Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Leserunde: Umweg zur Hölle – Ross Thomas

23 Comments

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Es ist soweit!
Heute beginnt die Leserunde zu Ross Thomas Thriller “Umweg zur Hölle”.
Und darum geht es in dem Buch:

Artie Wu und Quincy Durant, zwei ehemalige Waisenkinder, die ihre Lektion gelernt haben, leben am Strand von Malibu, Kalifornien. Als Artie Wu beim Joggen über einen toten Pelikan stolpert, haben die beiden Ermittler krz darauf den Millionär Randall Piers und seine nymphomane Frau im Haus und verstricken sich bald in einem Netz aus offenen Rechnungen und alten Versprechen, geknüpft von den schmutzigen Fingern der Mafia und der CIA.

Philly von Wortgestalt und ich werden an der Leserunde teilnehmen, jeder weitere Leser ist natürlich gerne willkommen.

Hier ist die Einteilung der Abschnitte:

Abschnitt 1: Anfang bis Seite 77
Abschnitt 2: Seite 77 – Seite 157
Abschnitt 3: Seite 157 – Seite 242
Abschnitt 4: Seite 242 – Seite 316
Abschnitt 5: Seite 316 – Seite 408 (plus Essay)

 Die Einteilung findet ihr in den Kommentaren wieder und könnt dort im jeweiligen Abschnitt Eure Meinung schreiben. Jeder liest in seinem eigenen Tempo, aber nicht mehr als einen Abschnitt pro Tag.

Bitte beachten: dies ist keine Rezension, es ist eine Leserunde. Jeder, der dieser Runde folgt, muss sich im Klaren darüber sein, dass der Inhalt diskutiert wird. Es gibt keine Spoilerwarnungen.

Und jetzt kann es losgehen!

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23 thoughts on “Leserunde: Umweg zur Hölle – Ross Thomas

  1. Abschnitt 1: Anfang bis Seite 77

    • Hui, ein toller Einstieg! Wie gefällt es Dir? Ich bin sehr angetan, habe mich ja sowieso schon sehr auf das Buch gefreut und wurde bisher nicht enttäuscht!

      Besonders gut gefällt mir die Art, wie die Figuren eingeführt werden. Nicht zu viele Infos auf einmal, aber doch genug, um sich ein Bild machen zu können. Und dass das Anwalt Arties und Quincys Geschichte derart vorträgt, perfekt, das macht Freude. 😀

      Die Story von Artie und Quincy ist klasse originell. Bin mir sicher, dass da im Laufe der Reihe noch weitere Details bekannt werden, auch hier ist mir die Dosis ans Infos angenehm.

      Auch die Daumenbrecher-Szene mit McBride, Icky Norris und Tony Egg, haha, sehr genial, die Figurenzeichnung ist wirklich gelungen. Und auch das 70er-Jahre-Flair kommt bei mir an, also zumindest so, wie ich es aus amerkianischen Filmen und Serien dieser Zeit wahrgenommen habe.

      Bin erstmal Feuer und Flamme, besonders auf die Suche nach der verschwundenen Schwägerin bin ich sehr gespannt, ich erwarte einige schräge Typen und ein tiefenentspanntes Duo Artie und Quincy. Wobei ich die Geschichte um Silk ja schon etwas dubios finde, die regelmäßigen Zahlungen… ob Piers und Lace Artie und Quincy da wirklich alles erzählt haben, glaube ich fast nicht.

      Achso, sag mal, die Regel mit nicht mehr als einen Abschnitt pro Tag ist mir aber neu. 😉 Ich würde heute schon gerne noch den freien Sonntag nutzen und weiterlesen, letzte Woche bin ich unter der Woche kaum zum Lesen gekommen und ich mag jetzt parallel aber auch kein zweites anfangen.

      • Ich finde den Einstieg auch sehr gelungen. Ich mag den Schreibstil von Ross Thomas eh sehr gerne. Irgendwie lakonisch. Das ist jedenfalls das Wort, das mir da im Kopf rumspukt. Wir bekommen ja über Artie und Quincy schon ganz schön viel heraus über den Anwalt – aber das wird bestimmt noch nicht alles sein. Das sind ja nur die Zahlen und Fakten. Ein herrliches Detail finde ich den Fernschreiber in Quincys Wohnung. Wer hat denn sowas zu Hause?

        Artie Wu und Quincy Durant sind aber auch ein orginelles Pärchen. Ich frag mich die ganze Zeit, ob Artie wohl absichtlich über den toten Pelikan (was ein Detail!) gestolpert ist. Kommt mir irgendwie so vor, als würde nicht nur Randall Piers die Bekanntschaft nutzen wollen, sondern auch Artie und Quincy. Und überraschend nett sind die beiden, als sie Eddie McBride das Geld für seine Schulden bei Solly geben.

        Jetzt werden sie sich also aufmachen, um Silk Armitage zu suchen. Ist schon eine seltsame Geschichte. Hört sich für mich so an, als wollte hier jemand dauerhaft Randall Piers ausnehmen – ob Silk da mitmacht oder ihr gedroht wird? Oder steckt eine ganz andere Geschichte dahinter?
        Und, noch viel wichtiger – werden Artie und Quincy sich aufmachen, um die 2 Millionen Dollar in Saigon auszugraben? Oder wollen die nur die Karte weiterverkaufen?

        Les ruhig weiter, ich wollte Dich nicht in Deinem Lesefluss stoppen – ich hab den Satz mit aufgenommen, weil ich weiß, dass ich unter der Woche keine zwei Abschnitte an einem Tag schaffe. Heute könnte ich schon noch einen zweiten schaffen.

      • So ein Fernschreiber hat schon echt Charme! 😉

  2. Abschnitt 2: Seite 77 – Seite 157

    • Das Buch lässt sich auch nur schwer aus der Hand legen! 😉

      Ist ja mein erster Thomas und bisher steigt die Begeisterung von Seite zu Seite weiter an, dieser Abschnitt hier hat mir sehr gefallen, so langsam kommt die Story in Fahrt, wird dynamischer. Die Szene jetzt zum Schluss im dem Wohnmobil mit McBride war klasse, und auch der Schachzug von Autor, ihn zu Overby zu stecken, ist genial, so hat man nochmal einen anderen Blickwinkel auf Artie und Quincy.

      Und der Gangster- und Ganovencharme der Story kommt auch immer mehr durch, das gefällt mir auch so richtig gut. Ich mag doch diese ganzen Geschichten rund um organisierte Kriminalität, Mafia, Syndikat, Korruption, hier ein Boss, da ein Oberboss, da ein Handlanger, wuah, toll!! 😀 Und davon gibt es hier ganz viele. Ich fürchte, das Buch wird der Kracher! 😀

      Witzig ist auch, dass Quincy und Artie offenbar ganz gut Bescheid wissen und ihre Kontakte haben zu den “halbseidenen” Typen Kaliforniens, aber selbst überhaupt nicht wie Ganoven wirken. Spannendes Duo!

      Welche Titel von Thomas kennst Du noch? Ich habe noch “Der Messingdeal” hier, wenn das so weitergeht, muss ich mir aber dringend die anderen beiden Artie und Quincy-Bände besorgen! 😀

      • Ah, jetzt hab ich gestern doch noch den zweiten Abschnitt gelesen, aber nicht gesehen, dass Du noch Deinen Beitrag geschrieben hast. Jetzt bin ich doch ein wenig hinterher….

        Die Fahrt im Wohnmobil fand ich äußerst spannend. Und gewieft wie sich Eddie hier aus der Misere gezogen hat – und mit einem Riesenknall. Jetzt ist Eddie bei Otherguy untergebracht und da verknüpfen sich ja jetzt schon die Welten über Artie und Quincy aber auch zu Mr. Simms.

        Gangster- und Ganovencharme ist auf jeden Fall dabei und es ist auch ein Verwirrspiel. Hier sind Bekanntschaften und Bündnisse noch im Hintergrund, die es aufzudecken gilt. Noch sind Artie und Quincy ja äußerst relaxed – ob das wohl so bleibt oder ob sie doch auch mal ins Schwitzen geraten? Zumindest im Moment scheint es, als läuft alles nach ihrem Plan, auch wenn wir den noch gar nicht so genau kennen. Ich bin immer noch gespannt wie ein Flitzebogen, ob die Suche nach Silk und die 2 Millionen Dollar in Asien wohl miteinander zu tun haben oder verknüpft werden.

        Von Ross Thomas hab ich bisher “Der achte Zwerg” gelesen und das hat mir schon gut gefallen, wobei ich jetzt spontan behaupten würde, Artie Wu und Quincy Durant gefallen mir ein bisschen besser. Ich Bücherbessesene hab auch schon die beiden Nachfolgebände hier stehen… 😀

      • Das finde ich vorbildlich und absolut verständlich! 😀 @Folgebände schon da

        Bin heute leider gar nicht zum Lesen gekommen, ein typischer Montag, aber jetzt werd ich mich noch ein Stündchen in den Sessel murmeln, freu mich schon auf den dritten Abschnitt! 😀

      • Ah, ich schaffe den nächsten Teil heute wahrscheinlich auch nicht ganz. Oder ich lese lang – und bin dann morgen ein wenig müde in der Arbeit… mal sehen, ob mich das Buch los lässt.

  3. Abschnitt 3: Seite 157 – Seite 242

    • Ich bin erst bei der Hälfte, aber ich hab schonmal zwei Kommentare:
      Ahhhh – der Fernschreiber ist weg!
      Und der tote Pelikan war doch extra hingelegt. Warum es wohl ein toter Pelikan sein musste? Nur wegen der “Pelican Bay”?

      • Oh, es fährt gar keiner nach Saigon, das Geld ist tatsächlich schon, nun ja, sagen wir in andere Hände gekommen. Das hat also Mr. Simms aka Luke Childester. Wäre ich Eddie käme ich mir jetzt auch ganz schön gelackmeiert vor.
        Aber wir wissen ja schon lange, dass die Bösen manchmal die besseren Guten sind und so sind Artie Wu und Quincy Durant ja schon auf der Pirsch, um Simms zu schröpfen. Wobei für mich noch gar nicht feststeht, dass Artie und Quincy böse sind – lupenrein sind sie aber bestimmt auch nicht. Mehr so Verbrecher mit Charme und Gerechtigkeitssinn.

        Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wozu sie Randall Piers und Lace bzw. Silk brauchen. Immerhin gibt es hier eine Verbindung über Imperlino zu Simms. Und vielleicht ja noch mehr. Ich hab mir so ein kleines Diagramm geschrieben – so was wie eine Figurenkonstellation wie im Schulunterricht – damit ich mir auch alle Namen und deren Verbindungen merken kann. Und es sieht jetzt schon aus, als wären alle irgendwie miteinander verbunden – aber da geht bestimmt noch mehr. 🙂 Das ist ein richtiges Verwirrspiel, welches Artie und Quincy da aufführen – aber die beiden haben bestimmt einen meisterlich ausgetüftelten Plan und auf alle Eventualitäten vorbereitet.

        Bei Betty Mae Minklawn (was für ein Name!) hab ich mich erstmal gefragt, wo die denn jetzt herkommt und wohl hier macht. Und dann geht sie zu Madame Szabo – und wusch – ist das plötzlich Silk Armitage! Hätte ich jetzt nicht gedacht. Ich dachte, da kommt noch ein weiterer Strang dazu. Aber anscheinend ist Silk ja jetzt aufgeflogen und muss sich nach was anderem umgucken – ich vermute jetzt mal, dass dies das Tempo nochmal rasant anziehen lässt und sich die Ereignisse nun fast schon selbst überholen. Aber Artie und Quincy behalten natürlich die Ruhe weg. 🙂

        So, weiter geht’s. 🙂

      • Artie und Quincy sind in keinem Fall die Bösen, also nicht in dem Sinne, wie dieses Genre funktioniert. Deswegen liebe ich ja diese Gauner-, Ganoven- und Auftragskillerstorys so, natürlich sind diese Figuren letztlich nicht mehr im legalen Bereich, aber darum geht es ja gar nicht, also nicht für mich, nicht in dieser Buchwelt, sondern da bedienen sie sich ja genau der Methoden, die die bösen Bösewichte nutzen, gegen eben jene. Aber immer mit einer gewissen Ethik und Moral, das lese ich wahnsinnig gern. 😀

        Mir gefällt die Entwicklung der Handlung immer noch enorm gut, es werden immer mal wieder neue Türchen geöffnet, da eine Figur, hier eine Figur, das macht es schön komplex und dazu noch hauseigene Charme der Figuren, ich schwenke begeistert das Buch durch die Luft! 😀

        Schade nur, dass ich für diesen Abschnitt jetzt wirklich drei Tage gebraucht habe, der Januar ist mit Lesezeit wirklich arg knauserig, bin in den ersten Wochen des neuen Jahres kaum zum Lesen gekommen. 😦 Aber der Abend heute gehört auf jeden Fall noch Thomas!

        Und ich habe mein Notizbuch auch hier neben mir liegen! Habe ich zwar immer zwecks Rezensionsnotizen, aber hier ist es doppelt hilfreich! 😉 Und der Masterplan von Artie und Quincy hat es wirklich in sich, da würde Ocean und seine Eleven blass vor Neid werden! 😀

        Ich fand ja auch die Szene mit dem ehrenwerten James klasse, da musste ich sogar kurzfristig an Miss Marple denken, diese Szene hatte so einen leicht altmodischen Touch und eine gediegene britische Stimmung.

        Tihi, Betty Mae, fand ich auch groß! 😀 Also den Namen, das ist wie bei Dr. Seuss und seinen Whos! 😀

      • Oh ja, Whittaker Lowell James nicht zu vergessen! Der gute Zuhörer, mit dem exakt getimten Kaffeelieferungen. Was die beiden für Leute kennen! Aber sie sind ja auch schon ganz schön rumgekommen…

  4. Abschnitt 4: Seite 242 – Seite 316

    • Artie und Quincy verhaftet! Sowas! Und dann noch mit einer so miesen Masche. Schon bewundernswert, wie ruhig die beiden bleiben. Ich hätte Ploughman den Rost runtergeholt. Aber die beiden: cool wie Eiswasser. Und dann stopft der Sheriff die beiden mit den schlimmsten Verbrechern in die Zelle und die gehen ohne eine Schramme wieder raus – coole Socken, die beiden!

      So langsam dröselt sich ja ein wenig auf. Silk versteckt sich also, weil ihr Freund Floyd Ranshaw, der Abgeordnete umgebracht wurde und sie beweisen will, warum und wer ihn umgebracht hat. Sie vermutet Imperlino – und ich kann ihr das nicht verübeln. Der Typ macht mir Gänsehaut, der mit seinem Märchenschloss mit den Zauberrunen darauf. Seltsamer Kerl, so richtig spooky – wenn er es nicht selbst war, hat er jemanden beauftragt, aber ich könnte wetten, er war es selbst.

      Es scheint mir nun so, als hätten Artie und Quincy ihren Plan noch gar nicht gehabt – haben sie den jetzt erst ausgebrütet? Das sah alles schon so handfest und sicher aus, die beiden haben Selbstvertrauen ausgestrahlt, so als ob der Plan schon in trockenen Tüchern ist, aber eigentlich geht der Plan ja jetzt erst los. Jetzt wird es dann aber auch Zeit, dass der Plan endlich losgeht und wir das Kuddelmuddel aus Personen und Verbindungen auflösen – und natürlich Simms vernichten. Oder zumindest einen vernichtenden Schlag zufügen.

      Der arme Eddie McBride kann einem leid tun – Artie und Quincy weihen ihn einfach nicht ein und dann hat ihn auch noch die Frau mit dem irrwitzigen Namen Brenda Birdsong verraten. Mit schmutzigen Knöcheln. Die Typen, die sich Ross Thomas überlegt, sind ja schon wirklich einzigartig. Diese ganzen kleinen Details. Und dann taucht immer noch irgendwoher eine Verbindung auf. Als ob die Welt ein Dorf wäre. Wahnsinn!

      Ob Brenda mit ihrem Hinweis nun dem Plan von Artie und Quincy in die Quere kommt? Hat sich ja so gelesen, als ob die beiden jede Eventualität eingeplant hätten, aber wer weiß…. nun, auf zum letzten Teil!

      • Die Figuren sind wirklich großes Kino, jede einzelne! 😀 Ich habe vor einiger Zeit nochmal “Jackie Brown” von Tarantino gesehen, das basiert ja auf Elmore Leonards Roman und die Stimmung und die Figuren und auch die Verknüpfungen ähneln sich, das macht bei mir noch mehr Lust, endlich Leonard zu lesen, hab zum Glück schon zwei Bücher hier stehen! 😀

        Aber dieser große Plan, der da im Hintergrund steht, ich glaube, den haben Artie und Quiency komplett so ausgetüftelt, ich habe den Eindruck, hier passiert nichts zufällig. 🙂 Und ich könnte mir auch vorstellen, dass die beiden Brenda schon auf dem Schirm haben. Ich freu mich tierisch auf das Finale, da wird es sicherlich einige “Oho!”‘s und “Aah!”‘s geben, bei den Figuren und bei mir! 😀

        Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, aber seeeehr cooles Buch! 😀

        Ich weiß zwar nicht, ob ich das Buch heute Abend noch beende, aber ich werde mich nachher auf jeden Fall damit in meinen Sessel verkrümeln! 😀

  5. Abschnitt 5: Seite 316 – Seite 408 (plus Essay)

    • Ah, Eddie hat also doch noch ins Gras beissen müssen. Aber cooler Abgang – er hat Solly gleich mitgenommen. Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass Artie und Quincy das vielleicht nicht direkt eingeplant, aber doch in Erwägung gezogen haben. Eddie war wohl verzichtbar. Irgendwie ein wenig schade. Er hatte ja große Pläne mit Otherguy Overby – wobei die treulose Tomate gleich den nächsten gesucht hat.

      Das Ende war… nun irgendwie doch schnell da und schnell vorbei. Nachdem Silk gefunden und der Reporter ausgequetscht worden war, war es ja ein aalglattes Geschäft für Artie und Wu. Und doch haben die beiden mich überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass sie Whittaker James Lowell an den Pranger stellen. Gelebte Demokratie – oder sowas ähnliches. 😉
      Und Simms – für wen genau hat er nun gearbeitet? Für Imperlino und hat sich aber noch von der CIA schmieren lassen? Oder tatsächlich für die CIA? Agent? Doppelagent? Oder in die eigene Tasche. Ich vermute ja letzteres.
      Ein sündiges Disneyland oder ein sauberes Rotlichtviertel – was genau sollte Pelican Bay denn nun werden? Das werden wir wohl nie erfahren…

      Abschließend kann ich nur sagen: cooles Buch! Die Charaktere sind einfach einmalig und die verschiedenen Verstrickungen lassen mich bewundernd zurück – dass Ross Thomas sich da noch ausgekannt hat. 🙂 Ich freu mich schon auf den nächsten Teil mit dem Kaiser von China und dem Narbenmann.

      P.S.: Ich hab übrigens im Weihnachtsstapel auch den Messingdeal gefunden. 😀

      • Hui, was für ein Finale! 😀 Ein wenig unzufrieden war ich zwischendurch auf den letzten Seiten. Diese Bruder-Halbbruder-Kiste hätte es für mein Empfinden nicht gebraucht, das erschien mir dann doch zu konstruiert, es war ja alles sehr schön feingesponnen, aber dass da nun auch noch Quincys Herkunft geklärt werden musste, war mir zu viel Schlagsahne. Als dann noch die Vater-Kiste dazu kam, hat es sich für mein Bauchgefühl aber doch wieder ganz gut gefügt, weil es dadurch so überladen wirkte, dass es zur Story passte und dann schon wieder glaubwürdig war. Also nur die Bruder-Kiste, die hätte ich dem Buch nicht abgekauft, aber die Vater-Kiste noch dazu hat es dann stimmig gemacht.

        Eddies Abgang war cool, schade, aber cool. Und Otherguy hat ja recht flott einen Ersatzpartner gefunden! 😉 Würde ihn gar nicht als treulos empfinden, eher als ein Mann, der in seinem Leben immer gezwunden war, sich schnell an neue Begebenheiten anzupassen, nicht dem Nachzutrauern, was nicht ist. Und berührt hat ihn Eddies Tod ja schon. Dass Quincy und Artie Eddies Tod in der Konstellation eingeplant hatten, glaube ich fast nicht, aber so richtig sicher kann man sich bei diesem Buch auch nicht sein. 😉

        Der Plot und die Figuren sind wirklich DAS Alleinstellungsmerkmal dieses Krimis, so richtig Thriller ist es für mich ja nicht, das spielt für mich aber auch keine Rolle, was für ein Subgenre es ist, es ist einfach eine saugute Kriminellen-Story, aber das liegt vermutlich daran, dass man generationsbedingt beim Thriller einfach an eine andere Begrifflichkeit gewöhnt ist. Wie die Geschmacksnerven vom vielen Zucker völlig überreizt sind.

        Na während Imperlino nach dem College in die Mafia-Familiengeschäfte eingestiegen ist, ist Simms zur CIA gegangen. Und sollte nun Imperlino hochnehmen, hat aber nebenher auch eigene Pläne verfolgt. Also wenn ich das richtig verstanden habe. Er hat sich nicht von der CIA schmieren lassen, sondern war wirklich Mitglied der Firma. Nur halt auch mit eigenen Zielen. Imperlino hätte er so oder so irgendwann umlegen müssen. Und die Baupläne für Pelican Bay wurden ja recht ausführlich besprochen, die sahen ja quasi ein Spielparadies für Erwachsene vor, also Glücksspiel, Prostition, Alkohol, Entertainment je nach Gelüsten. Also “sauberes” Rotlichtviertel” eigentlich nicht, sondern eher ein Viertel der unbegrenzten Möglichkeiten, für die, die das nötige Kleingeld haben. Alles organisiert, nur so, dass der Gast es für real hält. Also wie eine Reeperbahn, wie Moulin Rouge, nur eben alles koordiniert und von oben gelenkt, nur der Gast ist die Variable, die Statisten stehen fest, die leichten Damen, die Bars, die Türsteher, keiner handelt so wie er will, sondern nach Anweisung, daher gibt es keine Prügeleien, keine Taschendiebstähle, keine unangenehmen Situationen, keine Gefahr für den Gast, der dort alle seine Fantasien ausleben kann, ohne sich in die wirklich “schmutzigen” Gegenden begeben zu müssen. Eben First-Class-Milieu-Inszenierung.
        Ich fand deshalb nicht, dass das noch offen war und man es nie erfahren wird, sondern dass es eigentlch ganz klar dargelegt war, was für Pläne man mit Pelican Bay hatte.

        Aber die ganze Schiene um die politischen Verstrickungen mit Kuba und Kennedy, halleluja, das war ja ein dicker Fisch. 😀

        Also alles in allem ein völlig genial erzählter Plot, sehr clever inszeniert, sehr raffiniert, mit sehr vielen Feinheiten, und absolut großartigen Figuren. Auch wenn ich beim Finale auf diese Verwandschaftskiste hätte verzichten können, muss ich dem Buch 5 Sterne geben! 😀

  6. Ja, stimmt, Otherguy hat es schon bedauert, dass Eddie umgebracht wurde. Er passt sich eben schnell an. Ist in dem Geschäft wohl auch nötig. 🙂
    Das mit dem neuen Viertel in Pelican Bay… eigentlich hatte ich das eher so gemeint, ob der Plan denn nun noch umgesetzt wird. Die Hauptspieler sind ja eigentlich raus, aber sie hatten doch Investoren dafür? Vielleicht verfolgt ja dort einer den Plan weiter. Das hat sich ja nach einem lohnenden Geschäftsmodell mit Expansion angehört.

    Ja, auch bei mir bekommt das Buch 5 Sterne – Ross Thomas hat es einfach drauf!

    • Ah, gut, dann habe ich das falsch verstanden! Ich denke schon, dass das Projekt damit gestorben ist, und der Polizeichef jetzt dort der kleine König von Pelican Bay wird. 😉 Die Investoren waren ja vermutlich alle eher auf illegale Geldmacherei aus und werden sich hüten, jetzt, wo die Köpfe der Idee tot sind, da etwas zu bewegen. Imperlino hatte ja die ganzen Kontakte, insofern habe ich das zumindest so verstanden, dass Pelican Bay “gerettet” ist.

      Wirklich tolles Buch, und hat mir Spaß gemacht, es gemeinsam zu lesen! Danke fürs “Ausrichten”! 🙂

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