Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Familiengeheimnis: Der dunkle Grund des Sees – Stefanie Kasper

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Stefanie Kasper – Der dunkle Grund des Sees
Verlag: Goldmann
384 Seiten
ISBN: 978-3442483938

 

 

 

 

Forggensee – ein Stausee, der 1954 entstand und den Weiler Forggen, der ihm seinen Namen verlieh, flutete. Isabels Adoptiveltern, Elisa und Quirin Radspieler gehörten zu den Kindern, die in Forggen aufwuchsen. Doch das ist lange her. Isabel, zurück in ihrem Heimatdorf, nachdem Elisa an Krebs gestorben ist, macht sich auf Elisas Wunsch hin auf die Suche nach den Spuren ihrer verschwundenen Familie. Elisa hat Kassetten besprochen, die Isabel nun nach und nach hört und damit das Geheimnis der Familie Forggenmüller versucht aufzudecken, die kurz vor der Flutung von einem Tag auf den anderen verschwanden. Bis auf Elisa, welche die Nacht woanders verbracht hatte. Daran, dass ihre Familie ohne sie weggegangen ist, kann Elisa nicht glauben, doch was ist damals passiert? Isabel hört nicht nur Elisas Geschichte, sondern stochert in einigen Erinnerungen und wühlt auf, was manche lieber weiter verborgen hätten.

Isabel Radspieler ist eine schwierige Protagonistin, um Ermittlungen anzustellen. Sie leidet an einer Sozialphobie, geht kaum aus ihrer Wohnung und diese ist nun auch nicht der Traum, sondern ziemlich verwahrlost. Sie schafft es noch nicht einmal, die Wohnung zu verlassen, um ihre Adoptivmutter Elisa am Krankenbett zu besuchen, erst zur Beerdigung. Alles denkbar schlechte Bedingungen, um an einem Geheimnis zu knabbern und dies zu lösen. Allerdings kann Tom, ihr Cousin und früherer Freund/Liebhaber, der sie überraschend fallen hat lassen und Isabel so diese Trennung nie verwunden hat, dazu überreden, eine Therapie zu machen, nachdem sie ihn auf der Beerdigung wieder trifft. Danach ist es besser, doch immer wieder spielt Isabel ihre Angst dazwischen und sie kommt in Situationen, in denen ihr die Worte fehlen bzw. sie um diese ringen muss.

Und obwohl Tom in dieser Hinsicht einen positiven Effekt auf Isabel hat, kam ich nur schwer mit der Romanze der beiden zurecht. Ich bin eh kein Freund von Liebesbeziehungen in Krimis – wobei auch hier der Titel Kriminalroman weit gefasst ist, denn eigentlich ist es eher die Geschichte einer Familie, in der ein Geheimnis gehütet wird und auch Todesfälle vorkommen – aber hier war ich wirklich genervt davon. Tom und Isabel kommen wieder zusammen, trennen sich, kommen wieder zusammen… puh. Gar nicht meins. Was mich aber am meisten stört, ist die Tatsache, dass Isabel Tom bedingungslos wieder in ihrem Leben akzeptiert, obwohl die Trennung  damals mehr als schmerzhaft war und er ihr auch keinen Grund genannt hatte. Für mich nicht nachvollziehbar.

Aber neben dem ganzen persönlichen Geplänkel gibt es ja auch noch das Geheimnis um den Forggensee. Eine spannende Sache – man kann heute, wenn der Stausee abgelassen ist, wohl noch zu den Ruinen des damaligen Weihers wandern. Dazu passend finde ich übrigens auch das Cover sehr gelungen. Abwechselnd befindet man sich nun im Hier und Jetzt, aber eben auch in der Zeit vor der Flutung. Elisa und ihre Schwester Sybille, sowie die Söhne Radspieler, Michael und Quirin, sind Nachbarskinder und so im Alter zwischen 7 und 12 kurz vor der Flutung, doch Elisa hat ihre Erinnerungen nicht unbedingt chronologisch aufgezeichnet und so ist man gemeinsam mit Isabel ab und an verwirrt. Überhaupt viel es mir manchmal doch schwer die vielen Informationen zu ordnen und einen Überblick über die offenen Fragen zu halten. Zudem wird ziemlich lange kaum eine Frage beantwortet, sondern nur noch neue Fragen aufgeworfen. Um das Geheimnis bis zum Schluss zu wahren, werden dann sogar verschiedene Lösungen angeboten, unter denen der Leser bzw. Isabel wählen kann, bzw. diese glauben kann, bis dann die letztendliche Lösung auftaucht. Die Spurensuche mit den Ausschnitten aus der Vergangenheit, aber auch die Fragen, die Isabel jetzt stellt, sind spannend zu verfolgen, die privaten Dinge zwischendrin eher nicht so und haben mich auch genervt. Nichtsdestotrotz waren diese Dinge natürlich alle schön verwoben und es galt sie zu entwirren.

Fazit:
Eher Familiendrama, denn Kriminalroman. Das Geheimnis um die Forggenmüller war spannend zu verfolgen, wenn auch manchmal verwirrend. Das private Geplänkel konnte mich nicht überzeugen und hat mich genervt.

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