Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Philippe Georget – Dreimal schwarzer Kater

2 Comments

dreimal schwarzer kater

Dreimal schwarzer Kater – Philippe Georget

Verlag: Ullstein
474 Seiten
ISBN: 978-3548286143
9,99 €

 

 

 

Inhalt:
In Argelès wird die Leiche einer jungen Frau, Josetta Braun, gefunden. Die Polizei ermittelt, doch bleibt ratlos.
Rousillon: Gilles Sebags Kollege überredet ihn eine Vermisstenanzeige aufzunehmen – langweilige Routine im sommerlich heißen Perpignan. Gilles ist davon nicht sonderlich angetan und spult das übliche Programm ab, doch irgendwas lässt ihn bei dem verschwundenen Taxifahrer stutzen. Die Frau des Verschwundenen gibt völlig unumwunden zu, dass ihr Mann sie mitunter betrügt. Nach einigen Nachforschungen gelingt es Gilles und seinem Kollegen, eine junge Frau als seine momentane Geliebte zu bestimmen, doch auch sie scheint verschwunden. Kurz darauf erscheint Lefèvre, ein Pariser Kollege, und bittet um Zusammenarbeit, um die niederländische Ingrid Raven aufzuspüren, die sich seit Tagen nicht mehr bei ihrer Familie gemeldet hat. Die junge Frau hatte auf ihrer Schulter ein Tattoo, welches Gilles aus der Beschreibung seines Vermisstenfalles wieder erkennt…

Meine Meinung:

Dieses Buch habe ich in einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen und die Meinungen dort waren mitunter sehr verschieden. Vielleicht lag das an Erwartungen, die man sich vorher zu Recht gelegt hat. Auch ich habe bei dem Untertitel „Ein Roussillon-Krimi“ ein Stückchen Frankreich erwartet: den für mich typischen französischen Schreibstil, leicht melancholisch, eine südfranzösische Kulisse und die typische Lebensart. Leider ist bei mir kein Frankreich-Gefühl aufgetreten. Die Kulisse war schon beschrieben und auch einige kulinarische Köstlichkeiten kamen vor, doch der Schreibstil des Autors war mitunter behäbig, seine Beschreibungen lang und manchmal mit Wiederholungen gespickt. Etwas Straffung hätte dem Krimi ganz gut getan. Vor allem, da andere Aspekte des Krimis sehr gut waren und mir gefallen haben.

Gilles Sebag ist ein Kommissar, wie er mir gefällt. Obwohl er in seiner Arbeit eingebunden ist und eben wie ein guter Polizist auch mit vollem (Gedanken-)Einsatz ermittelt, hat er trotzdem eine liebende Frau und zwei Kinder, bzw. eigentlich Jugendliche, die so langsam das elterliche Nest verlassen. So weit, so gut. Doch dann lässt der Autor den Kommissar an der Treue seiner Gattin zweifeln und dieses Thema zieht sich durch den ganzen Krimi. Am Ende kriegt Gilles ‚die Kurve‘ und lässt seine Grübeleien beiseite, um sich ganz der Ermittlung zu widmen, doch letztendlich sind seine Zweifel ein dominierendes Thema in der Geschichte. Alle anderen Kollegen, auch seine Frau, Opfer und Täter blieben für mich eher Randfiguren – Gilles ist der Fokus in diesem Krimi.

Nun noch zu meinem letzten Kritikpunkt: leider hat der Krimi bei mir durchgehend nur mäßige Spannung erzeugt. Und das kann ich irgendwie gar nicht verstehen, denn der Krimi enthält so viele tolle Elemente: Mord, Vermisste, Entführung, Katz-und-Maus-Spiele, versuchte Entführung, ungewöhnliche Ermittlungsmethoden, ein durchgehend mysteriöser Täter, Selbstmord, Versteckspiel und und und. Woran lag es also? Für mich ganz eindeutig am Schreibstil. Es ist einfach zu behäbig, zu langwierig und kommt nicht in Fahrt. Wirklich sehr schade, denn mit diesen ganzen Elementen hätte daraus ein super-spannender Kriminalroman werden können.

Zum Abschluss muss ich noch sagen, dass ich den Täter sehr interessant fand, doch hier hat der Autor nun wieder an Worten gespart, denn die Motivation ist mir nicht ganz klar geworden.

Fazit:
Ein Krimi mit sympathischem Protagonisten und tollen Elementen, leider kommt durch den Schreibstil weder Frankreich-Feeling noch viel Spannung auf. Von mir gibt es deshalb nur 3 Schafe.

3 Schafe

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2 thoughts on “Philippe Georget – Dreimal schwarzer Kater

  1. Ei wei, das endet ja auch so, wie fast befürchtet! Habe nun schon öfter gelesen, dass bei diesem Buch die Spannung nicht so richtig dolle war! War es denn eine Leserunde mit Autorenbegleitung? Viele dieser Romane erscheinen ja unter einem Pseudonym, um authentischer zu wirken! 😉

    LG, WortGestalt

    • Nein, der Autor war nicht dabei. Ob Philippe Georget ein Pseudonym ist, weiß ich nicht, aber wenn es so wäre und das wäre kein Franzose würde das zumindest das fehlende Frankreich-Feeling erklären. 😉

      LG, DunklesSchaf

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