Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Totenleuchten – Klara Nordin

4 Comments

9783462046939
Klara Nordin – Totenleuchten
328 Seiten
ISBN: 978-3462046939
9,99 €

 

 

 

 

Vorab:
Für mich gibt es jetzt erstmal eine skandinavische Pause. Ich habe schon während dem Lesen gemerkt, dass ich grad keine Lust habe auf nordische Krimis und ich hoffe, ich habe das nicht allzu sehr in die Bewertung einfließen lassen. Denn, das Buch ist zwar nicht der Spitzentitel des Jahres, aber eben auch nicht schlecht.

Meine Meinung:
Lappland, tiefer, tiefer Schnee, samische Kultur – ich war richtig gespannt auf Klara Nordins „Totenleuchten“. Der Krimi liest sich so schwupps in einem weg und doch hab ich für die etwas mehr als 300 Seiten recht lange gebraucht. Der Schreibstil war völlig in Ordnung und Spannung war auch vorhanden, doch manchmal war der Krimi einfach zu sehr beschaulich. Sehr schön fand ich die Karte, die der Verlag auf den inneren Buchdeckel gedruckt hat – so hatte man eine ungefähre Vorstellung wo was liegt und von welchen Entfernungen gesprochen wurde.

Einen Krimi aus Lappland habe ich noch nicht gelesen und demnach habe ich mich nicht nur auf die Schneemassen sondern auch auf die samische Kultur gefreut. Julla, eine Journalistin, die eine Serie über die samische Medizin schreiben will und sich bei einer Freundin in Jokkmokk einquartiert, verspricht auch viel Einblick in die Kultur. Und ja, es gibt Einblicke. Jokkmokk feiert sein Winterfest in der Zeit, in der der Krimi spielt. Mit viel samischer Kultur, Gegenständen und Bräuchen. Das Fest ist sehr beliebt bei Touristen und demnach gibt es z. B. Kurse im Joiken (sowas wie Jodeln) und Hundeschlittenfahrten. Die samische Kultur ist komplett in die Nebenhandlung und das Dorfleben eingebaut – der Kriminalfall hat so gar nichts mit der samischen Kultur zu tun. Vielleicht ist das auch der Grund, warum bei mir davon nicht viel haften geblieben ist. Auch Julla, die ich in der Leseprobe als Protagonistin neben den Ermittlern gesehen habe, ist danach nur noch selten gefragt.

Das Ermittlerteam finde ich sehr spannend. Vor allem weil es ein Trio ist und demnach mal kein Paar, aber auch aus anderen Gründen. Zum einen gibt es Linda Lundin, die aus Südschweden nach Lappland zieht und dort sofort bei den Mordermittlungen helfen soll. Allerdings baut sie erstmal einen Unfall und muss den Beginn der Ermittlungen Margareta und Bengt überlassen, zwei Polizisten, die eher den Verkehr regeln oder häusliche Streitigkeiten schlichten, als Morde aufzuklären und die zudem auch noch private Schwierigkeiten haben. Sie schlagen sich zwar tapfer, doch erst als Linda auftaucht, kommt richtig Dampf in die Ermittlungen – zumindest für ein paar Minuten. Sie legt sich erstmal mit dem Bürgermeister an und ist wie ein Wirbelwind in die Polizeistelle eingefallen. Das legt sich aber und danach sind es ganz normale Ermittlungen. Nicht schlecht aber eben auch nichts Besonderes.

Die Ermittlung um den Mord an Lukas Johansson verläuft ein wenig schleppend. Auch wenn die Ermittler eigentlich ständig jemanden befragen, sich besprechen oder Ergebnisse einholen. Ich bin nicht direkt auf den Täter gekommen, aber der Kreis der Verdächtigen wird nach und nach kleiner und dann war es nicht mehr so schwierig. Nichtsdestotrotz war die Ermittlung gut konstruiert und logisch aufgebaut. Die Lösung hatte Verbindung zu vergangenen Ereignissen und am Ende gab es sogar eine kleine Überraschung – für etwas, dass in dem Buch früh angesprochen wird und ich dann fast schon wieder vergessen hatte.

Fazit:
Ich denke, man hört meinen Sätzen an, dass ich nicht komplett zufrieden bin, doch die Handlung war gut konstruiert und das Ermittlertrio sympathisch. Der Krimi hält jetzt keine großen Überraschungen bereit, aber eine recht spannende Ermittlung, die mit einer kleinen Überraschung endet. Von mir gibt es 4 Schafe.

 

Update 05.09.2014
Da ich mit der Bewertung zutiefst unzufrieden bin habe ich mit diesem Beitrag beschlossen, die Bewertung zu korrigieren. Da das Buch über den Durchschnitt nicht hinausragt, gibt es von mir 3 Schafe.

3 Schafe

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4 thoughts on “Totenleuchten – Klara Nordin

  1. Hui, da bist du ja wirklich gnädig. Bei mir wird der Krimi im nächsten Gehäckselten auftauchen. Ich kann diese ganzen deutschen Schriftsteller, die dank Pseudonym auf der Skandinavien-Welle mitreiten, nicht mehr sehen. Und ich mag sie schon gar nicht mehr lesen. Durchschnitt, absoluter Durchschnitt. Und sprachlich hat es mich auch nicht überzeugt. Plumpe Sätze und Konstrukte. Das war so gar nicht meins.

  2. Na ja, ich dachte jetzt, es liegt bei mir daran, dass ich grad keine Lust auf skandinavische Krimis habe. Bei der Schriftstellerin muss ich immerhin anerkennen, dass sie wenigstens dort schon eine ganze Weile lebt. Wobei ich das Pseudonym schon ein wenig albern finde. Zu Ende lesen musste ich es aber – schließlich hab ich es bei vorablesen gewonnen und da will ich dann schon eine Rezi zum vollständigen Buch abgeben.
    Aber stimmt, wie immer bin ich zu gnädig. Vielleicht auch, weil ich mir dazu die Liste meiner bisherigen Rezensionen gelesen habe und mir gedacht habe, da müsste ich jetzt nachträglich auch noch ein paar runterstufen.
    Jedenfalls habe ich schon mal beschlossen, mich vorerst mal nicht mehr bei vorablesen zu bewerben – da gibt es im Moment nur Massenware. Solide, aber eben auch nicht sonderlich überraschend oder innovativ.
    Ich setze jetzt starke Hoffnung auf “Still” von Drvenkar und auch auf ein Rezi-Exemplar, dass ich vom Argument Verlag zugeschickt bekomme. Da bin ich schon ganz aufgeregt – die sind bestimmt richtig gut!

    • Na ja, das ist der normale Entwicklungsprozess, oder? Je mehr amn liest, desto anspruchsvoller wird man. Vor allem, wenn man sich hauptsächlich in einem bestimmten Genre herumtreibt. Ist bei mir ja nicht anders. Ich blogge jetzt seit fast einem Jahr wieder. Manches vom Anfang würde ich jetzt auch ganz anders bewerten.
      “Still” habe ich gestern übrigens ausgelesen. Die Rezi gibt es aber erst nächste Woche irgendwann – wenn ich nicht mehr so wütend bin, dass Drvenkar im Mainstreammorast untergegangen ist. Der Mann hat so ein unglaublich gutes Gefühl für Sprache und Atmosphäre – und dann schwurbelt er sich so eine brutale Psycho-Story zurecht. Das kann er sooooo viel besser!

  3. Ich glaube, es liegt fast mehr am Bloggen als am mehr lesen. Denn so viel mehr als vorher lese ich gar nicht. Nur mache ich mir jetzt viel viel mehr Gedanken darüber, was ich gelesen habe und wie es mir gefallen hat.
    Und an sich ist es ja auch eine schöne Entwicklung. 😉
    Oh, jetzt bin ich noch gespannter auf “Still”. Da gab es bis jetzt ja fast nur komplett positive Meinungen, die ich gesehen habe. Aber gut zu wissen, dass die seine anderen Bücher besser gefallen haben. Wenn mir also dieses nicht so gut gefällt, kann ich es einfach nochmal probieren.

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