Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Die Fünfziger: Bluescreen – Dan Wells

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Dan Wells – Bluescreen
Verlag: Piper
Übersetzer: Jürgen Langowski
364 Seiten
ISBN: 978-3492280211

 

 

 

 

Die meisten kennen Dan Wells bestimmt von seinen Krimis aus Täter-Perspektive. Ich nicht, aber natürlich ist er mir trotzdem ein Begriff. Das vorliegende Buch ist nun ein Zukunftsroman, Science Fiction. Und der Klappentext verrät nun gar nicht, dass es ein Jugendbuch ist und somit war ich doch ein wenig erstaunt.

Wir befinden uns im Jahre 2050 und Los Angeles hat sich zur Größe eines Bundesstaates ausgedehnt. Arbeit gibt es kaum noch, alles wird von Nulis erledigt, kleine Roboter bzw. Drohnen, die quasi überall zum Einsatz kommen. Das Smartphone wurde ersetzt durch die Djinnis, mit denen man alle Infos mit Gedanken, Blinzeln, Zwinkern oder ähnlichem abrufen kann, aber auch direkt im Netz arbeiten kann oder in die Spielewelt kommt. So wie Marisa, ein 17jähriges Mädchen aus Mirador, einem Stadtteil von LA. Sie befindet sich auf dem Weg zur Berühmtheit, gemeinsam mit 4 ihrer Freundinnen, zwei aus LA, eine aus Indien und eine aus China. Denn ihr Team spielt gemeinsam in Overworld, einem Adventuregame.

Als dann die Droge Bluescreen, aufgeladen auf einen Stick, erscheint, die einen kurz in ungeahnte Höhen schickt und dann für 10 Minuten ausknockt, ist Marisa skeptisch. Vor allem als ihre Freundin Anja diese nimmt und nicht 10 Minuten bewusstlos ist, sondern anfängt, ferngesteuert herumzulaufen und ihren Vater anzugreifen. Marisa und ihre Freunde beginnen nachzuforschen und entdecken eine weit größere Verschwörung als „nur“ eine neue Droge.

Ich so froh – ich hab einen Jugendthriller gelesen, fast schon einen Dystopie und es gab überhaupt keine Dreiecksbeziehung. Ja, ja, ich weiß, ich bin da pingelig, aber ist doch wahr, dass die meisten dieser Bücher immer eine Dreiecksbeziehung haben – warum auch immer. Mich nervt das. Und ich bin Mr. Wells unheimlich dankbar, dass er sich das gespart hat. Merci!

So gut wie keines der Mädels geht zur Schule – wer den Stoff nicht lernt, hackt eben die Prüfungsergebnisse. Die drei Mädels aus LA – Marisa, Sahara und Anja – sind nämlich mit Djinni und Co. aufgewachsen und nicht nur ziemlich pfiffig, sondern pfeifen auch auf irgendwelche Regeln… oder Firewalls. Zwar schon immer mit einer gesunden Portion Zurückhaltung, aber gehackt wird trotzdem. Auch hier lobend zu erwähnen, dass wir von Hackerinnen sprechen. Very nice. Nichtsdestotrotz sind die Mädels halt doch immer noch Mädels und sorgen sich hin und wieder auch um Kleidung und Jungs.

Die Nachforschungen, die Marisa und Co. anstellen, bleiben natürlich nicht unbemerkt und die Mädchen bringen sich selbst in Gefahr. Und auch wenn der Autor hier Gangs und Kanonen aus dem Portfolio holt, ist das Ganze doch einen Gang zurückgeschaltet. Damit meine ich, dass der Autor hier wesentlich mehr hätte auffahren können, doch dann hätten die Mädchen vermutlich aufgeben müssen. Das nimmt der Geschichte aber nicht die Spannung, sondern ergänzt sich und bietet trotzdem viele Wendungen und Überraschungen.  Für mich war das ein gelungener Zeitvertreib am Sonntagnachmittag!

Fazit:
Spannung und Action im LA der 50er Jahre, der 2050er: Mit taffen, jungen Hackerinnen, die einer neuen Droge den Garaus machen wollen und dabei in ein Wespennest stoßen. Sehr positiv zu erwähnen: es gibt keine Dreiecksbeziehung. 😉

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4 thoughts on “Die Fünfziger: Bluescreen – Dan Wells

  1. Klingt gut! Ich hoffe nur, dass es in dem Buch keine Dreiecksbeziehung gibt!? 😉

  2. Normalerweise findet man mich ja selten im SF-Regal. Bei Dan Wells mache ich aber immer wieder eine Ausnahme. Dieses Buch habe ich übersehen – klingt aber richtig gut. Kommt natürlich sofort auf meine “Möchte-ich-vielleicht-lesen”-Liste (die schon bis ins Nachbardorf reicht 🙂 ).

    • Ach diese Liste. Manchmal hab ich das Gefühl, ich verbringe zuviel Zeit damit Bücher rauf und runter von den Listen zu schieben, statt zu lesen. Aber so ist das Leben als Büchersüchtige nun mal, gell? Das kennen wir nicht anders…

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