Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Tod im Lokschuppen – Micha Krämer

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Tod_im_Lokschuppen
Micha Krämer – Tod im Lokschuppen
Verlag: CW Niemeyer
283 Seiten
ISBN: 978-3827195227
9,95 €

 

 

 

 

Inhalt:
Als ihr Vater stirbt und ihre Mutter allein zurückbleibt, lässt sich Kommissarin Nina Moretti von Köln zurück in ihr Heimatdorf Betzdorf versetzen. Schon an ihrem ersten Morgen kommt es ganz dicke: verschlafen, zu spät und ein Leichenfund. Nina wird zusammen mit ihrem neuen Kollegen, dem eingesessenen Kollegen Hans Peter Thiel zum Tatort gerufen. In einem Lokschuppen ist eine Leiche gefunden worden – ohne Kopf und ohne Hände. Diese Tatsache stellt die Ermittler vor ein Rätsel, denn mit der Brieftasche ist es nicht schwer, das Opfer zu identifizieren: Winfried Schmitz, ein ortsansässiger Geschäftsmann. Nina und Hans Peter beginnen zu ermitteln – gar nicht so einfach, so wie sie mit der Familie Schmitz verbandelt ist…

Vorab:
Zu diesem Buch habe ich mich ‚nett‘ vom Autor Micha Krämer überreden lassen. Nicht, dass der Klappentext nicht gut ist oder das Cover nicht ansprechend, es ist nur so, dass ich auf der Leipziger Messe desöfteren am Stand des CW Niemeyer Verlages vorbeigekommen bin und (bestimmt nur gefühlt) jedes Mal hat mich dort ein anderer Autor angesprochen und ich hab davon ein Buch mitgenommen – mein Budget hab ich hoffnungslos überzogen. Die Autorendichte am CW Niemeyer stand war also hoch und ich kann den Verlag nur jedem Messebesucher empfehlen, der seinen CW Niemeyer Autor mal treffen möchte. Ich habe dort Micha Krämer, Thorsten Sueße, Klaus E. Spieldenner und Nané Lénard getroffen und je ein – natürlich signiertes – Exemplar der mir noch unbekannten Reihen der Autoren erworben. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass bisher alle noch ungelesen auf meinen SUB ‚herumlagen‘, doch da ich jetzt Urlaub habe, habe ich beschlossen, dem ein Ende zu setzen. Begonnen habe ich mit Micha Krämer und ich kann jetzt schon sagen, dass ich dringend auf der Suche nach Band 2 bin und wenn der nicht gerade vom Himmel fällt, werde ich wohl mal wieder ein bisschen Geld bei meinem Buchdealer liegen lassen müssen… seufz. 😉

Meine Meinung:
Der Krimi trägt den Zusatz „Westerwald-Krimi“, doch zum Glück ist es jetzt kein ausgewiesener Regionalkrimi, so dass ich als Süddeutsche zum einen kein Problem mit dem wenigen vorkommenden Kölner Dialekt hatte, aber jetzt auch nicht unbedingt die örtlichen Gegebenheiten kennen musste, um mitzukommen. Der Krimi ist mit seinen 284 Seiten nicht zu kurz und auch nicht zu lang. Auch der Schreibstil von Micha Krämer hat mir sehr gut gefallen – eine genau richtige Dosierung von Beschreibungen, wörtlicher Rede und Gedankengängen.

Auch hier bin ich wieder begeistert, welche tollen Ermittlerduos Autoren doch so schaffen. Wir haben auf der einen Seite Nina Moretti, die Anfängerin, zwar nicht als Kommissarin, aber doch im Betzdorfer Kommissariat, die sich im neuen Team noch bewähren muss, aber das souverän und mit nur ein paar Verschlafenspatzern schafft (schuld ist übrigens der Tchibo-Wecker – wer sagt einem schon, dass man den anstellen muss?). Ihre Mutter ist wie man sich Muttern vorstellt: überfürsorglich und auch ein wenig ängstlich wegen dem Beruf der Tochter, aber darauf bedacht, dass Nina mal einen netten Mann findet. Kompliziert wird es, als Ninas private Verbindungen zur Familie Schmitz mit in die Ermittlungen hineinspielen.

Auf der anderen Seite haben wir Hans Peter Thiel, den alteingesessenen, erfahrenen Ermittler, der seit zwei Jahren alleine ist, da seine Frau gestorben ist. Entsprechend trostlos ist sein Privatleben, da er sich sehr zurückzieht. Er hat noch zweihundertachtundsiebzig Tage bis zu seiner Rente als Nina ihm zugeteilt wird und er ist erst mal reichlich skeptisch, ob Nina zu ihm passt. Doch Nina weiß von sich zu überzeugen. Thiels Methoden steht auch sie oft skeptisch gegenüber, doch mit seiner rauen, manchmal unverschämten Art kann er auch Erfolge einfahren.

Die Ermittlungen von Moretti und Thiel sind bunt geschmückt. Der Titel hat mich ein bisschen irre geführt, denn außer dem Leichenfund hat der Fall so gar nichts mit Zügen, Lokomotiven oder ähnlichem zu tun. Nichtsdestotrotz sind die Ermittlungen breit gestreut. Da gibt es nicht nur Ermittlungen im familiären Umfeld der Schmitz – mit dem sich Nina doch schwer tut – sondern eben auch mit den Geschäften von Schmitz. Und die waren dann doch auch mal unkoscher – so wie sich das bei einem guten Geschäftsmann in einem Kriminalfall gehört. Dann nehmen wir noch einen Pfarrer, ein paar Türken und eine ‚offene‘ Sekretärin und schon haben wir massenhaft Zeugen, Verdächtige und sonstige Gesellen. Aber nach und nach kristallisiert sich eine dritte, eindeutige Ermittlungsschiene heraus, die höchst überraschend war. Was soll ich sagen? Der Fall lässt mich baff zurück! Niemals hätte ich mit dieser Auflösung gerechnet. Und um noch mit einer Andeutung um mich zu werfen: ‚Auflösung‘ ist ja jetzt auch nicht ganz richtig.

Fazit:
Ein gelungener und überraschender Auftakt zur Krimireihe um Kommissarin Nina Moretti. Bei mir steht der nächste Teil schon auf der Wunschliste, und deshalb gibt es von mir 4 ½ Schafe für dieses spannende Leseerlebnis.

4 und ein halbes Schaf

 


Weitere Fälle mit Nina Moretti:

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Krähenblut – Nina Morettis 2. Fall
Tod im Elefantenklo – Nina Morettis 3. Fall
el toro – Nina Morettis 4. Fall
Gema Tod – Nina Morettis 5. Fall
Romeo – Nina Morettis 6. Fall (erscheint im Oktober 2014)

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2 thoughts on “Tod im Lokschuppen – Micha Krämer

  1. Guter Tipp. Ich werde auf der Frankfurter Buchmesse den Stand mal aufsuchen!

  2. Pingback: Micha Krämer und seine Werke | Die dunklen Felle

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