Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Treibland – Till Raether (Hörbuch)

2 Comments

Treibland

Treibland – Till Raether
Verlag: Argon Hörbuch (Buch ist im Rowohlt Verlag erschienen)
6 CDs, Laufzeit: 6 Stunden 49 Minuten
ISBN: 978-3839812846
Sprecher: Boris Aljinovic
19,95 €

 

 

Inhalt:
Das Kreuzfahrtschiff ‚Große Freiheit’ läuft in den Hamburger Hafen ein – mit dabei ein toter Passagier, welcher an einem Virus ähnlich wie Ebola gestorben ist. Das Schiff wird sofort unter Quarantäne gesetzt, ein Krisenstab gebildet und Hamburg befindet sich im Ausnahmezustand. Um festzustellen, ob der Tote sich zufällig mit dem Virus infiziert hat oder ihn jemand absichtlich mit dem Virus töten wollte, wird Kriminalkomissar Adam Danowski hinzugezogen. Der findet das nicht ganz so gut, hat er doch mit seiner gerade diagnostizierten Hypersensibilität zu kämpfen und mag nicht so recht ermitteln – schon gar nicht mit Finzi, seinem Kollegen. Schicksalsergeben beginnt er dennoch mit den Ermittlungen und hat erstmal Kathrin Lorsch, die Gattin des verstorbenen Carsten Lorsch im Auge. Doch die Ermittlungen auf dem Schiff stellen sich schwierig heraus. Erst lässt man ihn nicht rein und dann lässt man ihn nicht mehr fort. Doch trotz aller Unlust und Widrigkeiten beisst sich Danowski fest und stösst auf eine unglaubliche Geschichte….

Meine Meinung:
Ich habe bei Lovelybooks das Hörbuch zur Leserunde von Till Raethers Krimi ‚Treibland’ gewonnen und ich freue mich, mal wieder eine Hörbuchrezension schreiben zu können. Ich lese doch mehr, als ich höre, einfach weil ich nur beim Auto fahren und kochen Hörbucher höre, aber lesen kann man ja überall. 😉

In der Leserunde wurde von vielen ‚Lesern’ der weitschweifige Schreibstil des Autors bemängelt. Im Hörbuch konnte ich davon nichts feststellen und ich finde, gerade durch einige ausführlichere Stellen ist sehr gut die Hypersensibilität von Danowski dargestellt worden. Ansonsten fällt es mir schwer, den Schreibstil zu bewerten, da ich ja das Hörbuch gehört habe. Es wird von Boris Aljinovic gelesen und das war eine sehr gute Wahl. Nicht nur den aus Berlin eingebürgerten Danowski spricht dieser ausgezeichnet, auch die Charaktere mit norddeutschem Dialekt haben mir sehr gut gefallen. Hervorheben möchte ich die Szene zwischen Danowski und Finzi, als Danowski die Beruhigungstabletten genommen hat – die war wirklich herrlich!

Adam Danowski ist eigentlich eher ein ‚Schreibtischtäter’, doch der ihm zugeteilte Fall lässt ihn nicht ruhen und als er ‚Lunte gerochen’ hat, bleibt er dem Fall hartnäckig auf der Spur. Auch eckt er damit am sonstigen Polizeiapparat an, denn die möchten im Falle des Kreuzfahrtschiffs eher den Ball flach halten. Hier ist besonders Behling zu erwähnen. Ein Kollege, der Danowski nicht so richtig leiden kann, was auf Gegenseitigkeit beruht. Doch leider ist Danowski ab und an gezwungen sich an ihn zu wenden und verzweifelt schier and Behling. Mitunter zeigt Danowski dann auch seltsame Marotten, als er z. B. In Kathrin Lorschs Haus auf die Suche nach Kopfschmerztabletten geht und dabei alle Zimmer auskundschaftet. Mein Lieblingscharakter ist Finzi, der Kollege, der direkt mit Danowski ermittelt. Er ist sarkastisch und ein bißchen vulgär, aber zu dem doch mitunter steifen Danowski ein guter Ausgleich. Finzi kommt eigentlich gut mit Danowski zurecht, doch da der eher für sich bleibt, ist Finzi distanziert. Nichtsdestotrotz sind die beiden ein gutes Team – jedenfalls in der Zeit, in der sie gemeinsam ermitteln. Als Danowski auf das Schiff geht und Finzi an Land weiter ermittelt, findet ein eher sparsammer Austausch statt. Doch letztendlich verschafft Finzi Danowski sogar den entscheidenden Hinweis zur Lösung des Falles.

Der Fall ist gut konstruiert und auch mal so was ganz anderes. Nicht nur der ungewöhnliche Tatort, sondern auch das tödliche Virus und das großangelegte Komplott, dass sich andeutet, lässt diesen Krimi zu etwas besonderem werden. Diese Andersartigkeit zeigt mitunter auch Ungereimtheiten. Als Beispiel sind hier die Ereignisse auf dem Schiff zu nennen, welche Danowski erlebt. Diese sind mitunter etwas unglaubwürdig und überzogen. Doch wenn man das Buch dann gelesen/gehört hat, passt es im Nachhinein doch wieder. Es geht eben nicht nur um einen ‚einfachen’ Mord. Es gab ein paar Stellen, die sich etwas gezogen haben, doch im großen und ganzen fand ich das Hörbuch recht spannend und auch die Auflösung war spektakulär gestaltet.

Fazit:
Ein ungewöhnliches Setting, ein nicht wollender und ungewollter Ermittler und ein tödlicher Virus. Was braucht es mehr an Spannung? Da fallen ein paar Ungereimtheiten und kleine Spannungstiefs gar nicht auf. Von mir gibt es 4 ½ Schafe.

4 und ein halbes Schaf

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2 thoughts on “Treibland – Till Raether (Hörbuch)

  1. Ah, du hast das Hörbuch gelesen! 🙂 Klingt auf jeden Fall spannend, ich hatte bei dem Klappentext schon aufgehorcht und wollte das Buch zumindest erstmal im Hinterkopf behalten.
    Den Unterschied zwischen Hörbuch und Buch finde ich teilweise enorm, einfach schon weil man ja den Inhalt ganz anders aufnimmt, wenn er einem vorgelesen wird oder wenn man eben selber liest. Das Buch klingt aber so oder so ziemlich interessant, kannte den Autor bis dato auch noch gar nicht.

  2. Mir ist / war der Autor auch neu und dann war es ja auch noch norddeutsch – da hab ich mir als süddeutsche Pflanze schon Sorgen gemacht. Aber die Hörprobe war klasse und ich war wirklich froh, dass ich das Hörbuch bekommen habe und hören durfte.
    Auf mein nächstes Hörbuch bin ich aber noch mehr gespannt…. 😉

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