Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction

Für Oxford-Liebhaber: Bloody Rosemary – Katharina M. Mylius

Ein Kommentar

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Katharina M. Mylius – Bloody Rosemary
Verlag: Goldfinch
229 Seiten (mit Rezepten 252)
ISBN: 978-3940258519
11,95 €

 

 

 

 

Der zweite Fall von Heidi Green und Frederick Collins beginnt mit der Ermordung von Rosemary Hogan, der Köchin des Gourmetrestaurants „The Oxbury“. Das Opfer war nur leidlich beliebt, lediglich ihr Sohn bringt große Sympathien für sie auf, für ihre Konkurrenten war sie ein schrecklicher Mensch und hat von ihnen den Beinamen „Bloody Rosemary“ bekommen. Bei so vielen Tatverdächtigen, die Rosemary Hogan nicht leiden konnten, sollte es einfach sein, den Täter zu finden, oder? Doch schon bald kommt ein zweiter Mord hinzu und diesmal ist das Opfer recht beliebt. Nun müssen Heidi und Frederick eine Verbindung finden, um den Täter zu entlarven und haben als einzigen Hinweis einen Zweig Rosmarin, den der Täter bei beiden Opfern zurück gelassen hat…

Auch der neue Fall des Ermittlerduos ist ein klassischer Cosy, der uns in die Stadt Oxford führt. Beiläufig, aber recht häufig sind die Orte und Geschichten von Oxford in die Ermittlung eingeflochten. Dabei hilft natürlich, dass Frederick architektonisch interessiert ist und Heidi eine gebürtige Oxfordianerin ist, die Frederick hier mit Wissen und Hintergründen versiert versorgen kann. Nichtsdestotrotz ist es stellenweise schon fast zu viel Oxford und zu wenig Ermittlung. Der Fokus soll bei einem Krimi doch eher auf dem Fall liegen und nicht auf der Landschaft.

Die Ermittlung erstreckt sich nicht nur unter den Sterne-Restaurants in Oxford, sondern auch im privaten Umfeld der Opfer, vorrangig erst mal in Rosemary Hogans Umfeld, da sie das erste Opfer ist. So stoßen die Ermittler auf neidische Sterneköche und gegängelte Angestellte, sondern auch auf entfremdete Ehepartner und neugierige Nachbarn. Die Ermittlung läuft eher gemächlich ab, denn wie in einem Cosy so üblich, wird auch viel Fokus auf das Privatleben der Ermittler gelegt. Nichtsdestotrotz schreitet die Ermittlung nach und nach voran und das Duo kreist den Täter weiter ein, mit Unterstützung von Gerichtsmediziner Dr. Goldberg, aber natürlich auch vom quasselnden Sergeant Simmons.

Frederick gelingt es endlich sich nach und nach von seiner großen Liebe Susan abzuwenden (war auch Zeit, denn das war ganz kurz davor mir auf die Nerven zu gehen) und ein Date mit einer Zeugin aus dem letzten Fall zu arrangieren. Heidi kommt neben ihren Aufgaben als Mutter von Zwillingen und einem kaputten Auto kaum zum Verschnaufen, da ihre Mutter kurzerhand ein Mitglied des Chores aus Canterbury, Ella Martin, bei ihr unterbringt. Für Kenner von Gitta Edelmanns Krimi „Canterbury Requiem“ ist das natürlich eine alte Bekannte, die hier einen Ausflug in Katharina M. Mylius Oxford unternimmt. Frederick entpuppt sich dann auch als großer Fan von Ella Martin und kann mit einem signierten Exemplar seine Liebste beeindrucken. Auch wenn das Ende ein weiteres amouröses Abenteuer für Frederick aufwarten lässt. Mal sehen, was daraus wird. Leider muss man auch hier sagen, dass zu viel des Guten nicht immer das Beste ist. Etwas weniger Privatleben hätte dem Krimi durchaus gut getan.

Die Mischung aus Ermittlung, kauzigen Charakteren und der privaten Seite der Ermittler bringt den Charme des Cosys hervor und führt den Leser durch das sehenswerte Oxford. Mit einem gemächlichen Erzählstil, aber nicht unsympathisch lockt das Ermittlerduo den Täter hervor.Trotzdem wäre ein stärkerer Fokus auf die Ermittlung und dafür weniger Oxford und Privatleben der Ermittler wünschenswert. Als zusätzliches Schmankerl für Freunde des Kochens bietet „Bloody Rosemary“ am Ende ein kleines Ensemble an Rezepten aus der Region Oxfordshire. Und „klein“ ist ganz schön untertrieben, denn mit den 14 Rezepten kann man ein 3 Gänge Menü mit Aperitif und Gästegeschenk bestreiten.

Fazit:
Charmant und kurzweilig, wenn auch der Fokus nicht so sehr auf den Ermittlungen liegt, wie man es sich vielleicht wünschen würde.

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