Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Talk.Noir in Stuttgart – so war’s

11 Comments

Letzte Woche, am 08. März 2017 war es endlich soweit – Talk.Noir war in Stuttgart zu Gast!

Wolfgang Franßen, Frank Rumpel, Alexander Roth

Die Stuttgarter Kneipe Milliways diente als Schauplatz, das Plateau der Kneipe wurde eingenommen und die Barhocker stibitzt – dann ging es los. Wolfgang Franßen (Polar Verlag), Frank Rumpel (SWR2) und Alexander Roth (derschneemann.net) stellten drei noireske Bücher vor. Zugegebenermaßen waren nur wenige Teilnehmer da, dafür war es irgendwie lauschig. Ein wenig wie eine Wohnzimmerlesung mit Bedienung. Richtig gemütlich.


Den Anfang machte Alexander, der sich kurzfristig für ein anderes Buch als angekündigt entschieden hat. Tom Boumans Krimi “Auf der Jagd” wurde kurzerhand gegen Denis Johnsons “Die lachenden Ungeheuer” ausgetauscht. Dieser Tausch hatte die Auswirkung, dass nun alle drei Bücher das Thema Afrika repräsentierten, so auch Johnsons…. ja, kann man es Krimi nennen? Nun, das Problem haben wir öfters, dass die Grenzen des Genres verwischt sind und die klassische Kriminalgeschichte zwar noch häufig vorkommt, aber eben nicht mehr das einzige auf dem Markt ist – zum Glück! Wollte man den Roman beschreiben müsste man ihm wohl neben dem Krimietikett noch weitere verpassen. 2 Freunde, 1 Frau, ein paar Geheimnisse und viel afrikanische Geschichte, Kultur und Eigenheit – nicht nur Südafrika ist in Krimis ein Thema, sondern auch Sierra Leone. Alexander hat uns einen Einblick in die Geschichte des Buches, in das Leben des Autors und Querverweise zu anderen Büchern gegeben – so haben das auch die nachfolgenden Herren geregelt. Wer hier eine Standard-Lesung erwartet, wird überrascht werden.

Als nächstes folgte Frank mit “Illegal” von Max Annas. Sein voriger Roman “Die Mauer” konnte den Titel des besten Krimis im Jahre 2016 (Krimibestenliste, damals noch in der ZEIT) ergattern – für mich persönlich war er das allerdings nicht. Umso gespannter war ich, was es über “Illegal” zu sagen gab. Nun, die Herren waren einhellig der Meinung, dass das Buch zwar immer noch sehr gut ist, aber nicht an seine beiden vorigen Romane (neben “Die Mauer” ist das “Die Farm) herankommt. Liegt ja vielleicht auch am Setting, denn entgegen seinen ersten Krimis, die in Südafrika spielen, spielt “Illegal” in Berlin und die Hauptfigur ist ein junger Afrikaner, der illegal in Deutschland lebt. Eines Tages beobachtet er einen Mord und verschwindet, doch der Täter hat ihn gesehen, so dass der junge Mann eine atemlose Flucht durch Berlin hinlegt, die wohl am Ende einen Touch “Lola rennt” hat. Sehr schön war, dass das Herrengespann wohl alle Bücher gelesen hat, so dass jeder eine Meinung hat, auch wenn die mitunter sehr ähnlich war. Viel Grund zum Streiten gab es nicht, aber wenn Profis die Vorauswahl treffen ist eben klar, dass die Bücher fast schon unbestreitbar gut sind. Schade ist, dass das Publikum wenig mitzudiskutieren hatte, denn die Bücher waren allesamt erst wenige Tage vorher erschienen oder waren noch gar nicht veröffentlicht. Mittlerweile gibt es die drei Bücher aber überall zu kaufen.

Als Letzter war Wolfgang an der Reihe und hat seinen neuesten Krimi aus dem Polar Verlag vorgestellt: “Libreville” von Janis Otsiemi. Ein Krimi, von einem gebürtigen Gabuner geschrieben, der in Gabun spielt. Ein politischer Mord, der von zwei Polizisten untersucht wird, die noch mit Schreibmaschine und Zeugenaussagen versuchen den Fall zu lösen. Der Autor, Janis Otsiemi, ist in Frankreich ein sehr bekannter Krimiautor – unter einigen anderen. Anscheinend ist dort noch eine Menge an Übersetzungsarbeit nachzuholen, damit wir deutschen Leser auch in den Genuss dieser tollen französischen / französisch-sprachigen Autoren kommen. Allgemein schneiden die Frauen nicht gut aber – weder in den Büchern noch im Subgenre allgemein noch im Talk.Noir. Damit da ein Ausgleich geschaffen wird, schlage ich mal vor, dass Wolfgang das nächste Mal, wenn er in den Süden für ein Talk.Noir fährt, einfach Else Laudan mit in sein Auto packt. Die Verlegerin im Argument Verlag mit ihren Ariadne-Krimis gehört zum Noir und – wie ich finde – auch mal nach Stuttgart.

Oder eben nach Tübingen. Denn über den nächsten Termin haben wir nach dem “offiziellen” Teil noch geredet und gleich mal einen Termin im Mai festgelegt (an den ich mich aber grade nicht mehr erinnere, über den ich Euch vorher aber natürlich Bescheid gebe). Und die einhellig Meinung der Teilnehmer war, dass sich Tübingen viel besser für das Talk.Noir eignen würde. Was vielleicht daran lag, dass 80% der Teilnehmer aus Tübingen “angereist” waren. Ich persönlich wohne zwar nicht in Tübingen, aber ich mag Tübingen sehr. Passt also!

So, dass war es dann mit meinem Bericht.
Wer auch mal ein Talk.Noir erleben möchte, der komme doch einfach im Mai nach Tübigen. Für einen kleinen Urlaub oder so, denn das Städtchen lohnt sich so oder so. Ich würd mich freuen, Euch Follower mal zu treffen!

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11 thoughts on “Talk.Noir in Stuttgart – so war’s

  1. Es muß nicht Tübingen sein, um an einem Talk.Noir teilzunehmen. In Münster, Hamburg, Berlin und im Rhein-Main-Gebiet finden diese Veranstaltungen in anderer Besetzung ebenfalls statt. Termine hier: http://www.talk-noir.de/

  2. Schöner Bericht. Tja, Tübingen wäre sicher einen Besuch wert, wenn es nicht so weit weg wäre…

  3. Mit Else Laudan veranstalten wir schon in Hamburg Noir.Au Bar. Wer also mal in Hamburg Zeit hat, ist herzlich eingeladen. Das nächste Mal am 29.03.2017. Um 20.00 Uhr.

  4. Schade, dass es nur ‘ne kleine Runde war. Sollte ich zum TÜ-Termin nicht wieder gerade im Urlaub sein, würde ich kommen 😉

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