Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Zu viel gewollt: Fieber – Louise Voss/Mark Edwards

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Louise Voss / Mark Edwards – Fieber
Verlag: btb
444 Seiten
ISBN: 978-3442745708
9,99 €

 

 

 

 

Ach, endlich mal wieder ein Wissenschaftsthriller hab ich mir gedacht. Der Titel ist ja schon so schön passend „Fieber“. Und dann steht im Klappentext noch: „Aber du kannst nicht entkommen…“ Hört sich doch gut an, fand ich. War es auch. Zumindest der Wissenschaftsthriller. Über die Nebenschauplätze war ich nicht so begeistert. Aber mal von Anfang an.

Kate Maddox kehrt gemeinsam mit ihrem Sohn Jack in ihr Heimatland Großbritannien zurück. Zufällig trifft sie dort jemandem, der ihrem bei einem Feuer verstorbenen Freund Stephen zum Verwechseln ähnlich sieht. Kein Wunder, denn es ist sein Zwillingsbruder Paul. Diese Begegnung bringt Kate dazu, an ihre Vergangenheit zu denken. An ihre Zeit in der CRU, der Cold Research Unit, einer Klinik in der sie zweimal als Versuchsperson gedient hat, um einen Impfstoff gegen Grippe zu entwickeln. Bei ihrem zweiten Aufenthalt ist das Gebäude abgebrannt und Stephen starb. Sie kann sich kaum an die Ereignisse erinnern und beginnt, gemeinsam mit Paul, in der Vergangenheit zu stochern.

Dass an der CRU etwas seltsam war, merkt der Leser sofort und folgt den beiden Protagonisten auf ihrer Spurensuche quer durch England. Die Suche gestaltet sich nicht so einfach, viele Personen sind bei dem Feuer ums Leben gekommen, Unterlagen sind schon gar keine zu finden. Die CRU gibt es nicht mehr, dort stehen jetzt Eigentumswohnungen. Beharrlich hangeln sich die beiden aber von einem Anhaltspunkt zum nächsten und stochern dabei in Ecken, die besser unentdeckt geblieben wären.

Bevor ich aber auf den Weitergang bzw. das Finale noch etwas eingehe, erst noch zu den Nebenschauplätzen, denn davon gibt es einige. Zuerst einmal ist Kate nicht einfach auf Urlaub, sondern mit ihrem Sohn vor ihrem Ehemann abgehauen und eigentlich auf der Flucht. Zudem hat sie das Kind „an der Backe“. Und dann verliebt sie sich auch noch in den Zwillingsbruder Paul. Und dann ist ja da noch der Auftragskiller, der hinter den beiden her ist, und unsterblich in Kate verknallt ist. Puh – wirklich? Hat ein „einfacher“ Wissenschaftsthriller denn nicht ausgereicht? Musste da wirklich ein komplettes Nebenprogramm aufgefahren werden und damit die Haupthandlung fast in den Hintergrund gestoßen werden?

Das hat die Handlung nämlich nicht verdient. Neben einem Ladythriller-Ehedrama und einer Lovestory unterzugehen. Klar, auch hier werden Klischees bedient, aber egal, denn die Haupthandlung ist spannend. Man geht alle Möglichkeiten im Kopf durch, wer hinter der CRU steckt, was der/die erreichen wollen und warum das jetzt noch so wichtig ist. Und warum kann Kate sich nur noch an so wenig erinnern? Leider verschwindet das alles ein wenig in Kates Sorgen, Gewissensbissen und Schuldgefühlen wegen… ja, eigentlich wegen allem und jedem, aber hauptsächlich wegen ihrem Jungen.

Die Spannung in der Haupthandlung steigert sich kontinuierlich und stürzt auf das Finale zu. Das Ende hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es herrlich überdreht war. Natürlich steigert sich das Ganze in eine Katastrophe, es gibt einige Überraschungen (gute wie schlechte) und ein Ende mit kleinen Verdachtsmomenten. Das ist ein wirklich netter Trick am Ende. Da lassen die Autoren die Leserfantasie noch ein wenig durch die Gegend hüpfen.

Der Thriller war recht spannend, wenn es um die Haupthandlung ging, doch die vielen Nebenschauplätze haben der Handlung geschadet, sie teilweise fast unterbrochen. Mir kommt es ein wenig vor, als hätten die Autoren versucht, mehrere Krimis/Thriller in einem zu verarbeiten. Nun ja, manchmal ist weniger einfach mehr. Nur denen zu empfehlen, der neben einem Wissenschaftsthriller auch eine Liebesgeschichte und eine stark emotionale Hauptfigur vertragen.

Fazit:
Die Haupthandlung ist ein typischer, aber sehr spannender Wissenschaftsthriller, der leider durch die vielen Nebenschauplätze an Schwung verliert und insgesamt einfach zu viel bieten will und es nicht schafft.

2 und ein halbes Schaf

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