Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Der nette Waffenhändler: Payback – Mike Nicol

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Mike Nicol – Payback
Verlag: btb
569 Seiten
ISBN: 978-3442742837
9,99 €

 

 

 

 

Ach, ich wollte endlich einen literarischen Ausflug nach Südafrika machen. Nachdem in letzter Zeit so viele hochgelobte Krimis und Thriller aus Südafrika stammen bzw. in Südafrika spielen, wollte ich doch auch mal reinschnuppern. Erst wollte ich eine Südafrika Woche einlegen, doch hab ich mich dagegen entschieden, da ich nicht wusste, ob mir das nicht zu viel wird. Nach „Payback“ kann ich das nun vorerst verneinen, allerdings aus einem anderen Grund. Gespannt erwartet habe ich fremdklingende Namen, viel geschichtliches Wissen, in dem ich mich nicht auskenne und fremde Gepflogenheiten. Na ja, „Payback“ mag zwar in Südafrika spielen, doch bis auf ein paar Kleinigkeiten hätte der Thriller auch in den USA spielen können. Oder einigen anderen Ländern. Ein erhofftes südafrikanisches Flair konnte ich nicht finden.

Mace Bishop und Pylon Buso sind ehemalige Waffenhändler, die sich in Südafrika niedergelassen haben und dort einen Sicherheitsservice für reiche Touristen führen. Ein früherer Bekannter fordert von Mace einen Gefallen ein, als er und sein Sohn von einer militanten Anti-Drogen-Organisation bedroht werden, die gerne Bombenanschläge verübt. Und schon steckt Mace in einem gewalttätigen Verwirrspiel mit intriganten Zügen, dessen Konsequenzen ihn immer weiter in die Enge treiben.

Ein ganz schön dickes Buch, welche mit einer Menge Action aufwarten kann: von Waffengeschäften über Kindesentführung bis hin zu Folter und Mord. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Nun ja, zumindest für jeden gewalttätigen Geschmack. Dabei liest sich das Buch eher locker-leicht, wenn Mace und Pylon zwar über ernste Themen aber doch immer mit viel Ironie und Sarkasmus besprechen, wie es weitergeht. Bis dann plötzliche Action dem ganzen ein Ende setzt. Es wechselt sich ab und bringt den Leser durch ein Bad von unterschiedlichen Gefühlen, zwischen sich kurz zurücklehnen und wieder starr auf der Kante sitzen.

Schon komisch, dass man Mace Bishop eigentlich ganz gern hat. Schließlich ist bzw. war er Waffenhändler. Ja, natürlich aus total revolutionären und guten Gründen, aber Waffen sind halt Waffen. Und zimperlich ist er dann auch nicht – von Folter versteht der nette Mace doch einiges. Doch eigentlich hat er sich ja zur Ruhe gesetzt. Doch man lässt ihn halt einfach nicht. Aus finanziellen Gründen muss er also nochmal einen Deal durchziehen und greift dabei auf alte Freunde zurück, besser gesagt auf eine alte Freundin. Nebenbei sind noch einige Gangster und auch Möchtegerngangster dabei. und irgendwie kocht jeder sein eigenes Süppchen. Dass Mace und Pylon da heil rauskommen grenzt schon fast an ein Wunder – und natürlich hält das nicht lang an. Alle Nebenfiguren sind übrigens recht gut ausgearbeitet und bleiben im Gedächtnis haften, auch wenn es nur Nebenfiguren sind.

Nun heißt der Thriller ja „Payback“ und in der Tat ist dieser Titel Programm. Die Anwältin der Anti-Drogen-Organisation ist Sheemina February. Sie scheint Mace zu kennen, aber er kann sich nicht an sie erinnern. Obwohl sie nur hin und wieder auftaucht, weiß man doch immer, dass sie irgendwie da ist oder beteiligt ist – oder man vermutet es zumindest. Nur warum? Tja, einen kleinen Lichtblick auf die Gründe gibt es am Ende und begründet damit dann auch den Untertitel des Dreiteilers, die „Revenge-Trilogie“. Ich habe das Buch schnell gelesen, es war spannend und hatte viel Action zu bieten. Ein wenig verwirrend fand ich, dass das Buch in drei Teile aufgeteilt ist und jedes Teilende sich wie das Ende des Buches angefühlt hat. Außerdem hat es – wie ich ja schon kurz erwähnte – afrikanischen Hintergrund, Flair und Gepflogenheiten missen lassen. Ich brauche jetzt nicht unbedingt das volle Paket, aber man sollte dem Buch schon anmerken, in welchem Land es spielt und nicht beliebig austauschbar sein. Nichtsdestotrotz ein recht guter Thriller, der mir Lust auf mehr gemacht hat – zum Glück gibt’s ja noch zwei Teile!

Fazit:
Ein temporeicher Thriller mit einem sympathischen Waffenhändler (!) und viel Action. Auch wenn kein Südafrikaflair aufkommen wollte, ein tolles Lesevergnügen. Von mir gibt es 4 Schafe.

4 Schafe

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