Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Einige Fragen an Micha Krämer

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Über diesen Beitrag freue ich mich ganz besonders, denn Micha Krämer hat sich bereit erklärt, ein paar Fragen von mir zu beantworten, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten will. Und hier sind sie:

Wer ist Micha Krämer? Erzähl ein wenig von Dir.
Wie ich heiße wisst ihr ja schon. Obwohl nee…..Eigentlich heiße ich gar nicht Micha. In meinem Ausweis steht Michael Krämer. Aber im Grunde nannten mich schon in der Schule alle Micha. Auch meine Kinder, Freunde und meine Frau. Der einzige Mensch, der es ganz schlimm findet, dass auf meinen Büchern Micha steht ist meine Mama, da sie der Meinung ist, dass sie mir damals einen ordentlichen Namen gegeben hat.Ich wurde 1970 im Westerwald geboren. Bin seit über 20 Jahren verheiratet und habe schon zwei große Jungs. Nach der neunten Klasse habe ich die Schule verlassen und eine Lehre als Elektriker gemacht. Seit zwanzig Jahren arbeite ich als Fachberater bei einem österreichischen Schweißmaschinenhersteller.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Vor einigen Jahren war ich mal schwer krank und habe fast drei Monate in einer Klinik liegen müssen. Damals habe ich vor lauter Langeweile und unter dem Einfluss der übelsten Schmerzmittel angefangen zu schreiben. Einfach nur mal so. Für mich! Erzählt habe ich niemandem davon. Als es mir wieder besser ging war die „Karriere“ als Schriftsteller auch schnell wieder vorbei und das Manuskript schlummerte friedlich auf der Festplatte meines Laptops. Richtig angefangen hat es dann am 2. Weihnachtstag 2008. Meinem Junior war langweilig. Als Ausweg aus dieser Misere gab es wieder mal nur den Fernseher, der aber bereits von mir belegt war. Ich riet meinem Sohn, er möge etwas lesen. Die Antwort: „Ich habe kein Buch!“ Ich sarkastisch: „Soll ich dir eins schreiben?“ Meine Frau laut lachend: „Das will ich sehen.“ Am selben Abend waren die ersten zwei Kapitel von „Willi und das Grab des Drachentöters“ fertig, da haben sie dann nicht mehr gelacht. Das Buch erschien im August 2009 über „Books on Demand“ und wurde Regional tatsächlich ganz gut verkauft. Im November 2009 erschien der 2. Band. Irgendwann fiel mir wieder das Manuskript in den Tiefen der Festplatte ein, das ich Jahre zuvor in der Klinik schrieb: „Keltenring“

Wer sind Deine Vorbilder?
Hassencamp, Preußler, Lindgren sind schon Vorbilder wenn es ums Schreiben geht. Leider sind die aber alle ziemlich tot!Als Kind habe ich ihre Bücher regelrecht verschlungen. Menschlich mag ich Klaus-Peter Wolf sehr, der mir so ein bisschen auch Mentor ist. Der ist derzeit ganz oben und trotzdem der „nette Onkel von nebenan“ geblieben. Wenn ich Fragen oder Probleme hab, kann ich ihn jederzeit anrufen. Und er hat mir wirklich schon sehr viel geholfen. Klaus-Peter hat seinen ganz speziellen Stil, den ich persönlich auch sehr mag. Nicht diesen Einheitsbrei, den man von vielen anderen kennt. Den kann man auch nicht nachahmen. Meiner ist ganz anders wie seiner, aber im Grunde auch sehr speziell. Ich schreib nämlich einfach so wie mir der Schnabel gewachsen ist, da ich es ja nie wirklich gelernt habe. Und genau wie bei KP gibt es auch bei mir sehr viele Leute denen es gefällt und andere die es ganz fürchterlich finden.

Was für Bücher liest Du selbst? Hast Du einen Lieblingsschriftsteller?
Ich lese heute nur noch selten. In der Zeit, die ich früher mit Lesen verbracht habe, schreibe ich heute lieber. Bei meinen eigenen Büchern kann ich wenigstens entscheiden wie es endet. Ich hasse Bücher und Filme mit einem schlechten Schluss. Bei mir wäre die Titanic sicherlich in letzter Minute gerettet worden und nicht untergegangen.

Oder ein Lieblingsbuch?
Die Brüder Löwenherz von Lindgren und Krabat von Preußler

Wie sammelst Du Ideen für Deine Fälle um Nina Moretti?
Die Ideen sind einfach da. Oft kommen sie beim Autofahren oder beim Spazieren gehen. Die Idee für den Roman, an dem ich gerade schreibe kam mir zum Beispiel,als mir in der Osternacht ein Feldhase untersAuto gerannt ist.Ich beschloss spontan als Wiedergutmachung in meinem nächsten Krimi den Weihnachtsmann um die Ecke zu bringen. Ich muss solche Ideen dann natürlich sofort aufschreiben, sonst sind sie wieder weg.Meist schreib ich dann erst mal nur den Klappentext für hinten auf das Buch.

War es Zufall oder Absicht, dass es eine Protagonistin geworden ist, um die sich Deine Krimireihe dreht?
Eigentlich wollte ich ein Ermittlerduo. Hans Peter Thiel den alten Bullen und die junge Kollegin Nina Moretti. Irgendwie ist das Ganze aber aus dem Ruder gelaufen und plötzlich stand Nina ziemlich alleine im Mittelpunkt der Geschehnisse. Aber so ist Nina halt.

Wie entsteht ein Krimi von Dir? Überlegst Du Dir erst einen Rahmen oder legst Du einfach los? Kennst Du den Täter von Anfang an?
Ich lege tatsächlich einfach los. Ohne Konzept und Plan. Meist kenne ich am Anfang eines Verhörs oder einer Szene noch nicht mal das Ende. Den Mörder kenne ich selbst auch nicht vor dem Ende des Buches.

Wer darf Deine Werke zuerst lesen und warum?
Meine Frau. Sie liest und korrigiert alles erst einmal grob. Dann kommen meine Kollegin und sehr gute Freunde ran. Was machst Du, wenn Du nicht gerade schreibst? Ich habe ein Haus das irgendwie nie fertig wird, einen Hund der gerne spazieren geht, einen stressigen Job, einen Rasen der ständig gemäht werden will und und und …

Wie sieht ein typischer Tag in Deinem Leben aus?
Morgens gehe ich wie viele anderen auch noch zur Arbeit. Schreiben ist mein Hobby. Ich schreibe meist nur abends, am Wochenende und im Urlaub. Alles ganz normal. Interessant sind die Tage in denen ich von meinem „Brotjob“ Urlaub habe. Dann bin ich auf Buchmessen, Lesereise oder im „Schreiburlaub“ um irgendein Projekt zu beenden. So ein Schreiburlab besteht dann nur aus schlafen, schreiben, essen und sonst nichts. Hört sich stressig an, ist es aber nicht.

Kinderbücher, Krimis, Musik – Du bist ein kreatives Multitalent. Was macht Dir am meisten Spaß?
Kann ich nicht wirklich sagen, dass wechselt schon mal. Da ich zuletzt 2 Krimis sehr schnell hintereinander geschrieben habe ist Krimi derzeit bei mir „out“. Aber keine Sorge, das wird auch wieder mal „in“.

Was ist Dein nächstes Projekt?
Es gibt niemals nur ein Projekt. Meist schreibe ich an zwei Büchern gleichzeitig. Wenn ich Gut drauf bin, arbeite ich lieber an einem etwas lustigem Buch, geht’s mir mal Moll dann eher an etwas Ernsterem. Derzeit sind es sogar drei gleichzeitig. Dem 7. Band der Nina Moretti Reihe(der ja aber gerade eher „out“ ist“), einem etwas düsteren Thriller ( „mega in“) und dem 5. Willi-Kinderbuch.

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