Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Wider die Schönheit: Das Mona-Lisa-Virus – Tibor Rode

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Tibor Rode – Das Mona-Lisa-Virus
Verlag: Bastei Lübbe
439 Seiten (plus eine Leseprobe “Das Rad der Ewigkeit”
ISBN: 978-3785725672

 

 

 

 

Eine Leserunde musste mal wieder her! Schon länger habe ich keine mehr mitgemacht, dabei machen mir diese immer sehr viel Spaß. Nur zu viele auf einmal sollten es nicht sein. Aber keine Sorge – diesmal war es genau eine: Tibor Rodes Thriller „Das Mona-Lisa-Virus“. Das Wunderbare an einer Leserunde mit einem Thriller wie diesem ist, dass man wirklich gut und ausgiebig spekulieren kann, weil so viele Dinge auf einmal passieren. Aber nun mal von Anfang an.

In Südamerika wird der Bus mit den Schönheitsköniginnen der USA entführt und diese tauchen nach und nach – fürchterlich entstellt – wieder auf, in Leipzig wird der Turm des Alten Rathauses in die Luft gesprengt, ein Gemälde wird zerstört, die Bienen sterben an einem geheimnisvollen Virus und gleichzeitig herrscht ein Computervirus, der Fotos schrecklich verzerrt und entstellt. Als Helen Morgans Tochter entführt wird, wird sie unversehens in die Mitte dieser Ereignisse gezogen und kann ihre Tochter nur retten, wenn sie sich auf das wahnsinnige Spiel einlässt, in dessen Mitte sich die Mona Lisa und deren Entstehungsgeschichte befinden.

Der Einstieg in das Buch war, wie es bei Thrillern, die mit Abenteuerromanen gemischt sind, häufig ist, etwas schwierig. Es passieren ganz viele Dinge gleichzeitig. Kein Kapitel scheint in Zusammenhang zum vorigen zu stehen und man ist ganz schön verwirrt. Doch nach und nach – ich vergleiche das gerne mit einem Seilstrang, der aus den einzelnen Fäden bzw. Litzen gedreht wird – beginnen die Kapitel zusammen zu gehören und es bilden sich ein paar wenige Erzählstränge heraus und die Handlung verdichtet sich.

Nach und nach kristallisieren sich zwei Protagonisten heraus. Das sind zum einen Helen Morgan, eine Neurowissenschaftlerin, die sich mit dem Thema auseinander setzt, wie unser Gehirn auf Schönheit reagiert und Greg Millner, ein FBI-Agent, der den Fall der verschwundenen Schönheitsköniginnen untersucht. Beide sind recht sympathisch und man fiebert als Leser mit den beiden jedem Puzzlestückchen entgegen, was diese aufdecken, und natürlich wie sie sich stetig aufeinander zu bewegen, bis sie am Ende gemeinsam an der Lösung des Rätsels arbeiten.

Die Mona Lisa, sowie ihre kleine Schwester, die Mona Lisa del Prado, stehen im Mittelpunkt des Geschehens und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Autor Passagen aus einem Tagebuch aus der Zeit der Entstehung des Gemäldes in die Handlung einstreut. Diese Passagen enthalten nicht nur wertvolle Informationen zur Entstehung sondern auch ein mysteriöses, fast schon phantastisches Element, auf das man sich als Thriller-Leser gefasst machen muss. Dieses Element lässt der Autor am Ende unbestimmt – ob es tatsächlich phantastisch ist, kann nur interpretiert werden. Mysteriös ist es aber auf jeden Fall.

Die Jagd nach der Mona Lisa und die Lösung der Rätsel und Geschehnisse waren recht spannend und unterhaltsam. Gerade in der Leserunde hat es mir viel Spaß gemacht, hier zu interpretieren, zu spekulieren und zu enträtseln. Zusätzlich habe ich – was mir bei Thrillern selten passiert – noch ein paar Dinge lernen können. Angefangen bei der Synästhesie, an der Helen leidet (damit nimmt sie Töne als Farben wahr), über den Goldenen Schnitt bis hin zu vielerlei Informationen aber auch Spekulationen um und über die Mona Lisa. Nichtsdestotrotz lässt mich der Thriller ein wenig unbefriedigend zurück, da nicht nur die mysteriöse Verbindung zur Entstehungsgeschichte im Nebel bleibt, sondern auch ein paar Nebenstränge nicht ganz aufgelöst wurden.  Das Schema von Thriller/Abenteuerromanen dieser Art ist immer ein wenig ähnlich und so waren zwar nicht die einzelnen Elemente aber doch die Struktur klar vorhersehbar. Für mich hätte es das mysteriöse Element auch nicht gebraucht – ich war auch so schon ganz gut unterhalten.

Fazit:
Eine unterhaltsame Jagd nach der Mona Lisa mit einigen kleinen Schwächen.

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