Die dunklen Felle

Krimis und Schafe – und Felle (oder Fälle?)

Elisabeth Herrmann – Das Dorf der Mörder

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Elisabeth Herrmann – Das Dorf der Mörder

Verlag: Goldmann
472 Seiten
ISBN: 978-3442313259
19,99 €

Inhalt:
Im Berliner Tierpark geschieht ein grauenvoller Mord. Teile einer Leiche werden im Pekari-Gehege sichergestellt. Schon kurz darauf wird Charlotte Rubin, die im Zoo Futtertiere züchtet, verhaftet und gesteht den Mord. Doch nicht nur Sanela Beara, eine Streifenpolizistin mit Ambitionen, zweifelt an Rubins Täterschaft, sondern auch Jeremy Saaler, angehender Psychologe, ist sich unklar, ob Rubin wirklich die Täterin ist. Er arbeitet zusammen mit seinem Doktorvater an einem Gutachten über Charlotte Rubin und lernt in diesem Zuge Rubins Schwester Cara kennen. Sowohl Bearas Ermittlungen als auch Saalers Fragen führen in Charlotte Rubins Kindheit in einem kleinen Dorf nahe Jüterbog.

Meine Meinung:
Dies ist mein drittes Buch von Elisabeth Herrmann, doch diesmal bin ich irgendwie nicht richtig damit warm geworden. Ich versuch das mal zu erklären und werde dazu etwas ins Detail gehen – das wird also eine etwas längere Rezension….

Sanela Beara ist eine kantige, trotzige Protagonistin. Sie ist von vornherein darauf eingestellt, es in einem Männerberuf und als Ausländerin schwer zu haben. Sie ist Streifenbeamtin, doch sie hofft auf einen Aufstiegsvermerk. Durch Zufall ist sie eine der ersten Streifenbeamten am Ort und auch per Zufall, lernt sie Charlotte Rubin näher kennen – bevor diese sie niederschlägt. Der leitende Ermittler ist Lutz Gehring und nach Rubins Geständnis ist für ihn der Fall abgeschlossen. Doch Sanela zweifelt und nutzt ihre Krankschreibung für Nachforschungen – auch in Rubins Heimatort Wendisch Bruch. Dabei geht sie Gehring sowohl persönlich als auch per Telefon gehörig auf die Nerven. Sie kann auch zumeist keine Beweise vorlegen, es handelt sich eher um Intuition oder kleine Unstimmigkeiten. Die Dinge, die sie Gehring um die Ohren schmeißt sind mitunter hanebüchen und er fängt erst nach und nach an, seine Ermittlung wieder aufzunehmen. Sanela finde ich als Charakter interessant, aber mitunter auch zu verbissen und stur.

Der zweite Protagonist ist Jeremy Saaler. Er ist zur Ausbildung bei Prof. Dr. Brock, der ein Gutachten über Charlotte Rubin schreiben soll. Rubin verweigert sich Brock, doch Jeremy bekommt einen Draht zu ihr. Außerdem ist er es, der Kontakt mit Rubins Schwester Cara aufnimmt. Und das ist auch der Knackpunkt. Ab da, kann ich ihn leider nicht mehr ganz ernst nehmen. Zum einen wird er als guter, angehender Psychologe mit Prinzipien geschildert, doch als er Cara kennenlernt wirft er alles, was er gelernt hat oder sich vornimmt, über den Haufen. Gemeinsam mit Cara und ohne dass Brock es weiß, landen die beiden letztendlich auch in Wendisch Bruch.

Einerseits finde ich die Geschehnisse gut beschrieben, sehr atmosphärisch und ein bißchen unheimlich, doch andererseits hatte ich auch immer so einen leichten Unglauben. Die Auflösung, bzw. Die Geschehnisse, welche hinter dem ursprünglichen Mord stehen, waren jetzt für mich auch nicht recht glaubhaft. Ich habe mitunter Probleme damit, mir so schlimme Verbrechen in unserem beschaulichen Deutschland vorzustellen. Mit amerikanischen Handlungsorten passiert mir das – zugegebenermaßen – nie. Hier war es aber vermutlich eher, dass ich mit den anderen Teilen des Buches nicht zufrieden war.
Der Aufhänger – der ursprüngliche Mord – sollte natürlich nicht direkt auf die Lösung zielen, aber hier war mir das alles zu weit hergeholt.

Pffff… wie man merkt, bin ich mit dem Buch irgendwie nicht ganz zufrieden. Nachdem ich jetzt aber doch einiges bemeckert habe, möchte ich schon noch auf die positiven Punkte eingehen, bzw. diese zumindest kurz erwähnen. Frau Herrmanns Sprachstil ist wirklich hervorragend. Gerade in dem Dorf gelingt es ihr eine gruselige und zugleich heimelige Atmosphäre aufzubauen. Auch ist der Lesefluss ungehindert, man liest es mit Spannung und möchte weiterlesen.

Fazit:
Ein toller Schreibstil, eine fantastische Atmosphäre, eine ungewöhnliche Protagonistin und viel Spannung – das sind die hervorzuhebenden Punkte. Dem entgegen stehen ein unglaubwürdiger Protagonist und eine etwas krude Story. Von mir gibt es diesmal nur 3 Schafe.

3 Schafe

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