Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Das blaue Leuchten – Andreas Laudan

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das blaue leuchten
Andreas Laudan – Das blaue Leuchten
Verlag: rororo
408 Seiten
ISBN: 978-3499267192
9,99 €

 

 

 

Inhalt:
Ein blaues Leuchten über einer Höhle im Odenwald bringt Schatzsucher auf den Plan, denn nach einem Mythos soll ein blaues Leuchten auf einen großen Schatz hinweisen. Doch die unerforschte Höhle birgt Gefahren und schon bald sitzen die ersten Schatzsucher fest. Hier kann nur noch Tia Traveen, eine der besten Höhlenforscherinnen und blind – helfen. Gemeinsam mit ihrem Assistenten Leo steigt sie hinab ins Unbekannte. Als eine Explosion die Höhle erschüttert, sitzen alle fest – verschüttet und ohne Rückweg. Ob es Tia gelingt, alle heil an die Oberfläche zurückzubringen?

Meine Meinung:
Dies ist das zweite Abenteuer um die blinde Höhlenforscherin Tia Traveen. Andreas Laudan ist mir aber nicht nur durch den ersten Teil – Das Geflecht – bekannt, sondern auch schon durch seine beiden vorigen Bücher: den Krimi ‚Das weiße Mädchen‘ und den Zukunftsthriller ‚Pharmakos‘. Gerade ‚Pharmakos‘ konnte mich überzeugen, auch wenn ich vermute, dass dies nicht Laudans bestverkauftes Buch ist. Doch bevor ich anfange, gehe ich gleich mal ans Ende des Buches. Herr Laudan hat hier am Ende einen „Wahr ist / Fiktiv hingegen ist“ Epilog eingebaut, in der er die Themen seines Buches in Realität und Fantasie aufteilt. Das ist eine wirklich schöne Sache – so lernt man auch noch was bei einem Thriller. 😉

Andreas Laudans Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er vergibt sich nicht in unnötige Beschreibungen, doch es gelingt ihm, Gesteinformationen so zu schildern, dass sogar ich das verstehe und mir so die Situation besser vorstellen kann. Das Buch ist in vier Teile thematisch passend aufgeteilt und wird aus mehreren Perspektiven erzählt – meist aber von Tia, Leo und Carolin.

Tia Traveen ist eine ungewöhnliche, aber durchaus glaubhafte Protagonistin. Erst denkt man vielleicht Höhlenforscherin und blind – kann das funktionieren? Ja, das kann es. Höhlen sind ja von grundauf nicht sonderlich beleuchtet, um nicht zu sagen, schlicht und einfach dunkel. Für Tia keine Umstellung, doch natürlich gibt es hier Ecken, Kanten, Abgründe, etc. Tia orientiert sich hier mit einer Methode zur Echo-Orientierung durch Zungenschnalzen. Diese Methode gibt es tatsächlich und es gibt Absolventen, die mit dieser Methode sogar Rad fahren können (kann man unter ‚Wahr ist‘ nachlesen). Ansonsten ist Tia eine neugierige, aber umsichtige Höhlenforscherin, die schon seit Ewigkeiten an ihrer Dissertation schreibt und zusammen mit ihrem Assistenten Leo lebt.

Leo ist der zweite Protagonist und Tias treuer Begleiter. Er ist seit dem ersten Moment in Tia verliebt und Tia ‚sieht‘ das einfach nicht. Für sie ist Liebe sowieso etwas Seltsames und so lebt sie neben dem schmachtenden Leo und bemerkt seine Gefühle nicht. Nichtsdestotrotz ist Leo auch in den Höhlen ein Begleiter für Tia und sie kann sich hundertprozentig auf ihn verlassen.
Die dritte Protagonistin ist Carolin. Sie ist schon im ersten Teil als Journalistin vertreten. Auch hier ist sie wieder ‚schnüfflerisch‘ tätig, auch wenn sie jetzt freischaffend ist. Sie ist nicht in der Höhle, sondern in Lochberg, dem Ort am nächsten zur Höhle.

Die Handlung ist in zwei Teile aufgeteilt – wir haben auf der einen Seite die Vorgänge in der Höhle und zum anderen Carolin in Lochberg. Am Anfang sieht es nach einer relativ leichten Rettung aus der Höhle aus, doch als eine Explosion stattfindet, wird der Höhleneingang verschüttet. Die Explosion hat noch einen Nebeneffekt, der den Sauerstoff in der Höhle knapp werden lässt und die Spannung zusätzlich erhöht. Ich kann und will hier nicht zu viel erzählen, doch es gibt noch einige überraschende Wendungen und Vorkommnisse. Carolin ist die einzige Verbindung außen, doch es dauert eine Weile und eines Kniffs von Tia, bis sie entdeckt, dass Tia und die anderen in der Höhle feststecken. Wenn man dann denkt, die Geschichte ist zu Ende, sind noch einige Seiten übrig und dem Autor gelingt es, hier noch einen weiteren spannenden Höhepunkt einzubauen.

Fazit:

Der etwas andere Thriller: eine blinde Höhlenforscherin, Schatzsucher und eine Spur in die Vergangenheit. Die Mischung ist ungewöhnlich und aufregend. Ich hatte wieder ein spannendes Lesevergnügen mit Tia, Leo und Carolin. Ich bin gespannt, ob der Autor die Serie weiterverfolgt und was er sich in einem nächsten Teil einfallen lässt. Von mir gibt es 5 Schafe.

5 Schafe

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