Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction

Tierisch: Zoo City – Lauren Beukes

8 Kommentare


Lauren Beukes – Zoo City
Verlag: Rowohlt Polaris
Übersetzerin: Judith Reker
359 Seiten
ISBN: 978-3499259685

 

 

 

 

Warum dieses Buch?
Wie einige wissen, nehme ich an einer SUB Abbau Challenge teil, dem SUB ABC. Und eine der Aufgaben lautete nun, ein Buch mit einem Tier als Protagonisten zu lesen. Nun ja, ganz kann ich damit nicht dienen, aber Zoo City ist nun tatsächlich das Buch in meinem SUB, welches dieser Aufgabe am nähesten kommt. Warum?
Nun, weil Zoo City nicht nur ein Krimi ist, sondern eben auch mit phantastischen Elementen aufwarten kann.

Worum geht es?
Zinzi December hat unglücklicherweise einen Menschen getötet und danach war es da: das Faultier. Und begleitet sie seitdem. Trennung ist auch nicht gut, denn dann geht es weder dem Menschen noch dem Begleittier gut. Keiner weiß, warum Menschen, die getötet haben, plötzlich einen tierischen Begleiter bekommen und doch ist es so. Mit ein wenig Glück bekommt man ein harmloses Tier und mit noch ein wenig mehr Glück einen Begleiter, der einem nützlich magische Fähigkeiten einbringt. So wie bei Zinzi, die gut darin ist, verlorene Dinge aufzufinden. Nichtsdestotrotz ist ein Begleittier ein Stigmata, Zinzi damit eine Getierte und die Zoos oder Getierten, wie sie genannt werden, leben in Ghettos.
Als Zinzi gerade einen Auftrag abschließen will, wird sie von zwei anderen Getierten damit beauftragt, eine vermisste Sängerin zu finden. Eigentlich nicht ihres, denn sie sucht ja Dinge, aber irgendwie muss ja Essen auf die Teller, so dass sie sich gezwungenermaßen auf die Suche macht.

Was ist das Besondere daran?
Na ja, also…. äh, die Tiere natürlich! Da bekommt der beinharte Kerl einen Schmetterling verpasst und der schmächtige Junkie einen Braunbären. Das Wieso oder Warum, aber auch die Zuteilung bleibt verborgen. Das Phänomen tritt zum ersten Mal irgendwann in den 80ern auf und es herrscht keine Klarheit, woher es plötzlich kam. Die sonstige Entwicklung der Welt weicht nicht so sehr von unserer heutigen, realen Welt ab. Nur die Tiere sind eben da. Zinzis Faultier ist da tatsächlich auch eines der niedlicheren – ab und an schnaubt es zufrieden, hin und wieder faucht es empört. Ansonsten hängt Zinzi sich das Faultier wie einen Rucksack um, wenn sie das Haus verlässt. Doch mit anderen Tieren sieht das schon anders aus…. auffälliger und ja, auch gefährlicher. Die Geschichte spielt in Johannesburg und man bekommt nur wenig von anderen Ländern mit, doch nicht überall wird mit den Getierten so liberal wie in Südafrika umgegangen. Insgesamt hat mir der Aspekt der Tiere sehr viel Spaß gemacht – es war phantastisch, aber eben nicht zu phantastisch. Ich mag Phantastik mehr, wenn sie in unserer Realität verankert ist. Trotzdem hätte ich gerne noch mehr über das Phänomen erfahren. Irgendwie ist es unbefriedigend, nicht zu wissen, woher das Phänomen gekommen ist, warum es da ist und wie es funktioniert.

Privatdetektivin wider Willen
Zinzi sträubt sich schon ein wenig, den Fall der verschwundenen Sängerin zu übernehmen, doch letztendlich schlittert sie in den Fall und das Geld kann sie ja auch gut gebrauchen. Das verschwundene Popsternchen ist Teil eines Duos. Gemeinsam mit ihrem Bruder ist sie die neue Sensation am Pophimmel: jung, heiß, beliebt. Der Manager ist der eigentliche Auftraggeber von Zinzi – kein Wunder, geht ihm doch Geld verloren, wenn seine neuste Entdeckung nicht auftritt. Die Ermittlungen finden im Freundeskreis des Geschwisterpaars statt, aber natürlich auch im Umkreis der Musikindustrie. Abgesehen vom Manager sind alle noch „junges Gemüse“ und dementsprechend schwierig ist es für Zinzi, etwas herauszufinden. Die Playstation hat hier einfach Vorrang. Doch nach und nach wühlen Faultier und sie sich durch den Dschungel der Musikindustrie, der sich tatsächlich als noch übler rausstellt, als man es sich denkt.

Gut oder schlecht?
Zugegebenermaßen muss ich sagen, dass ich die Auflösung des Falles ein wenig verwirrend fand, nichtsdestotrotz hat Zinzi ihre Ermittlungen recht gut gemacht. Die Besonderheit der Getierten verleiht der Geschichte das gewisse Etwas – ohne dies, wäre der Thriller vermutlich tatsächlich recht alltäglich gewesen. So war es aber ein ungewöhnliches, wunderbares Leseerlebnis. Lauren Beukes Veröffentlichungen werde ich auf jeden Fall weiter verfolgen – Moxy Land steht schon in den Startlöchern… also auf meinem SUB.

Fazit:
Ungewöhnlich „tierischer“ Kriminalfall mit einer unfreiwilligen Privatdetektivin, die sich durch den südafrikanischen Musikdschungel hangelt. Smart, phantastisch und spannend. Der etwas andere Lesetipp für Krimifans!

 

 


Der Krimi auf anderen Blogs:

Wortgestalt meint: Ich bin hin- und hergerissen. Eigentlich fand ich das Buch großartig. […] Und die Kombination aus urbaner Fantasy mit einem Kriminalfall, was will ich eigentlich mehr? Vielleicht ein bisschen mehr Fakten, ein bisschen mehr greifbare Erklärungen, ein bisschen mehr die Themen auch aufgreifen, die man aufwirft.

 

8 Kommentare zu “Tierisch: Zoo City – Lauren Beukes

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  3. Hm, ich dachte gerade so bei mir, dass ich gefühlt schon seit Ewigkeiten nichts mehr von Dir gelesen habe. Bei genauerer Überprüfung habe ich festgestellt, dass Deine letzten Beiträge schlicht und ergreifend doch tatsächlich an mit vorbeigegangen sind. :-) Ich habe keine Ahnung, wie es dazu kommen konnte und gelobe hiermit Besserung! ;-)

    • Tz tz tz! ;-)
      Dafür warst Du ja jetzt der Erste. :-)
      Ich veröffentliche aber gerade auch wenig Beiträge – und lese selbst auch sehr wenig. Wie immer – die fehlende Zeit ist schuld.

  4. Das Buch sagte mir vom Titel nichts, lief mir bislang nicht über den Weg, wandert nun aber mal direkt auf meine Wunschliste. Allein das plötzliche Auftauchen eines tierischen Begleiters bei Mord ruft schon nach dem gelesen werden wollen!

    Hab einen sonnigen Samstag!

  5. Also bei Dir findet man wirklich immer sehr außergewöhnliche Bücher. Zuerst „Leona“ und nun dieses hier, welches auch sofort auf meine WL muss. Auf Dich ist also immer Verlaß, wenn man nach neuen und von der Norm abweichende Thriller sucht.
    LG Conny

    • :-))
      Das mach ich doch sehr gerne – anderer Leute Wunschlisten füllen…. :-D
      Aber dieser Krimi war nun wirklich was anderes – man muss ja nicht immer das gleiche lesen.
      Ich bin da über die SUB Abbau Challenge ganz dankbar – so lese ich auch mal Bücher, die ich mir zwar irgendwann in den SUB gepackt habe, aber eher unsicher war, ob sie mir wirklich gefallen. Tja, da entgeht einem manchmal was – also muss der SUB Abbau unbedingt weitergehen!
      LG, Christina

  6. Pingback: #DasSuBabc – Das Ende | Die dunklen Felle

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