Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Zorn: Wo kein Licht – Stephan Ludwig

Leave a comment

u1_978-3-596-19636-4.31842212
Stephan Ludwig – Zorn: Wo kein Licht
Verlag: Fischer
403 Seiten
ISBN: 978-3596196364
9,99 €

 

 

 

Meine Meinung:
Ach ja, Zorn und Schröder sind zurück! Nachdem jetzt gerade Band 4 erschienen ist, wollte ich dann doch zuerst noch Band 3 lesen, bevor sich die dicke Staubschicht darauf festzementiert.

Und ich musste feststellen, dass ich das Duo immer noch sehr mag. Claudius Zorn, der ewig grantelnde, faule Polizist und Schröder, sein Partner und eigentlich derjenige, der die Ermittlung voranbringt, penibel, pflichtbewusst und ewig lächelnd. Die beiden sind schon ein Gespann und das ändert sich hier nicht und doch wieder. Doch mal wieder erst zum Anfang, bevor ich mittendrin anfange.

Unterschiedliche Straftaten – Entführung, Massenkarambolage, Selbstmord – ereignen sich und seltsamerweise landen diese alle auf Zorns und Schröders Schreibtischen. Das mutet für mich ein wenig komisch an, denn was genau ermittelt den ein Mordermittler bei einer Massenkarambolage? Doch nach und nach stellen sich zwischen den einzelnen Straftaten Zusammenhänge heraus. Zwischendrin ist Zorn auf sich gestellt, als Schröder, beteiligt an der Massenkarambolage, im Krankenhaus landet. Gewohnt faul und von der schieren Menge der Papiere, die er durchackern muss, fast erschlagen ist Zorn erfreut und ungewöhnlich nett zu Schröder, als dieser wiederkehrt. Dieser stürzt sich auch gleich in die Arbeit und findet nach und nach Hinweise und Zusammenhänge. Doch letztendlich ist es mal wieder Zorn, der die zündende Idee hat und einen Täter feststellt bzw. auch wieder nicht. Aber hier möchte ich nicht näher drauf eingehen, denn damit würde ich das geniale Ende verraten und das möchte ich doch sehr ungern.

Unpassend fand ich den Giftanschlag auf dem Polizeiball. 8 Tote durch vergiftete Würstchen. Die Ermittlungen sind aber nicht bei Zorn und Schröder und dementsprechend hat man das Gefühl, dass es gar nicht wichtig ist. Am Ende stellt es sich als Ablenkung raus – Ablenkung? 8 Tote sind eine Ablenkung? Na dann…
Ach und dass sich eine Tür mit dem Fuß einer Darth Vader Spielfigur öffnen lässt… diese unglaubwürdige Tatsache gibt der Autor wenigstens im Nachwort zu.

Kommen wir nun zu Malina. Zorns Nemesis. Er ist total in sie verschossen und schafft es trotzdem, dass sie die Flucht ergreift und sich von ihm trennt. Wobei ich auch ihr einen guten Teil der Schuld gebe. Jedenfalls ist sein Gefühlsleben in diesem Krimi sehr dominant. Zorn denkt ständig an Malina und eher weniger an die Ermittlungen. Als Leser war ich schon ein wenig genervt von Malina und wäre gar nicht böse drum, wenn sie in den weiteren Teilen nicht mehr auftaucht. Ging ja vorher auch. Komischerweise führt sein Naturell ihn aber auf den richtigen Weg zum Showdown, denn als er sich bei Malina entschuldigen will, schiebt er alle möglichen Dinge vor und findet somit zum Täter.

So, der Täter steht recht schnell fest und doch auch wieder nicht. Da hat sich der Autor mal eine feine Sache überlegt. Denn so ein schnell feststehender Täter nimmt den Thrillern ja oft die Spannung. Und auch hier war ich kurz enttäuscht, doch der Autor hält hier noch einiges in der Hinterhand, dass er dem werten Leser erst spät entdecken lässt und denn ‚Täter‘ dann um die Ohren schlägt. Letztendlich ist es fast schon verwirrend, wer nun was und wann mit wem. Das Finale ist sehr spannend. Das Setting stimmt hier und auch die Dramatik ist gegeben. Etwas zu viel Zufall gibt es beim „Lampenmann“, einem Obdachlosen, der Zorn in diesem Teil immer wieder begegnet und auch dem Finale beiwohnt. Ansonsten habe ich das Finale sehr genossen.

Bis es mir der Autor verdorben hat.
Und hierbei geht es um Schröder. Man erfährt hier sehr viel über Schröder. Endlich. Endlich lernt man von Schröder mal mehr kennen als sein arbeitsames, einsames aber immer lächelndes Leben. Und dann verlässt Schröder die Polizei. Und nein, das ist es nicht, was ich dem Autor vorwerfe. Was ich ihm vorwerfe ist, dass er im Nachwort verrät, dass Schröder wiederkommt. Schade. Man kann sich vielleicht denken, dass der Autor einen seiner Protagonisten nicht einfach verschwinden lässt, aber letztendlich bleibt die Wiederkehr doch als nagende Frage zurück. Na ja, normalerweise. Hier eben nicht. Spannung verdorben.

Fazit:
Wieder ein spannender Thriller um den unausstehlichen Zorn und den ewig gutmütigen Schröder, diesmal mit einem extrem ausgeklügelten Fall und Tätern. Einzig die Malina-Geschichte hat mir den Spaß verdorben. Na ja, und das Schröder-Nachwort. Von mir gibt es 4 Schafe.

4 Schafe

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s