Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Afrika oder…?: New York ’01 – Ernest Nybørg

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Ernest Nybørg – New York ’01
Verlag: Edition AV
310 Seiten
ISBN: 9783868411287

 

 

 

 

Puh – schon fünf Monate ist die Veröffentlichung meiner Rezension zu “Paris ’97”, dem ersten Teil der Trilogie um Lena Halberg, nun her. Eigentlich wollte ich nur eine kurze Pause einlegen, denn ich habe festgestellt, dass ich ungern Teile einer Serie direkt nacheinander lese. Aber fünf Monate ist ja nun doch schon eine ganze Weile. Nichtsdestotrotz waren die Geschehnisse in “Paris ’97” für mich noch sehr frisch und so fällt es mir gerade schwer, zu entscheiden, ob es wohl nötig ist, die Trilogie der Reihe nach zu lesen oder ob man theoretisch auch mit “New York ’01” starten kann. Ich würde fast eher dazu raten, die Teile der Trilogie nacheinander zu lesen.

Die Handlung des zweiten Teils setzt quasi nahtlos nach den Ereignissen in “Paris ’97” ein. Lena Halberg hat in den letzten Seiten des Vorgängerbandes noch einen entscheidenden Hinweis zu einer Beteiligung der Rüstungsindustrie an den Anschlägen des 11. September auf das World Trade Center erhalten und muss diesem nun natürlich nachgehen. Privat hat sich zwischen Lena und Niels, ihrem langjährigen Freund, eine Beziehung entwickelt. Wenn jemand Verständnis für Lenas neugieriges und ungestümes Wesen aufbringen kann, dann wohl am ehesten ein anderer Journalist. So ist Niels doch auch nicht anders. Er berichtet zwar nicht für die Tagespresse, sondern für länger angelegte Reportagen, doch die Themen sind gleichermaßen brisant und führen ihn in die heiße Sonne Afrikas, hinein in Bürgerkriege, Waffenhandel, Korruption und Rohstoffschmuggeleien.

Auch in diesem Teil strickt der Autor die Handlung aus verschiedenen Perspektiven. Neben Lena und Niels kommen mitunter auch die „Bösen“, der Rüstungsmogul Bronsteen und seine Schergen, zu Wort. Beginnt die Handlung noch damit, dass Lena sich in die Recherchen stürzt und nach New York aufbricht, wandelt sich das Bild schnell und die Geschehnisse um Niels, bzw. um den Waffendeal von Bronsteen rutschen in den Vordergrund. Keine Frage, sehr spannende Verstrickungen im instabilen Afrika, welches natürlich immer reichlich Stoff für Korruption und politische Mauscheleien hergibt. Doch wo bleiben Lena und die Geschehnisse um New York im Jahre 2001?

Im ersten Teil konnte ich mir den Spannungsbogen von den Geschehnissen in Paris 1997 zu New York 2001 und London 2005 (der dritte Band erscheint 2017) gut vorstellen: ein übermächtiger Rüstungskonzern, ein selbstherrlicher und machtbesessener Mann an der Spitze, der über Leichen geht, eine gut geschliffene Verschwörungstheorie. Doch warum nun im zweiten Teil  Lenas Recherchen um die Ereignisse im Jahre 2001 eher stiefmütterlich behandelt werden, ist mir nicht klar. Bin ich mal wieder mit falschen Erwartungen an das Buch heran gegangen? Schließlich impliziert der Titel doch schon eine Handlung um die Ereignisse in New York 2001, oder? Und ja, sie kommt auch vor, aber irgendwie nur als Nebengeschichte, als überspannender Bogen. Doch der Fokus liegt in diesem Teil ganz klar auf den aktuellen Geschehnissen in Afrika: Bronsteens Waffendeal und Niels Recherchen, mit denen er in den Niederungen des Deals schnüffelt.

Vielleicht weil mich diese Tatsache doch ein wenig verwirrt hat, bin ich nicht so recht in das Buch hineingekommen. Die Handlung war durchaus spannend, durch die Einblicke in Bronsteens Gedankengänge weiß man auch immer ein wenig mehr als die beiden Journalisten und kann quasi mit ansehen, wie die beiden in ihr Verderben rennen. Als Lena dann am Ende wieder in den Fokus rutscht, ging es dann plötzlich auch wieder fixer mit dem Lesen. Irgendwie hab ich Lena dann doch vermisst, auch wenn die Handlung genug Spannung hergegeben hat. Zum Ende hin bekommt Lena nicht nur wieder einen Hinweis zum nächsten Handlungsort – ihrem Wohnort London – sondern der Autor wartet auch noch mit einem Clou auf, den ich so überhaupt nicht erwartet habe und ich kann mir auch grade nicht so richtig vorstellen, wie er das im nächsten Band lösen möchte. Ich habe zwar eine Vermutung, aber ich muss gestehen, ich hoffe, dass ich mich irre.

Fazit:
Zu viele Handlungsstränge und falsche Erwartungen haben bei mir am Anfang die Spannung rausgenommen – als die Handlung sich dann Lena und den Ereignissen um New York 2001 zugewendet hat, wurde die Lektüre viel besser und bietet am Ende sogar noch einen wirklich überraschenden Clou.

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