Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Ab ins Allgäu: Funkensonntag – Nicola Förg

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Nicola Förg – Funkensonntag
Verlag: audio media (ADAC Motorwelt Edition)
373 Minuten
ISBN: 978-3868048247
z. Zt. 14,99 €

Schon recht lange habe ich kein Hörbuch mehr gehört und auch drei Stück mittendrin abgebrochen. Doch jetzt hatte ich mal wieder Lust auf eins und bin wieder auf den Geschmack gekommen. Tendenziell höre ich nur Hörbuch während ich andere Sachen mache, z. B. kochen oder Auto fahren oder bügeln, etc. Aus dem Grund darf es auch ruhig etwas leichtes sein und für mich als süddeutsche Pflanze auch gerne ein Regionalkrimi aus Bayern oder BaWü. Diesmal habe ich mir “Funkensonntag” von Nicola Förg rausgesucht. Eine für mich noch unbekannte Autorin und dementsprechend gespannt war ich.

Das Ermittlerduo ist in dieser Serie gar kein ermittelndes Duo sondern ein ermittelnder Kommissar, Gerhard Weinzirl, und seine beste Freundin, Jo Kellerknecht, die im Tourismusbüro arbeitet. Nun ist der titelgebende Funkensonntag eine kleine Attraktion im Allgäu und dementsprechend ein riesiger Presseauflauf vorhanden, als die Funken – eine Art Scheiterhaufen – entzündet werden sollen. Ungeschickt, dass man beim Anzünden eine Leiche im Funken entdeckt. Weinzirl und seine Kollegen beginnen mit der Ermittlung, Jo steckt erstmal unter der Touristenmeute fest. Der Tote war Adi Finneberg, ein Braumeister der ansässigen Brauerei. Bei allen beliebt, ein vorbildlicher Mitarbeiter, ein moralischer Gutmensch – oder?

Bei der ersten CD fiel es mir zugegebenermaßen schwer reinzukommen. Klar, der Mord geschieht und das ist auch recht spannend, doch ansonsten haben die Auswirkungen der Presse hier einen Hauptanteil der Handlung. Es gibt noch kaum Ermittlungen oder Neues im Mordfall und es scheint fast so, als würde die Polizei vor sich hinschnarchen. Zum Glück ändert sich das ab der zweiten CD und Weinzirl beginnt zu ermitteln. Auch Jo, anfangs eher nebensächlich, dann viel gezielter, beginnt ihre Nase in die Ermittlung zu stecken. Zu Gute kommt ihr, dass Weinzirl völlig freimütig mit ihr über jegliche Ermittlungsergebnisse diskutiert. Das finde ich eher befremdlich, doch natürlich käme Jo ohne diese Infos nicht allzu weit. Auch spielen einige Zufälle mit. So entpuppt sich der ältliche Getränkelieferant der Nachbarn als Mitarbeiter besagter Brauerei und Jo lädt ihn auf einen Kaffee ein, als er sich mit den schweren Getränkekisten bei den Nachbarn abschleppt. Weinzirls Ermittlung ist dafür recht solide und ich bin mir sicher, er hätte den Täter auch alleine gefunden, nur ist er eben doch noch an Vorschriften gebunden und ähnliche Dinge. Schlecht für sein Ansehen ist, dass er Jos “Ermittlungsergebnis” erstmal abtut und sich in eine andere Richtung wendet und letztendlich natürlich die Privatermittlung eher von Erfolg gekrönt ist.

Abgesehen von der zurecht gebogenen Ermittlung ist der Mordfall aber gut aufgebaut und die Verdächtigenauswahl zuerst recht klein, bis dann plötzlich mehrere in Frage kommen. Natürlich gibt es einige Sackgassen, die aber dann doch zumindest noch die Ermittlung ein klein wenig voranbringen. In Weinzirls Kollege Markus steckt dann auch noch ein versteckter Experte in Sachen Skifahren und so nähert die Polizei sich dem Täter.

Zugegeben, das alles hört sich jetzt eher ein wenig negativ und ironisch an, doch ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Krimi. Klar, es ist ein Regionalkrimi und da sind meine Ansprüche nicht ganz so hoch. Hauptsache der Fall unterhält mich gut und ich habe Spaß dem Hörbuch zu folgen. “Funkensonntag” ist eine leichte Lektüre und dafür ist er ganz anständig gelungen. Einen riesigen Bonuspunkt gibt es bei mir immer für die Dialekte. Wenn man ein Buch liest, dann hören sich alle Stimmen doch eher so an wie ich (was ja auch irgendwie logisch ist), doch bei einem Hörbuch ist das eben nicht so. Und besonders liegen mir die süddeutschen Dialekte, ja ich mag es, wenn es schwäbelt oder bayrischt – fränggeln, darf es natürlich sowieso gerne. Man kann seine Herkunft halt nicht verleugnen. 😉 Jedenfalls macht der Sprecher Hans Jürgen Stockerl das fantastisch. Nicht nur die allgäuerischen Dialekte, auch Ostdeutsch ist zufällig dabei. Schön finde ich auch, wenn ein Sprecher alte und junge, weibliche und männliche Stimmen gut transportieren kann, schließlich sollen nicht alle Figuren und der Erzähler gleich klingen, sonst kann man die ja nicht auseinanderhalten.

Fazit:
Alles in allem eine leichte Zwischenhörlektüre (gibt’s das Wort???) mit spannendem Kriminalfall und netten Charakteren. Der tolle Sprecher mit dem hauptsächlich allgäuerischen Dialekten machen die zurecht geschusterte Ermittlung einigermaßen wett. Von mir gibt es 3 Schafe.

3 Schafe

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