Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Andreas Föhr und Christine Lehmann – Lesungen im April

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Wie es der Zufall so will, waren letzte Woche gleich zwei Lesungen in meiner Nähe und ich hab mich natürlich aufgemacht und diese besucht.
Zum einen war Andreas Föhr im Osiander in Reutlingen zu Gast, zum anderen war Christine Lehmann bei der Einweihung des Bürgerbüros in Stuttgart Gablenberg zugegen.

Andreas Föhr in Reutlingen

Die Stadtmitte von Reutlingen ist recht schön zum Bummeln und deshalb hab ich mich darauf gefreut, mal wieder nach Reutlingen zu fahren, auch wenn ich mich da nicht so gut auskenne. Leider sind mir dann zwei Dinge dazwischen gekommen: ich war mal wieder ein wenig spät dran und der Osiander hatte auch noch Büchermarkt!
Nachdem ich also ein, zwei (oder auch drei) Bücher erworben habe, hab ich mir noch kurz was zum Essen gesucht und schon musste ich zurück, damit ich die Lesung nicht verpasse.
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Vorab muss ich noch erwähnen, dass ich bei der Andreas Föhr Reihe irgendwann auf die Hörbücher umgeschwenkt bin und Michael Schwarzmaier hier sehr gerne mag. Da war ich schon ein wenig skeptisch, ob der Autor dem Hörbuchsprecher das Wasser reichen kann. Schließlich ist nicht jeder Autor ein guter Entertainer oder Sprecher – muss er ja auch gar nicht. Doch Herr Föhr konnte mich richtig überraschen.

Wie man auf den Fotos sieht, war Herr Föhr bei der Lesung recht lebendig und hat auch gut vorgelesen. Besonders überrascht war ich über die Charaktere, die auch im Hörbuch im bayrischen Dialekt vorkommen, denn ich konnte kaum einen Unterschied zwischen dem Hörbuchsprecher und dem Autor feststellen können. Nicht nur der Dialekt war gut getroffen, sondern auch die Stimmlage, z. B. bei Wallners Vater Manfred, der ja immer etwas … ich weiß gar nicht, wie man das nennt, aber ich versuchs mal: ältlich lispelnd klingt. Und dann hat es sicher der Autor auch noch extra schwer gemacht und tatsächlich eine Szene in einer Gaststube vorgelesen, zu vorgerückter Stunde und nach mehreren Bieren. Doch auch das hat er fantastisch gelöst.

Die Lesung war super – die Fragerunde danach fand ich nicht so sonderlich interessant. Zugegeben, ich hab selbst keine Fragen gestellt, aber manche Fragen waren schon ein wenig albern. Nevertheless, auch hier gab es einige interessante Aussagen von Herrn Föhr. Wie so üblich hat gleich mal jemand nach dem nächsten Teil gefragt und Herr Föhr hat bemerkt, dass ein Autor ja so ca. 1 Jahr an seinem Werk sitzt und dann kommt der Leser daher und fragt nach zwei Tagen nach dem nächsten Teil. 😀 Tja, man hat sich das mit dem Autor ja ausgesucht, nicht wahr? Dann muss man damit halt Leben… 😉 Sowohl vor und nach der Lesung hat Herr Föhr aber auch ein, zwei nette Anekdoten erzählt und wusste die Leute durchaus zu unterhalten.

Nachdem ich mein Hörbuch signieren habe lassen (Herr Föhr war das super vorbereitet und hatte extra einen anderen Stift dabei), bin ich zufrieden wieder nach Hause, bevor ich am nächsten Abend dann zu Christine Lehmann gefahren bin.

Christine Lehmann in Gablenberg/Stuttgart

In Stuttgart kenne ich mich nicht so gut aus. Früher war ich oft im Westen und das liegt mir auch, aber im Osten, besonders in Gablenberg war ich noch nie. Nun war die Lesung von Christine Lehmann ja ein Programmpunkt zur Eröffnung des neuen Bürgerbüros im Stadtteil Gablenberg und lt. Internet eine Anmeldung gewünscht. Also habe ich angerufen und erstmal gefragt, ob es überhaupt erwünscht ist, nur zur Lesung zu kommen, denn das restliche Programm war dann doch eher für Einwohner in Gablenberg, als für mich. Aber alles kein Problem und so hab ich mich auf den Weg gemacht

Obwohl ich gehetzt war und dachte, ich komm zu spät (der Verkehr nach Stuttgart rein ist am Freitag abend immer so schwer abzuschätzen) war ich viel zu früh dran. Durch Glück hab ich aber nur ein paar Meter vom Bürgerbüro einen Parkplatz ergattert und bin dann eben erstmal in der Dönerbude nebenan eingefallen. Trotzdem war ich zu früh im Bürgerbüro und kam mir dort etwas verloren vor. Das Bürgerbüro hat die Änderungen in Gablenberg vorgestellt und na ja, ich will nicht sagen, dass die uninteressant sind, aber ich war da halt nicht so richtig. Nachdem ich mich also in dem Raum, der glaub ich nicht recht viel größer als mein Wohnzimmer mit Esszimmer, war, rumgedrückt habe, ist irgendwann Christine Lehmann eingelaufen und schon bald ging es los.
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Leider waren nur wenige Zuhörer da – aber das hat auch Vorteile, so hab ich einen Platz in erster Reihe ergattert. Angekündigt war eine Lesung aus “Die Affen von Cannstatt”, doch Frau Lehmann hat dann überraschenderweise ein Potpourri aus drei Lisa Nerz Krimis vorgelesen und nach ein paar Rückfragen sogar doch noch einen Abschnitt aus “Die Affen von Cannstatt”. Die Lesung hat mir deutlich vor Augen geführt, dass ich unbedingt noch einige Lisa Nerz Krimis lesen muss, allen voran “Gaisburger Schlachthof”. Der befindet sich nämlich im Stuttgarter Osten. Ohnehin begegnet man in Ihren Krimis Stuttgart ganz nah und das ganz ohne Dialekt und Regio-Krimi. Auch wenn Frau Lehmann im Gespräch offen zugibt, dass sie von dieser Welle unheimlich profitiert hat und sich ihre Krimis dadurch besser verkauft haben.

Die Mischung aus den drei Krimis fand ich besser als wenn sie aus “Die Affen von Cannstatt” vorgelesen hätte, denn das hab ich ja gerade erst ausgelesen. Und so hatte ich die Chance in drei andere Bücher von ihr “reinzuschnuppern”. Die Fragerunde fand ich an diesem Abend auch wesentlich interessanter, vielleicht auch, weil Frau Lehmann herrlich trocken und pragmatisch ist. Interessant war es, als sie ein wenig Einblick in ihre Recherchen zu Büchern gegeben hat und von ihrer grundsätzlichen Neugier gesprochen hat. Und das man halt einfach mal in einer Firma beim Chef anrufen muss. Und wenn der nicht will, nimmt man eben eine andere Durchwahl. Neugierig, hartnäckig und überzeugend muss man sein. Seien sie das bitte weiterhin, Frau Lehmann!

Nach der Lesung hat mir Frau Lehmann dann noch meine Exemplare von “Die Affen von Cannstatt” und “Vergeltung in Degerloch” signiert, sowie die zu verlosende Ausgabe beim “Blogger schenken Lesefreude” Gewinnspiel. Ein gelungener Abend!

Fazit:
Zwei deutsche Autoren, zwei deutsche Bücher – unterschiedlicher können diese fast nicht sein und doch haben mir beide Lesungen sehr gefallen. Wie schön, dass es so eine Vielfalt im deutschen Krimi gibt.

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