Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction


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Das Problem anderer Leute: Die Sirenen von Belfast – Adrian McKinty

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Adrian McKinty – Die Sirenen von Belfast
Verlag: Suhrkamp
Übersetzer: Peter Torberg
387 Seiten
ISBN: 978-3518466124
9,99 €

 

 

 

Um mal die Gewohnheiten zu durchbrechen, will ich heute mit einem Zitat beginnen, dass mich sofort auf der zweiten Seite gepackt hat: „Und so drohte das Ende, wie jeder Polizist wusste, nicht im Kampf Gut gegen Böse, sondern willkürlich in einem Bombenanschlag, einer schiefgelaufenen Verfolgungsjagd oder in einer Schießerei mit einem halb senilen Wachmann in einer verlassenen Fabrik im nördlichen Belfast.“ Und schon sind wir mitten drin – mit dem halb senilen Wachmann…

Als Sean Duffy gemeinsam mit seinem Kollegen Crabbie auf einem verlassenen Fabrikgelände einen Koffer mit einem Torso findet, ist das erst der überraschende Anfang. Während die Chefetage einen weiteren Anschlag der IRA vermutet, kann Duffy das nicht so recht glauben. Warum sollte die IRA sich die Mühe machen, einen Mann tief zu frieren, zu zerteilen und zumindest seinen Torso in einen Koffer zu verstauen und in einem Müllcontainer einer verlassenen Fabrik wegzuwerfen? Und woher zum Teufel sollte die IRA Arbin haben? Ein seltenes Gift, auch Paternostererbse genannt, mit dem der Mann getötet wurde und welches Duffy und sein Team nach ausgiebiger Suche nicht einmal in ganz Nordirland finden können. Und dann führt ein Hinweis am Koffer nach Islandmagee und einem anderen Mord, den die IRA begangen haben soll…

Auch im zweiten Teil um den katholischen Polizist Sean Duffy lässt sich der Nordirlandkonflikt nicht wegdenken. Duffys täglicher Blick unters Auto, um Bomben zu suchen, ständige Alarmbereitschaft und Einsätze in Brandherden des Bürgerkriegs und die tägliche Spannung, welche in Duffys Straße herrscht, zeigten dies bereits im ersten Teil. Dies hat sich nicht geändert, doch wesentlich erweitert. Die IRA hat neue Methoden entdeckt und die Besetzung der Falklandinseln treibt den Schweiß auf die Stirn der Polizisten der RUC, denn die Grenzkontrollen wurden größtenteils von der Britischen Armee durchgeführt, die jetzt abgezogen werden.

Daneben ermittelt Sean Duffy an einem Mord. Wie auch im letzten Teil erweisen sich die Ermittlungen als zäh und nervenaufreibend, doch diesmal ist mir das mehr aufgefallen. Die Kollegen der anderen Einheiten sind eher weniger auskunftsfreudig und die Hauptstadt lässt sich mit ihren Untersuchungen auch eher Zeit. Matty ist wie gewohnt unwillig, auch wenn er seinen Job dann doch erledigt, derweil Crabbie fleißig für seine Prüfung büffelt, auf eine Beförderung hofft und Seans moralischer Ratgeber ist, der ihn aber geflissentlich ignoriert. Überhaupt ist Duffy störrisch wie immer. Vor großen Namen, ob nun Polizeipräsident oder die große, mächtige USA, hat er weder Angst noch Respekt. Beharrlich nagt er an dem Fall und lässt sich von seinem Spürsinn nicht abbringen, auch wenn dieser ihn in eine ganz andere Richtung bringt, als er dachte und er mehrfach zurück gepfiffen wird.

Mit dabei diesmal eine Reise in die USA, ein Verlust, zwei neue Flammen, eine geheimnisvolle Frau mit Bibelzitaten, ein alkoholisierter Fast-Unfall, eine Schießerei wie im Wilden Westen und ganz viel Geschichte Nordirlands, die McKinty nicht nur geschickt ein flicht, sondern zu einem seiner Hauptakteure macht, so dass der Leser zwar ganz viel Fakten bekommt, aber dies so geschickt verpackt, dass man es gar nicht merkt.

Fazit:
Politik, Geschichte, Spannung, gepaart mit einem störrischen charismatischen Iren um einen verzwickten Mordfall – was will Leser mehr? Natürlich noch einen Teil und diesen Wunsch hat McKinty uns Lesern schon erfüllt.


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Eingesperrt: Spurlos im Schnee – Cordula Hamann

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Cordula Hamann – Spurlos im Schnee
Verlag: mtb
320 Seiten
ISBN: 978-3956491177
10,99 €

 

 

 

 

Eine weitere Leserunde (auf leserunden.de) hat mich zu diesem Buch gebracht. Und zu einem Verlag, den ich bisher eher mit Romanzen in Verbindung gebracht habe. Doch der Mira Taschenbuchverlag (mtb) veröffentlicht auch einige Krimiautoren, u. a. eben Cordula Hamann. Das erste, was mich an diesem Titel angezogen hat, war das Cover. Das finde ich einfach genial.

Eine Lawine schneidet das kleine Dorf Grahmried von der restlichen Welt ab. Beinahe von ihr verschüttet wird die junge Studentin Katja Reichenberger, aber auch ein Gefangenentransport. Während die Polizistin Claudia Jensen verletzt überlebt, kann der Gefangene Thomas Bach, ein verurteilter Frauenmörder, entkommen. Schon kurze Zeit später wird im Dorf die Leiche einer Frau gefunden, die Thomas Bachs Handschrift trägt…

Ein kleiner Kreis von handelnden Personen, abgetrennt von der Umwelt und mittendrin ein Mörder. Das verspricht nicht nur, spannend zu werden, sondern das war es auch. Die Ermittlungen im Mordfall und die damit verbundene Suche nach Bach gestalten sich nicht so einfach. Der Dorfpolizist ist hier erst mal herrlich überfordert und paragraphentreu, während Claudia Jensen das Geschehen recht barsch an sich reißt. Auch sie ist keine Kriminalbeamtin, doch hat zumindest ein wenig mehr Erfahrung. Wirklich drollig, wie Heinrich, der Dorfpolizist immer mal wieder einwirft, dass er jenen und diesen schon ewig kennt und der bestimmt nichts gemacht hat. Claudia eckt am Anfang durch ihre barsche, unfreundliche Art an und so ist es kein Wunder, dass die Studentin Katja, neugierig bis zu den Zehenspitzen, ihr natürlich gerne zur Seite steht und sich geschickt in die Ermittlungen einbringt. Das ungleiche Duo reibt sich aber auch erst mal aneinander bevor die Zusammenarbeit dann doch noch gut klappt.

Grahmried ist ein Ort mit Geheimnissen, die durch die Lawine nicht verdeckt, sondern aufgerüttelt werden. Thomas Bach, der Entflohene, ist dabei nur Aufhänger und Mittel zum Zweck, denn im Dorf liegt noch mehr im Argen. Zufällig befindet sich im Dorf auch Jemand, der ein Buch über Serienmörder schreibt und die Chance nutzt, aber auch ein lange gehütetes Familiengeheimnis kann hier aufwarten. Als dann auch noch ein Mädchen entführt wird, dass zusammen mit ihrem Vater und ihrer Tochter ebenfalls im Dorf gestrandet sind, spitzen sich die Ereignisse zum Ende hin noch dramatisch zu.

Ganz klar, dass hier schon einige Klischees bedient werden. Der Krimi spielt in einem bayrischen Dorf und da gibt es schon den einen oder anderen Ausspruch im bayrischen Dialekt, aber eben auch das erzkatholische Beichtgeheimnis, dem der Pfarrer beharrlich folgt, auch wenn Verbrechen geschehen sind, oder auch eine falsche Moral, die man oft mit dem Kleinbürgertum und verschworenen Dorfgemeinschaften zusammen bringt. Aber diese sind zum einen nicht überstrapaziert und fügen sich zum anderen einfach gut in die Geschichte ein.

Fazit:
Ein gut gemachter Krimi im nicht so beschaulichen bayrischen Grahmried, abgetrennt von einer Lawine und eingesperrt mit einem Frauenmörder – „eisige“ Spannung in den Bergen.


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Nachtrag zu: Neuerscheinungen im April 2015

Tja, so ist das, wenn man nur die Taschenbücherneuerscheinungen durchsieht. Da entgeht einem doch glatt der neue Manotti, der heute erscheint. Wie schön, dass dieser aber gestern in meinem Briefkasten war und mich freundlicherweise erinnert hat. Und so gibt es heute erstmal einen Nachtrag, denn „Abpfiff“ muss ich Euch doch unbedingt auch vorstellen und empfehlen:

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Dominique Manotti – Abpfiff
Inhalt:

An einem schönen Pariser Maimorgen fallen plötzlich Schüsse. Vor einer Einkaufspassage strecken MP-Garben zwei Personen nieder. Ein Motorrad rast davon.
Commissaire Daquin und sein Team sind geschockt: Einer der Ihren ist tot, niedergeschossen an der Seite einer Unbekannten. Warum war Romero ohne Wissen der Kollegen unterwegs? Hat er sich in zwielichtige Machenschaften verstrickt? Eine Fährte gibt es, und die führt ins Fußballstadion des FC Lisle-sur-Seine, der momentan um die Meisterschaft kämpft. Nicht gerade Daquins bevorzugtes Terrain. Doch der Commissaire ist nicht der Typ, der den Ball flach hält…
Commissaire Daquin, erschüttert vom Tod seines Lieblingskollegen, reißt die Ermittlung an sich. Romeros Rolle scheint undurchsichtig. Warum war er mit der drogenabhängigen Nadine Speck unterwegs? Und wer war der Auftraggeber des nicht sonderlich professionell ausgeführten Attentats?
Daquin selbst überprüft die Fährte, die zu Nadines Bruder führt, dem Stadionwart des FC Lisle-sur-Seine. Noch drei Spieltage, dann könnte der Club nach einem spektakulären Aufstieg französischer Meister sein. Vereinspräsident Reynaud, Bauunternehmer und Bürger meister einer schwierigen Banlieue, regiert den Verein wie ein Sonnen könig – mit eiserner Faust und ohne Scheu vor schmutzigen Methoden. Die Ermittlung nimmt Fahrt auf, als in Reynauds Umfeld ein weiterer Mord geschieht. Daquin wird rabiat – und stößt auf ein Dickicht aus Intrigen und Vorteilsnahme.


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Bloggerbücherflohmarkt (BBM): Es geht los

Der Bloggerbücherflohmarkt auf Biblio Fantastica hat begonnen. Welcher Blogger will Bücher loswerden? Welcher Blogleser will tolle Bücher für ein paar Euronen erwerben? Mein Beitrag folgt morgen.

Biblio Fantastica

Nachdem die Umfrage zum Bloggerbücherflohmarkt, kurz BBM, recht eindeutig ausfiel – nur eine Person fand die Idee langweilig – würde ich vorschlagen jetzt zum Feldversuch überzugehen.

Hier noch mal kurz die „Regeln“:

Jeder der mitmachen möchte schreibt einen Artikel, in dem er die Bücher, die er aussortiert hat beschreibt und seine Preisvorstellung nennt. Über das Formular unten könnt ihr mir die Links zu euren Artikel schicken, ich sammele sie dann in diesem Post.

Wer einfach nur stöbern möchte kommt dann über die Links direkt zu den einzelnen Angeboten. Den Kauf müsst ihr dann mit dem jeweiligen Blogger direkt abklären.

Und dann hoffe ich jetzt einfach mal auf ganz viele Teilnehmer :-).

Meinen Angebote findet ihr hier.

Und hier geht es direkt zu den anderen teilnehmenden Blogs:
Aktuell sind noch keine gemeldet :-(

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Neu im November 2014

Schon wieder ist ein Monat vorbei und ich hab mal so nachgesehen, was es nächsten Monat so neues auf dem Markt gibt und mir gefallen könnte.
Und hier sind meine Neuvorstellungen:

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Joe R. Lansdale – Wilder Winter
Verlag: Golkonda
204 Seiten
ISBN: 978-3944720395
16,90 €
Inhalt:
Hap Collins: weiß, hetero, Kriegsdienstverweigerer.
Leonard Pine: schwarz, schwul, Vietnamveteran.
Die beiden ungleichen Freunde haben schon bessere Tage gesehen und schlagen sich mit Gelegenheitsjobs auf den Rosenfeldern von Texas durch. Eines schönen Wintermorgens tauchen Haps Ex-Frau Trudy und ein paar Kumpels aus den 60er Jahren auf, die den bewaffneten Kampf gegen das Establishment wiederbeleben wollen.
Das Startkapital dazu liegt angeblich im Sabine River: eine Million Dollar aus einem schiefgelaufenen Bankraub. Hap ist in der Gegend aufgewachsen und soll bei der Suche helfen. Doch die Zeiten haben sich geändert, und auch ehemaligen Revolutionären sitzt mittlerweile das Hemd näher als die Hose. So bewahrheitet sich bald das, was Leonard von Anfang an klar war: Wo Trudy ist, gibt’s Ärger. Es wird ein wilder Winter.
Mein Kommentar: Ich will endlich mal einen Joe R. Lansdale lesen…

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Ann Cleeves – Ein dunkler Fleck
Verlag: rororo
448 Seiten
ISBN: 978-3499269424
9,99 €
Inhalt:
Dicke Schneeflocken fallen auf Newcastle nieder, Weihnachten steht vor der Tür. Detective Ashworths Vorfreude verfliegt jedoch schnell. Auf dem Heimweg sieht er eine alte Dame tot in der Bahn sitzen, ihr Körper weist Messerstiche auf. Und niemand hat etwas gesehen.
Zusammen mit seiner Chefin Vera Stanhope macht er sich auf den Weg nach Northumberland in das kleine Städtchen Mardle, wo die Tote lebte. Die Ermittlungen dort stellen sie vor ein Rätsel. Die alte Dame war fromm und bescheiden – wer konnte ein Interesse an ihrem Tod gehabt haben? Als eine zweite Leiche gefunden wird, führen auch hier die Spuren zu der kleinen Pension «Harbour Street». Und deren Gäste schweigen beharrlich.
Mein Kommentar: Von Ann Cleeves und aus der Vera Stanhope Reihe habe ich schon etwas gelesen, fand es gut und möchte das weiterverfolgen. Allerdings fehlen mir hier noch 1-2 Teile, die vorher dran kommen.

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Sam Parangi – Mr. Magestic verbessert sein Karma
Verlag: rororo
448 Seiten
ISBN: 978-3499227660
9,99 €
Inhalt:
Kein Zweifel, Hari Majestic erlebt gerade den schlimmsten Tag seines Lebens. Erstens beschwert sich ein beeindruckendes Muskelpaket, Hari verdiene seinen Lebensunterhalt durch den unlauteren Versand von Spam-Mails. Zweitens ist eine arglose Amerikanerin auf eine dieser Mails hereingefallen. Jetzt ist sie verschwunden – behauptet zumindest ihre Schwester. Mr. Majestic schlechtes Gewissen lässt ihm keine Wahl: Er macht sich auf die Suche und bietet Bangalores Unterwelt die Stirn. Etwas gutes Karma könnte da nicht schaden …
Mein Kommentar: Schon allein das Cover… ;-)

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Seamus Smyth – Spielarten der Rache
Verlag: Pulp Master
320 Seiten
ISBN: 978-3927734616
13,80 €
Inhalt:
Irland 1949. Eine Frau bringt Zwillinge zur Welt, doch Armut zwingt sie, die beiden Jungen in ein katholisches Waisenhaus zu geben. Ein Zwilling stirbt an den Folgen von Misshandlungen durch christliche Klosterbrüder, der andere, Red Dock, überlebt und taucht ab in die kriminelle Welt Dublins. Red Docks machiavellistischer Feldzug beginnt mit der Entführung eines Babys. Es ist das Kind des Polizisten, der die Brüder einst ins Waisenhaus brachte. Der gekidnappten Lucille droht nun das gleiche grausame Schicksal. Doch Red Dock ist mit seiner heimtückischen Attacke gegen eine Welt, die ihn und seinen Bruder verstieß, noch längst nicht am Ende.
Mein Kommentar: Hört sich verdächtig nach Hardboiled an…

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Tom Hillenbrand – Tödliche Oliven
Verlag: Kiwi
320 Seiten
ISBN: 978-3462046953
9,99 €
Inhalt:
Einmal im Jahr gönnt sich der Koch und Gourmet Xavier Kieffer einen Ausflug nach Italien. Gemeinsam mit seinem Schulfreund, dem Wein- und Ölhändler Alessandro Colao, fährt er in die Toskana, unternimmt Weinproben und fährt einige Tage darauf mit einem Laster voller Wein und Öl zurück nach Luxemburg.Diesmal geht der Trip allerdings gehörig schief. Sein Freund versetzt ihn und Kieffer findet heraus, dass Alessandro bereits Tage zuvor ohne ihn nach Italien aufgebrochen ist – und seither hat niemand etwas von ihm gehört. Der Koch macht sich auf die Suche. Aber statt Alessandro findet er eine verlassene Mühle, Tanks voll seltsam riechenden Olivenöls und bewaffnete Männer, die gerade Öl in einen Lastwagen pumpen. Hat der Ölhändler krumme Geschäfte getätigt? Kann Kieffer seinen Freund finden, bevor es zu spät ist?
Mein Kommentar: Ich find den Titel total albern, aber die Serie mag ich gerne und freu mich schon auf den neuen Teil.

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Franck Thilliez – Monster
Verlag: Goldmann
512 Seiten
ISBN: 978-3442477630
9,99 €
Inhalt:
Lucie Henebelle, ehemals Ermittlerin bei der Kriminalpolizei in Lille, führt ein zurückgezogenes Leben, seit der Gewalttäter Grégory Carnot ihre kleine Tochter ermordete. Doch dann erfährt sie, dass Carnot sich in seiner Gefängniszelle umgebracht hat, und die seltsamen und blutreichen Umstände lassen ihr keine Ruhe mehr. Carnot hat ein auf dem Kopf stehendes Landschaftsbild an die Wand gemalt und sich dann mit bloßen Händen die Halsarterie heraus gerissen. Zur gleichen Zeit wird Lucies Kollege Franck Sharko nach Meudon gerufen, wo eine Wissenschaftlerin tot aufgefunden wurde. Zehn Tage zuvor hatte sie Carnot interviewt …
Mein Kommentar: Französisch, brutal, mysteriös – hört sich nach einem Pageturner an.


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Lust auf einen Bloggerbücherflohmarkt (BBM)?

Neue Bücher braucht das Land! Und damit ich als Krimileser hier auch etwas finde, teile ich diesen Beitrag mal mit Euch – hat noch jemand Lust mitzumachen?

Biblio Fantastica

Vor einer Weile habe ich bei Fräulein Wunderbar von Puppenzimmer eine ziemlich interessante Aktion entdeckt: Shop Around The Blog

Am 3. eines jeden Monats (unter anderem also auch heute) startet sie einen Blog-Sale, bei dem jeder mitmachen kann. Ähnlich eines Trödelmarkts bietet man in einem Blogartikel bis zu 5 Artikel an, die man loswerden möchte. Alle Angebote werden auf Puppenzimmer verlinkt und von dort aus kann man den gemütlichen Bummel durch die Bloggerwelt starten.

Mir persönlich sind dort allerdings deutlich zu wenig Bücher unterwegs. Daher habe ich mir (nach Rücksprache mit Fräulein Wunderbar) überlegt, in der Buchbloggerwelt ein ähnliches Projekt zu starten, einen Bloggerbücherflohmarkt (BBM).

Die Vorgehensweise wäre dann ähnlich der von Fräulein Wunderbars Shop Around The Blog, allerdings sollen nur Bücher angeboten werden (wie es sich für einen Büchermarkt gehört).

Jeder der mitmachen möchte schreibt einen Artikel, in dem er die Bücher, die er aussortiert hat beschreibt…

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Neues auf dem SUB / 11.09.2014

Es gab wieder mal was neues in meinem Briefkasten. Eigentlich schon Anfang der Woche, ich bin nur noch nicht dazu gekommen, den Beitrag zu schreiben. Aber jetzt freu ich mich, folgendes Buch vorzustellen, welches mir als Rezensionsexemplar vom Argument-Verlag zur Verfügung gestellt wurde – vielen Dank hierfür!

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Liza Cody – Lady Bag
Verlag: Argument
320 Seiten
ISBN: 978-3867542227
17 €

Inhalt:

„Irre alte Schrulle mit Hund“
Sie ist die Frau ohne Gesicht. Manche beleidigen sie, manche ignorieren sie. Manche geben etwas. Manche nur wegen des Hundes an ihrer Seite. Eines Abends läuft ihr in der Londoner Innenstadt der Teufel über den Weg. Statt sich zu verstecken, beschließt sie ihn zu beschatten. Eine Entscheidung, die schwerwiegende Folgen hat …


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Vorankündigung Halb-Geburtstagsspecial

Als ich mit meinem Blog angefangen habe, war ich mir nicht sicher, ob das überhaupt das richtige für mich ist. Ob es mir Spaß macht, ob es nicht zu stressig ist, ob überhaupt jemand daran interessiert ist, was ich über Bücher zu sagen habe und und und. Doch schon bald ‚halbjährt‘ sich die Geburt meines Blogs.
Ich weiß, ein wenig albern ist es schon, einen halben Geburtstag zu feiern, doch ich freu mich so, dass mein Blog immer noch besteht, einen kleinen, aber sehr feinen Leserkreis hat und ich immer noch sehr viel Freude am Bloggen habe. Aus diesem Grund habe ich beschlossen ein Geburtstagsspecial zu veranstalten.

Ich möchte das Special gerne um einen Autor / einer Autorin mit seinen / ihren Büchern gestalten und freue mich, dass ich hierfür eine Autorin / einen Autor gewonnen habe. Wie man dem vorigen Satz schon ansieht, möchte ich den Namen noch nicht verraten, sondern noch ein wenig Spannung verbreiten.

Das Special wird am 20. September starten und ich habe mir einen Beitrag pro Tag vorgenommen. Natürlich in den unterschiedlichsten Kategorien und mit einem kleinen Gewinnspiel. Es wird also ganz viel zu entdecken geben – schaut einfach vorbei. ;-)


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Der Cop – Ryan David Jahn

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Ryan David Jahn – Der Cop
Verlag: Heyne Hardcore
333 Seiten
ISBN: 978-3453436404
8,99 €

 

 

Meine Meinung:
Der Beginn des Thrillers war einfach WOW. Der Schreibstil hat mir total gut gefallen. Die meisten Autoren haben einen ansprechenden Schreibstil, doch etwas Besonderes schaffen nur wenige. Ryan David Jahn ist es in „Der Cop“ gelungen. Die Geschichte ist aus vier Sichten beschrieben: Ian Hunt, der Cop, Maggie, seine entführte Tochter, dem Täter und Hunts Kollegen Diego. Gerade im ersten Kapitel überschlagen sich die Ereignisse und Jahn hat es geschafft, diese Dringlichkeit und Schnelligkeit in überlappenden Absätzen aus den unterschiedlichen Perspektiven so zu gestalten, dass man schon fast einen Film vor sich hat. Das geht während der Laufzeit des Thriller etwas verloren, um am Ende wieder aufzutauchen und dem Lesern den Showdown zu versüßen.

Leicht genervt bin ich mal wieder vom Klappentext – und wer das Buch noch lesen will, sollte den Klappentext überspringen (zumindest den letzten Satz) und diesen Absatz gleich dazu. Da steht: „Eine gnadenlose Jagd quer durch Amerika nimmt ihren Lauf“. Ja, es gibt schon eine Jagd, ob die gnadenlos ist, lass ich mal dahingestellt, und diese beginnt im dritten Kapitel – hört sich an, als passiert das sofort und der ganze Thriller handelt von der Jagd durch Amerika, aber das Buch hat nur fünf Kapitel und demnach beginnt die Jagd recht spät im Buch und damit hat der Klappentext mal wieder was vorweg genommen. Versteht mich nicht falsch – ich habe kein Problem damit, dass die Jagd erst so spät beginnt und der Thriller ist trotzdem durch und durch spannend, aber der Klappentext hat mal wieder völlig falsche Erwartungen in mir geweckt.

Ian Hunt habe ich am Anfang als seltsam stoisch und ruhig wahr genommen. Man sollte doch meinen, dass der Anruf seiner seit sieben Jahren verschollenen Tochter mehr Reaktion und Aktion hervorlockt. Doch es fehlt noch der Umstand einiger entlaufener Welpen, die den Täter ins Visier rücken und nicht nur den Täter, sondern auch Ian Hunt in Aktion treten lassen. Dann aber gewaltig. Es ist fast so, als hätte jemand den Ausguss in einem Waschbecken geöffnet und dann festgestellt, dass er verstopft ist und nur ein Rinnsal durchlässt. Aber sobald diese Verstopfung gelöst ist, strömt Ian Hunt seiner Bestimmung entgegen. Maggie zu retten ist sein einziger, alles beherrschender Gedanke. Für Maggie begräbt er seine Prinzipien und lässt sein geregeltes Leben zurück. Nichts kann ihn aufhalten und wenn ich sage nichts, dann meine ich auch nichts. Hier geht mir spontan der Vergleich mit McClane aus der Stirb Langsam Reihe oder Harry Dresden (Jim Butcher) durch den Kopf. Egal, wie kaputt man ist, man hat eine Aufgabe zu erfüllen. Und genau das macht ihn zu dem starken Helden, den er am Anfang missen ließ um danach mit einer Gewalt in Erscheinung zu treten, die einen umhaut.

Dem exzellenten Schreibstil und dem Aufbau der Geschichte ist es zu verdanken, dass ich am Anfang tatsächlich Verständnis für den Täter entwickelt habe. Für mich ein sehr seltsames Erlebnis, denn schließlich reden wir über einen Kindesentführer. Aber gerade diese anfängliche „Gefühlsverirrung“ schlägt der Autor einem dann um die Ohren und man entwickelt nicht nur abgrundtiefen Hass und Unverständnis mit dem Täter und dessen Komplizen (Frau und Brüder) sondern auch eine tiefgreifende Sympathie mit Ian Hunt.

Der finale Showdown war ein sprachlich grandioser Schusswechsel in einem sehr atmosphärischen Setting, dessen Ausgang allerdings nicht überraschend war. Trotzdem gelingt es Ryan David Jahn ein offenes Ende zu bauen und glückliche wie zerstörte Charaktere zurückzulassen. Ein Ende, welches einen gleich nach dem nächsten Titel des Autors suchen lässt, da man schließlich auf der Suche ist nach grandiosen Leseerlebnissen und den ultimativen Thrillerperlen und nur hoffen kann, dass der Autor diesen Schachzug in neuem Gewand wiederholen kann.

Fazit:
Der Thriller „Der Cop“ warfür mich ein wahrer literarischer und spannungsgeladener Genuss. Von der ersten bis zur letzen Seite stimmte hier einfach alles für mich und von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung und 5 Schafe.

5 Schafe


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Immer wenn der Schnee fällt – Marit Reiersgård

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Marit Reiersgård – Immer wenn der Schnee fällt
Verlag: Egmont Lyx
442 Seiten
ISBN: 978-3802593925
9,99 €

 

 

 


Inhalt:

Oda, die fünfjährige Tochter von Solveig und Erik, verschwindet. Fieberhaft wird die Umgebung abgesucht, doch Oda bleibt verschwunden. Was ist mit ihr passiert? Ist bei den verschneiten und schlechten Wetterverhältnissen ein Unfall passiert? Hat Oda sich verlaufen und ist erfroren? Oder hat sie jemand entführt? Vielleicht sogar der Vater, der sich eigentlich fern halten soll?
Bitte Røed, neue Kollegin im Revier, bekommt zusammen mit Verner Jacobsen den Fall zugeteilt. Doch bevor sich die beiden richtig darum kümmern können, wird in der Nachbarschaft Vibeke Hansen, eine Künstlerin, tot in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. So nah beieinander vermuten die Ermittler einen Zusammenhang und nehmen sich beide Fälle vor. Doch die Ermittlungen sind schwierig. Der Schnee hält die Leute innen, es gibt wenig oder keine Zeugen, aber natürlich genügend Vorurteile und Geheimnisse. Haben die beiden Fälle wirklich etwas miteinander zu tun?

Vorab:
Diesen Krimi habe ich bei der Leser-Welt gewonnen. Die Frage, ob die Kindesentführung mit dem Tod der Künstlerin zusammenhängt, war hier der Reiz, um mich für ein Exemplar zu bewerben und die Glücksfee war mir hold. Vielen Dank dafür!

Meine Meinung:
Ich habe ja in letzter Zeit (also so ein-zwei Jahre oder so) die skandinavischen Krimis/Thriller für mich entdeckt – und das ganz ohne Henning Mankell, Stieg Larsson oder Hakan Nesser. Irgendwie haben mich immer andere Autoren / andere Themen / etc. mehr gereizt. Doch nun begebe ich mich gerne in den kalten Norden und nun habe ich wieder einen skandinavischen Krimi gelesen – diesmal ein Debüt aus Norwegen, welches wohl einen Reihenauftakt darstellt.

Wie so oft stelle ich mir auch bei diesem Krimi die Frage: Wo kommt denn schon wieder dieser Titel her? Ok, der Krimi spielt im Winter und es liegt Schnee, aber was heißt denn immer? Im Norwegischen ist der Titel ein Wort lang und das wird mit „Immer wenn der Schnee fällt“ übersetzt???? Hört sich an, als würden bei Schneefall ständig Künstlerinnen ermordet und kleine Mädchen entführt….
Beim Schreibstil gibt es – wie meist – nicht viel zu kriteln. Es lässt sich flüssig lesen und erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Einzig der Vorname ‚Bitte‘ hat bei mir am Anfang für ein bisschen Verwirrung gesorgt und ich musste ein, zweimal einen Satz erneut lesen.

Das Ermittlerteam, welches aus dem alteingesessenen Verner Jacobsen und der neuen Bitte Røed, besteht, ist jetzt zwar nicht mit Klischees beladen, aber auch nicht sonderlich innovativ. Einzig die zusätzlichen Kilos von Bitte fand ich ungewöhnlich – füllige/dicke Ermittler findet man ja nicht so häufig und spontan fallen mir nur männliche dicke Ermittler ein. Zwar hat Bitte nicht ständig etwas zum Essen in der Hand, aber doch öfters als die anderen Kollegen und ist eher extrovertiert und aufdringlich. Sie ist geschieden und ist mit ihren zwei Kindern hergezogen. All das macht sie irgendwie zu einer – nennen wir es mal so – Wuchtbrumme. Jemand mit geballter Power.
Verner Jacobsen ist eher ruhig und kalt. Er lässt die Geschehnisse nicht an sich ran und wirkt auch bei den Befragungen unbeteiligt. Was ihn natürlich nicht zu einem schlechten Polizisten macht, aber mit der Mutter eines vermissten Kindes spricht es sich vermutlich mit Einfühlungsvermögen schon besser. Er hat privat an einigem zu Knabbern und betrachtet seine neue Kollegin erstmal mit Skepsis.

Das Ermittlerduo ist also eher nicht überraschend und zugegebenermaßen hat es einige Zeit gedauert, bis ich mit den beiden warm geworden bin, bzw. ich bin mir nicht sicher, ob das überhaupt vollständig gelungen ist. Mit begründet ist das aber auch in der Tatsache, dass die beiden sich die Erzählpassagen mit noch drei weiteren Personen teilen. Das ist zum einen Solveig, die Mutter der verschwundenen Oda. Sie macht sich natürlich Vorwürfe, aber auch Gedanken, wo Oda ist und wer ihr was angetan haben kann. Sie verarbeitet die Informationen, die sie erhält und zieht ihre eigenen Schlüsse. Ihre Figur fand ich wahnsinnig interessant und konnte mich gut in sie reinfühlen.
Dann haben wir noch Raimo und Janni Egge, Sohn und Mutter, wohnhaft in der Nachbarschaft. Janni war sehr gut mit Vibeke Hansen, der ermordeten Künstlerin befreundet, und Raimo hat bei ihr Kunstunterricht genommen. Pikanterweise ist Raimo mit Bittes Tochter liiert, was für zusätzliche Spannungen im Ermittlerteam sorgt. Janni war für mich die reizvollste Figur und ich habe ihre Passagen, die mit Flashbacks gefüllt sind, immer verschlungen.
So richtig kann man bei diesem Krimi gar nicht von Protagonisten sprechen – alle fünf haben ungefähr gleich viel Anteil an dem Buch. Spontan sind mir Solveig und Janni am besten im Gedächtnis geblieben und auch die Figuren, die mich am meisten berührt haben. Ja, das Ermittlerduo war es leider nicht – was schade ist, denn dies ist ja der Beginn einer Reihe und man kann die beiden ja wiedertreffen. Möchte man das auch?

Ich denke, das würde ich spontan entscheiden, wie der Klappentext des nächsten Teils aussieht, denn die Krimihandlung von „Immer wenn der Schnee fällt“ hat mir schon ganz gut gefallen. Zugegebenermaßen war es jetzt kein phänomenal verzwickter Fall mit tausend überraschenden Wendungen und einem spektakulären Showdown am Ende. Aber es war eine solide und gut konstruierte Handlung, die sich nicht nur durch die Ermittler sondern auch Opfer, Zeugen, Täter, etc. getragen hat und das Ende war auch ohne Showdown spannend. Der interessanteste Aspekt war für mich die Frage, wie Odas Verschwinden mit dem Tod von Vibeke Hansen zusammenhängt. Nicht einzigartig, aber ungewöhnlich ist der Epilog – der findet ein Jahr später statt. Ob man das wohl im nächsten Teil wiederfinden kann?

Fazit:
Von den fünf Hauptpersonen ist mir das Ermittlerduo leider nicht sehr in Erinnerung geblieben, dafür aber Solveig und Janni. Leider werden die beiden im nächsten Teil wohl nicht mehr vorkommen. Die Handlung fand ich solide und spannend, wenn auch nicht überragend. Von mir gibt es 3 ½ Schafe.

3 und ein halbes Schaf