Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction

Grandioser Erstling: Ein kalter Tag im Paradies – Steve Hamilton

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Steve Hamilton – Ein kalter Tag im Paradies
Verlag: DuMont
Übersetzer: Volker Neuhaus
297 Seiten
ISBN: 9783832186838
Buch nur noch antiquarisch erhältlich

 

 

 

Nachdem ich nun zwei der erst in letzter Zeit erschienen Krimis von Steve Hamilton – „Das zweite Leben des Nick Mason“ sowie „Der Mann aus dem Safe“ – gelesen habe, wurde es Zeit, dass ich mich  seinem Erstling widmete. Der Autor veröffentlicht nämlich schon seit Ende der Neunziger Kriminalromane. Alles beginnt mit der Reihe um Privatdetektiv Alex McKnight. Und da der erste Teil dieser Reihe nicht nur mit Preisen überhäuft, sondern auch von einigen meiner liebsten Bloggerkollegen empfohlen wird, konnte ich dem Buch nun einfach nicht mehr widerstehen.

Nachdem ein Psychopath Alex McKnights Partner bei einem Einsatz getötet hat, scheidet er mit einer Rente aus dem Polizeidienst aus und zieht sich ins nördliche Michigan, genauer gesagt nach Paradise, zurück. Anwalt Lane Uttley überredet ihn für ihn als Privatdetektiv zu arbeiten und besorgt ihm Lizenz und Waffe. McKnight sagt zu, wenn auch nur widerwillig, doch sogar er muss zugeben, dass sein Vorgänger ein Stümper im Privatdetektivgeschäft ist – auch wenn dieser das anders sieht. Das Leben könnte nun beschaulich mit Rente und Nebenverdienst weitergehen, wenn nicht plötzlich Menschen sterben würden, und Hinweise und Nachrichten an McKnights Tür genagelt würden, die eindeutig auf den Psychopathen Rose hindeuten, der damals seinen Partner ermordet hat. Doch dieser sitzt im Gefängnis – oder?

Alex McKnight wird nur sehr, sehr widerwillig Privatdetektiv, dabei passt er doch wie die Faust aufs Auge in die Rolle des Privatschnüfflers. Ehemaliger Polizist, wortkarg, raubeinig, mit einer gesunden Kombinationsgabe gesegnet, eigenbrötlerisch und unglücklich verliebt. Einzig seine Abneigung gegen Waffen ist zwar verständlich aber passt nicht zu einem Privatdetektiv.  Als Leser weiß man sofort, dass er der passende Mann für den Job ist, doch seine Weigerung, Privatdetektiv zu werden, macht ihn glaubwürdig, vor allem in Verbindung mit den immer noch traumatisch nachwirkenden Erlebnissen, als sein Partner ermordet wurde.

Sehr untypisch ist dagegen der Kriminalfall an sich, denn eigentlich gehört es sich ja, dass eine aufgelöste, aber schöne (und natürlich sexy) Frau in das Büro des Detektivs kommt und um Hilfe bittet. Huch, wie kann man nur vom Schema abweichen?
Ha, kann man sehr wohl und funktioniert hervorragend, denn tatsächlich steht selten der Detektiv selbst in der Mitte der Ermittlung. Sehr innovativ  und – zumindest für mich – neu. Wobei der Krimi ja schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Das merkt man ihm im Übrigen aber gar nicht an. Die Ermittlung gestaltet sich schwierig und paranoid, denn McKnight verdächtigt natürlich Rose, den Psychopathen, doch dieser sitzt immer noch im Gefängnis. Also – wie hat er es angestellt?

Auch wenn der Fall McKnight ziemlich mitnimmt hat er doch ein gutes: er akzeptiert seine Gabe. Seine Gabe, ein guter, ein fantastischer Privatdetektiv zu sein. Und das ist auch gut so, denn schließlich wartet ja schon der nächste Fall.

Fazit:
Ein typischer, aber widerwilliger Privatdetektiv in einem untypischen Fall – Alex McKnight muss erst seinen eigenen Fall lösen, bevor er sich in seinem neuen Job wohl fühlt. Ein grandioser Erstling und ein sehr gelungener Auftakt für die Reihe um Alex McKnight!

5 Kommentare zu “Grandioser Erstling: Ein kalter Tag im Paradies – Steve Hamilton

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  3. Das klingt ja wirklich gut. Die neue Reihe von Hamilton hat mich ja nicht so ganz so überzeugt. Wenn mir der hier irgendwo im Antiquariat begegnet, werde ich zugreifen.

    • Ich denke, die Alex McKnight Reihe wird Dir besser gefallen. Den ersten Teil fand ich wirklich grandios gut. Ich hab mir alle Teile als ebook vor einer Weile gekauft, hab aber gesehen, dass das jetzt nicht mehr möglich ist. Also bleibt wirklich nur antiquarisch übrig – es sei denn, der Verlag legt die Reihe wieder auf (und vielleicht ja noch dann die fehlenden letzten Teile, die damals schon nicht mehr übersetzt wurden).

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