Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Eingesperrt: Spurlos im Schnee – Cordula Hamann

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Spurlos
Cordula Hamann – Spurlos im Schnee
Verlag: mtb
320 Seiten
ISBN: 978-3956491177
10,99 €

 

 

 

 

Eine weitere Leserunde (auf leserunden.de) hat mich zu diesem Buch gebracht. Und zu einem Verlag, den ich bisher eher mit Romanzen in Verbindung gebracht habe. Doch der Mira Taschenbuchverlag (mtb) veröffentlicht auch einige Krimiautoren, u. a. eben Cordula Hamann. Das erste, was mich an diesem Titel angezogen hat, war das Cover. Das finde ich einfach genial.

Eine Lawine schneidet das kleine Dorf Grahmried von der restlichen Welt ab. Beinahe von ihr verschüttet wird die junge Studentin Katja Reichenberger, aber auch ein Gefangenentransport. Während die Polizistin Claudia Jensen verletzt überlebt, kann der Gefangene Thomas Bach, ein verurteilter Frauenmörder, entkommen. Schon kurze Zeit später wird im Dorf die Leiche einer Frau gefunden, die Thomas Bachs Handschrift trägt…

Ein kleiner Kreis von handelnden Personen, abgetrennt von der Umwelt und mittendrin ein Mörder. Das verspricht nicht nur, spannend zu werden, sondern das war es auch. Die Ermittlungen im Mordfall und die damit verbundene Suche nach Bach gestalten sich nicht so einfach. Der Dorfpolizist ist hier erst mal herrlich überfordert und paragraphentreu, während Claudia Jensen das Geschehen recht barsch an sich reißt. Auch sie ist keine Kriminalbeamtin, doch hat zumindest ein wenig mehr Erfahrung. Wirklich drollig, wie Heinrich, der Dorfpolizist immer mal wieder einwirft, dass er jenen und diesen schon ewig kennt und der bestimmt nichts gemacht hat. Claudia eckt am Anfang durch ihre barsche, unfreundliche Art an und so ist es kein Wunder, dass die Studentin Katja, neugierig bis zu den Zehenspitzen, ihr natürlich gerne zur Seite steht und sich geschickt in die Ermittlungen einbringt. Das ungleiche Duo reibt sich aber auch erst mal aneinander bevor die Zusammenarbeit dann doch noch gut klappt.

Grahmried ist ein Ort mit Geheimnissen, die durch die Lawine nicht verdeckt, sondern aufgerüttelt werden. Thomas Bach, der Entflohene, ist dabei nur Aufhänger und Mittel zum Zweck, denn im Dorf liegt noch mehr im Argen. Zufällig befindet sich im Dorf auch Jemand, der ein Buch über Serienmörder schreibt und die Chance nutzt, aber auch ein lange gehütetes Familiengeheimnis kann hier aufwarten. Als dann auch noch ein Mädchen entführt wird, dass zusammen mit ihrem Vater und ihrer Tochter ebenfalls im Dorf gestrandet sind, spitzen sich die Ereignisse zum Ende hin noch dramatisch zu.

Ganz klar, dass hier schon einige Klischees bedient werden. Der Krimi spielt in einem bayrischen Dorf und da gibt es schon den einen oder anderen Ausspruch im bayrischen Dialekt, aber eben auch das erzkatholische Beichtgeheimnis, dem der Pfarrer beharrlich folgt, auch wenn Verbrechen geschehen sind, oder auch eine falsche Moral, die man oft mit dem Kleinbürgertum und verschworenen Dorfgemeinschaften zusammen bringt. Aber diese sind zum einen nicht überstrapaziert und fügen sich zum anderen einfach gut in die Geschichte ein.

Fazit:
Ein gut gemachter Krimi im nicht so beschaulichen bayrischen Grahmried, abgetrennt von einer Lawine und eingesperrt mit einem Frauenmörder – „eisige“ Spannung in den Bergen.

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