Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Krähenblut – Micha Krämer

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Micha Krämer – Krähenblut
Verlag: CW Niemeyer
297 Seiten
ISBN: 978-3827195210
9,95 €

 

 

 

 

Meine Meinung:
„Krähenblut“, ein neuer Fall für Nina Moretti und… tja, leider nicht für Hans Peter Thiel. Der weilt nämlich gerade mit Ninas Mama in Italien: Amalfi, Neapel, und und und. Immer wieder gibt es einzelne Ausschnitte aus Hans Peter und Inges Urlaub, derweil Nina an einem neuen Fall sitzt. Es fühlt sich ein bißchen wehmütig an, da es einem wie die Vorbereitung auf Hans Peters Ruhestand vorkommt. Denn dann muss Nina ja auch allein – oder vielleicht mit einem neuen Partner? – ran.

In „Krähenblut“ verwebt Micha Krämer geschickt die privaten Geschehnisse und die Ermittlungen um einige seltsame Vorkommnisse und einen Mord. Ein Heinrich Sadorski erleidet, nachdem er eine tote Krähe an seiner Werkstatttür genagelt vorgefunden hat, einen Herzanfall. Kurz darauf verschwindet ein Freund von Sadorski aus dem Altenheim. Beides sind nicht gerade Fälle für die Mordkomission, doch als dann kurz darauf der Enkel Sadorskis tot aufgefunden wirs, muten die Vorkommnisse schon komisch an. Nina beginnt zu ermitteln und diesmal zusammen mit Thomas Kübler.

Die Zusammenarbeit ist nicht immer perfekt – Nina oft zu schroff, Thomas schnell eingeschnappt. Da perfekt aber oft langweilig ist, verschaffen diese Eigenschaften ein bisschen Würze in der Arbeitsbeziehung und neben der spannenden Ermittlung lässt einen diese Mischung die Seiten in einem Rutsch weg lesen. Auch die Kombination aus privaten Entwicklungen und kriminalistischer Ermittlung ist gut gewählt, auch wenn mir die italienischen Ausflüge manchmal ein wenig zu viel waren.

Die Ermittlung schlängelt sich diesmal von einem Ergebnis zum anderen. Immer wieder ergeben sich neue Ermittlungsansätze und Spuren. Schon recht bald ist klar, dass eine Verbindung zur Vergangenheit besteht. Wie so oft zum Dritten Reich. Überraschenderweise kommt der Krimi aber ohne Rückblenden aus. Er spielt komplett im hier und jetzt. Auch recht schnell klar ist, worum es bei dem zurückliegenden Geheimnis ging und wie vieles zusammenhängt. Somit war der Krimi in einigen Teilen recht vorhersehbar, doch es gibt zwei Fragen, die aber bis zum Schluss offen bleiben und für Spannung sorgen: wer den Enkel von Sadorski umgebracht hat und warum, bzw. wie er mit in einem Geheimnis drin hängt, welches es schon lange vor seiner Geburt gab.

Abschließend kann man noch die Regional-Krimi-Gegner beruhigen. Ja, das ganze spielt in Betzdorf und klar kommen Straßen und Örtlichkeiten vor, die im Westerwald liegen. Aber das war für mich als reingeschmeckte Schwäbin und Ur-Fränkin überhaupt kein Problem. Es gibt keine Passagen in Dialekt oder andere Eigenheiten, die man nur versteht, wenn man aus der Gegend um Betzdorf kommt. Oder falls es doch so gewesen sein sollte, dann hat es zumindest dem Lesespaß und der Spannung keinen Abbruch getan. Das Prädikat „Regionalkrimi“ hat oft etwas Negatives und das finde ich sehr schade, denn oft verstecken sich dahinter landesweit lesbare und sehr gute Krimis. So wie dies auch bei Micha Krämers Reihe der Fall ist. „Krähenblut“ kann ich jedenfalls nur weiterempfehlen.

Fazit:
Abgesehen von einigen Kleinigkeiten, war dies wieder ein gelungener und spannender Krimi. Ich werde die Serie auf jeden Fall weiterverfolgen und bedaure schon ein bisschen, dass ich „Romeo“ jetzt erstmal verlose. 😉 Von mir gibt es 4 Schafe.

4 Schafe

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