Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Ab ins Kloster: Kalter Weihrauch – Marlene Faro

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9783839214534
Marlene Faro – Kalter Weihrauch
Verlag: Gmeiner
315 Seiten
ISBN: 978-3839214534
11,99 €

 

 

 

 

Meine Meinung:
Postulatin Agota, eine Ungarin, wird tot im Schnee im Wald gleich neben dem Weihnachtsmarkt aufgefunden. Krinzinger, einer der örtlichen Polizisten, informiert Pestallozzi und Attwenger. Die Nonnen des naheliegenden Klosters haben sie unter ihre Fittiche genommen. Doch es gab da eine Kleinigkeit, die Agota den Nonnen nicht erzählt hat. Die Ermittlungen gehen die unterschiedlichsten Wege: Ungarn, Immobilien, Sextourismus. Dann geschieht ein zweiter Mord und alle reden von einem Serienmörder.

Dies ist der zweite Teil um Chefinspektor Artur Pestallozzi und Gerichtsmedizinerin Lisa Kleinschmidt. Und das ist genau der Punkt, der mich schon wieder stört. Eigentlich müsste es der zweite Fall um Pestalozzi und Leo Attwenger sein. Die Gerichtsmedizinerin spielt fast bis zum Schluss – mal abgesehen von der Autopsie – keine Rolle und man muss sich ihre privaten Sorgen und Nöte erzählen lassen. Am Ende geht sie dann zur Einkehr ins Kloster und findet natürlich den entscheidenden Hinweis, um den Fall zu lösen. Hä? Wirklich? Musste dieser Aushilfskniff denn wirklich sein?

Denn Pestallozzi und Attwenger sind mit einigen Umwegen auch auf der richtigen Spur und hätten m. E. den Fall auch gelöst. Vor allem da Pestallozzi doch so viele Fälle löst und der Vorzeigekriminalist schlechthin ist. Ich versteh es einfach nicht. Wenn schon ein Ermittlerteam Polizist / Gerichtsmedizinerin, dann sollte der zweite Part doch auch aktiv etwas tun und nicht zufällig in etwas reinrutschen.

Ansonsten fand ich den Fall gut konstruiert. Mit einem zweiten Mord, der erst für Verwirrung sorgt, der dann aber von den Ermittlern schnell und souverän aufklärt wird, peppt die Autorin die Story auf und füllt die Seiten. Die Figuren sind mir alle recht sympathisch, abgesehen von Lisa Kleinschmidt. Wie in vielen Gmeiner Krimis ist auch hier die Atmosphäre heimelig und die Spannung eher gemütlich. Alles in allem also ein gut lesbarer Krimi für Zwischendurch – was mich vergrault hat, ist die Betonung auf Lisa Kleinschmidt und die Ausbotung Leo Attwengers. Das finde ich besonders tragisch, da vieles aus seiner Sicht erzählt wird – und dann ist er zur Nebenfigur degradiert, m. E. völlig zu Unrecht.

Fazit:
Ein gemütlicher Krimi für zwischendurch mit dem falschen Zweitprotagonisten – mehr aber auch nicht. Ich werde die Serie nicht weiter verfolgen – dazu gibt es viel zu viel bessere Krimis. Von mir gibt es 3 Schafe.

3 Schafe

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