Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction

In der Ferne: Mörderischer Sommer – Tom Callaghan

10 Kommentare


Tom Callaghan – Mörderischer Sommer
Verlag: Atlantik
Übersetzer: Sepp Leeb, Kristian Lutze
336 Seiten
ISBN: 978-3455001235

 

 

 

 

Endlich ist er da – der dritte Teil meiner liebsten Krimiserie aus Kirgisistan! Endlich wieder mit Akyl Borubaew durch die kirgisische Schönheit streifen und ja, ich bin mir darüber bewusst, dass Sommer dort wohl nicht mit anderen Sommern verglichen werden kann. Aber egal – Hauptsache Kirgisistan, nicht?
Oh je – hier hat der Autor mich ganz schön ausgetrickst. Diesmal schickt er seinen Ex-Ermittler nämlich nach Dubai. Temperaturen jenseits der 40 Grad, flirrende Hitze, Staub und Geld. Und mittendrin ein abgerissener Kirgise auf der Suche nach Tynalijews letzter Geliebten.

Worum geht es?
Die Geliebte Tynalijews, des Ministers für Staatssicherheit und Akyl Borubaews Nemesis, ist verschwunden. Der Minister möchte sie wieder haben und schickt Borubaew mit dem Versprechen ihn wieder in die Polizei einzugliedern, auf die Suche nach ihr. Natürlich ist die Geliebte nicht nur einfach so verschwunden, sondern hat ein paar brisante Informationen bei sich. Als Versteck hat sie sich Dubai ausgesucht, so dass Akyl sein Köfferchen packt und mit den kläglichen Spesen des Ministers in der Tasche, dorthin reist.

Einer wie der andere?
Durch den Schauplatz Dubai gelingt dem Autor hier eine große Abwechslung. Auch wenn der Autor in der Danksagung betont, dass Dubai eine der sichersten Städte ist, kommt sie in dem Buch nicht gut weg. Die Krimigeschichte mal beiseite gestellt, findet zumindest Akyl kaum ein gutes Wort über Dubai. Hauptsächlich liegt das wohl am Wechsel zwischen versengender Hitze und kältestarrender klimatisierter Luft. Auch ist Akyl sich deutlich bewusst, dass er dort höchstens geduldet ist. Er ist nicht reich und nicht berühmt, sondern eben nur ein Kirgise, mit kaum Geld in der Tasche, der unangenehme Fragen stellt.

Opfer, Tat und Täter
Eine Schönheit mit Plastiktitten, eine Jagd durch Dubai und viele kleine und große Gauner. Im Übrigen auch ein Zusammentreffen der verschiedensten Nationen: bulgarische Waffenhändler, kirgisische Unterhändler, vietnamesische und kirgisische Nutten, tschetschenische Dschihadisten und natürlich eine usbekische Geheimagentin.

Themen
Die Suche nach den brisanten Informationen stellt sich als Suche nach vielen Millionen heraus, deren Zugangscode auf einem USB Stick von Natascha, der ehemaligen Geliebten, entwendet wurden. Tatsächlich findet Borubaew das Mädchen recht schnell, heißt aber noch lange nicht, dass sie den USB Stick auch herausrückt. Und das viele Geld lockt Terroristen an, die damit gerne ihren Kampf gegen die Ungläubigen finanzieren wollen. Das wiederum ruft Akyls alte Flamme, die usbekische Geheimagentin Saltanat, auf den Plan, welche die Terroristen aufhalten will. Ihr seht also – auch in Dubai geht es rund!

Was war gut?
Wie auch in den vorigen Teilen der vermutlich auf vier Teile angelegten Reihe (Die Jahreszeiten legen das ja nahe – nach Blutiger Winter und Tödlicher Frühling) ist dem Autor auch hier wieder ein flotter, spannungsgeladener Thriller gelungen. Keiner der Beteiligten ist sich zu schade, jemanden auszutricksen und zu betrügen oder eine Waffe zu ziehen. Tatsächlich rätselt man auch die ganze Zeit, wie Borubaew wohl selbst seinen Kopf aus der Schlinge zieht – denn der Minister wird wohl kaum einen Mitwisser am Leben lassen.
Vermischt wird das spannende Geschehen mit Borubaews Sicht auf Dubai, aber auch seinen Vergleichen zu Kirgisistan. Sein Herz schlägt für sein Heimatland, auch wenn er dort nicht alles gutheißt.

Was war schlecht?
Ja, ich gebe zu, ein klein wenig war ich schon enttäuscht, dass der Krimi diesmal nicht in Kirgisistan gespielt hat. Irgendwie hat es der Autor geschafft, dass mir dieses kleine, durchweg korrupte, aber landschaftlich wunderschöne Land ans Herz gewachsen ist. Aber auch an Dubai gewöhnt man sich, ja, man kann sogar sagen, vielleicht – aber nur vielleicht – werde ich es im nächsten Teil ein klein wenig vermissen.

FAZIT:
Eine aufregende Hetzjagd durch Dubai mit meinem Lieblingskirgisen – Borubaew jagt Millionen hinterher, gemeinsam mit Terroristen und dem Geheimdienst. Actiongeladen, spannend und ein wenig wehmütig.

 

10 Kommentare zu “In der Ferne: Mörderischer Sommer – Tom Callaghan

  1. Pingback: #DasSuBabc – Extended! | Die dunklen Felle

  2. Pingback: #DasSuBabc – Woah! Ich mach eine Challenge mit! | Die dunklen Felle

  3. Bin gespannt auf das Wiedersehen mit Akyl. Aber hier hat Nora Erst-Zugriffsrecht…;-)
    Aber dass es hauptsächlich in Dubai spielt, ist schon etwas schade. Du hast das schön formuliert: Dieses kleine, wunderschöne, korrupte Kirgisistan wächst einem tatsächlich ans Herz.

  4. Callaghan – Ist mir immer wieder über den Weg gelaufen und war mir nie einen zweiten Blick wert. Ziemlich blöd, sonst hätte ich bei den Worten Hardboiled und Kirgistan sicher aufgemerkt. Nun isser notiert. Besten Dank!

  5. Pingback: #DasSuBabc – Das Ende | Die dunklen Felle

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