Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction

Wehmütig: Der Teufel will mehr – Wallace Stroby

Ein Kommentar


Wallace Stroby – Der Teufel will mehr
Verlag: Pendragon
Übersetzer: Alf Mayer
320 Seiten
ISBN: 978-3865326461

 

Crissas Geld ist gut angelegt und arbeitet für sie, aber im Moment kommt sie nicht ran. So nimmt sie den Auftrag eines reichen Kunstsammlers an, seine eigenen Kunstwerke zu stehlen. Die Kunstwerke hat sich der Sammler auch illegal angeeignet, denn es handelt sich um geraubte Kunst aus dem Irak, die er nun zurück geben soll. Diese sind im Übrigen nicht klein und müssen per LKW transportiert werden. Auf der anderen Seite hat er allerdings einen Käufer für die Kunstwerke und beschließt nun, dass der LKW, welcher die Kunstwerke zum Rückgabeort transportieren soll, überfallen zu lassen und die Gegenstände stattdessen an den Käufer zu liefern. Crissa stellt eine Crew zusammen, muss aber auch mit den Angestellten des Sammlers zusammenarbeiten. Nichtsdestotrotz klappt der Überfall hervorragend, doch Streit gibt es trotzdem… um die Beute.

Ich verrate hier tatsächlich nichts, denn das ist auch schon auf dem Klappentext erwähnt, doch bis es zum Streit um die Beute kommt, dauert es doch eine Weile. Man folgt Crissa bei der Planung, zuerst vorsichtig wie immer, lässt sie Hicks, den Sicherheitsberater des Kunstsammlers, dann doch näher an sich ran als gewünscht. Damit bricht sie ihre eigenen Regeln, auch schon damit, dass sie zwar den Überfall präzise plant, doch sich bei einigen Punkten auf Hicks verlassen muss. Sehr ungewöhnlich, ist doch Crissa daran gewohnt, sich um alles selbst zu kümmern, damit sie auch weiß, dass es klappt, oder sich auf Teammitglieder zu verlassen, die sie schon kennt und mit denen die Mitarbeit immer geklappt hat. Hicks hingegen kennt sie nicht, akzeptiert aber trotzdem, dass sie mit ihm zusammen arbeiten muss. Und alleine diese Tatsache bereitet einen darauf vor, dass hier einiges schief geht.

Schon in den vorigen Teilen ist immer wieder was schief gegangen, doch dann waren es unkalkulierbare Risiken, die aufgetaucht sind. Hier jedoch rennt Crissa mit offenen Augen ins Verderben. Das allerdings wirkt sich keinesfalls negativ auf die Spannung des Buches aus. Gewohnt routiniert folgt man den Vorbereitungen und dem Beutezug, während die Spannung kontinuierlich zunimmt und plötzlich wird es brenzlig, denn ein gelungener Raub bedeutet noch lange nicht, dass man entspannt in den Sonnenuntergang reitet.

Schon vor der Lektüre habe ich gesehen, dass der Verlag diesen Band als letzten der Crissa Stone Reihe angekündigt hat. Mir kam es vor, als merkt man es dem Buch auch ein wenig an, Crissa läuft irgendwie unrund. In keinem der vorigen Teile lässt sie sich so viele Dinge aus der Hand nehmen, gibt die Kontrolle für bestimmte Dinge ab, trägt aber trotzdem die Verantwortung. Es kann eigentlich nur schief gehen und natürlich tut es das. Dieser Rückschlag trifft Crissa hart, nicht nur physisch, sondern auch physisch. Sie steht an einer Weggabelung und muss Entscheidungen treffen.
Trotzdem sehe ich das Ende des Buches nicht als endgültiges Ende. Vielleicht bin ich hier ja trotzig, aber es ist durchaus denkbar, dass der Autor Crissa wieder ausgräbt und nochmal losschlagen lässt. Zumindest ist es möglich. Aber ich denke schon, dass der Verlag hier gut informiert ist und der Autor das in nächster Zeit (oder vielleicht ja tatsächlich gar) nicht geplant hat. Ich werde Crissa auf jeden Fall vermissen, denn es gibt nur wenige weibliche Protagonistinnen in Krimis, die mir so gut gefallen haben wie Crissa!

Fazit:
Wiederum ein sehr gut gelungener Krimi rund um Crissa Stone, die diesmal einen ganzen LKW stiehlt. Auch wenn ich gegen endlos lange Serien bei Krimis bin, muss ich doch sagen, dass mich Crissas Abschied wehmütig stimmt – dieser Heldin wäre ich noch weitere 10, 20, ach was, 100 Teile gefolgt.

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