Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Monatsrückblick Februar 2017

19 Comments

Ach, der Februar. Puh – die wenigstens Bücher, die ich je in einem Monat gelesen habe. Zumindest solange ich die Monatsrückblicke schreibe.  Na, so ist es eben. Und hier sind sie:

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Der aufrechte Mann – Davide Longo
Ein sehr aufwühlendes Buch, nachdem ich erst mal ein wenig Pause zum Nachdenken gebraucht habe. Sehr verstörend, aber auch sehr beeindruckend – und meiner Meinung nach so ganz und gar nichts für die Fangemeinde der üblichen Dystopien.

Die verlorenen Schwestern – Adrian McKinty
Ein Sean Duffy Krimi – muss man dazu noch viel sagen? Der war natürlich klasse und bietet diesmal auch etwas für Freunde des Traditionellen: ein Locked-Room-Mystery.

Die Mauer – Max Annas
Der Anfang so bis zur Mitte hat mir gut gefallen, doch dann ist es ein wenig unrealistisch geworden und in einem wilden, aber irgendwie in Slow Motion ablaufenden Showdown gegipfelt. Hat schon Spaß gemacht, wäre aber jetzt nicht meine Wahl für den Platz 1 letztes Jahr gewesen (aber es muss ja einen Grund geben, warum nicht ich in der Jury der Krimibestenliste der ZEIT bzw. seit 2017 der FAZ sitze…).

Fliege machen – Lucie Flebbe (nicht auf dem Bild – war nur geliehen)
Der dritte Teil um Lila Ziegler hat wieder mehr Lesespaß gebracht als Teil Nummer 2. Die Krimis machen Spaß und unterhalten gut, der Plot ist einfach, aber die Charaktere sehr sympathisch.

Von allen guten Geistern – Andreas Kollender
So, hier verrate ich mal noch nicht viel, aber es wird dazu keine Rezension von mir geben, sondern etwas anders und zwar im Zuge einer Blogtour. Die Ankündigung schicke ich am Wochenende raus, da erfahrt ihr dann, wer noch teilnimmt, wer welchen Beitrag veröffentlicht und was es zu gewinnen gibt.

So, nachdem wir nun den ersten Blick in den März geworfen habe, hier noch mein Neuerscheinungstipp für März. Also, na ja, es sind wieder doch ein paar mehr – ich kann es mir nicht verkneifen, aber ich habe mal einen Favoriten gekürt – und das ist:

gary_victor_suff_und_suehneSuff und Sühne – Gary Victor
Inhalt: Inspektor Dieuswalwe Azémar hat keine Wahl: Will er nicht aus dem Polizeidienst entlassen werden, muss er sich der Entziehungskur unterziehen, die sein neuer Vorgesetzter ihm verordnet hat. Der Entzug wird zu einem Gang durch die Hölle. Ausgerechnet in diesem geschwächten Zustand wird Azémar in ein Komplott hineingezogen, das sein Leben und das seiner Tochter bedroht. Die Spur führt zur MINUSTAH, der UN-Mission in Haiti. Was steckt hinter dem angeblichen Selbstmord eines Generals? Warum wurde der Sohne einer mächtigen Unternehmerfamilie entführt? Was hat der Bandenchef mit dem seltsamen Namen Raskolnikow damit zu tun? Die Ermittlungen werden für Dieuswalwe Azémar zu einem Wettlauf mit der Zeit und einer schmerzhaften Reise in die eigene Vergangenheit. Als er begreift, wie alles zusammenhängt, ist er ein weiteres Mal auf seine Beretta und seine Reflexe angewiesen …
Mein Kommentar: Endlich der nächste Inspector Azémar Krimi!

Desweiteren sind mir für März noch die folgenden Krimis ins Auge gefallen:
Nach der Schlacht – Le Minh Khue
Smonk: Die Stadt der Witwen – Tom Franklin (herausgegeben von Frank Nowatzki)
Blutzucker – Leif Tewes

Auf welche Neuerscheinung im März wartet ihr denn sehnsüchtig?

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19 thoughts on “Monatsrückblick Februar 2017

  1. Sehr schön! Davide Longo subt bei mir auch noch herum. Ich meine mich zu erinnern, dass sich der damals auch auf der KrimiZeit-Bestenliste rumgetrieben hat und mir im Zuge dessen aufgefallen ist. Nur um dann schließend festzustellen, dass ich “Der Steingänger” ebenfalls im Regal herumstehen hat. Man verliert langsam den Überblick. – Um Annas wiesele ich noch herum. Hatte ihn letztens in der Buchhandlung in der Hand und dann doch zurückgelegt. Irgendwie spricht es mich nicht wirklich an. Den McKinty lasse ich mir noch in der Hinterhand. Selbiges gilt für den Kollender.

    Auf “Smonk” warte ich schon lange sehnsüchtig. Frank Nowatzki hat den ja immer mal wieder nach hinten verschoben. Ich hoffe, dass es dann bald mal irgendwann soweit ist. Aber bei Frank muss Gut Ding Weile haben. Und bisher hat sich das Warten immer gelohnt. Die anderen sind net so meins. Victor wird mir aber ständig ans Herz gelegt und dann wohl auch irgendwann den Weg in mein Regal finden.

    • Ich war ja total begeistert vom Schreibstil als ich zufällig “Der Fall Bramard” gelesen habe. Und dann habe ich mir gleich mal die Dystopie von ihm zu Weihnachten gewünscht – ich bin absolut hin und weg. “Der aufrechte Mann” ist starker Tobak und man kann dafür wohl auch das Wort Parabel auspacken, aber es war wirklich beeindruckend. Also, wenn Du den mal aus Deinem Regal holst, den Staub wegpustest und anfängst, wäre ich höchst interessiert an Deiner Meinung. Ich ärgere mich schon wieder, dass ich dazu keine Rezension schreibe / schreiben kann, weil mir die Zeit fehlt. Aber ich bin definitv dafür, dass mehr Davide Longo gelesen wird!
      So, und nun noch zu Gary Victor: lesen, lesen, lesen! Die sind auch alle sehr kurz und quasi in einem Haps zu konsumieren. Es gibt also keine Ausreden. 🙂

      • Gut, da werd ich bei Victor wohl mal zuschlagen. Ob ich demnächst Longo lese, mal sehen – für ne Dystopie muss ich in der passenden Stimmung sein. 😉

      • Das kann ich verstehen – aber Du kannst ja zum aufwärmen mit einem Krimi von ihm anfangen. Ich empfehle ja “Der Fall Bramard” – Alexander empfiehlt “Der Steingänger”, den ich noch nicht kenne. Ich denke mal, man kann nichts falsch machen, egal welches Buch man sich von ihm greift. 😉

    • Ach – und der Franklin (mir fällt gerade auf, dass Nowatzki nur der Herausgeber ist und mach mir eine Notiz, den Monatsrückblick nicht mehr nach 11 Uhr abends vorzubereiten). Ich kenn noch kein Buch von ihm, aber die Inhaltsbeschreibung klingt ja mal sowas wie von genial. Muss ich haben.

  2. Im März kommen tatsächlich so einige interessante Neuerscheinungen. Auf Steve Hamilton – Das zweite Leben des Nick Mason und den neuen Wallace Stroby (der ist offenbar schon letzte Woche veröffentlicht worden) freue ich mich am meisten. Dazu kommt noch auf jeden Fall dieser Krimi/Thriller aus Gabun vom Polar Verlag.

    • Ah, stimmt – Crissa Stone hab ich ganz vergessen! (Zweite Notiz – keinen Monatsrückblick mehr vorbereiten, wenn es nach 11 Uhr abends ist..!!!). Steve Hamilton steht auch auf meiner Liste, hat es aber nicht in meine kleine abgespeckte Liste geschafft – eigentlich will ich ja gar keine Liste mehr machen, aber irgendwie kommen da so viele gute Bücher und ich hab mir halt drei rausgepickt… zusätzlich zu Gary Victor – der ist nämlich mein absoluter Favorit gerade. Und bei Polar – das ist Libreville, gell? Da hör ich mir erst mal nächste Woche im Talk.Noir an, wie der ist. Bin schon gespannt, wie das wird. 🙂

      • Na, der Verleger wird sein Buch ja wohl vermutlich gut finden. 😉
        Aber die Veranstaltung wird bestimmt gut. Ich ärgere mich richtig, dass ich es noch nicht nach Münster zur dortigen Veranstaltung geschafft habe.

      • Hihi – ja, das nehme ich mal an. Aber man erfährt ja auch mehr vom und rund um das Buch, denke ich, und hört auch vielleicht ein, zwei Passagen? Da kann man sich dann einfach einen noch besseren Eindruck machen.
        Ich würde mich auch sehr ärgern, wenn ich es nächste Woche nicht schaffen würde, hinzugehen. Ich muss allerdings zugeben, dass schon zweimal der Krimistammtisch hier in Tübigen – organisiert von Alexander – statt gefunden hat und ich jedes Mal dummerweise krank war. Ich hoffe, im März bin ich gesünder, denn da suchen wir gerade einen neuen Termin.
        Falls es wirklich nicht klappt, kann man nur hoffen, dass es nicht die einzige Talk.Noir Veranstaltung bleibt – ist da denn schon was für Münster bekannt? Da kommt ja vielleicht wieder was?

      • Bestimmt. Das letzte Mal war aber erst vor anderthalb Wochen.

      • Ok, ok. Dann wird es wohl noch ein wenig dauern…. 🙂

  3. Also ob “Smonk” wirklich kommt – da würde ich mal abwarten. Schön wäre es, ist ja schon sehr lange angekündigt. Ist einer DER Texte des Country Noir und damit ein absoluter Pflichtkauf für mich. Und zu Longo: “Der Steingänger” ist sein bester, ganz, ganz tolles Buch.

  4. “Der aufrechte Mann”
    Noch nie von dem Buch gehört, aber scheinbar lohnt es sich, hier mal einen genaueren Blick hinein zu werden :3

    • Es ist wirklich ein sehr, sehr beeindruckendes Buch. Obwohl es ja nun doch schon ein paar Wochen her ist, muss ich immer noch hin und wieder daran denken und darüber nachdenken.
      Ich gehe allerdings davon aus, dass das Buch nicht für jedermann geeignet ist, trotzdem ist es absolut zu empfehlen!

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