Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Miese Pharmaindustrie: Die Suche – Nick Louth

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Nick Louth – Die Suche
Verlag: Ullstein
Übersetzer: Peter Friedrich
409 Seiten
ISBN: 978-3548287362

 

 

 

 

Max Carver fliegt nach Amsterdam um seine Freundin Erica zu treffen. Sie sind noch nicht lange zusammen, doch Max ist sich sicher, sie ist die Richtige und reist mit Verlobungsring. Erica Stroud-Jones ist aber nicht nur in Amsterdam, um Max zu treffen, sondern auch um einen Vortrag bei einer großen Konferenz zu halten. Ihr Thema ist Malaria und sie glaubt, eine wirksame Methode gefunden zu haben, effektiv gegen Malaria vorzugehen. Doch sie ist vorsichtig. Kaum jemand kennt ihre Ergebnisse und sie lässt alles nochmal überprüfen. Bevor sie ihren Vortrag halten kann, verschwindet Erica des Nachts spurlos. Max findet heraus, dass sie sich in einem Cafe mit einem alten Freund getroffen haben soll, doch danach verliert sich ihre Spur.
Wurde Erica entführt? Und was hat sie – oder ihre Arbeit – damit zu tun, dass in Europa plötzlich Fälle von Malaria auftauchen? Ein neuer Stamm, resistent gegen alle bisher bekannten Heilmittel. Steckt Erica dahinter oder wurde sie aus dem Weg geschafft, um der Ausbreitung der neuen Malariaform nicht im Weg zu stehen? Max macht sich auf die Suche nach Erica.

Das Buch war spannend, keine Frage, auch wenn es eines der wenigen Bücher war, deren Ende für mich weniger Spannung parat hielt als der Rest davor. Das passiert mir selten – doch das Ende war für mich recht vorhersehbar und dann noch zuckersüß kitschig. Das Ende konnte also bei mir nicht punkten.

Nichtsdestotrotz hatte der Thriller mit Max Carver einen ansprechenden Protagonisten. Max hält einiges aus, da er früher bei der Küstenwache war. Ein gesundes Selbstbewusstsein und viel Mut tun sein übriges, damit er sich in die gefährliche Suche stürzt. Dabei ist er auch vor Fehlern nicht gefeit – so nebenbei (allerdings wirklich aus Versehen) ritzt er einer Frau das Gesicht auf. Egal – die Frau beteiligt sich dann später an der Suche nach Erica und ist auch für ein kurzes Abenteuer zu haben. Ehrlich, es hat viel Spaß gemacht mit Max und er kommt ganz schön zerknautscht am Ende an. Ein passender Charakter für einen spannenden Thriller.

Erica Stroud-Jones ist ja nun verschwunden, doch aus Tagebucheinträgen erfahren wir von ihrer Zeit in Afrika 1992. Die Erlebnisse dort sind sehr spannend – Erica und einige andere Naturwissenschaftler bzw. Helfer werden von den Rebellen in Zaire gefangen genommen, um Druck auf die zairische Regierung auszuüben. Die Frage, die sich stellt – was hat das mit den aktuellen Ereignissen zu tun?

Die Malaria. Die Malaria dient nicht nur dazu, das Buch spannend zu machen und eine allgemeine, langsame größer werdende Bedrohung aufzubauen, sondern auch als Beispiel für die geldgierigen Pharmakonzerne. Warum sollte man eine Heilmethode für Malaria finden, wenn doch nur arme Menschen in Dritte-Welt-Ländern von der Krankheit betroffen sind? Lasst uns lieber etwas gegen Bluthochdruck erfinden oder ein nettes Schlankmachermittelchen. Damit lässt sich schließlich ein viel größerer Reibach machen. Der Thriller wirft Blicke in die Pharmaindustrie, aber nicht so weit, dass man von ausgeklügelt sprechen könnte. Es dient als Hintergrund und zur Spannungsgewinnung, nicht mehr und nicht weniger. Doch wer braucht auch schon Tiefgang bei einem Thriller – hier geht es um eins: Spannung. Und das war da. Na ja, bis auf beim Ende.

Fazit:
Spannend bis fast zum Schluss, ein äußerst passender Protagonist und sogar ein wenig Hintergrundinfo zu den Pharmakonzernen. Über kleine Schwächen sehe ich hier mal hinweg.

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2 thoughts on “Miese Pharmaindustrie: Die Suche – Nick Louth

  1. Freut mich, dass das Buch insgesamt lesenwert ist, denn meine Schwester hat es mir in die Hand gedrückt und nun liegt es hier und will konsumiert werden. Hoffentlich verdirbt mir der nicht so gelungene Schluss nicht das ganze Vergnügen, denn leider bin ich da ein bisschen pingelig.

    LG Gabi

    • Ach, ich würde mich da jetzt nicht abschrecken lassen – vielleicht empfindest Du ihn ja ganz anders. Ich wünsche jedenfalls viel Spaß beim Lesen und freu mich auf Deine Rezension!
      LG Christina

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