serie, doch Montanari konnte mich bisher mit allen Teilen überzeugen ohne zu schwächeln.

Zugegeben war ich von dem ersten Kapitel bzw. eigentlich ist es der Prolog, etwas verwirrt. Es sind nur zwei Seiten, doch diese machen so viele Andeutungen. Die Person aus dem Prolog darf noch zwei, drei Mal sprechen, bevor dies am Ende aufgelöst wird und es ist jedes Mal aufs neue aufreibend gewesen. Ansonsten wechselt die Perspektive zwischen Balzano und Byrne, aber auch der Mörder kommt zu Wort. Die unterschiedlichen Perspektiven machen den Thriller abwechslungsreich, der Schreibstil ist gewohnt spannend und gut zu lesen. Das Setting – Philadelphia – finde ich wie immer sehr gut ausgearbeitet und gut beschrieben. Ich will jetzt nicht behaupten, da fühle ich mich zu Hause, aber in einem Thriller sind ja auch andere Aspekte wichtig – die Szenerie ist düster und karg, so wie es für einen Thriller in einer amerikanische Hauptstadt mit Serienmörder passt.

Balzano und Byrne sind so, wie wir sie kennen. Sie italienisch, verheiratet mit mittlerweile zwei Kindern, praktisch und pragmatisch. Byrne irisch, geschieden mit Tochter, grüblerisch und düster. In diesem Band liegt der Fokus mehr auf Byrne und ich bin wie immer froh, dass Byrnes „Gabe“ nicht in den Vordergrund rückt oder gar ins Übersinnliche. Nach einer Nahtoderfahrung sieht er an Tatorten oft mehr als andere. Das wird vom Autor aber eher als Gefühl bzw. Ahnung vermittelt und hilft oft einfach nur Spuren zu entdecken. Er ist an Tatorten eben ein bisschen aufmerksamer. Wäre dieser Aspekt anders ausgearbeitet, würde die Reihe ins Übersinnliche rutschen und das fände ich sehr schade. In diesem Band hat Byrne sich entschlossen, ein „Philly Brother“ zu werden. So lernt er Gabriel „G-Flash“ Hightower kennen. Einen Jungen mit schwieriger Kindheit, der kurz davor ist in die Bandenkriminalität abzurutschen. Wie man sich denken kann, ist diese Beziehung anfangs recht schwer für beide und wird später sogar noch bedeutend.

Die Morde – ich denke, das verrät schon der Titel – sind religiös begründet. Auch der Hinweis mit den sieben Kirchen ist wichtig, denn es stellt sich raus, dass die Tatorte ehemalige Kirchen sind. Nichtsdestotrotz ist das Auffinden von ehemaligen Kirchen keine leichte Aufgabe für Byrne und Balzano. Die USA beherbergt viele verschiedene Religionen und Religionsgemeinschaften, Kirchen sind nicht immer monumentale Bauwerke sondern einfach Häuser und wie will man die Unmenge an aufgegebenen Gotteshäusern überwachen? Byrne und Balzano arbeiten fieberhaft und puzzeln sich Stück für Stück durch den Fall.

Ich hatte schon ungefähr in der Mitte herum eine Ahnung, wer der Mörder ist. Trotzdem war ich überrascht, wie und wo man dem Täter schon überall im Buch begegnet ist. Die Intention des Mörders war allerdings schwierig herauszufinden und hat somit die Spannung hoch gehalten. Die Auflösung war dramatisch umgesetzt und hat mir gut gefallen. Vor allem die Auflösung des Prologs. ;-)

Fazit:
Ein gelungener Thriller mit religiösem Touch, den die beiben toughen Ermittler Balzano und Byrne routiniert, aber mit viel Spannung und Charakter lösen. Ich habe keine Kritikpunkte und vergebe 5 Schafe.

5 Schafe


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Abschluss der Amerikanischen Woche

So, die amerikanische Woche ist erstmal beendet – d. h. natürlich nicht, dass ich jetzt keine amerikanischen Krimis / Thriller mehr lese, doch nun darf es eben auch wieder etwas anderes sein.

Ich bin sehr glücklich mit dem Ausgang meiner Aktion, denn ich habe unglaublicherweise nicht nur die drei angekündigten Bücher, sondern auch noch ein weiteres Buch – Der Genesis-Code von Christopher Forrest – geschafft. Dieses Buch werde ich wohl nicht rezensieren – das war zwar ganz spannend, aber nicht so beeindruckend und nur was für zwischendurch. Wenn Ihr auf den Link oben klickt, werdet Ihr zu den Bewertungen bei Lovelybooks geleitet. Hier kommt in Summe 3 1/2 Sterne raus – bei mir kriegt das Buch auch diese Bewertung – so ganz ohne Rezension. ;-)

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Die Rezensionen zu

Der Teufel in Dir – Richard Montanari

Verlag: Bastei Lübbe
446 Seiten
ISBN: 978-3404169313
9,99 €

Sterbensschön – Chelsea Cain
Verlag: blanvalet
414 Seiten
ISBN: 978-3442381517
9,99 €

Kein Opfer ist vergessen – Michael Harvey

Verlag: Piper
373 Seiten
ISBN: 978-3492302654
9,99 €

folgen in Kürze – die erste sogar noch heute.

Ach ja, ich habe übrigens – obwohl ich ein weiteres Buch gelesen habe – alle in der angegebenen Zeit geschafft und war Freitag abend mit dem letzten fertig. Ich finds klasse, wie gut das geklappt hat. Ich bin jetzt ein paar Tage geschäftlich verreist, aber ich kann jetzt schon sagen, dass ich mit der Idee einer skandinavischen Woche liebäugle… :-)


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Amerikanische Woche

In diesem Jahr habe ich bisher 6 Bücher gelesen, die in Amerika spielen – das sind mir definitiv zu wenig. So langsam schleichend haben bei mir die deutschen Krimis Autoren aus Amerika und mitunter auch aus England ein wenig ‚vertrieben‘. Nicht das diese Tatsache schlecht wäre, nur vermisse ich die ‚Ausländer‘ schon ein wenig.
Deswegen – und zur Vorbereitung auf das baldige Erscheinen des neuen Chris Carter Thrillers ‚Der Totschläger‘ – rufe ich heute die amerikanische Woche aus. Diese beginnt heute und endet nächsten Freitag und ich habe mir vorgenommen, drei Bücher zu lesen, von amerikanischen Autoren und auch mit amerikanischem Setting. Drei mag ja ein bißchen hochgegriffen sein, doch man muss sein Ziel ja hoch setzen, damit man auch Ehrgeiz entwickelt. So und hier sind nun meine drei Auserwählten:

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Der Teufel in Dir – Richard Montanari

Verlag: Bastei Lübbe
446 Seiten
ISBN: 978-3404169313
9,99 €
Inhalt:
Ein nackter Mann sitzt blutüberströmt auf einem Stuhl. Rostiger Stacheldraht verursacht tiefe Wunden in seinem Fleisch. Dampf steigt aus seinen Verletzungen auf, als sein warmes Blut auf die eisige Februarluft trifft. Er lebt noch, als Jessica Balzano und Kevin Byrne am Tatort eintreffen. Aber nicht mehr lange. Seine letzten Worte sind: »Er lebt.« Danny bleibt nicht das letzte Opfer des Killers. Und bei der Jagd auf ihn werden die beiden Detectives selbst zum Spielball …

Sterbensschön – Chelsea Cain

Verlag: blanvalet
414 Seiten
ISBN: 978-3442381517
9,99 €
Inhalt:
Seine letzte Begegnung mit der schönen Serienkillerin Gretchen Lowell hat tiefe Wunden bei Detective Archie Sheridan hinterlassen. Um sich abzulenken, stürzt er sich deshalb mit Feuereifer in seinen neuesten Fall: Ein Erhängter wurde im Park gefunden, geknebelt, gehäutet und an den Handgelenken gefesselt. Da erreicht Archie eine Nachricht, die ihn fast aus der Bahn wirft: Gretchen behauptet, Informationen zu diesem entsetzlichen Verbrechen zu haben. Spielt sie erneut ein grausames Spiel mit ihm? Oder gibt es ein Geheimnis aus Gretchens Vergangenheit, für das ein skrupelloser Mörder töten würde?


Kein Opfer ist vergessen – Michael Harvey

Verlag: Piper
373 Seiten
ISBN: 978-3492302654
9,99 €
Inhalt:
»98-2425 … Ich hab den Jungn gekilt.« Diese handgeschriebene Botschaft findet Jake, ein Student der angesehensten Journalistenschule der USA, vor seiner Tür. Was zunächst aussieht wie ein übler Scherz, entpuppt sich schnell als grausame Realität. Zusammen mit den befreundeten Studenten Sarah und Jake beginnt er mit den Recherchen zum Cold Case 98-2425, und schon bald finden sie am Tatort von damals eine weitere Leiche – obwohl der verurteilte Mörder bereits seit Jahren tot ist. Ist der wahre Täter etwa noch auf freiem Fuß?

So, dass sind dann 1233 Seiten in einer Woche… ob ich das wohl schaffe? ;-)