Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Phil Rickman – Das Gespinst des Bösen

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dasgespinstdesbösen
Phil Rickman – Das Gespinst des Bösen
Verlag: Rowohlt
554 Seiten
ISBN: 978-3499253386
9,99 €

 

 

 

 

Inhalt:
Das Master House von Garway wird in die höchsten Kreise verkauft und soll nun renoviert werden. Doch der Bauleiter Felix und seine Mitarbeiterin Fuchsia lehnen den Auftrag ab, als sie das Haus das erste Mal betreten. Fuchsia will dort etwas Böses gefühlt haben. Der Gutsverwalter ruft Merrily Watkins zur Hilfe. Merrily kann Fuchsia erst nicht so recht glauben, da sie bei der Unterhaltung aus einer berühmten Geistergeschichte zitiert. Doch dann geschieht ein Doppelmord und Merrily fängt an tiefer zu graben…

Meine Meinung:

Zwei verfeindete Familien, die Templer und Prinz Charles – Phil Rickman holt diesmal wirklich alles aus der Trickkiste. Und trotzdem passt alles zueinander und das Lesen macht Spaß und ist spannend.

Rickmans Schreibstil finde ich großartig. Eigentlich stehe ich auf schnelle Texte mit wenig Beschreibungen und Dialogen wie Pistolenschüssen. Bei Rickman sind viele Beschreibungen in den Dialogen verarbeitet, doch es wird trotzdem nie langweilig. Er eröffnet Themen, über die man so noch nicht nachgedacht hat und beleuchtet sie aus Sicht einer Exorzistin… ehm, Verzeihung, natürlich aus Sicht einer Beraterin für spirituelle Grenzfragen. Wie in der ganzen Reihe ist viel Geschichte aus der Gegend zwischen Wales und England enthalten, aber diesmal wird es noch mysteriöser: die Geschichte der Templer wird ausgiebig beleuchtet.

Wie immer ist die Geschichte mit vielen Schichten versehen, die Merrily nach und nach aufdeckt und dabei zwischen zweifeln und dickköpfig weiterermitteln steckt. Merrily, die rauchende Pfarrerin mit einem Liebhaber – so richtig schön unkonventionell und den Aufrechten in der Gemeinde oder auch in der Kirchenhierarchie mitunter ein Dorn im Auge. Dadurch das der Prinz von Wales hinter dem Kauf des Master Houses steckt, ist auch eine politische Ebene geöffnet: Geheimdienst, oberste Kirchenkreise und die Polizei sind mit dabei. Natürlich mischt auch wieder Jane, Merrilys Tochter, ordentlich mit.

Merrily Watkins Mysteries sind im eigentlichen Sinne keine Krimis, sondern wirklich eher Mysteries. Zwar stirbt – wenn ich mich recht erinnere – in jedem Band jemand, doch geht es immer um Merrilys Amt als Beraterin spiritueller Grenzfragen. In den wenigsten Fällen ist die Lösung in der Spiritualität zu finden, sondern eher im allzu Menschlichen.

Fazit:
Ich liebe die Merrily Watkins Mysteries und auch diesen Band fand ich wieder sehr gut. Wer von den Standardkrimis mal eine Auszeit braucht und kein Problem damit hat, ein bißchen in die Tiefen der anglikanischen Kirche und dem Amt der spirituellen Grenzfragen einzutauchen, sollte hier zugreifen. Aber vielleicht ja nicht mit Band 9 sondern mit Band 1: ‚Frucht der Sünde‘.

4 und ein halbes Schaf

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