Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Der Teufel in Dir – Richard Montanari

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Richard Monatanari – Der Teufel in Dir
Verlag: Bastei Lübbe
446 Seiten
ISBN: 978-3404169313
9,99 €

 

 

 

Inhalt:
Jessica Balzano, Detective beim Philadelphia Police Department, erhält einen anonymen Anruf. Der Anrufer beginnt mit den Worten „Ein Gott – sieben Kirchen“ und berichtet dann von der ersten Leiche in einem Keller. Balzano und ihr Partner, Kevin Byrne, machen sich auf zum Tatort. Als sie dort eintreffen, finden sie einen Mann im Keller. Er ist blutüberströmt mit Stacheldraht an einen Stuhl gefesselt. Und er lebt noch. Doch nicht mehr lange. Seine letzten Worte sind „Er lebt“. Balzano und Byrne beginnen fieberhaft mit ihren Ermittlungen, denn der Anrufer war nicht nur mysteriös, sondern hat von der ersten Leiche gesprochen. Doch bevor sie es verhindern können, wird eine weitere Leiche gefunden, die auf noch viel erschreckendere Weise getötet wurde.

Meine Meinung:
Mit diesem Thriller habe ich meine amerikanische Woche begonnen und es nicht bereut. Richard Montanaris Ermittlerteam Jessica Balzano und Kevin Byrne geben eine gute Mischung ab. Dies ist nun schon der sechste Teil der Serie, doch Montanari konnte mich bisher mit allen Teilen überzeugen ohne zu schwächeln.

Zugegeben war ich von dem ersten Kapitel bzw. eigentlich ist es der Prolog, etwas verwirrt. Es sind nur zwei Seiten, doch diese machen so viele Andeutungen. Die Person aus dem Prolog darf noch zwei, drei Mal sprechen, bevor dies am Ende aufgelöst wird und es ist jedes Mal aufs neue aufreibend gewesen. Ansonsten wechselt die Perspektive zwischen Balzano und Byrne, aber auch der Mörder kommt zu Wort. Die unterschiedlichen Perspektiven machen den Thriller abwechslungsreich, der Schreibstil ist gewohnt spannend und gut zu lesen. Das Setting – Philadelphia – finde ich wie immer sehr gut ausgearbeitet und gut beschrieben. Ich will jetzt nicht behaupten, da fühle ich mich zu Hause, aber in einem Thriller sind ja auch andere Aspekte wichtig – die Szenerie ist düster und karg, so wie es für einen Thriller in einer amerikanische Hauptstadt mit Serienmörder passt.

Balzano und Byrne sind so, wie wir sie kennen. Sie italienisch, verheiratet mit mittlerweile zwei Kindern, praktisch und pragmatisch. Byrne irisch, geschieden mit Tochter, grüblerisch und düster. In diesem Band liegt der Fokus mehr auf Byrne und ich bin wie immer froh, dass Byrnes „Gabe“ nicht in den Vordergrund rückt oder gar ins Übersinnliche. Nach einer Nahtoderfahrung sieht er an Tatorten oft mehr als andere. Das wird vom Autor aber eher als Gefühl bzw. Ahnung vermittelt und hilft oft einfach nur Spuren zu entdecken. Er ist an Tatorten eben ein bisschen aufmerksamer. Wäre dieser Aspekt anders ausgearbeitet, würde die Reihe ins Übersinnliche rutschen und das fände ich sehr schade. In diesem Band hat Byrne sich entschlossen, ein „Philly Brother“ zu werden. So lernt er Gabriel „G-Flash“ Hightower kennen. Einen Jungen mit schwieriger Kindheit, der kurz davor ist in die Bandenkriminalität abzurutschen. Wie man sich denken kann, ist diese Beziehung anfangs recht schwer für beide und wird später sogar noch bedeutend.

Die Morde – ich denke, das verrät schon der Titel – sind religiös begründet. Auch der Hinweis mit den sieben Kirchen ist wichtig, denn es stellt sich raus, dass die Tatorte ehemalige Kirchen sind. Nichtsdestotrotz ist das Auffinden von ehemaligen Kirchen keine leichte Aufgabe für Byrne und Balzano. Die USA beherbergt viele verschiedene Religionen und Religionsgemeinschaften, Kirchen sind nicht immer monumentale Bauwerke sondern einfach Häuser und wie will man die Unmenge an aufgegebenen Gotteshäusern überwachen? Byrne und Balzano arbeiten fieberhaft und puzzeln sich Stück für Stück durch den Fall.

Ich hatte schon ungefähr in der Mitte herum eine Ahnung, wer der Mörder ist. Trotzdem war ich überrascht, wie und wo man dem Täter schon überall im Buch begegnet ist. Die Intention des Mörders war allerdings schwierig herauszufinden und hat somit die Spannung hoch gehalten. Die Auflösung war dramatisch umgesetzt und hat mir gut gefallen. Vor allem die Auflösung des Prologs. 😉

Fazit:
Ein gelungener Thriller mit religiösem Touch, den die beiben toughen Ermittler Balzano und Byrne routiniert, aber mit viel Spannung und Charakter lösen. Ich habe keine Kritikpunkte und vergebe 5 Schafe.

5 Schafe

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One thought on “Der Teufel in Dir – Richard Montanari

  1. Die Rezension macht bei mir gerade richtig Lust darauf, die Reihe doch nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Habe ja bisher nur einen Band davon gelesen, aber der war auch wirklich richtig gut! Muss mir mal die ersten beiden Teile auf meine Wunschliste packen!! 😀

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