Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)


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Schatzjagd: Mord auf der Levada – Joyce Summer

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Joyce Summer – Mord auf der Levada
Verlag: CreateSpace
314 Seiten
ISBN: 978-1515119319

 

 

 

 

Schon komisch, was ein Buch so bei einem auslöst. Nach „Mord auf der Levada“ hab ich spontan Lust bekommen, mal nachzusehen, ob ich nicht doch in Urlaub fliegen will. Nach Madeira. Eigentlich bin ich ja eher der nördliche Typ: die britischen Inseln, Skandinavien und so. Ich bin nicht so der südliche Typ, der Badeurlaub und Sonne, Strand und Sand braucht. Aber das ist auf Madeira auch gar nicht so. Als Vulkaninsel sind die Strände rar gesät und es ist dort eher kluftig. Gleichzeitig gibt es aber eine sehr schöne Flora und Fauna und es ist anscheinend ein herrliches Gebiet zum Wandern. Zum Beispiel auf den Levadas, künstlich angelegten Wasserläufen mit Pfaden, die heute von Touristen als Wanderwege genutzt werden. So auch Pauline und Ben, zwei Urlaubern aus Hamburg. Eine Leiche, so wie die beiden, möchte ich dort dann allerdings doch nicht finden.

Pauline, die Inhaberin eines Hamburger Cafés und Verfechterin des Galaos, fliegt gemeinsam mit ihrem Mann Ben nach Madeira in den Wanderurlaub. Bei einer ihrer Wanderungen, findet Pauline den toten Hotelier DeFreitas in einem Meer aus blauen Hortensienblüten. Comissário Avila übernimmt den Fall, gemeinsam mit seinem Subcomissário Vasconcellos. Doch auch wenn Pauline ihren Urlaub genießt, lässt der Fund sie nicht in Ruhe. Vor allem, da sie DeFreitas am Tag vorher beim Nachmittagstee in seinem Hotel – übrigens eines der besten Hotels auf Madeira – getroffen und eine Geschäftsbeziehung vereinbart hat. Und so versucht Pauline, ganz zum Missfallen ihres Mannes, neben den Urlaubsaktivitäten noch ein wenig mehr über den Mord herauszufinden.

Das Buch macht einem richtig Lust auf Madeira. Pauline und Ben streifen über die Insel, die sie schon von früheren Besuchen kennen und genießen. Dazu gehören nicht nur ausgedehnte Wanderungen über die Levadas, sondern auch Schnorcheln vor der Küste, der Besuch des berühmten Nachmittagstees im Hotel Colonia oder auch der Wochenmarkt. Die verschiedensten madeirischen Spezialitäten lassen sie sich auf der Zunge zergehen und leben in den Tag hinein. Wäre da nicht die Leiche.

Der Hotelier DeFreitas, ein Mensch, den Pauline als zuvorkommend und charmant kennen gelernt hat, hat anscheinend mehrere Seiten zu bieten. Als Frauenheld aber auch harter Geschäftsmann ist er bekannt, für den Naturschutz hat er nur begrenzt Verständnis, wenn ihm dieser bei seinen Interessen in die Queren kommt. War es also eine vergrämte Liebhaberin oder gar deren erzürnter (und gehörnter) Ehemann? Auch die örtlichen Naturschützer waren auf den Hotelier schlecht zu sprechen. Das Geheimnis um den Mord an DeFreitas reicht weit in die Vergangenheit und so verbindet die Autorin drei Zeitlinien miteinander: 1922, 1977 und 2011.

Pauline ist für mich die typische Cosy-Heldin. Immer ein wenig neugierig und uneinsichtig, wenn man ihr das vorwirft. An ihrer Seite der immer leicht genervte, aber stets treue Ben, der sie ab und an einnordet. Die beiden Facetten, die für mich den Krimi zu etwas besonderem gemacht haben, war zum einen der in der Vergangenheit verankerte Kriminalfall, aber vor allem Madeira. Den Charme der Insel, den die Autorin verinnerlicht hat, hat sie an ihre Protagonistin weitergegben und so schwärmt man nach der Lektüre von Madeira – und plant einen baldigen Urlaub dort.

Fazit:
Ein spannender Krimi, der Lust auf Madeira macht – für meinen Urlaub aber bitte ohne Leiche!