Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Vergessen – Elke Pistor

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Elke Pistor – Vergessen
Verlag: Ullstein
295 Seiten
ISBN: 978-3548286105
9,99 €

 

 

 

 

Inhalt:
Kommissarin Verena Irlenbusch hat es gerade nicht leicht. Privat plagt sie die Sorge um ihre mit Alzheimer geplagte Großmutter. Verena kann und möchte sie nicht in ein Heim geben, doch der Beruf als Kommissarin verlangt ihr einiges ab und lässt sich nur schwer vereinen. Als dann ein neuer Fall auf ihrem Tisch landet trifft sie ein neuer Schicksalsschlag: Leo, ihre langjährige und vertraute Partnerin hat einen Autounfall und sie bekommt einen neuen Partner zugeteilt. Christoph Todt und Verena sind von Anfang an nicht auf einer Wellenlänge, doch Verena konzentriert sich auf den Fall: Ein Zahnarzt ist durchgedreht, schlägt seine Helferin nieder, verletzt seinen Patienten und stürzt sich dann aus dem Fenster. Die Ermittlungen bringen zu Tage, dass er randvoll mit LSD war und es somit kein Selbstmord ist. Wer gibt einem Zahnarzt LSD und hofft, dass er sich selbst umbringt? Und wie hängt der Tod des Zahnarztes mit einer Kindesentführung zusammen?

Vorab:
Dieses Buch habe ich bei vorablesen.de gewonnen und ich möchte mich herzlich dafür bedanken.

Meine Meinung:

Wie man meiner kleinen Inhaltsangabe entnehmen kann, dreht es sich bei „Vergessen“ nicht nur um einen Kriminalfall sondern auch in großem Maße um Verena Irlenbuschs Balanceakt zwischen ihrer an Alzheimer erkrankten Großmutter Rose, ihrem schroffen und wortkargen Kollegen Christoph Todt, ihrer Sorge um ihre Kollegin Leo und einer neuen Bekanntschaft in ihrem Leben. Einerseits finde ich Privatleben in Krimis ja gut – schließlich kann man nicht erwarten, dass jeder Kommissar sein Leben für den Beruf aufopfert, das ist einfach unrealistisch. Andererseits sollte es natürlich nicht überhand nehmen, man liest ja schließlich einen Krimi und nicht einen Roman. In „Vergessen“ nimmt das Privatleben einen großen Teil ein, doch es verflechtet sich so mit den Ermittlungen, dass Frau Pistors Balanceakt zwischen Krimi und Roman durchaus gelungen ist. Die Ermittlungen gehen trotz allem Stress vorwärts und es ist und bleibt spannend.

Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen und lässt keine Langeweile aufkommen. Das Buch ist mit knapp 300 Seiten aber schon etwas kurz. Der Titel – „Vergessen“ – ist äußerst passend gewählt. Nicht nur im Hinblick auf Verenas Großmutter und die Krankheit Alzheimer sondern auch in der Ermittlung. Wie so oft versteckt sich das Motiv der Tat(en) in der Vergangenheit und lässt sich gar nicht so leicht von Verena und Christoph aufdecken. Aber nichts ist eben „vergessen“. Das Thema spiegelt sich sogar bei Christoph Todt wider, der auch etwas nicht vergessen kann.

Verena Irlenbusch ist eine taffe und kluge Ermittlerin, doch durch ihren privaten Stress ist sie nicht ganz so aufmerksam und konzentriert. Ein, zwei Sachen ‚verbaselt’ sie, holt diese aber nach. Ein mulmiges Gefühl kriegt man, wenn sie sich um ihre Großmutter kümmert. Alzheimer kann jeden betreffen und ist eine schwierige Krankheit mit unterschiedlichsten Symptomen und Verhaltensweisen. Wenn man den Küchenschrank öffnet und dort das dreckige Geschirr zusammen mit dem Spülmaschinentab und einer Pfütze Klarspüler vorfindet lässt einen das schon Schlucken, auch wenn es noch ein relativ harmloses Beispiel ist.
Christoph Todt ist ein merkwürdiger Geselle, wenn man zum ersten Mal auf ihn trifft. Er kanzelt Verena recht schnell ab und ist immer recht schroff im Umgang mit ihr. Aber auch er zieht kluge Folgerungen und bringt die Ermittlung in einigen Punkten vorwärts. Er ist natürlich nicht ohne Grund so (wobei das schon wiederum irgendwie cool wäre) und sobald man diesen erfährt macht es das zwar nicht unbedingt besser, aber man (Verena und auch der Leser) verzeiht ihm dann leichter.

Die Tat liegt ja in der Vergangheit begründet, aber ein Umstand, der sich dann bei der Täterfassung noch herausstellt hat mich doch überrascht. Hier konnte Frau Pistor noch etwas einbauen, von dem ich noch nie gehört habe. Die Motivation, der Zeitabstand und verschiedenste andere Kleinigkeiten, die mir vorher aufgefallen sind, aber ich nirgendwo hinstecken konnte, haben sich damit erklärt. Allerdings muss ich auch anmerken, dass ich schon recht bald raus hatte, wer der/die Täter/in ist.

Fazit:
Ein gelungener Reihenstart um Kommissarin Verena Irlenbusch, der mir zwar den Täter schon früh verraten hat, aber trotzdem noch mit einer Überraschung in der Motivation aufwarten konnte. Von mir gibt es 4 Schafe.

4 Schafe

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