Die dunklen Felle

Krimis, Schafe – und Felle.

2017 – eine Abrechnung

4 Kommentare

Ich überleg jetzt schon eine Weile, um kluge und kreative Wörter zu finden, um den Beitrag zu starten. Tja, es will heute nicht so, wie ich will. Also machen wir es kurz: 2017 ist vorbei und es ist Zeit nochmal kurz zurückzuschauen. Die Rechnung bitte!

Kommen wir zuerst zur Statistik. Man mag es gemerkt haben, 2017 war jetzt nicht unbedingt mein Jahr. Zumindest lesetechnisch. Ich habe weniger Bücher gelesen und davon auch noch weniger Bücher rezensiert. Letztendlich hat mir das sogar ein wenig gut getan, den es hat mir Gelassenheit beschert. Klar, ein wenig erzwungen, aber letztendlich kommt es ja auf das Ergebnis an. Ich hab jetzt noch nie nach Follower-Zahlen oder Likes geschaut, aber ich hatte ja in den Jahren davor einen festen Rhythmus – den hab ich über den Haufen geworfen und einfach veröffentlicht, wann ich wollte und was ich wollte. Frei Schnauze fühlt sich gut an – und das mach ich auf jeden Fall weiter so!

Veröffentlicht hab ich meist so zwischen 3 und 5 Beiträge im Monat, einzig der Oktober und Dezember ragen heraus. Beides bedingt durch Aktionen: Im Oktober habe ich mit viel Vergnügen an der Blogtour zu „Der weiße Affe“ teilgenommen und im Dezember habe ich einer liebgewonnenen Tradition gefröhnt und mit Kaliber.17 ein Spezial zum Thema „Inseln“ veröffentlicht.

Nun aber zu den gelesenen Büchern. In 2017 habe ich zwar lt. Goodreads mein Ziel von 100 Büchern geknackt, allerdings waren da auch Hörspiele und Kurzgeschichten dabei. Letztendlich sind es also nur 93 Bücher mit 30477 Seiten geworden. Nichtsdestotrotz ein beachtliches Ergebnis. Mein erstes Buch war „Zeit der Finsternis“ von Malla Nunn, mein letztes Buch in 2017 war „Bios“ von Daniel Suarez.

Viel wichtiger sind aber die Bücher, welche mich in 2017 restlos begeistern konnten und deshalb kommen jetzt hier meine Top 6:

Der aufrechte Mann – Davide Longo
Eine Dystopie aus Italien. Ein Land ohne Recht und Ordnung, durch welches sich ein Literaturprofessor mit seinen Kindern durchschlägt und dabei versucht er selbst zu bleiben. Das Buch, welches mir am längsten in Erinnerung geblieben ist und über das ich auch heute immer wieder noch nachdenken muss – auch wenn ich es schon im Februar 2017 gelesen habe. Erschreckend, bedrückend, beänstigend, aber einfach grandios.

 

Alles so hell da vorn – Monika Geier
Der bisher letzte, aber hoffentlich nicht DER letzte Teil aus der Reihe um Kommissarin Bettina Boll. Herrlich normale Teilzeit-Kommissarin mit zwei geerbten Kindern schlägt sich durch das schlammige Dickicht von Prostitution, Kindesmissbrauch und Menschenhandel. Bei „Böllchen“ (ja, ich weiß, den Spitznamen mag sie nicht) ist alles normal und dadurch so realistisch und überzeugend. Ein Traum von einem Krimi. Bitte weiter so!

 

Drift – Anne Kuhlmeyer
Dauerregen, Überschwemmungen. Ein paar Fremde stranden in einem Haus und werden vom Rest der Zivilisation abgeschnitten. Mehr braucht Anne Kuhlmeyer nicht als Ausgangsposition, doch was sich dann entwickelt ist so überraschend und unerwartet, dass ich sprachlos aus dem Buch bin. Man sagt ja oft so dahin, dass es überraschende Wendungen gab, aber so eine Wendung hat wirklich alle meine Erwartungen ausgehoben und umgeworfen. Wirklich genial!

 

Ein Job für Delpha – Lisa Sandlin
Delpha kommt nach Jahren aus dem Gefängnis frei – nein, nicht unschuldig, aber für ein Verbrechen, für das ich ihr eher auf die Schulter geklopft hätte – und tut sich schwer mit den Neuanfang. Doch sie ist beharrlich und Tom Phelan kann nicht anders als sie zur Sekretärin in seiner neu gegründeten Privatdetektei zu machen. Wie sich herausstellt: ein tolles Team. Der Krimi kommt leise, aber gewaltig. Delpha ist ein wahnsinnig toller Charakter – ich mag sie sehr. Und auch wenn sich an dem Buch die Geister scheiden, hat sie viele Fans gewonnen. Ich hoffe doch sehr, es gibt bald eine Fortsetzung!

 

Der Report der Magd – Margaret Atwood
Eine Dystopie, in welcher im zukünftigen Staat Gilead die gesellschaftliche Struktur so aufgebaut ist, dass die höchste Reproduktion stattfindet, durch die absolute patriarchale Macht und die totale Unterdrückung der Frau, verpackt in christlich-biblische Werte. Ein beeindruckendes und nachdenklich machender Blick in die Zukunft, aber auch ein fragender Blick mit einer unzuverlässigen Erzählerin. Ein Meilenstein der Literatur und ein Meisterwerk, keine Frage. Sehr lesenswert – und ich frage mich jetzt noch, warum ich es so lange nicht gelesen habe.

 

Spenser und der Cree-Indianer – Robert B. Parker
39. Band der Reihe um den Privatdetektiv Spenser, in welchem er sich in das Filmmilieu stürzt und den Tod eines jungen Mädchens aufklärt. Und damit nicht genug: er wird der Mentor von – na, von wem schon – von einem Indianer. Für mich der erste Spenser – warum nur? – und auch wenn ich diesen erst im Dezember 2017 gelesen habe, habe ich im gleichen Monat noch einen weiteren verschlungen, den 1. Band. Ach, was soll ich sagen – ich steh einfach auf Privatdetektive. In mir hat Spenser jedenfalls ein neues Fangirl gefunden.

 

Natürlich habe ich noch viele tolle weitere Bücher gelesen, manche sehr gut, manche gut, manche nur so lala – ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit meinem 2017.
Mit diesem Beitrag möchte ich mich auch bei allen meinen Followern bedanken, denen, die still folgen genauso wie denen, die mit mir über meine Lieblingssache quatschen. Vielen Dank! Ihr bereichert mein Leben – und ich hoffe, ich kann dies auch an Euch zurückgeben, zumindest ein wenig.

Somit bleibt mir nur noch zu sagen: lasst 2018 beginnen! Ich wünsche Euch einen guten Start ins neue Jahr und genießt Eure Lesezeit.

4 Kommentare zu “2017 – eine Abrechnung

  1. Mit 93 Büchern hast du sogar zwei mehr gelesen als ich. Wir haben mit Monika Geier auch immerhin eine Übereinstimmung. Könnte aber auch daran liegen, dass ich den Rest deiner Top 6 nicht gelesen habe…
    Alles Gute für das neue Jahr!

    • Ich sehe gerade – Du hast ja auch eine Top 6 erstellt. Und auch ich hab die anderen fünf von Dir gelesenen Krimis nicht gelesen… 🙂
      Sehr schön – so vielfältig ist eben das Krimigenre!

  2. 93! Das ist eh eine Menge! Hut ab!

    „Frei nach Schnauze“ – lesen und bloggen mache ich jetzt auch. Aber so richtig. Und das fühlt sich sooo gut an. Momentan habe ich alles Re-Reads, einfach weil ich das so will. Das ist wie ein großes Aufatmen. Also ich denke, du machst es genau richtig.

    Der Report der Magd habe ich mir gerade in der hübschen neuen Aufmachung bestellt. Darauf bin ich schon sehr gespannt.
    Alles so hell da vorne liegt noch ungelesen hier. Bei deinen anderen Highlights bin ich gerade froh, dass Lesegeschmäcker so unterschiedlich sind. Das macht das Bloglesen gleich viel spannender!

    Wünsche dir ein tolles 2018er!

    • Dankeschön! 🙂

      Das neue Cover von „Der Report der Magd“ gefällt mir auch sehr gut – aber da ich es ja nun schon in einer anderen Ausgabe gelesen habe, werde ich wohl nicht noch eine kaufen. Aber ich bin schon sehr gespannt, was Du davon hältst. Ich fand es wirklich gut – das Thema Zukunft fasziniert mich sowieso gerade sehr… ich denke, das sieht man auch in meinen Top 6. 🙂

      Ich wünsche Dir auch ein wundervolles 2018 – und viel Glück mit Deinem neuen Projekt!

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